2022 #18 Randmeren, diesmal von Osten kommend

2019 hatten wir die Randmeren zum ersten Mal besucht. Die Landschaft und die ehemaligen Fischerdรถrfer und Stรคdte gefielen uns sehr gut und sind uns in guter Erinnerung geblieben.

Beim Besuch in einer Botter-Werft verweilen wir vor einer alten Karte. Sie zeigt die Situation vor dem Deichabschluss (1932). Man kann sich heute nur schwer vorstellen, dass Urk eine Insel war und die Fischerorte an den Randmeren am offenen Meer lagen. Daher ist es nur verstรคndlich, dass die Leute hier die Traditionen noch sehr pflegen.

Der Ausdruck „Randmeren“ ist eigentlich ein Sammelbegriff. Jeder Teilabschnitt trรคgt einen eigenen Namen. Dieser findet sich auch in den Kennungen der Betonnung (fettgedruckt). Insgesamt werden 6 Wassergebiete unterschieden (von Ost nach West) :

  • Ketelhaven > Harderwijk : Veluvemeer VM
  • Harderwijk > Ermelo : Wolderwijk WW
  • Ermelo > Nijerk : Nuidernauw NN
  • Nijkerk > Spakenburg : Njkerkernauw NK
  • Spakenburk > Huizen : Eemmeer EM
  • Huizen > Naarden : Gooimeer GM

Damals waren wir im August von Amsterdam kommend dort in Richtung Friesland unterwegs. Diesmal kommen wir von Osten, haben morgens die Sonne im Rรผcken und sind wieder auf dem Weg nach Amsterdam. Es ist wieder August, also Hochsaison. Es mag an der Pandemie liegen, es kommt uns vor, als ob die Anzahl der Schiffe sich vervielfacht hat. Die Situation ist mit 2019 nicht zu vergleichen.

Wir verlassen den Ketelhaven gegen 8h00. Wir haben die Randmeren noch nicht erreicht, schon werden wir eingeholt und รผberholt. An den beiden Schleusen, die heute auf unserem Weg liegen, sammeln sich immer mehr Schiffe auf beiden Seiten.

Als wir die zweite Schleuse verlassen, es sind noch gut 30′ bis Elburg, beginnt ein regelrechtes Rennen um die „besten Plรคtze“. Gasgeben heisst jetzt die Devise. Einige vergessen dabei die guten alten Seemannssitten.


Unser erstes Ziel ist die Hansestadt Elburg, die wir sehr mรถgen.

Wie zu erwarten, ist in Elburg schon einiges los. So wรคhlen wir den ersten freien Platz am Steg im Hafenkanal und versuchen erst gar nicht bis zum 500m entfernten alten Hafen weiterzufahren, um dort im Doppel- oder Triplepack zu liegen. Zudem ist heute „Markttag“. Die Stadt wimmelt nur so von Sommergรคsten. Das schรถne Wetter hat nicht nur die Bootsfahrer angelockt.

Elbrug // Gemeinde Hafen

Dass die Stadt weiterhin eine grosse Anziehungskraft ausรผbt, ist leicht verstรคndlich. Sie bietet diese typische Atmosphรคre, die allen diesen ehemaligen Hafenstรคdten innewohnt. Das ursprรผngliche Stadtbild ist vollstรคndig erhalten. Sicherlich kann man die heutigen Stรคdte nicht mit den ursprรผnglichen Fischerdรถrfern vergleichen. Der Tourismus hat definitiv den Fischfang ersetzt.

Wie bei unserem letzten Aufenthalt lassen wir uns einen Besuch im Nationalen Orgelmuseum nicht nehmen. Sehenswert sind auch das Jรผdische- und das Stadtmuseum. Jedes erinnert auf seine Art an die Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner: ob es sich um das Leben, die Vertreibung und die Vernichtung der Juden oder die frรผhere Geschichte der Stadt handelt, als sie noch am Zuiderzee lag, und vor allem vom Fischfang lebte. Das jรผdische Museum befindet sich in der ehemaligen Synagoge. Das Stadtmuseum ist in einem frรผheren Kloster untergebracht.

Auch wenn wir die Stadt jetzt gut kennen, wird uns die Zeit nicht langweilig. Immer wieder gibt es, etwas zu entdecken. Man braucht nur die Hauptachsen mit ihren Geschรคften und Restaurants zu verlassen und schon fรผhlt man sich in eine andere Zeit versetzt.


Nach Elburg fรผhrt uns die Fahrt nach Harderwijk.

Seit 2019 hat sich die Stadt stark verรคndert. Vor allem das Hafenviertel und die Umgebung um das Delfinarium wurde umgestaltet und neu angelegt. Ferienhรคuser mit Bootsgarage entstanden am Kanal zum Stadthafen.

Es herrscht Hochbetrieb. Mehr als in Elburg gleicht der Hafenbereich jetzt einer Feriensiedlung.

Der Zugang zu einem der zwei Becken des Stadthafens erfolgt jeweils รผber eine von 3 Hebebrรผcken (siehe Skizze). Jede Brรผcke hat eine andere Bedienungszeit (8h-20h in der Hauptsaison):

  • (A) Waterfrontbrug : Alle 60′ „Volle Stunde“: 8h, 9h, 10h,…
  • (B) Delfinarium: Alle 30′ : 8h30, 9h00, 9h30,…
  • (C) Vischpoortbrug: Alle 30′ : 8h45, 9h15, 9h45,…
Harderwijk // Skizze Stadt-Hafen > Anfahrt

Am schรถnsten und ruhigsten liegt man im Becken hinter der Waterfrontbrug. Dort befindet sich auch der neue Havenkantoor (1) inklusive Waschrรคume. Als wir ankommen, sind dort alle Plรคtze schon belegt. Die Delfinariumbrug (B) wird gerade gehoben. Wir nutzen die Gelegenheit und fahren zum anderen Hafenbecken in Richtung Vischpoort Brรผcke (C). Auch hier liegen die Boote schon zu einem erheblichen Teil im Doppelpack. Trotzdem finden noch ein kleines „Loch“, den letzten freien Platz. Das Anlegen verlangt diesmal Millimeterarbeit. Es ist windstill , wir nehmen uns Zeit. Nach einigem Hin- und Her und der Hilfe des Eigners vor unserem Bug liegen wir nun sicher in der Lรผcke (siehe Bild).

Die Liegeplรคtze und die Stromanschlรผsse sind numeriert (siehe Bild: Platz 64022). Bezahlen kann man mit der App aanUIT.net. Wem das nicht gefรคllt, kann es auch im Hafenbรผro oder direkt am Steg beim Hafenmeister erledigen. Nach Bezahlung des Liegeplatzes mit der App erhรคlt man via SMS und Email einen Zugangscode fรผr die Sanitรคrrรคume und Mรผll (der Zugangscode ist natรผrlich auch beim Hafenmeister erhรคltlich). Ein zweites Sanitรคrgebรคude (2) befindet sich auf der Seite des Delfinarium. Wie das Hafenbรผro so sind die hier gelegenen Sanitรคranlagen neu. Allerdings sind sie nicht unbedingt fรผr den aktuellen Ansturm in den Sommermonaten dimensioniert. Morgens frรผh vor 8h hรคlt sich der Andrang in Grenzen.

In Elburg war der sommerliche Trubel im wesentlichen auf das historische Stadtzentrum beschrรคnkt. Hier in Harderwijk sorgt das nahegelegene Delfinarium fรผr einen permanenten Touristenstrom im Hafen.

Das lebhafte Geschehen nimmt abends sehr schnell ab. Sobald die Restaurants an der Hafekade schliessen, wird es auch hier ruhig.

Wir nutzen die Zeit zu einer Radtour nach Flevoland auf die nรถrdliche Seite der Randmeren, hier Wolderwijk. Auf dem Hinweg geht es รผber die Autobahnbrรผcke (N302), fรผr den Rรผckweg nehmen wir die Fรคhre in Zeewolde.

HINWEIS: Knotenpunkte zum Radfahren (im Gegenuhrzeigersinn): 82 > 11 > 29 23 > 22 > 21 > Fรคhre > 07 > 09 > 82

Wie alle Stรคdte in Flevoland wirkt auch Zeewolde recht neu, auf dem Reissbrett geplant.

Ermelo // Fรคhre Zeewolde

Am zweiten Tag besuchen wir das Stadtmuseum, das wir schon von unsere ersten Reise kennen. Zu unserer รœberraschung stellen wir fest, dass die Zeit des Corona-Lockdown sinnvoll fรผr einen komplette Erneuerung genutzt wurde. Auf sehr orgineller und spielerische Weise wird nun die jรผngere Geschichte der Stadt dargestellt. Es beeindruckt uns immer wieder mit welcher Kreativitรคt heute versucht wir Museen „einladender“ und fรผr breitere Bevรถlkerungsschichten zu gestalten. Schon deswegen lohnt sich ein Rundgang. Fรผr uns, die wir die nIederlรคndische Sprache nicht beherrschen, sind die Animationen in Niederlรคndisch, nur ansatzweise zu verstehen.

Harderwijk // Museum

Am nรคchsten Tag geht es weiter nach Spakenburg. Wir verlassen den Hafen mit 4 Schiffen um 8h. Nach 1h30 erreichen wir die Schleuse Nijkerk. Dort herrscht grosses Gedrรคnge. Der Schleusenwรคrter kommt zur Schleusenkammer, um etwas Ordnung zu schaffen. Nach 30′ verlassen wir mit neun Schiffen die Schleuse.

Spakenburg errreichen wir gegen 11 h. Als wir im Hafen anrufen, empfiehlt man uns, direkt im Hafenkanal einen Platz zu suchen.

