2025 #6 Auf Los geht’s los

Auf der MAAS und MEUSE

Unser VAGABOND ist seit dem 22. April im Wasser. Wir kommen am Ende der gleichen Woche in Maasbracht an.

Als erstes fahren wir zu „Frencken„, um unsere gewaschenen und reparierten Gardinen abzuholen. Zum Ende der Saison 2024 hatten wir uns fรผr eine Reihe grรถsserer Reparatur- und Renovierungsarbeiten entschieden: Cabrio, Gardinen, Neopren-Fugen auf Teakdeck etc.

Nachdem die Gardinen wieder ihren Platz gefunden haben, gehen wir die ersten Tage im Hafen eher gemรผtlich an. Jetzt heisst es erst mal bunkern, bunkern,… Schon seit langem bringen wir ausser sauberen Kleidern kaum noch Dinge aus der Heimat mit.

Dann steht noch der Fahrtest an. Wir haben einmal den Fehler gemacht, einfach los zu starten. Das hat uns viel ร„rger und Geld gekostet,…

Bevor es dann wirklich losgehen soll, machen wir noch unseren traditionellen Spaziergang an der alten Maas um Stevensweert.

Am 1. Mai geht es dann in Richtung Maastricht. Da wir keine Lust haben am ersten Tag schon unser neues Cabrio abzubauen, entschliessen wir uns zur Maastricht Marina zu fahren. Seit unserem letzten Besuch hat der Besitzer gewechselt, zum 3. Mal in 10 Jahren.

Ein Besuch auf dem Markt am Samstag gehรถrt zum Standardprogramm.

Wir bleiben einen Tag in Maastricht, dann mรผssen wir fรผr ein paar Tage in die Heimat. Das war nicht geplant!. Wir nutzen die gute Zuganbindung von Lรผttich. Von dort sind es nur etwas mehr als zwei Stunden mit dem Zug nach Paris.

Am 7. Mai starten wir durch: Abfahrt kurz nach 8h. An der Schleuse Lanaye haben wir Glรผck. Zur Zeit funktionieren zwei Schleusen. Ohne Wartezeit werden wir in der kleineren Schleuse 3 mit einem Schubschiff geschleust. Den Hafen in Lรผttich erreichen wir gehen halb Zwรถlf.

Entgegen unserer Erwartung finden wir den Passantensteg fast leer vor. Reservieren kann man nicht, auch wenn dies auf der WEB-Seite des Hafens angeboten wird.

Liegt es nur an der frรผhen Jahreszeit oder liegt es am schlechten Image? Der Hafen hat immer noch keinen „richtigen“ Hafenmeister. Ab Mitte Mai soll abends gegen 19h jemand vorbeischauen,… Neuerdings findet man jetzt am Tor und an der Capitainerie einen QR-Code. Wenn man ihn scannt, wird man auf ein Formular geleitet, das zur Berechnung der รœbernachtungskosten dient. Wie dann aber abgerechnet wird, bleibt ein Geheimnis. Es ist nicht das erste Mal, dass wir hier ohne Bezahlung รผbernachten.

Im Hafen erfahren wir, dass ein neuer Yachthafen gebaut wird. Er soll der Entlastung des aktuellen Hafens dienen und Ende dieses Jahres erรถffnet werden.

Der aktuelle Hafen liegt sehr gรผnstig, unweit vom Bahnhof und nahe des Stadtzentrums. Ein Rundgang durch die historischen Viertel der Stadt empfiehlt sich immer. In der Stadt wurde einiges neu gestaltet und neuerdings gibt es sogar eine Tram. Einige interessante Rundwege sind ausgeschildert. Wir haben uns „die Terrassen“ ausgesucht.

Am nรคchsten Tag geht es weiter nach Huy. Es ist erstaunlich wenig Verkehr unterwegs, weder Freizeitschiffer noch Lastkรคhne. Von Maasbracht bis Huy sind alle Schleusen mit Schwimmpollern ausgestattet. Das erleichtert das Aufwรคrts-Schleusen wesentlich. Als wir im Hafen von Statte nach fรผnf Stunden Fahrt ankommen, sind wir der erste Passant an diesem Tag.

Spรคter gesellen sich noch ein paar Schiffe dazu, die wir bis Namur unterwegs sehen.

