Als wir in Willemstad spazierengehen, fรคllt uns auf, dass wir uns wieder mal in einer historischen Festungsstadt befinden. Im Nordwesten von Europa gibt es davon ja Einige. Ob Ludwig XIV, die Spanier, Napoleon, die Flamen, die Hollรคnder, die Friesen oder die Deutschen, zu jeder Zeit wurden Stรคdte befestigt oder Stรคdte als Festungen gegrรผndet.
Letzteres ist zum Beispiel der Fall in der Geburtsstadt des Autors. Die an der Saar gelegene Stadt Saarlouis wurde auf Louis XIV‘ Geheiss im Jahre 1680 von Vauban in einer Sumpflandschaft an der Saar fรถrmlich aus dem Boden gestampft. Es sei nebenbei bemerkt, dass Saarlouis die einzige Stadt Deutschlands ist, die auf Veranlassung des franzรถsischen Kรถnigs erbaut wurde. Im Laufe seiner Geschichte hat die Stadt mehrmals ihre Flagge gewechselt. Das letzte Mal 1957.
Die militรคrische Baukunst Vauban’s hat Schule gemacht. So findet man heute noch in einigen Stรคdten รberreste solcher Festungen. Selbst die Namen von Teilen der Festungsanlagen wurden รผbernommen: Revelin, Bastion, Casemate etc.
Zurรผck zu unserer Reise.
Beeindruckt von den Festungsanlagen in Hellevoetsluis, entschliessen wir uns, einen Abstecher nach Brielle zu machen. Die Stรคdte Tholen, Bergen op Zoom, Veere, Willemstad und Hellevoetsluis liegen nun schon hinter uns. Heusden dieses Jahr noch vor uns.
Der Weg nach Brielle fรผhrt รผber die Oude Maas und den Scheepvaartkanaal zum Brielse Meer, eine Freizeitoase im Sรผdwesten der Grossstadt Rotterdam. Wenn man nicht genau hinschaut, kann man die Einfahrt zur Stadt verpassen. Wir finden einen Platz in der Gracht vor der „Brug in Brielle„. Dort bleiben wir drei Tage, Zeit genug um die Festungsanlagen zu erkunden.
Im Rathaus gibt ein Modell einen guten รberblick รผber die Stadt.
Die folgenden Bildbeispiele stammen aus Hellevoetsluis, Brielle und Heusden.
Man kรถnnte die Tour in Richtung Nordosten der Niederlande erweitern. Denn auch dort gibt es schรถne befestigte Stรคdte zu besuchen, so die Hanse-Stรคdte an der IJssel und die gut erhaltene Festung Naarden. Vielleicht eine Idee fรผr eine „Festungstour“ mit dem Boot durch die Niederlande.
Fรผr den Rรผckweg vom Veerse Meer zur Oosterschelde sehen wir nur eine Etappe in Wolphaarthsdijk vor. Dort lagen wir auch schon auf dem Hinweg. Der Hafenmeister weist uns die gleiche Box am D-Steg zu. Das Festmachen gelingt dieses Mal besser. Man spรผrt kaum Wind und wir haben unsere Fahrrรคder schon vorsorglich am Wartesteg von der Badeplattform entfernt.
Grรผne Strecke = beschriebene Strecke in diesem Beitrag (6)-(10); Rote Strecke (0)-(5) = siehe Beitrag 2025 #18
Am nรคchsten Morgen starten wir gegen 9h. Bis zur Zandkreeksluis brauchen wir etwa 30 Minuten. Als wir dort ankommen, warten schon 3 Boote in der Schleuse.
Bei bestem Wetter und guter Strรถmung fahren wir auf direktem Weg entlang der schรถnen Zeelandbrรผcke nach Zierikzee. Dort haben wir vorsorglich einen Liegeplatz im WSV ZIERIKZEE direkt hinter der Schutzschleuse reserviert.
Wir bevorzugen diesen ruhig(er)en Hafen. Er wurde uns von unserem Freund Thom empfohlen. Von dort aus bis zum Stadtzentrum sind es mit dem Fahrrad nur ein paar Minuten. Die Liegeplรคtze in der Stadt sind immer sehr gefragt. Doppelpack ist dort Standard, zumindest im Hochsommer.