Dort finden wir am westlichen Kai einen Liegeplatz mit direktem Blick aufs Wasser. Zum Stadtzentrum sind es nur ein paar hundert Meter. Die Plรคtze auf der gegenรผberliegenden Seite haben den Nachteil, dass der Weg zur Stadt wesentlich lรคnger ist. Wer dort festmacht und vorhat lรคnger zu bleiben, legt sich so bald es mรถglich ist auf die andere Seite.

Spakenburg // Westpier

Reges Treiben herrscht in der Stadt. Wir erfahren, dass das 50igste Jubilรคum der „Spakenburger Tage“ bevorsteht. Der historische Hafen ist regelrecht vollgestopft mit den traditionnellen Fischerbooten, den sogenannten „Botter„. Traditionnelle Kleidung, Fischerboote, Musikanten werden in 2 Tagen das Stadtbild prรคgen. Bis dahin ist es noch Zeit, gemรผtlich die Stadt zu geniessen. So machen wir noch einen kleinen Abstecher ins Museum fรผr Traditionnelle Kleidung. Wir stellen uns die Frage, wie lange diese Traditionen noch gepflegt werden. Ausser dem Interesse oder Willen dazu, setzen sie handwerkliche Kenntnisse und viel Fingerfertigkeit voraus, die heute kaum noch jemand besitzt, geschweige denn, erlernen mรถchte.


Der Weg fรผhrt uns weiter nach Huizen. Es ist unser erster Besuch. Nachdem wir die Fahrrinne verlassen haben, fahren wir vorbei am Yachthafen ‚t Huizerhoofd zum Gemeentehaven. Dort finden wir einen Platz an der Hafenkade. Als wir ankommen ist noch fรผr 5 – 8 Boote Platz. Strom und Wasser wird รผber die App aaUIT.net bezahhlt, die Liegegebรผhren mit Hilfe der App i-Marina abgerechnet. Die Strom- und Wasseranschlรผsse an der Kade werden nur wรคhrend der Hauptsaison aktiviert.

Das Interesse an der Stadt beschrรคnkt sich fรผr uns auf das „Hafen- Viertel“. Das eigentliche Zentrum liegt gut einen Kilometer landeinwรคrts. Es hat nicht den Charme von Elburg oder Spakenburg. Warum sich ein Aufenthalt hier dennoch lohnt, erfahren wir bei einer Radtour in die nahegelegene Heidelanschaft : Goois Natuurreservaat Limitische heide und Nieuw Bussumerheide .

HINWEIS: Radweg : Knotenpunkte im Gegenuhrzeigersinn : 77 > 78 > 79 > 80 > 77.


Nach zwei Tagen fahren wir zum Yachthafen Naarden, den wir schon von unserer ersten Reise her kennen. Dort haben wir fรผr eine Woche einen Liegeplatz gebucht. Wir erwarten Besuch mit einem Kleinkind. Der Hafen bietet jeden denkbaren Service. So ist er als Ausgangspunkt fรผr Ausflรผge zu den Randmeren, zum Markermeer, zur Vecht oder auch Amsterdam gut geeignet.

Zunรคchst gilt es jetzt das Boot „kinderfreundlich“ zu machen. Dazu bringen wir ein Netz an der Reling an. In Naarden bleiben wir eine Woche.


Zusammenfassung:

  • Ketelhaven > Elburg : 19 km, 2,3 Mst.
  • Elburg > Harderwijk : 21 km, 2,4 Mstd.
  • Harderwijk > Spakenburg : 23 km, 3,1 Mstd.
  • Spakenburg > Huizen : 12 km, 1,5 Mstd.
  • Huizen > Naarden : 10 km , 1,3Mstd.

2022 #17 Abstecher nach Kampen

Schon frรผh verlassen wir Blokzijl, Richtung Vollenhove und fahren รผber das“Zwartemeer“ zum „Ketelmeer„, wo wir im Haven Stichting Ketelmeer am Passantensteiger festmachen.

Ketelhaven

Wie sich schnell herausstellt, sind wir trotz der frรผhen Tageszeit nicht alleine unterwegs.

Unser Weg fรผhrt uns am Sturmflut- Sperrwehr bei Ramspol vorbei. Es ist das weltweit grรถsste aufblasbare Wehr dieser Art. Wenn ein Sturm aus Nordwest das Wasser des Ketelmeers ins Zwartemeer drรผckt und der Wasserspiegel auf NAP + 0,5m steigt, wird das Wehr innerhalb einer Stunde geschlossen. Dazu werden die Schlรคuche je zur Hรคlfte mit Luft und Wasser gefรผllt. Als wir das Wehr passieren, ist es eher ruhig. Kaum Wind, kaum Wellen. Auch hier zeigt sich, die Kompetenz der Niederlรคnder im Wassermanagement. Allen voran die Hochschule in Delft.

Ramspol am Ketelmeer

Kampen

Vom schรถn gelegenen, gepflegten und nett gefรผhrten Ketelhaven aus machen wir einen Abstecher nach Kampen, der letzten Hansestadt an der IJssel, die wir noch nicht besucht haben.

Vom Ketelhaven bis zur Stadt brauchen wir mit dem Boot 1h30. In Kampen gibt es mehrere Hรคfen. Wir suchen uns den Buitenhaven aus, den wir gegen 10h erreichen. Zunรคchst fahren wir in den „Neuen„. Dort ist zwar noch Platz, aber der Ort gefรคllt uns weniger. Kurz entschlossen, gehts zu dem „Alten“. Der „Alte“ wurde vor ein paar Jahren wieder in Betrieb genommen. Die dortige Infrastruktur ist moderner als im „Neuen“.

Der Hafenmeister empfรคngt uns auf dem Steg. Er stellt sich mit „Arnold“ vor. Was wir spรคter erst verstehen, rufen die meisten (Alle?) Schiffer, die in den alten Hafen wollen, wรคhrend der Hochsaison dort vorher an, um ihre Ankunft anzukรผndigen. Auch uns frรคgt Arnold, „Heb je gebeld voor een plek in de „Oude Haven„. Non, Nein, No ….

Mmmmh,…. er schaut etwas verwirrt auf unsere Landesflagge Bleu, Blanc, Rouge…. (von links nach rechts) und nicht Rood, Wit, Blauw (von oben nach unten…). Ahh, jetzt versucht er es nochmal auf Deutsch (er ist 200%iger Bayern Mรผnchen Fan, wie sich noch herausstellen wird). Zwei Dinge haben uns wohl erlaubt, einen schรถnen Platz dort zugewiesen zu bekommen:

  • 1./ die franzรถsische Flagge, er hatte wohl keine Lust uns die „Regeln“ zu erklรคren, dass man anrufen muss (soll),…
  • 2./ wir sagen, dass wir mindestens 2 Tage bleiben werden.

So war die Sache schnell erledigt. Bei unserer Ankunft sind noch 3 Plรคtze frei, der Hafen ist nicht sehr gross. Eine Stunde spรคter ist der Hafen voll gepackt.

Er liegt direkt im Stadtzentrum an der Haupteinkaufsstrasse. Er bietet den รผblichen Service inklusive Waschmaschine. Allerdings ist zu bedauern, dass Strom, Wasser und Dusche extra mit Mรผnzen zu bezahlen sind. Pro Tag muss man (2 bis 4) x 0,50โ‚ฌ fรผr Strom einplanen. Dusche gibt es fรผr 1โ‚ฌ.

Vor einigen Jahren, auf der Durchreise mit unserem Campingbus, hatten wir einen kurzen Stop in Kampen gemacht. Damals hat die Stadt keinen sonderlich guten Eindruck bei uns hinterlassen. Diesmal wollen wir es etwas genauer wissen. Wรคhrend unseres Aufenthalts regnet es fast unaufhรถrlich. Wegen der anhaltenden Trockenperiode ist das zwar eine gute Nachricht, hilft allerdings wenig, um unseren ersten Eindruck der Stadt zu verbessern.

Fรผr eine Stadt, die auch vom Tourismus lebt, finden wir sie etwas „traurig“ und nicht sehr einladend.

Gerechterweise sollte man aber auch sagen, dass Sonntag und Montag im Allgemeinen nicht die lebhaftesten Tage der Woche sind. So kรถnnen wir auch das Stadtmuseum nicht besuchen…

รœber das Reevediep soll es dann zu unserer nรคchsten Etappe in den Randmeren gehen. Davon rรคt uns der Hafenmeister ab. Es gibt dort mehrere feststehende Brรผcken mit einer theoretischen Durchfahrthรถhe von 3,62m. Wenn wir unseren Mast legen und vorsichtig sind, wรคre dies machbar. Aber der Hafenmeister weist auch auf die schwankenden Wasserstรคnde dort hin.

Also fahren wir kurzentschlossen wieder zum Ketelhaven.

Auf dem Weg dorthin werden wir wieder Zeuge eines typischen niederlรคndischen Schauspiels: die Autobahnbrรผcke, die die IJssel an ihrer Mรผndung รผberspannt, wird fรผr ein Segelschiff gehoben. Nach einigen Minuten hat sich eine kilometerlange Schlange auf beiden Seiten der Brรผcke gebildet. Fรผr uns Pariser ist die entspannte Ruhe solcher Szenen einfach unvorstellbar und immer wieder ein bemerkenswerter Moment.

Da wir festgestellt haben, dass auch hier, und nicht nur in Friesland, sehr viele Schiffe unterwegs sind und zusรคtzlich schon ab 11h einen Stellplatz anpeilen, denken wir, dass der erneute Stop dort sinnvoll ist.

Wir nutzen unseren Aufenthalt zu einem Abstecher noch Dronten, die nahegelegene Stadt im Hinterland. Eine Retortenstadt. Sie wurde 1958 auf dem Reissbrett fรผr 15000 Einwohner geplant. Heute leben dort mehr als 40000 Menschen. Erst Anfang der 70er Jahre erhielt sie ihren Namen. Bei den meisten Stรคdten, die auf unserem Weg liegen und die wir besuchen, handelt es sich um alte Handelsstรคdte mit einer langen Tradition. Hier in der Provinz Flevoland ist alles (fast) neu. Auch wenn man die Hintergrรผnde kennt, hinterlรคsst die Stadt einen seltsamen, sterilen Eindruck. Wir fragen uns: kรถnnten wir hier leben?