So kommt es, dass wir bei der Weiterfahrt nach Namur zu mehreren schleusen.

Am 9. Mai erreichen wir Namur. Obwohl die Meuse zur Zeit kaum Strรถmung hat, bevorzugen wir, am linken Uferkai festzumachen.

Da wir Besuch von Freunden bekommen, bleiben zwei Tage in Namur. Bei sommerlichem Wetter fahren wir mit der Seilbahn zur Festung. Im empfehlenswerten Restaurant „Panorama“ genieรŸen wir nicht nur die tolle Aussicht aufs Meusetal.

Am Sonntag soll es dann stromaufwรคrts auf der Sambre nach Charleroi weitergehen.


ZUSAMMENFASSUNG (1.5. – 9.5.2025):

1/ Maasbracht > Maastricht: 43km, 5,8 Mh, 2 Schleusen
2/ Maastricht > Lรผttich: 25km, 3,1Mh, 1 Schleuse
3/ Lรผttich > Huy: 34km, 4,6Mh, 2 Schleusen
4/ Huy > Namur: 31km, 4,2Mh, 2 Schleusen

Mh := MotorStunden.

2023 #3 Die Maas aufwรคrts nach Sรผden

Bevor es auf grosse Fahrt geht, bleiben wir noch ein paar Tage in Maasbracht und Umgebung. Wir nehmen uns die Zeit fรผr ein paar Einkรคufe, ein paar Runden mit dem Boot und Spaziergรคnge in der Natur und den schรถnen kleinen Orten in der Nรคhe.

Aber zunรคchst heisst es nochmal putzen. Das Boot kam vor 2 Wochen ins Wasser. Dementsprechend sieht es auch aus ;-).

Am 3. Mai soll es losgehen in Richtung Sรผden. Diese Strecke kennen wir gut von unseren Bootsaisons nach Frankreich und Belgien 2014, 2016, 2018, 2020 und 2021.

Zunรคchst wird uns die Fahrt nach Namur fรผhren. Wie schon erwรคhnt, wollen wir dort รผber die Weiterfahrt entscheiden: Sambre oder Ardennen.


Maasbracht > Maastricht:

Diesmal wรคhlen wir das „Bassin“. Als wir uns der Stadt nรคhern, rufen wir den Schleusenwรคrter an. In 10′ sei er an der Schleuse, bestรคtigt er uns.

Fรผr Frankreich, wo auf den meisten Kanรคlen eine Hรถhenbegrenzung von ungefรคhr 3,50m besteht, haben wir einen Messstab am Bug des Bootes befestigt. Jetzt wird er eine sinnvolle Hilfe sein. Die Einfahrt zum Hafen ist durch eine Brรผcke auf etwa 3,60m Durchfahrthรถhe begrenzt. Je nach Wasserstand kann es auch mal weniger sein,… Auf der Steuerbordseite (zu Tal) der Kammer befindet sich ebenfalls eine hilfreiche Hรถhenmarkierung (siehe Bild).

Auch beim Herausfahren sollte man vorsichtig sein. Der Wasserstand im Hafenbecken kann sich wegen der Schleusungen tagsรผber verรคndern. Also besser etwas Sicherheitsabstand vorsehen oder „einfach“ das Cabrio ablegen (das gilt natรผrlich nicht fรผr SEDAN Freunde).

Schleuse 20 Maastricht Einfahrt t’Bassin

In Maastricht bleiben wir 3 Tagen im t’Bassin. Fรผr Strom braucht man die „Service-Karte“. Falls man noch keine besitzt, kann man sie im Hafen am Automaten kaufen und aufladen. Wir verbrauchen etwa 2kW/Tag fรผr etwa 3 – 4โ‚ฌ. Die รœbernachtung kostet jetzt fรผr 2 Personen und unser Boot (11m) 19,25โ‚ฌ

Fรผr die nรคchsten Tage ist Regen angesagt. So profitieren wir noch vom recht sommerlichen Wetter bevor es weiter nach Lรผttich geht.

Maastrich > Lรผttich:

Zur unserer Zufriedenheit stellen wir fest, dass an der Schleuse von LANAYE die 3. kleinere Kammer wieder in Betrieb ist. Dort lernen wir die Crew von SK206 aus Sneek kennen. Auch sie ist Richtung Paris unterwegs. Sie begleitet uns bis Namur, von wo sie am 9. Mai nach Dinant weiterreist. Sie haben vor, den Ardennen-Kanal zu befahren. Die verfรผgbaren Informationen sind wie so oft recht vage. Wir vereinbaren unsere Erfahrungen und Informationen รผber den Ardennen-Kanal auszutauschen.

Im „Port de Yacht“ ist erstaunlich viel Platz. Wie auch 2021 ist kein Hafenmeister aufzufinden. Das Hafenbรผro scheint verwaist, auch wenn ein paar Kontrolleuchten rรถtlich im Dunkeln flackern. Echt bedauerlich! Der Hafen liegt zentral. Der Bahnhof mit guten Verbindungen nach Deutschland, Frankreich und den Niederlanden ist zu Fuss zu erreichen.

Das Wetter hat sich auch verschlechtert und lรคdt nicht gerade zu einem lรคngeren Aufenthalt ein. Trotzdem lassen wir uns einen Stadtbummel nicht entgehen.

Lรผttich > Huy > Namur:

Die Strecke bis Huy erinnert an frรผhere Zeiten. Alte Industrieanlagen werden „rรผckgebaut“ oder einfach abgerissen. Wie an anderen Orten, hat hier Kohle und Stahl einst eine bedeutende Rolle gespielt.

In Huy bleiben wir auch nur einen Tag, obwohl wir hier hรคufig etwas lรคnger verweilen. Das Restaurant hat seit 2021 einen neuen Besitzer. Das Ambiente ist jรผnger und die Kรผche spanisch angehaucht. Wir erhalten den letzten Tisch an diesem Sonntag.

SK206 im Oberwasser der Schleuse Andenne

Am nรคchsten Tag geht es recht zรผgig bis nach Namur. Bei den beiden Schleusungen haben wir Glรผck, so dass wir fast reibungslos an unserem Ziel ankommen.

Wie gesagt „fast“,….

Grundsรคtzlich kann man in Namur an zwei Stellen anlegen, entweder am linken Ufer an der Kai-Mauer oder auf der anderen Seite im Hafen an den Schwimmstegen. Wer nur einen Tag bleiben will, sollte die Kai-Mauer ansteuern. Das Anlegen ist problemlos. An manchen Stellen fehlen allerdings ein paar Festmacher.

Fรผr die schรถnere Sicht bietet sich der Hafen von Jambes, direkt gegenรผber gelegen, an.

Namur

Je nach Jahreszeit und Strรถmung kann das Anlegen hier etwas problematischer sein. Der Hafen liegt auf der Talseite des Flusses nur 300 m vom Wehr der Schleuse „La Plante“ entfernt.

Schema SG 2023 Anfahrt gegen die Strรถmung Hafen Namur (Jambes)

Wenn man „Zu Berg“ unterwegs ist, empfiehlt es sich, zunรคchst die Stรคrke der Strรถmung abzuschรคtzen. Im Zweifelsfalle ist die Kaimauer immer die einfachere Wahl!

Jeder hat natรผrlich seine eigene Technik.Was hier geschrieben ist, soll nur als Tipp verstanden werden und auf keinen Fall als allgemeingรผltige Anleitung betrachtet werden!!

So fahren wir zunรคchst weiter stromaufwรคrts in Richtung Wehr und drehen auf halber Lรคnge des Hafens. Man muss zรผgig in die Box einfahren. Dabei zielt man den Steg steuerbordseitig an. Sobald man in der Box ist, lรคsst man sich an den Steg auf der Backbordseite treiben. Dann gilt es, das Boot schnell unter Kontrolle zu bekommen, bevor es wieder von der Strรถmung erfasst wird,…..

Wenn dann das Wetter stimmt, geniesst man die wunderbare Aussicht auf die Zitadelle und die Brรผcke nach Jambes.


Ein paar Zahlen

Maasbracht > Maastricht: 41km / 6h / 3 Schleusen
Maastricht > Lรผttich : 29km / 5h / 1 Schleuse
Lรผttich > Huy : 37km / 5h / 2 Schleusen
Huy > Namur : 34km / 5h / 2 Schleusen

2021 #18 Ziellos nach Norden

Am 31. Juli wurde die Navigation auf der Meuse und Maas wieder komplett freigegeben.