2022 #16 Abschied von Friesland

Als wir Im Juni Richtung Norden durch Friesland fuhren, waren wie immer am Ende der Vorsaison zwar schon mehr Boote unterwegs als die รผbliche „graue Flotte“, aber รผberall war noch genรผgend Platz.

Dies hat sich seit Mitte Juli stark geรคndert. So haben wir es bisher nur vom „Hรถrensagen“ gekannt. Die Anzahl der Schiffe, die unterwegs ist, ist schier unermesslich. Auf manchen Kanรคlen fรผhlt man sich fast wie zuhause,…. auf dem „Pรฉriphรฉrique“ zur Stosszeit!

Ist das nur ein Corona-Effekt, wie man ihn bei den Camping-Bussen feststellen kann? Tatsache ist, dass Charteryachten omnipresent sind, vor allem in den Urlaubsbrennpunkten in und um Grou oder Sneek. Wir haben den Eindruck, dass seit 2017 die Flotten sich stark vergrรถssert haben. Freunde und Bekannte hatten uns schon gewarnt. Jetzt wissen wir aus eigener Erfahrung, dass wir Friesland im Hochsommer in Zukunft umfahren werden.

Von nun an versuchen wir uns langsam mit kurzen Etappen in Richtung Sรผden vorzuarbeiten. So kommen wir meistens gegen Mittag an unserem Zielort an. Um diese Zeit findet man immer noch ein Plรคtzchen. Wir starten so frรผh wie mรถglich (die meisten Brรผcken werden erst ab 9h00 bedient).

So fahren wir in 4 Etappen in Richtung OverIJssel.

Bolsward hatten wir schon 2017 besucht. Damals sind wir von Stavoren mit dem Bus dorthin gefahren.

Bolsward // Rathaus

Der Passantenhafen von Bolsward liegt an der Stadtgracht. Um dort hinzugelangen, muss eine Autobahnbrรผcke gehoben werden (Durchfahrthรถhe 2,80m). Auf einem Schild glauben wir zu verstehen, dass die Brรผcke nur fรผr Segelboote gehoben wird,…. Als wir frustiert schon unsere Absicht in den Passantenhafen einzufahren aufgeben , schaltet die Ampel auf Rot-Grรผn, obwohl weit und breit kein Segler in Sicht ist. Also los! Minuten spรคter finden wir genรผgend freie Plรคtze. Dies wird sich im Laufe des Tages stark รคndern. Nach 16h gibt es keine freien Plรคtze mehr.

Wir liegen, von Sรผden kommend auf der รถstlichen Hรคlfte des Stadtkanals. Fรผr die Abrechnung des Liegegeldes kann man die App i-Marina benutzen. Dazu befindet sich an der Kade fรผr jeden Platz ein QR-Code.

HINWEIS: Die App wird auch von den Hรคfen in Kampen, Ketelhaven, Zwartewater und Urk genutzt. Falls die App nicht benutzt wird, kassiert der Hafenmeister abends am Boot ab.

HINWEIS: Im Westen gibt es รผbrigens eine Tankstelle, die auch Boote bedient.

Im Hafen gibt es 2 Sanitรคrgebรคude, jeweils auf der West-und Ostseite. Die Anlagen sind nicht auf dem neusten Stand, bieten aber das wesentliche.

Der รผbliche Stadtrundgang fรผhrt uns auch zur Broerekerk. Einen Brand zerstรถrte im Jahre 1980 den Dachstuhl. Dieser wurde durch eine moderne Glaskonstruktion ersetzt. Siehe auch das Beitragsbild. Bis zum 13. August kann man dort eine 7m grosse Erdkugel bewundern. Sie zeigt die Erde wie man sie vom Mond aus sieht. (NASA Bild).

Der Weg fรผhrt uns weiter zur „kleinsten Stadt“ der Niederlande Sloten. Dieses Mal wollen wir auf jeden Fall hier halten. Bisher kennen wir diesen Ort nur, als Brรผcke mit Durchfahrtgebรผhren. Wir erreichen Sloten gegen 11h30 und finden nahe an der Brรผcke einen schattigen Liegeplatz.

Sloten

Der moderne Mรผhlenbetrieb und vielleicht auch der nahegelegene Yachthafen trรผben vielleicht etwas den idyllischen Eindruck. Fรผr einen lรคngeren Aufenthalt lohnt sich der Ort unserer Meinung nach nicht.

Weiter geht es nach Ossenzijl. Den Ort erreichen wir kurz nach der Mittagspause der Brรผcke im Ortszentrum. Vor und hinter dem Ort gibt es kilometerlange Anlegemรถglichkeiten. Wenn man auf Strom und Wasser verzichtet, ist das eine gute Wahl. Sofort nach der Mittagspause legen wir ab und fahren zur Brรผcke. Wir hรคtten besser etwas gewartet,… Wir sind nicht die Einzigen, die den Ort in beide Richtungen zu dieser Uhrzeit durchfahren (wollen). An der Wegkreuzung der Kanรคle in Richtung Blokzijl und Steinwijk kommt es fast zu einem Verkehrschaos.

So entschliessen wir uns, 200m ausserhalb des Ortes direkt am Nationalpark festzumachen, der unbedingt einen Besuch wert ist. Als wir ankommen liegen schon mindestens 20 Schiffe. Es ist ein sehr ruhiger Platz. Natur pur!

Hier in Ossenzijl werden wir daran erinnert, dass die ganze Region nicht nur vom Wassertourismus, sondern auch von intensiver Landwirtschaft lebt. Daran erinnern zurzeit die umgedrehten Nationalflaggen der Bauernproteste wie auch die intensive Viehwirtschaft. Alles das gibt zu bedenken.

Friesland liegt nun hinter uns. Wir sind in der Provinz OverIJssel angelangt. Was sofort ins Auge sticht, ist die verbesserte Wasserqualitรคt. Sah man in Friesland kaum mehr als 20cm in die Tiefe sind es hier eher 1m! (Nรถrdlich von Dokkum ist das Wasser ebenfalls sauberer).

Wir starten schon frรผh, um rechtzeitig an der ersten Brรผcke zu sein. Bevor wir allerdings loslegen, werden wir noch mit einem schรถnen Sonnenaufgang und etwas Tiefnebel geweckt.

Ossenzijl um 5h45

Leider mรผssen wir feststellen, dass andere Bootseigner etwas schlauer waren, und sich rechtzeitig informiert haben. Die Brรผcken werden jetzt hier in OverIJssel schon ab 8h (teilweise sogar ab 6h) gehoben.

Der Bootsverkehr hat zwar im allgemeinen etwas abgenommen, aber je mehr wir uns Blokzijl nรคhern, um so dichter wird er wieder. An der Schleuse angekommen, mรผssen wir erst eine Schleusung abwarten, bevor wir mit 4 anderen Schiffen an der Reihe sind.

Gegen 11h30 verlassen wir die Schleuse und legen an. Zwei Stunden spรคter ist der Hafen „voll“.

Zusammenfassung:

  • Makkum > Bolsward : 9km, 1,7 Mstd.
  • Bolsward > Sloten : 23 km, 2,8Mstd.
  • Sloten > Ossenzijl : 24km, 4Mstd.
  • Ossenzijl > Bokzijl : 29km, 3Mst.

2022 #15 Harlingen am Waddenzee, Makkum am IJsselmeer.

Von Leeuwarden kommend geht es weiter zunรคchst nach Franeker. Der Weg dorthin bietet nichts besonderes. Die Strecke wird von Berufsschiffern genutzt, die den Weg รผber das Watten- und IJsselmeer der Strecke durch Friesland via den Prinses-Margerita-Kanal bevorzugen.

Franeker lohnt den Besuch. Als wir ankommen, finden wir ohne Schwierigkeiten einen schattigen Platz.

Franeker // Passantenhafen

Die nรคchsten Tage wird es sehr heiss, selbst im Norden der Niederlande. Wir bleiben 2 Tage, Zeit um das Martena-Museum zu besuchen und das einzigartige Planetarium anzuschauen. Beim รผblichen Stadtrundgang kommen wir auch am „Korendragershuisje“ (Korntrรคgerhรคuschen) vorbei.

Bevor wir weiterfahren, wollen wir noch unseren Schwarzwassertank abpumpen. Dies ist angeblich in den Niederlanden Pflicht . Vor allem in Friesland soll darauf geachtet werden. Nach unserer Erfahrung ist Heuchelei eher รผblich. Weiterhin wird vielerorts das Abwasser in die Flรผsse, Seen und Kanรคle abgeleitet. Bezรผglich der Abpumpstationen muss man sagen, dass ihre Anzahl tatsรคchlich stark zugenommen hat. Allerdings ist deren Benutzung den Bootsfahrern nicht immer leicht gemacht. Entweder ist der Zugang versperrt, schwer zugรคnglich, die Pumpe unter Verschluss oder der Anschluss ist „gerade kaputt gegangen...“

Wir haben schon jede Situation erlebt!

In Franeker ist die Station abgesperrt. Wir bitten also den Hafenmeister uns die Pumpe aufzuschliessen. Vorher versichert er sich, dass wir die Pumpe fรผr Schwarzwasser benutzen und nicht, um die Bilge zu reinigen. An diese Variante hatten wir noch nicht gedacht! Der Zeitpunkt ist gรผnstig, da gerade keine Schiffe den Zugang versperren, was am Vorabend der Fall war. Am Ende fragt der Hafenmeister uns dann noch besorgt: „Hat es denn geklappt ?“ :-)))

Fรผr die Weiterreise nach Harlingen, empfiehlt uns ein Segler, den ruhigen, nah am Stadtzentrum gelegenen, Klubhafen HWSV. Unser Plan war ursprรผnglich, in den gezeitenabhรคngigen „Noorderhaven“ zu fahren.