Unseren ursprรผnglichen Plan รผber die Vogesen in Richtung Lyon zu fahren, haben wir lรคngst aufgegeben (1).

Plannung 2021

Unser Plan B war, รผber den Canal des Ardennes in Richtung Paris zu fahren. Aus Zeitgrรผnden hatten wir uns dann entschlossen, nicht mehr nach Paris sondern „direkt“ zur Sambre aufzubrechen. Von dort aus sollte es dann flussabwรคrts รผber Belgien zurรผck ins Winterlager (2).

Daraus wurde dann auch nichts, weil der im Frรผhjahr wieder erรถffnete Ardennenkanal, nach den Hochwasserschรคden und des Algenbefalls erst Anfang August nur bis nach Attigny geรถffnet werden sollte. Die Durchfahrt bis zur l’Aisne und Sambre sollte dann wieder ab Mitte August mรถglich sein, …nach VNF Angaben frรผhstens ab dem 9!! . An 2 Stellen kam es durch das Hochwasser zu Ufereinbrรผchen. Diese Wahl hรคtte unsere Wartezeit um mindestens 2 weitere Wochen verlรคngert (NB: am 15. August haben wir immer noch keine gesicherte Information รผber die Wiedererรถffnung).

So brechen wir am 31. Juli (wie die vielen Boote, die mit uns in Charleville-Mรฉziรจres in Warteposition waren, wieder nach Norden auf: zunรคchst Richtung Namur (3).

Dort treffen wir am 2. August ein, nachdem wir in Revin, Vireux und Dinant jeweils Etappe gemacht haben.

Diesmal รผbernachten wir an der Kaimauer. Auch hier hat das Hochwasser seine Spuren hinterlassen. Einige Festmacher sind aus ihrer Verankerung gebrochen.

Es regnet weiterhin ohne Unterbrechung bis am nรคchsten Morgen. Die Strรถmung der Meuse ist immer noch stark.

Da wir dieses Jahr unbedingt zur Sambre wollen, denken wir, von Namur ausgehend, flussaufwรคrts รผber die Sambre in Richung Frankreich zu fahren (NB: Die Sambre ist seit dem 1. Juli nach 15 Jahren wieder vollstรคndig befahrbar).

Schon recht frรผh um 8h legen wir an der Kaimauer in Namur ab, und brechen gemeinsam mit dem niederlรคndischen Boot „COFELICA“ zur Sambre auf.

Als wir von der Meuse kommend in die Flussmรผndung der Sambre einbiegen, bekommen wir eine ungewรถhnlich starke Gegenstrรถmung zu spรผren. Unsere Geschwingigkeit sinkt auf 4 – 5km/h. Es regnet wieder stรคrker.

Die Sambre ist normalerweise ein eher ruhiges und schmales Flรผsschen. Trotzdem ist sie eine wichtige Verbindung fรผr die Berufschifffahrt zum industriellen Zentrum um Charleroi.

Gegen 9h ruft uns „COFELICA“, ein ehemaliger Berufschiffer, รผber Funk auf Kanal 77 an, um nachzufragen, ob „wir es fรผr sinnvoll halten unter diesen Bedingungen die Reise fortzusetzen„.

Man muss hinzufรผgen, dass auf der kurvenreichen Strecke nur ein bis zwei Haltemรถglichkeiten existieren. Es gibt keine Hรคfen. Die Gegend gilt als „unsicher“. Um an Charleroi „vorbeizukommen“ braucht man unter normalen Bedingungen mehr als 5 Stunden.

Wรคren wir alleine gewesen, hรคtten wir schon frรผher umgekehrt. Somit war die Entscheidung schnell gefรคllt . RรœCKZUG NACH NORDEN! aber zunรคchst noch ohne Ziel.

Die Angst vor neuem Hochwasser treibt uns soweit wie mรถglich nun die Meuse flussabwรคrts.

Wir steuern Huy an, unsere รผbliche Etappe zwischen Namur und Lรผttich. Zwischenzeitlich, seit der Schleuse Andenne, gesellt sich auch „EVA“ (ein belgisches Boot) zu unserer kleinen Gruppe. Als COFELICA und EVA an Huy vorbeifahren, schliessen wir uns frag -und fast willenslos an und fahren weiter.

So geht es bis zur belgisch-niederlรคndische Grenze. Wegen der Hochwasserschรคden ist der Hafen in Lรผttich fรผr Besucher gesperrt.

Nun heisst es zu entscheiden. Weiter auf der Maas und zurรผck nach Maasbracht und Ende! oder zum Albertkanal in Richtung Antwerpen. Unsere beiden Begleiter biegen in den Albertkanal ein, wir folgen (4).

Ohne eine genaue Vorstellung, wie es weitergehen soll, machen wir im kleinen aber guten Hafen „Kanne“, etwa 2km, nach der Abbiegung nach Antwerpen, fest.

Dort finden wir auch „EVA“ wieder. Die Crew von EVA ist sehr hilfsbereit. Sie sind aus der Gegend von Brรผgge und helfen uns bei unserer Entscheidung. „COFELICA“ hat es weitergetrieben,…

Der Hafen ist abgeschlossen und besitzt den รผblichen Service. Das Restaurant am Platz ist gut besucht.

Hafen Kanne

In Kanne ruhen wir uns 2 Tage aus. Zur Stadt Maastricht ist es ein Katzensprung mit dem Rad. Der Weg ist zwar etwas lรคnger zum Zentrum, verglichen mit dem Hafen Maastricht Marina in Pietersplas, aber schรถner, ruhiger und gut zu befahren.

Brรผcke bei Kanne, Richtung Maastricht

Das neue Ziel steht nun fest : die historischen Stรคdte in Flandern: Gent, Brรผgge,… Antwerpen werden wir wohl auslassen aus Zeitmangel. 2018 waren wir dort.

Albert – Kanal mit Sicht auf den Hafen Kanne

Nach 2 Tagen brechen wir รผber die kleinen Kanรคle in Richtung Westen auf.

Zunรคchst noch ein paar Zahlen:

Charleville-Mรฉziรจres > Revin : 5h / 20km / 7 Schleusen
Revin > Vireux : 3h30 / 20km / 6 Schleusen / 1 Tunnel
Vireux > Dinant : 5h / 30km / 7 Schleusen / 1 Tunnel
Dinant > Namur : 4h30 / 27km / 6 Schleusen
Namur > Kanne : 11h / 74km / 4 Schleusen

2020 #15 Freie Fahrt

Inzwischen liegen wir in Anseremme, wo wir noch 2 Tage verweilen wollen, bevor wir uns in Dinant in „Startposition“ bringen.

Frรผher als erwartet, erreicht uns die offizielle Nachricht, dass die Wartungsarbeiten an der Schleuse von Hun beendet sind, und dass die Schleuse ab 6h am 1. September wieder bedient wird.

Am Vorabend hatten wir noch รผberlegt, wie wir die nรคchsten Tage bis zum ursprรผnglich vorgesehenen ร–ffnungstermin verbringen sollen.


De :ย NtS – SPW <avisbatspw@periskal.com>
Date :ย 31 aoรปt 2020 ร  20:23 +0200
ร€ :siggi.gunther@gmail.com
Objet :ย (Mise ร  jour) NtS – Meuse: Manล“uvre interrompue

Accident

================= Modification =================

(mise ร  jour : le chantier de rรฉparation est terminรฉ plus tรดt que prรฉvu, la navigation peut reprendre dรจs ce mardi 01 septembre 2020)

Meuse, ร  partir du 12 aoรปt jusquย’au lundi 31 aoรปt 2020 inclus.
Ecluse de Hun (cumulรฉe 28.453).

Interruption de navigation suite ร  un accident d’un bateau avec le vantail de porte amont droit.

Le chantier de remise en รฉtat de la porte endommagรฉe รฉtant terminรฉ, l’รฉcluse est ร  nouveau accessible ร  partir de ce mardi 1er septembre, dรจs 6h00.