Harlingen // Noorderhaven

Im HWSV angekommen, bereuen wir unsere Wahl absolut nicht! Tatsรคchlich liegt der Hafen in einer netten Umgebung. Die sanitรคren Einrichtungen sind gepflegt.

Harlingen // HWSV
Harlingen // Franekerpoort (heutiger Hafen der Wassersportvereinigung Harlingen

Harlingen lebt von und mit seinen Hรคfen. Der Noorder- und Zuiderhaven sind die Anziehungspunkte der Stadt. Etwas nรถrdlich liegt der moderne Fischereihafen.

Einen Besuch ist das Gemeinde-Museum „het Hannemahuis“ wert, dort wird die Beziehung der Stadt zum Wasser liebevoll gezeigt. Anders als Emden, dessen Hafen vor allem ein Umschlagsort von Rohstoffen ist, lebt Harlingen in erster Linie vom Tourismus , wie dem Fรคhrdienst zu den Inseln und der braunen Flotte, sowie dem Fischfang. Gerade erst ging die „Tall Ships Race“, ein grosses Treffen historischer Schiffe, zu Ende.

In den folgenden Tagen wollen wir รผber die Waddenzee zum IJsselmeer nach Makkum. Das Wetter ist zunรคchst sehr wechselhaft. Regen und Wind lรคsst uns zรถgern und abwarten. Somit geniessen wir noch etwas die frische Meeresluft. Nach 3 Tagen verbessert sich die Lage langsam. Die Sonne scheint wieder und der Wind blรคst mit einer leichten Brise (3 (4)) bft.

Auf Anraten der Hafenmeisterin finden wir im Internet eine gezeitenabhรคngige Strรถmungskarte fรผr Harlingen.

Da wir idealerweise mit der ablaufenden Gezeitenstrรถmung fahren wollen, suchen wir uns ein gรผnstiges Zeitfenster aus. Hochwasser ist am 23.07.2022 in Harlingen um 5:37h und um 18:04h. 3 Stunden nach Hochwasser ist die Strรถmung gut. Das Schema zeigt, dass sie zunรคchst recht schwach ist, um dann in Richtung Lorentzschleuse stรคrker zu werden. Nach 4h30 kehrt sie sich dann wieder um. Somit ist die Sache klar. 8:30 wรคre ein guter Moment, um den Harlinger Aussenhafen zu verlassen.

Am Abreisetag erweist sich die Hafenmeisterin als sehr hilfsbereit. Die Franekerpoort-Brรผcke wird normalerweise erst ab 9h gehoben. Sie schlรคgt vor, eine Ausnahme zu machen. Pรผnktlich um 8h hebt sie fรผr uns und 3 andere Schiffe die Brรผcke. Bis zur grossen Seeschleuse sind es nur 2 – 3 Minuten. Dort haben wir anschliessend etwas Wartezeit. Da der Wasserstand recht gut ist, dauert die Schleusung nur ein paar Minuten.

Gegen 8h30 verlassen wir, wie geplant, den Aussenhafen.

Marine Traffic // „Screenshot“ VAGABOND

Aus dem Noorderhaven gesellen sich nun auch ein paar Segelboote zu uns. Einige schlagen die Route nach Terschelling ein, andere, wie wir, die Richtung IJsselmeer รผber das „Boontjes“. Das Wetter ist gut. Die Sicht ausgezeichnet.

Wie uns die Strรถmungskarte gezeigt hat, ist die Strรถmung des ablaufenden Wassers zunรคchst gering (1km/h). Nach etwa 5 km spรผrt man sie schon deutlicher, nun liegt sie bei 3 – 4km/h.

Ab der Boje BO28 ist auf die Fischernetze zu achten. Sie liegen recht nah an der Fahrrinne.

Nach 1h erreichen wir die Kardinalboje „Nord“. Die Lorentzschleuse ist nun nicht mehr weit.

Kornwederzand // Lorentzschleuse

Nach Absprache mit dem Schleusenwรคrter legen wir den Mast. So kรถnnen wir direkt zur kleinen Schleuse vorfahren, ohne dass die Autobahnbrรผcken gehoben werden mรผssen.

Jetzt sind wir wieder auf dem IJsselmeer. Diesmal ist es sehr ruhig. Nur ungern erinnern wir uns an unseren Tripp nach Urk. Damals waren die Bedingungen wesentlich schlechter, um nicht zu sagen, etwas riskant. Wir folgen der Betonnung und erreichen Makkum 20′ spรคter.

Makkum // Schutzschleuse

Da wir zunรคchst wieder ins Binnenland wollen, entscheiden wir uns fรผr den Gemeindehafen „Binnen„. Nach der Schleusung finden wir einen ruhigen Platz unweit vom Zentrum „an der Wiese„. Eine Empfehlung der Schleusenwรคrterin. Dort bleiben wir fรผr eine Nacht.

HINWEIS: Die Schleuse hat eine maximale Tiefe von 1,65m.

Zusammenfassung:

  • Leeuwarden > Franeker : 16km, 2h30Mstd.
  • Franeker > Harlingen : 13km, 1h40Mstd.
  • Harlingen > Makkum : 19km, 3h00Mstd.

2022 # 14 Lauwersoog und „Meer“

Um 8h30 brechen wir von Groningen in Richtung ZoutKamp auf. Fรผr die Fahrt durch die Stadt hรคtten wir bis 9h30 warten mรผssen, da die Brรผcken erst dann gehoben werden. Wir legen den Mast und kรถnnen so die zwei Brรผcken in Richtung Oostersluis passieren.

HINWEIS: 3,80m Durchfahrthรถhe.

Dort mรผssen wir etwas warten. Erst eine Stunde spรคter verlassen wir die Schleuse mit zwei Berufsschiffern und einer Yacht. Nun geht es weiter durch die schรถne und beschauliche Polderlandschaft des Rietdiep.

Ob Maler des 19. Jahrhunderts oder Fotograf von heute, die Landschaft begeistert immer noch.

Gegen 12h30 erreichen wir die Schutzschleuse Lammerburen.

In Zoutkamp kommen wir um 13h30 an.

Zoutkamp

Wir gehen sogleich zum Fischhandel zum „Lunchen“. Zu unserer grossen Enttรคuschung mรผssen wir feststellen, dass das Geschรคft montags geschlossen ist.

Am nรคchsten Tag wollen wir weiter zum Wattenmeer. Der Weg dorthin ist nicht sehr weit. Er fรผhrt im wesentlichen รผber das offene Wasser des Nationalparks, das Lauwermeer.

Die Wettervorhersage meldet Wind ab 14h. Somit fahren wir schon frรผh los, und erreichen den Binnenhafen in Lauwersoog nach 2 Stunden Fahrt. Die Fahrt รผber das Lauwersmeer stellt bei ruhigem Wasser keine besonderen Anforderungen. Allerdings ist eine Karte (oder Plotter) unerlรคsslich. Die befahrbahren Abschnitte sind zwar gut betonnt, da aber mehrere verschiedenen Fahrrinnen existieren, kann es leicht verwirrend werden.

Der Hafen ist sehr gut ausgestattet. Motoryachten sind eher selten. Nur einige 100m entfernt, gibt es einen Supermarkt.

Hafen Lauwersoog

Die Umgebung gefรคllt uns. Wir buchen fรผr 2 Nรคchte. Mit der Fรคhre wollen wir noch zur naheliegenden Insel Schiermonnikoog. Auch wenn die รœberfahrt mit dem eigenen Schiff mรถglich ist, bevorzugen wir die Fรคhre. Der Hafen von Schiermonnikoog ist, bei Ebbe nicht zu erreichen. So mรผssten wir 2 Tage auf der Insel bleiben, um ein gรผnstiges Zeitfenster zu finden.

Aber zunรคchst stehen auf dem Programm die รผblichen „Kibbelings“. Auch wenn es in Zoutkamp nicht geklappt hat, hier im Aussenhafen, hat man die Wahl.

AM nรคchsten Morgen nehmen wir um 9h30 die Fรคhre. Die Tickets haben wir am Vorabend im Internet gekauft und heruntergeladen (28,50โ‚ฌ/Person und Fahrrad). Die รœberfahrt mit der Fรคhre dauert 45 Minuten. Als wir ankommen, sind wir froh, dass wir unsere Fahrrรคder mitgenommen haben. Das Fรคhrterminal liegt gute 3 km vom Dorf weg. Die Rรผckfahrt steht fรผr 16h30 an. Somit haben wir Zeit uns die Insel in Ruhe anzuschauen.

Wenn man das Dorf verlรคsst, und sich etwas in der Umgebung umsieht, gibt es Einiges zu entdecken.

Nach 2 ausgefรผllten Tagen geht es zunรคchst zurรผck nach Dokkum und Leeuwarden.

In Dokkum bleiben wir nur einen Tag, Zeit um ein paar Einkรคufe zu machen und den Kรผhlschrank wieder zu fรผllen.

Diesmal liegen wir auf der Sรผdseite, somit haben wir eine bessere Sicht auf die Mรผhlen.

Inzwischen haben รผberall die Sommerferien angefangen. Dies merkt man deutlich, die Anzahl der Boote hat deutlich zugenommen.

So fahren wir im Konvoi nach Leeuwarden, wo wir wie gewohnt am Kanal zur Mittagszeit anlegen. Auch dort ist wesentlich mehr los. Zusรคtzlich ist Wochenende und ein Stadtfest ist angesagt…. Die sommerlich-frรถhliche Stimmung spรผrt man in der ganzen Stadt.

Wir nutzen die 2 Tage, die wir dort bleiben zu einem Besuch im Friesenmuseum, dem ehemaligen Gefรคngnis und einem ehemaligen Tante Emma Laden, den man noch besichtigen kann.