Wie beschlossen, fahren wir morgens bis nach Dinant mit der Absicht, die wartenden Berufsschiffer „vorbeifahren“ zu lassen. Als wir in Dinant ankommen, stellen wir fest, dass es sehr ruhig auf dem Wasser ist… Kurz entschlossen melden wir uns an der Schleuse Dinant an. Wir sind auf Talfahrt, die Schleuse ist „oben“. Ohne Verzรถgerung werden wir geschleust. Der Schleusenwรคrter erkundigt sich noch bei uns nach unseren Absichten. Vorsichtig sagen wir, dass „wir, je nach Verkehr, bis Namur zu fahren gedenken„. Er teilt uns mit, dass er seine Kollegen รผber unsere weitere Fahrt und das Ziel Namur informiert.

Wir fahren an einigen geparkten Frachtern vorbei. Es ist immer noch sehr ruhig. Die Kapitรคne und ihre Besatzungen sind wohl nach Hause gefahren, um die Wartezeit zu รผberbrรผcken. Die Nachricht der frรผheren ร–ffnung hat sie wohl alle รผberrascht.

Auf dem ganzen Weg sind wir alleine, alle 7 Schleusen sind auf „grรผn“ geschaltet und vorbereitet. So kommen wir sehr zรผgig durch und frรผh am Nachmittag in Namur an.

Dort hat sich die gute Nachricht noch nicht rumgesprochen. Wir werden im Hafen mit Erstaunen empfangen.

Nachdem unsere Rundreise (Maas, Mosel, Rhein, Maas) ins Wasser gefallen ist, hatten wir uns รผberlegt, einen Abstecher รผber die Sambre und die Kanรคle in Belgien zu unternehmen.

Da dieser Rรผckweg รผber Brรผssel wegen Wartungsarbeiten zur Zeit nicht mรถglich ist, fahren wir am nรคchsten Tag, wie gewohnt รผber die Maas in Richtung Winterlager weiter.

Ab Namur ist wesentlich mehr Verkehr. Die Sommerpause ist beendet, der Rรผckstau wird aufgearbeitet. Trotz Wassermangel und der angesagten Bootsregruppierungen kommen wir auch hier gut voran, da viele Frachter unterwegs sind.

Wir machen Station in Huy und Lรผttich.

Im Hafen von Huy sprechen wir kurz mit dem Hafenmeister รผber die Saison 2020, die fรผr alle auf der Maas/Meuse liegenden Hรคfen oder Liegeplรคtze eine Katastophe ist.

Wir kรถnnen da nur zustimmen! Wir waren oft alleine oder nur zu zweit. Dort wo wir in frรผheren Jahren oft Angst hatten, einen freien Platz zu ergattern, fanden wir gรคhnende Leere. Am deutlichtesten sieht man dies in Charleville-Mรฉziรจre.

Die Statistik des wallonischen Wasserwegeverwalters sprechen fรผr sich: Dieses Jahr sind zum Beispiel an der Schleuse „La Plante“ in Namur nur halb so viel Schiffe geschleust worden wie noch im letzten Jahr …

Von Lรผttich geht es dann nach Maastricht. Da wir am nรคchsten Morgen weiter wollen, suchen wir einen freien Platz an der beliebten „Mauer“ in der Stadt. Dort kann man 3 x 24h liegen ohne Kosten, allerdings auch ohne Service. Die Nรคhe zum Zentrum hat natรผrlich ihren Reiz.

Am 5. September erreichen wir unseren Winterhafen, 4 Wochen frรผher als geplant. Jetzt heisst es fรผr die nรคchsten Tage Putzen.

Anseremme > Namur : 27km / 5h / 7 Schleusen
Namur > Huy : 27km / 5h20 / 2 Schleusen
Huy > Lรผttich : 31km / 4h30 / 2 Schleusen
Lรผttich > Maastricht : 25km / 4h / 1 Schleuse
Maastricht > Maasbracht : 38km / 6h / 2 Schleusen

2018 #6 Burgen und Zitadellen

Schon zur Zeit der Rรถmer war das Maastal eine strategisch wichtige Landschaft. Man sollte besser sagen, die Anhรถhen oder oft steilen Felswรคnde, die das Tal sรคumen, sollten den militรคrischen Zwecken der jeweiligen Protagonisten dienen.

Wie wir schon in unserem Beitrag „2018 #5 Wechselhafte Uferansichten“ schrieben, hat das diesjรคhrige Warten auch den positiven Effekt, nicht einfach schnell die Maas rauf- und runterzufahren und sich ein wenig Zeit zu lassen.

Also eine Gelegenheit sich die Burgen, Zitadellen oder รœberreste rรถmischer Siedlungen mal in Ruhe anzuschauen.

Givet ist allerdings nur von Juli bis September zugรคnglich. In Dinant gibt es eine Seilbahn, man kann aber auch die ungefรคhr 400 Stufen hochlaufen. Ansonsten sind alle Anlagen leicht zu FuรŸ zu erreichen. Die Zitadelle von Namur beherbergt einige Restaurants und Geschรคfte. Manche Befestigungen sind als solche gebaut worden aber nie so genutzt worden, wie zum Beispiel Huy, welche als Gefรคngnis und Krankenhaus genutzt wurde.

 

Seit dem 1. Weltkrieg haben diese Installationen ihre strategische Bedeutung vรถllig verloren. Die letzten schweren Kรคmpfe um eine Zitadelle fanden wohl im Sommer 1914 in Dinant statt. Die spรคter errichtete Verteidigungslinie „Maginot“ verlief weiter sรผdlich entlang der franzรถsischen Grenze zu Deutschland, Luxemburg und Belgien.

Heute sind sie Touristenmagnete. Der Tourismus ist in dieser Region eine wichtige Einnahmequelle geworden, seitdem die traditionellen Industrien verschwunden sind: Kohle, Schiefer, Stahl,…

Hier zwei Links zur Information:

Dinant

Namur

2018 #5 Wechselhafte Uferansichten

Wenn man von Maasbacht aus auf der Maas und den dazugehรถrigen Kanรคlen in Richtung Frankreich fรคhrt, รคndert sich die Landschaftย  in vieler Hinsicht.

Wie immer รผbernachten wir in Maastricht, Lรผttich, Huy, Namur und Dinant oder Anseremme.

Meistensย ย รผbernachten wir nur und fahren gleich am nรคchsten Morgen weiter.

Die Tatsache, dass die Maas auf franzรถsischer Seite zur Zeit gesperrt ist, hat uns dieses Jahr dazu bewogen, uns mehr Zeit als รผblich, fรผr die Strecke durch Belgien zu gรถnnen.

Die Maas und ihre Landschaft hat diese Gegend geprรคgt. ย Sie war Schauplatz vieler Kriege und ZusammenstรถรŸe, ย ist heute eine beliebtes Ziel fรผr Touristen, bietet viele Freizeitmรถglichkeiten und ist immer noch eine wichtige Verkehrsverbindung, auch wenn der Frachtverkehr nach Sรผden, nach Namur, rasch abnimmt. Selbst die Freizeitschiffer kommen seltener aus dem Norden nach Frankreich. Das Hoch und Niedrigwasser der letzten Jahre hat dazu sicher auch dazu beigetragen.

Reiseimpressionen-6

Von Maasbracht kommend ist die Landschaft zunรคchst noch recht offen, ab Namur wir das Tal der Maas dann immer enger und die Felsen hรถher.

Ist die Strecke bis Namur noch sehr industriel geprรคgt, was man nicht nur am hรถheren Frachtaufkommen feststellen kann sondern auch an den direkt am Ufer liegenden Industrieanlagen sieht.

Reiseimpressionen-7

Ab Namurย  lรถsst der Tourismus die Industrie ab. Eindeutiges Zentrum ist Dinant.ย  Die Lage der Stadt und Ihre Geschichte tragen natรผrlich dazu bei.

2018-19

2018-29

2018-21

2018-23

Reiseimpressionen-5

Auf der Lesse, einem Nebenfluss der Maas, ist Kanufahren ein beliebter Sport. Ansonsten locken die teilweise steilen Felswรคnde zum Klettern. Wer es einfacher und gemรผtlicher will, kann den Trans-Ardenne-Radweg nehmen.

2018-26

 

2018-24

2018-41

Vor einem Jahr in Richtung Paris

Genau vor einem Jahr haben wir unsere 1. Tour nach Frankreich gemacht. Zunรคchst geht es die Maas aufwรคrts und dann in den Adressen-Kanal. In Belgien gibt es einige nette Hรคfen wir hier bei Huy. Als wir dort waren, haben sich 4 Linssen-Yachts getroffen: Maria-Anna, Regina, Laguna und unsere Vagabond.

Vagabond-22