Zusammenfassung:

  • Groningen > Zoutkamp : 35km , 4,7Mh, 2 Schleusen
  • Zoutkamp > Lauwersoog : 15km, 2Mh
  • Lauwersoog > Dokkum: 26km, 3,6Mh
  • Dokkum > Leeuwarden : 25km, 3,3Mh

2022 # 13 Groningen, die Zugabe

Diesmal bleiben wir 3 Tage in Groningen. Zeit fรผr etwas „Kultur“ und Entspannung.

Bei unserem ersten Besuch beeindruckte uns vor allem das „Forum„. Wรคhrend eines Spaziergangs entlang der Stadtkanรคle stiessen wir auf den ruhigen, sehenswerten „Prinsentuin„. Bemerkenswert fanden wir auch das historische Bahnhofsgebรคude. Natรผrlich liessen wir es uns nicht nehmen, eine Runde mit den Rรคdern entlang der Stadtkanรคle mit den alten Lagerhรคusern zu drehen. Dies fรผhrte uns auch zum grosszรผgigen Stadtpark.

Fรผr diesen zweiten Aufenthalt nehmen wir uns drei Dinge vor:

  • das Groningen Museum
  • das Wallhouse #2
  • den Rietdiep Hafen

1./ Zunรคchst zum Groningen Museum:

Ein MUSS von innen und aussen. Wir gehen rechtzeitig vom Hafen los, um zur ร–ffnung um 10h im Museum zu sein (15′ Fussweg). Dank unseres „Museum-Pass“ brauchen wir nicht zum Ticketverkauf, sondern kรถnnen direkt zu den Ausstellungen.

Wir fangen mit „KLEUR!“ an. Es geht um die Nutzung der „Farben“ in der Kunst. Auf amรผsante Weise wird gezeigt wie Farben benutzt/genutzt werden und wie sie auf uns wirken.

In diesem aussergewรถhnlichen Rahmen gibt es weiterhin, eine Sonderausstellung zur 350 Jahrfeier der Verteidigung der Stadt, die Gemรคldesammlung des Museums und eine Keramikausstellung in der Designabteilung zu sehen.

2./ Am nรคchsten Tag fahren wir mit unseren Rรคdern zum nahegelegenen Paterswoldsemeer. Dort finden wir das „Wallhouse #2„. Man kann es samstags und sonntags besichtigen. รœbrigens kostenfrei. Das aussergwรถhnliche Gebรคude wurde 1973 von John Quentin Hejduk entworfen und erst 2001 im Rahmen einer Ausstellung gebaut. Heute gehรถrt es zum Groningen Museum. Hier konnte der Architekt seiner Kreativitรคt freien Lauf lassen. Zum Wohnen ist das Haus eher nicht gedacht. Was es mit der Wand auf sich hat, erfรคhrt man dann beim Besuch… ๐Ÿ˜‰

3./ Bevor wir die Stadt verlassen, fahren wir noch mit den Rรคdern zu dem im Nord-Westen gelegenen Rietdiep-Hafen.

Den Hafen gibt es noch nicht lange. Er befindet sich in einem Neubaugebiet am Stadtrand am Rietdiep und ist รผber eine Schleuse zu erreichen. Mit dem Fahrrad erreicht man ihn vom Zentrum aus in 20′. Obwohl er recht weit vom Stadtzentrum entfernt liegt, ist er nicht ohne Interesse. Man findet in direkter Nรคhe einen Supermarkt und ein paar Geschรคfte fรผrs „Wesentliche“. Ausserdem gibt es seit kurzem eine Bootstankstelle. Besonders fรผr Durchreisende, auf dem Weg nach oder von Deutschland, bietet sich der Hafen an.

Wer die Stadt nรคher kennenlernen will, der wird wohl den Oosterhafen bevorzugen.

Wir sind auf jeden Fall gut dort aufgehoben. Fรผr uns zรคhlt nun der Hafen zu der Kategorie „Wir kommen gerne wieder„.

Hafenmeisterin Christa beim abendlichen Flaggen Einholen // Groningen // Oosterhaven.

Nach 3 Tagen heisst es weiterziehen.

Nicht nur fรผr uns nimmt die Hafenmeisterin Christa jeden Abend die Flaggen rein.

Christa // „Havenmeester van het jaar! 2019″ // Groningen

2022 # 12 Emden aller-retour

Wie schon der Titel sagt, wird es nur eine kurze Reise nach Norddeutschland, genauer gesagt nach Emden in Ostfriesland .

Als wir von Groningen in Richtung Ems und Dortmund-Ems-Kanal รผber die kleinen Kanรคle aufbrechen wollen, erfahren wir รผber die Wasserweg- Informationen, dass dies zur Zeit wegen Reparaturarbeiten einer Schleuse „auf absehbare Zeit“ nicht mรถglich ist. HINWEIS: Inzwischen ist die Sperrung wieder aufgehoben.

Also entscheiden wir uns, nicht lรคnger zu warten und brechen nach Delfzijl auf. Wie von Geisterhand werden die Brรผcken geรถffnet.

Der Berufsverkehr kommt uns heute meist entgegen. Nachdem wir an der Seeschleuse nach wenigen Minuten in der kleinen Kammer mit 2 Sportbooten aus Deutschland geschleust werden, fahren wir in den Aussenhafen, den wir gegen 13h erreichen. HINWEIS: Im Hafenkanal ist das Mithรถren des VHF Kanals 3 (neben dem รผblichen Betriebskanal VHF10) auch fรผr Sportboote empfohlen.

Es ist allerdings sinnlos zu versuchen, die Hafenmeisterin รผber den angegebenen Funkkanal 66 zu kontaktieren. Sie hat รผberhaupt kein Funkgerรคt! Telefonieren geht da schon besser, direkter,…

Wir legen uns an den den Lรคngssteg, der fรผr Boote ab 11m Lรคnge vorgesehen ist. Am Abend sonnen sich hier 4 Linssen Yachten (siehe Bild).

Delfzijl // Aussenhafen / Neptunus

Der Hafen besitzt das Prรคdikat „kรถniglich„. Das heisst fรผr uns, dass dort der franzรถsische „Pavillion“ als Begrรผssungsgeste gesetzt ist. Die Tradition wird gewahrt. Erfreut bedanken wir uns bei der Hafenmeisterin Samantha.

Die Stadt Delfzijl bietet nichts besonderes (fรผr unseren Geschmack). Sie lebt einerseits vom Transit der Tanker, die zwischen Deutschland und den Niederlanden verkehren und einem lokalen Reeder, der รœberseetank- und Fรคhrschiffe betreibt.

Beeindruckend sind die Dรคmme zum Schutz der Stadt.

Hier am Dollart ist das Wasser sehr verschlickt. Fische und Vรถgel haben es schwer. Ein gross angelegtes Naturschutzprogramm soll helfen, dass in dieser industriellen Umgebung die Natur wieder zu Worte kommt.

Dollard // Von Delfzijl in Richtung Emden

Das Wetter ist eher schlecht, so auch die Aussichten fรผr die folgende Woche mit Wind und Regen. Der Wind ist mit 4 – 6 Bft schon recht stark. Fรผr die nรคchsten Tage ist kaum Besserung angesagt. Allerdings soll es am nรคchsten Tag zwischen 11h und 13h etwas ruhiger werden.

Da wir vorhaben zunรคchst in Richtung Mittellandkanal zu fahren, erkundigen wir uns im Hafen รผber die besten Etappen. Wegen des wechselhaften Wetters fallen die Antworten sehr unterschiedlich aus.

Somit รคndern wir unseren Plan. Jedoch wollen wir auf einen Abstecher nach Emden nicht verzichten.

Ein Boot aus Neuss am Rhein ist in รคhnlicher Situation. Wir entscheiden gemeinsam, am nรคchsten Tag den Dollart zu รผberqueren und zunรคchst in Emden auf Besserung zu warten.

Wie sieht es aus mit Wind und Tiede? Bekannter Weise muss man im Ems-Delta mit starker Strรถmung, Berufsschiffern und Fรคhrbetrieb rechnen.

Dollart // Delfzijl > Emden

Niedrigwasser haben wir um 11h20 am nรคchsten Tag. Ein erfahrener Skipper aus Delfzijl rรคt uns nach Niedrigwasser 2h zu warten. Bei gutem Wind von Westen wรคren so die Bedingungen fรผr die รœberfahrt gut. Das Boot aus Neuss will unbedingt die Schleuse in Emden um 13h nehmen. Sportboote werden an der Nessellander Schleuse jede volle Stunde geschleust. Bei „geraden“ Uhrzeiten von Binnen nach Buten. Bei „ungeraden“ Uhrzeiten von Buten nach Binnen. Die nรคchste Schleusung wรคre somit um 15h.

Daher mรถchte unser „Begleitboot“ schon um 11h los, um sicherzugehen, dass wir die Schleuse um 13h passieren. Wir willigen ein, noch vor dem Beginn des auflaufenden Wassers loszufahren. Mit unserem Verdrรคnger kommen wir daher nicht in den Genuss des Gezeitenstroms, sondern merken noch eine leichte Strรถmung der Ems… Gegen 12h30 nehmen wir endlich etwas Fahrt auf (+2km/h), aber es scheint zu spรคt, um noch rechtzeitig an der Schleuse anzukommen. Gegen 12h45 informiert uns unser „Begleiter“ รผber Funk, dass er versucht, noch rechtzeitig an der Schleuse zu sein. So gibt er mit seinem „Halbverdrรคnger“ Gas. Spรคter wird er uns von seinen 380PS erzรคhlen.

Nicht nur, dass er die Schleuse noch rechtzeitig erreicht, es gelingt ihm auch, den Schleusenwรคrter zu รผberzeugen, doch bitte auf 75PS Verdrรคnger VAGABOND zu warten. Es klappt!

Gegen 14h legen wir zusammen am sรผdlichen Ufer im historischen Binnenhafen an. Unser „Begleiter“ freut sich sehr รผber die Flasche Champagner, die wir ihm zum Dank รผberreichen.

Emden

Wir bleiben 2 Nรคchte. Zeit genug, um รผber die Weiterreise nachzudenken.

Es mag am schlechten Wetter liegen, dass die Stadt uns nicht besonders anspricht.

Wir nutzen die Zeit, um der Kunsthalle einen Besuch abzustatten. Henri Nannen gab den Anstoss zu diesem Museum. Viele Werke aus seinem Nachlass sind dort ausgestellt. Ausserdem beherbergt das Museum eine lehrreiche und รผberaus interessante Ausstellung รผber die Provenienzforschung.

Da sich das Wetter nicht grundsรคtzlich bessert und wir eh zeitlich etwas unter Druck geraten sind, entscheiden wir uns schweren Herzens, auf einen lรคngeren Aufenthalt in Norddeutschland zu verzichten.

Am nรคchsten Tag geht es zurรผck รผber den Dollart in Richtung Groningen. Hochwasser ist fรผr 7h20 angesagt. Bis 10h weht der Wind mit 3Btf aus Nordwest. Dann frischt er auf mit Bรถen bis 6 BFt. Wir versuchen die Seeschleuse um 9h zu nehmen. Der Schleusenwรคrter weist darauf hin, dass von Binnen nach Buten, die nรคchste Schleusung fรผr Sportboote um 10h angesagt ist. Trotzdem rรคt er uns, die Eisenbahnbrรผcke am alten Binnenhafen um 8h55 รถffnen zu lassen. HINWEIS: Die Brรผcke wird auf Anfrage jede volle Stunde (xxh55) gehoben. Falls es dann um 9h mรถglich ist, mit Berufsschiffern zu schleusen, wรคren wir dann gegen 9h30 schon auf dem Dollart. So machen wir es und es klappt.

Als wir den Vorhafen verlassen, mรผssen wir feststellen, dass sich das Wetter gegenรผber der Vorhersage verschlechtert hat. Es regnet, die Sicht ist schlecht und der Wind weht schon mit 4 Bft. Sofort bekommen wir die starke Strรถmung zu spรผren. Obwohl wir im Wasser nur mit 8 – 9 km/h bei 1600 Umdrehungen fahren, gleiten wir mit 15 km/h flussabwรคrts.

Skizze Dollard

HINWEIS: Von Delfzijl > Emden : bei auflaufendem Wasser / Niedrigwasser in Delfzijl + 2h // Emden > Delfzijl : bei ablaufendem Wasser / Hochwasser in Emden + 1h

Die Fahrt auf dem offenen Wasser dauert nur 70′, allerdings „bewegte“ Minuten!! Mit dem Fernglas halten wir die Wendeboje im Auge. Ein uns entgegenkommendes Hochseeschiff hindert uns, frรผhzeitig mit der Strรถmung in Richtung Einfahrt zum Delfzijler Hafenkanal abzubiegen. Somit kommen wir etwas zu weit ab, mรผssen gegen den Strom anfahren. Die vom Wind aufgestauten Wellen haben wir nun auf der Steuerbordseite, was unser Boot zum Rollen bringt. Die letzten 2km bis zur Einfahrt werden etwas unangenehm.

Im Hafen angekommen, entscheiden wir uns, dort nur zu tanken und fahren anschliessend weiter. Wir denken, dass wir bei dem miesen Wetter besser in Groningen aufgehoben sind. Dort wartet ja noch das Groningen Museum auf unseren Besuch.

Delfzijl // Seeschleuse / Aussen

Um 12h45 verlassen wir die kleine Kammer der Seeschleuse und erreichen Groningen um 16h. Am Steg B hat Christa,die Hafenmeisterin fรผr uns einen Platz an der Kade vorgesehen.

Nach einem aufregenden Tag sind wir wieder in bekannter und entspannter Umgebung.

Zusammenfassung:

  • Groningen > Delfzijl : 29km / 3,8Mh
  • Delfzijl > Emden : 20 km / 2,9Mh
  • Emden > Groningen : 48km / 6,6Mh (inklusive Tankstop im Aussenhafen Delfzijl)

2022 #11 Besuch in Groningen

Wir liegen im Oosterhaven.

Groningen // Oosterhaven

Wie der Name schon sagt, findet man ihn im Osten der Stadt. Auf den ersten Blick erscheint seine Lage etwas abseits. Dies ist nicht der Fall. Der Bahnhof ist zufuss in 15 Minuten zu erreichen, das Zentrum ganz nah. Der Hafen besitzt ein gut sortiertes Bootsausstattungsgeschรคft. Der Empfang ist gut. Die Sanitรคranlagen sind nicht auf dem neusten Stand aber sauber und komplett (inklusive Waschmaschine, Mรผnzen gibt es dazu im Geschรคft). Wer auf dem Weg nach Deutschland unterwegs ist, der ist hier gut aufgehoben.

In Groningen bleiben wir ein paar Tage. Wir nutzen die Zeit , um die Stadt kennenzulernen. Es ist unser erster Besuch.

Zufรคllig stossen wir nach ein paar hundert Metern auf das „Forum„.

Groningen // Forum

Zunรคchst wissen wir nicht, um was es sich dabei handelt. Der massive Neubau im historischen Zentrum รผberrascht und weckt bei uns sofort Interesse. Das Gebรคude ist, sagen wir es vorsichtig, „imposant“. Von aussen, wirkt es sehr massiv, wie ein riesiger Granitblock. Von innen, offen und luftig. Man kann es auch anders formulieren: Von aussen „anziehend“ wegen der Masse, von innen „einladend“ wegen der hier herrschenden Offenheit! Sehr empfehlenswert!!

Groningen // Forum

Wir lassen es uns nicht nehmen, auf die Dachterrasse zu fahren. Am Empfang in der Eingangshalle empfiehlt man uns die Rolltreppen und nicht den Aufzug zu nehmen. So erhalten wir tatsรคchlich den besseren Eindruck von der Architektur aber auch von den verschiedenen Kultur,- Bildungs – und Informationseinrichtungen. Vom Dach aus haben wir einen optimalen Rundumausblick auf die Stadt und ihrer nรคheren Umgebung.

Unser Spaziergang fรผhrt uns weiter zum Prinsentuin, einem kleinen, ruhigen Renaissance Garten. Dort sollte man sich auf jeden Fall auch die aussergewรถhnliche Sonnenuhr anschauen.

Auf der Uhr befindet sich ein Spruch in Latein : Tempus Prรฆteritum Nihil Futurum Incertum Prรฆsens Instabile Cave Ne Perdas Hoc Tuum. Er hat heute, mehr denn je, seine Richtigkeit!

Unseren ersten Rundgang beenden wir mit einem Besuch im Bahnhof.

Auf dem Weg dorthin stossen wir durch Zufall auf eine Handwerkswerkstatt besonderer Art. Hier werden Freizeitkurse angeboten, um Werkstoffe wie Holz und Metall oder auch Gerรคte und Maschinen nรคher kennenzulernen: Basteln, Reparieren, Verstehen…

Bahnhรถfe sind oft das „Aushรคngeschild“ einer Stadt. Es sind Orte der Begegnung, sie zeugen vom Reichtum oder der Bedeutung der jeweiligen Stadt. Als Beispiele kommen uns spontan die Bahnhรถfe von Antwerpen, Lรผttich, Berlin und London in den Sinn. Ob neu oder alt, alle sind sie sehenswert. Wegen ihrer Architektur und Atmosphรคre.

Am nรคchsten Morgen nehmen wir unsere Rรคder, und drehen eine Tour entlang der Kanรคle, vorbei an alten Speicherhรคuser, die vom frรผheren regen Handel zeugen.

Nach unserer kleinen Runde, ruhen wir uns ganz in der Nรคhe des Hafens am Kanal aus. Dort gibt es eine nette Bar mit Aussicht auf die ehemaligen Speicherhรคuser.

Jetzt fehlt noch ein Besuch im Groninger Museum. Der futuristische Bau von 1994 ist sicherlich Geschmackssache. Die auffรคllige bunte Konstruktion lรคsst einen nicht unberรผhrt.

Museum Groningen

Uns lockt er eher an und erweckt Interesse. Fรผr Architekturfotografen gibt es hier viele Blickwinkel zu entdecken und festzuhalten.

Den Besuch im Museum heben wir uns fรผr die nรคchste Reise nach Groningen auf, vorausgesetzt es ist nicht wieder Montag, sein Ruhetag! Da das Wetter wieder etwas instabiler wird, entscheiden wir weiterzufahren in Richtung Delfzijl. Wenn wir den Dollart รผberqueren wollen, muss das Wetter stimmen.

Also entscheiden wir uns zu einem letzten Spaziergang durch die Stadt.

2022 #10 Auf nach Groningen

Bei unserer ersten Reise nach Friesland 2017 haben wir uns im wesentlichen auf die Seenplatten um Sneek, Grou und Stavoren konzentriert. Wir hatten es uns aber nicht nehmen lassen, auch einen kurzen Abstecher nach Dokkum zu machen.

Dieses Mal soll es ja weiter in Richtung Norddeutschland gehen. Daher wollen wir sowohl zรผgig vorankommen, als auch Neues im Nord-Osten der Niederlande entdecken.

Somit wรคhlen wir die in der Skizze gezeigte Route. Einige Wege sind neu fรผr uns. Andere kann man kaum umgehen, ohne grosse Umwege zu fahren.

Friesland 2022

รœber die Strecke Vollenhove nach Lemmer (1) haben wir schon an anderer Stelle berichtet.

Von Lemmer aus geht es in 6 gemรผtlichen Tagesetappen nach Groningen. Die fรผr uns neuen Wege sind auf der Skizze schwarz hervorgehoben. In Lemmer, Leeuwarden und Dokkum bleiben wir jeweils 2 Tage. In Groningen lรคnger.

In Lemmer wie auch im Umland werden die Brรผcken morgens ab 9h00 bedient. Man glaubt in Frankreich zu sein,….

So scheint in Lemmer noch alles verschlafen, bis dann (endlich) die nah gelegene Turmuhr 9 mal schlรคgt. Jetzt kommt Bewegung auf, es ist wohl das allgemeine Startsignal. Einige Boote lassen ihre Motoren an, und fahren zรผgig zur nรคchsten Brรผcke, um eine gute „Startposition“ zu haben. Auch wir machen uns bereit. So finden wir uns mit 6 Yachten und Segelschiffen vor der ersten Brรผcke (in Richtung Prinses Margeriet Kanal).

Sloten

Bei schรถnstem Wetter und mรคssigem Wind fรผhrt uns die Reise รผber Sloten und Woudsend direkt nach Workum (2). Dort machen wir im Hafen „De Liefde“ gegen 13h fest. Die meisten Passanten haben einen Platz im voraus reserviert, wohlwissend dass ihre Anzahl beschrรคnkt ist. Wir haben dennoch Glรผck. Im Hafen gibt es ein Wassersportartikelgeschรคft. Ausserdem besitzt er eine Tankstelle fรผr Diesel und GTL.

HINWEIS: Wer der vielen Brรผcken nicht mรผde ist, kann auch weiter ins Stadtzentrum zum Passantenplatz fahren. Dort gibt es noch viele freie Plรคtze. Das Liegegeld wird dort mit der App „aanUit.net“ beglichen.

Workum Passantenhafen

Bei unserem Stadtbummel stossen wir zufรคllig auf die Schiffswerft Van Klink, welche sich auf die Renovierung alter Holzschiffe spezialisiert hat.

Wer sich fรผr traditionnelle Holzarbeiten und Schreinerei interessiert, der sollte sich die Zeit nehmen und mal reinschauen. Es ist immer wieder schรถn zu sehen, dass in den Niederlanden Tradition gepflegt wird und somit diese Handwerksbetriebe weiterhin aktiv sein kรถnnen!

Es geht weiter nach Grou (3). Wir wรคhlen den Weg, der an Bolsward vorbeifรผhrt. 2017 hatten wir die Stadt mit dem Bus von Stavoren kommend besucht. Diesmal fahren wir sรผdlich an ihr vorbei. Der Weg fรผhrt uns durch typische friesische Kanal- und Graslandschaften, bevor wir Sneek zur Mittagszeit erreichen. Die Stadt durchqueren wir zรผgig. รœber den Prinses Margeriet Kanal geht es weiter. Wie zu erwarten, treffen wir hier auf Berufsverkehr, der allerdings nicht sehr drรผckend ist. Der „Kanal“ ist breit, es gibt keine Strรถmung und das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite.

Gegen 14h erreichen wir Grou. Dort legen wir im Hafen „Vereniging Grouwster Watersport“ der Stadt an.

HINWEIS: Die Liegeplรคtze an den Stegen sind hier nach Grรถsse der Boote sortiert von A ( = klein) bis H ( = gross). Am jeweiligen Kopfsteg befindet sich ein Schild mit der fรผr diesen Anleger bestimmten Bootsdimenstionen. In unserem Fall ist es der Steg C, bestimmt fรผr 12x4m. Anscheinend soll man sich beim Hafenmeister melden, bevor man an einen bestimmten Platz anpeilt. Die Plรคtze werden dann zugewiesen.

Wir dรผrfen allerdings unseren Platz behalten ๐Ÿ˜‰

ร„hnlich wie Sneek ist auch Grou ein beliebtes Wassersportzentrum. Obwohl wir noch Mitte Juni in der Vorsaison sind, hat man den Eindruck, dass die Yachtcharter Vermietungen schon auf Hochtouren laufen. Die meisten Boote an unserem Steg sind gemietet. Uns gegenรผber liegt eine grรถssere Yacht, gemietet von etwa 8 jungen Mรคnnern. Es dauert nicht lange bis der erste von ihnen, nicht mehr sicher auf seinen Beinen steht. Auch wenn sie etwas zu tief ins Glas schauen, endet der Abend bei guter Laune.

Bevor wir weiterfahren, wollen wir noch unseren Abwassertank entleeren. Wir hatten das schon in Vollenhove versucht. Dort war der Anschlussstutzen unbrauchbar. Hier sieht er auch nicht mehr sehr frisch aus, aber mit ein wenig Mรผhe schaffen wir es, ihn anzusetzen.

Die Fahrt fรผhrt uns weiter nach Leeuwarden (4). Wir wรคhlen die gemรผtlichere Route รผber die kleinen Kanรคle. Beim Ort Wergea (Warga) gibt es zwei Fahrwege:

  • entweder man nimmt die Umgehung. Sie ist mit „Stehende Mastroute“ ausgewiesen,
  • oder man wรคhlt die Strecke durch den Ort รผber die Wergeaster Feart. Am Ortseingang weist ein Schild darauf hin, dass nur „kleinere“ Schiffe (15x4m max.), diesen Weg wรคhlen sollten.

Wir sind neugierig und folgen einer Yacht, die den gleichen Plan hat.

Wenig spรคter mรผssen wir feststellen, dass es sich um eine vรถllig unerfahrene Crew handelt. Vor der geschlossenen Brรผcke etwas in Panik geraten, manรถvrieren sie ungeschickt. Dabei rammen sie die Uferbefestigung und beschรคdigen den Schiffsrumpf.

HINWEIS: Um es kurz zu sagen, die Umgehung ist eindeutig der problemloserer Weg! Wir hatten Glรผck, dass uns kein Schiff entgegen kam. Es ist รผbrigens รผberraschend, dass keine Fahrrichtung vorgeschrieben ist. Man kann sowohl von Norden als auch von Sรผden kommend in den Stadtkanal einfahren. Ein Schild weist lediglich darauf hin, dass eine Bootsgrรถsse von 15x4m nicht รผberschritten werden soll. Selbst das erscheint uns leicht รผbertrieben.

Als wir das letzte Mal in Leeuwarden (4) waren, erschien uns die Stadt „kalt“ und wenig einladend. Dieses Mal sollte es anders sein! Damals war wohl das schlechte Wetter und die frรผhere Jahreszeit an unserer Einschรคtzung schuld.

Als wir noch recht frรผh ankommen, ist es noch recht ruhig am Kanal, der als Passantenhafen zwischen zwei Brรผcken liegt . Somit ist es morgens und abends ruhig auf dem Wasser. Bei dem schรถnen Wetter bleiben wir allerdings nicht lange alleine. Schon am frรผhen Nachmittag sind kaum noch Plรคtze auf der Stadtseite (in Richtung Dokkum am linken Ufer) zu haben. Die schattigen Uferwiesen sind auch als Treffpunkt zum Picknicken sehr gefragt. Es herrscht Ferienatmosphรคre. Wir entscheiden uns, zwei Tage in der Stadt zu bleiben, um sie besser kennenzulernen.

Beim VVV (Touristeninformation) erkundigen wir uns รผber die sehenswerten Aspekte der (Provinzhaupt) Stadt. Dort empfielt man uns unter anderem auch eine Statdtfรผhrung. Wir nehmen das Angebot dieses Mal gerne an und reservieren unsere Plรคtze im Internet. Die Fรผhrung wird รผbrigens auch in Deutsch und Englisch angeboten. Sie fรผhrt uns durch die schรถnen historischen Viertel der Stadt. Dabei werden wir auf die winzigen „Miniaturkunstwerke“ aufmerksam gemacht, die an verschiedenen Orten der Stadt versteckt sind.

Wir besuchen ebenfalls das Keramikmuseum. Dort befindet sich, ausser einer bedeutenden Keramiksammlung, auch das Geburtshaus des Kรผnstlers M.C. Escher. Im Keller des Museum gibt es einen Raum dessen Wรคnde im Stile „Escher“ bemalt wurden. Allein deshalb lohnt der Besuch. Fรผr Escher Fans, ein MUSS! Abends werden wir dann noch auf dem Vorplatz des Olde Hove („schiefen Turms) mit einem Fanfaren Konzert belohnt . Man mag diese Musik nicht besonders lieben, aber allein schon wegen der Choreographie war der Besuch es wert.

Der Weg fรผhrt uns weiter nach Dokkum (5). Die Landschaft erinnert an die Hollรคndische IJssel.

Burdaard

Weil wir Dokkum schon kennen, wollen wir nur einen Tag dort verweilen. Allerdings sind starker Wind und Bรถen fรผr den nรคchsten Tag angesagt. Da die Brรผcken erst ab 9h bedient werden, gehen wir es am nรคchsten Morgen gemรผtlich an. Der Wind ist schon recht stark. Wir sind nicht die Einzigen, die sich die Frage der Weiterfahrt stellen. Da es bis 10h ruhig bleibt und ein Nachbar uns sagt, dass er aus den gleichen Grรผnden in Dokkum bleibt, ist auch unsere Entscheidung gefallen.

Dokkum ist immer wieder eine Reise wert. Auf den ersten Blick erstaunt die Anzahl und Vielfalt der Geschรคfte. Man sieht, dass die Stadt viel besucht wird.

Das Wetter bleibt den ganzen Tag wechselhaft, was dem „Fotografen“ das Leben leichter macht. Die Stadt lรคdt eh schon zum Fotografieren ein. Heute macht es besonders Spass.

Dieses Bild muss sein

Zum perfekten Foto gehรถrt es natรผrlich dazu, direkt unter einer der beiden Mรผhlen anzulegen. Fรผr unseren nรคchsten Besuch werden wir uns allerdings auf das andere Ufer legen. Dort hat man eindeutig den besseren Ausblick…. auf die Mรผhlen.

HINWEIS: Es sei noch vermerkt, dass vor der Stadt (von Leeuwarden kommend) am linken Ufer ein Warnschild (3 rot leuchtende Lampen, im Falle der Warnung) darauf hinweist, dass der Dokkumer Diep geflutet oder gespรผlt wird. Es kann dann zu verstรคrter Strรถmung und Wasserstandsschwankungen kommen ( – 30 cm). Dies ist beim Anlegen zu beachten.

Ab jetzt „betreten“ wir Neuland. Bisher sind wir nicht weiter als Dokkum gereist. Von hier aus geht es weiter in Richtung Groningen. Zunรคchst fรผhrt der Weg durch eine schรถne ruhige Agrarlandschaft. Dann geht es weiter „fast“ รผber das Wattenmeer, den Nationalpark (seit 2003) das Lauwersmeer. Dieses Wassergebiet wurde 1969 vom Wattenmeer durch eine Deich abgetrennt. Da die Wassertiefe gering ist, ist es empfehlenswert die Betonnung gut zu beachten.

Zoutcamp

Wir verlassen dieses Gebiet nach 1h30 und erreichen die Schutzschleuse von Zoutkamp (6), wo wir im Passantenhafen sofort einen schรถnen Platz finden.

Zoutkamp

Ausser dem Hafen gibt es in dem Ort nicht viel zu sehen. Zoutkamp war frรผher, bevor der Deich gebaut wurde, ein wichtiger Hafen und Umschlagplatz fรผr Garnellen und Nordseefische. Auch wenn der Hafen mรถglicherweise an Bedeutung verloren, lebt die Stadt immer noch vom Fisch (heute auch Ale), aber natรผrlich auch vom Tourismus.

Wir lassen es uns nicht nehmen, direkt beim Fischhรคndler zu essen. Alles was in der Region gefisch wird, ob Sรผss oder Salzwasser, gibt es dort zu kaufen oder zu verzehren „vor Ort“.

Erwรคhnenswert sind noch die Sanitรคranlagen des Passantenhafens. Sie befinden sich etwas 200m abseits vom Hafen und sind in den Deich integriert. Von Weitem kann man sie mit einer Schleuse verwechseln (links auf dem Bild).

Passantenhafen Zoutkamp / Sanitรคrgebรคude

Am nรคchsten Morgen brechen wir schon frรผh auf. Die erste Brรผcke / Schutzschleuse erreichen wir nach etwa 1h. Nach Karte soll sie meistens offen stehen. Diesmal ist es nicht so. Wir melden uns รผber Funk. Der Wรคrter meldet sich sofort, und bittet um etwas Geduld.

Als wir uns Groningen (7) nรคhern, mรผssen wir entscheiden, ob wir weiter รผber den Rietdiep oder den Van Starkenborgh Kanal zum Hafen fahren. Wir wรคhlen den Oosterhaven. Sicherlich ist der Weg durch die Stadt schรถner.

HINWEIS: Allerdings sollte man berรผcksichtigen, dass die Brรผcken in der Stadt zwischen 15h30 und 18h00 nicht gehoben werden (am Wochenende nur bis 16h).

Somit entscheiden wir uns fรผr den „geraden“ Weg รผber den von Berufsschiffern benutzten Kanal und die Ostersluis. Als wir dort ankommen, haben wir Glรผck. Die Schleuse ist bereit und ein zweites Sportboot wird mit uns geschleust. Dann gilt es noch zwei Brรผcken zu durchqueren, und wir sind schon am Ziel.

Vorher haben wir mit der Hafenmeisterin einen Platz vereinbart. Da wir ein paar Tage bleiben, hat sie uns einen ruhigen Platz zugewiesen.

Oosterhaven in Groningen.

Mehr aus Groningen demnรคchst.

2022 #9 An Lemmer kommt man nicht vorbei

Wer Friesland besucht, der macht auch in Lemmer halt. Hier beginnt oder endet der Prinses Margeriet Kanaal, eine wichtige Verbindungstrecke fรผr die Frachtschifffahrt zwischen Amsterdam und der Emsmรผndung.

Um nach Lemmer von der IJssel kommend zu gelangen, gibt es natรผrlich mehrere Mรถglichkeiten:

  • รผber das IJsselmeer
  • รผber den eben erwรคhnten Kanal
  • oder รผber die Kanรคle in OberIJssel und Flevoland von Vollenhove kommend. Diese Strecke wรคhlen wir dieses Mal.

Zunรคchst fรผhrt uns der Weg รผber das Zwolsche Diep, das Zwarte Meer und zuletzt das Kadoelermeer nach Vollenhove.

Zwolsche Diep

Fรผr uns ist es der dritte Besuch. Auch fรผr dieses Stรคdtchen lohnt sich der Besuch.

Wir machen an der Kade fest und brechen sogleich zu einem Bummel auf.

Die Plรคtze entlang der Kade sind in der Hochsaison fรผr lรคngere Boote reserviert. Die sonstigen Liegeplรคtze fรผr Passanten an den Schwimmstegen sind mit einem grossen weissen Pfeil auf blauem Untergrund markiert.

Wir profitieren vom schรถnen Wetter und fahren mit den Rรคdern im „Gegen-Uhrzeigersinn“ unter Benutzung der Knotenpunkte: 73, 74, 44, 43, 31, 23 nach Blokzijl. Die Stadt liegt dieses Jahr nicht auf unserer Route nach Lemmer.

Nach unserem „Lunch“ an der Schleuse machen wir noch einen Rundgang ums Hafenbecken, bevor es mit dem Rad zurรผck nach Vollenhove geht.

Die Anziehungskraft dieses Ortes scheint ungebrochen. Auch wenn es noch ein paar Plรคtze dort gibt, liegt man in Vollenhove doch bedeutend ruhiger.

Am nรคchsten Morgen fahren wir Richtung Voorstersluis, um รผber die Zwolse Vaart und Lemstervaart nach Lemmer zu gelangen.

In Flevoland werden die meisten Brรผcken und Schleusen รผber eine zenrale Leitstelle bedient. Dies geht รผber einen Telefonservice. An der Schleuse steht zwar noch ein Schild fรผr einen VNF Kanal, aber anscheinend wird dieser nicht mehr gehรถrt, zumindest fรผr die direkte Bedienung der Schleusen und Brรผcken.

Zur Bedienung muss man eine Telefonnummer anwรคhlen. Leider existiert die Menu-Fรผhrung (zur Zeit) nur in Niederlรคndisch. Es gilt also genau hinzuhรถren.

Das Menu ist im Grunde logisch und einfach aufgebaut. Zunรคchst entscheidet man, ob man vor einer Brรผcke oder Schleuse steht. Im Falle einer Schleuse gibt man am Schluss seine Position an: „Boven“ (oben) oder „Beneden“ (unten). Also wo man steht, nicht wo man hin will. Auf Flรผssen, mit einer eindeutigen Flussrichtung, gibt man im Gegensatz dazu die Richtung an. „Zu Berg“, Zu Tal“. (Wo will ich hin). Analog dazu wรคre hier (Wo bin ich) Ich bin „Unten“, ich bin „Oben“. Dies gilt zu berรผcksichtigen.

Im Unterwasser der Schleuse Voorstersluis

Es sei รผbrigens bei dieser Gelegenheit erwรคhnt, dass in Friesland fรผr die Anmeldung zum Brรผckenheben die Technik sich fortlaufend weiterentwickelt. Dabei handelt es sich nicht nur um Automatisierung sondern inzwischen auch um Digitalisierung. Aber es gibt noch etliche von Brรผckenwรคrtern bediente Brรผcken. Manchmal kann man sich auch per Klingelknopf am Wartesteg anmelden oder รผber eine VHF Verbindung. Neuerdings ist bei manchen Brรผcken, vor allem in touristischen Gegenden, die Anmeldung auch รผber die „App“ Watersport mรถglich.

Kurz vor 13h erreichen wir die Friesesluis.

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Friese Sluis

Nach der Schleusung fahren wir zur naheliegenden historischen Lemstersluis, die รผber die Oude Sluisbrug zum ehemaligen „Dok“ fรผhrt. Zรผgig werden wir zusammen mit einem Segelboot geschleust.

Es ist heute ein beliebter Passantenliegeplatz mitten im Stadtzentrum. Das Dok ist von Geschรคften und Restaurants umgeben. Das Liegegeld bezahlt man an einem der beiden Automaten, die jeweils an der Oude Sluis Brรผcke und an der Flevo Brรผcke zu finden sind. Strom und Wasser werden unabhรคngig von der รœbernachtungsgebรผhr mit der „Service-Karte“ bezahlt.

Hier geht es immer lebhaft zu. Wer die grosse Seeschleuse Prinses Margeriet vermeiden will, muss hier durch. Somit liegt man tagsรผber nicht sonderlich ruhig. Wer es ruhiger haben will, muss weiter zu den Yachthรคfen fahren, die am Stadtrand liegen. Trotz Vorsaison liegen wir ab dem spรคten Nachmittag im Doppelpack. Es sind vor allem Segler, die noch spรคt vom IJsselmeer kommend einen Platz suchen, bevor die Brรผcken nach 20h nicht mehr bedient werden.

Abends wird es dann nach 22h schnell ruhig.

Wir entscheiden uns zwei Tage hier zu bleiben. In der Nรคhe der Stadt, etwas nรถrdlich gelegen in Tacozijl, liegt die historische Pumpstation Wouda Gemaal, die von der Unesco 1998 zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Trotz ihrer 100 Jahre alten Technik ist sie immer noch in Betrieb. Fรผr Technik- oder Architekturinteressierte ein absolutes Muss! Leider kรถnnen wir die Station und das dazugehรถrende Informationszentrum nicht besichtigen, da es von Sonntag bis einschliesslich Dienstag fรผr Besucher nicht geรถffnet ist. So kรถnnen wir uns die Anlage nur von Aussen ansehen.

Zusammenfassung:

Vollenhove > Lemmer : 8h20 – 13h45 / 32km / 5,3 Mh.