Ganz so ruhig war es dann doch nicht, zumindest fรผr eine kurze Zeit . Wรคhrend unseres Aufenthaltes geriet im Hafen ein Segelboot in Brand, der die Feuerwehr, die Seenotretter und die Polizei mobilisierte.
Wir bleiben hier drei Tage und nutzen das schรถne und ruhige Wetter zu Ausflรผgen in die Umgebung.
Warum gerade Zierikzee in ganz Zeeland „the place to be“ sein soll, verstehen wir nicht ganz . Natรผrlich sollte man den Ort besuchen, aber andere Stรคdte „bieten“ mindestens genauso viel. Aber das ist wohl auch eine Frage der Interessen, die man so hat.
Vielleicht liegt es an den noch aktiven Muschel-Fischern, die tรคglich ein und auslaufen. Wer sich nรคher fรผr die Geschichte der Stadt und der Umgebung interessiert, sollte dem Museum im alten Stadhuis einen Besuch abstatten. Wer es bis zur oberen Etage schafft, der wird mit der Sicht auf den handwerklich, aussergewรถhnlich kunstvollen Dachstuhl belohnt.
Die Fahrt nach Sint Annaland erweist sich als ziemlich „holprig“. Auf den auffrischenden Wind sind wir vorbereitet. Jedoch รผberholt uns in der Nรคhe von Stavenisse eine grรถssere, rasende Yacht unverschรคmt nahe. Dem Kapitรคn geht es wohl darum, uns zu zeigen, dass Plastik-Gleiter im Wasser schneller sein kรถnnen als Stahl-Verdrรคnger. Uns dabei krรคftig durchzuschรผtteln, scheint ihm schnurzegal. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir auch noch nicht, dass unser Tisch einen Salto machen kann.
Nach 2h30 Fahrt erreichen wir den grossen und sehr gut ausgestatteten Hafen in Sint Annaland. Der Ort lebt vom Sommertourismus. Wir bleiben dort nur eine Nacht. Zeit genug, um ein paar Einkรคufe im nahegelegen Supermarkt und Bootsshop zu tรคtigen.
Als nรคchste Etappe auf unserem Weg zum Haringsvliet wรคhlen wir Willemstad. Stadt und Hafen kennen wir gut. Schon รถfter haben wir hier ein paar Tage verweilt: 2017, 2019, 2023
Aber zunรคchst geht es an Bruinisse vorbei, denn das Grevelinger Meer lassen wir dieses mal „links liegen“. Wir fahren mit der Strรถmung und kommen gut voran.
In der Krammerjachtensluis warten schon einige Boote. Wir fahren als Letzte ein.
25 Minuten spรคter verlassen wir die Schleuse. Gegen 12h30 erreichen wir die Volkerakschleuse.
Den Hafenmeister in Willemstad hatten wir am Vortage informiert, dass wir Willemstad voraussichtlich gehen 13-14h erreichen werden.
Als wir an der Schleuse ankommen, sehen wir, dass sich im Vorhafen schon eine grosse Anzahl von Motor- und Segelyachten angesammelt hat. Geduld ist angesagt.
Erst beim dritten Schleusengang nach 2 Stunden sind wir dabei. Den Hafen erreichen wir kurz vor 16h.
Auch dieses Mal ist das Hafenbecken in der Stadt รผberfรผllt. Wir liegen wie immer ausserhalb der Festungsmauer.
Wie schon so oft fรผhrt uns der erste Spaziergang zum Wassersportgeschรคft am Hafen. Dort stellen wir leider fest, dass auch dieser gut sortierte Laden schliesst.
Nach 3 Tagen verlassen wir frรผh am Morgen Willemstad und nehmen Cap auf Hellevoetsluis. Da es unser erster Besuch ist, befragen wir unseren Freund Thom nach einem Liegeplatz. Er empfiehlt uns die Marina Hellevoetsluis, die, wie wir erfahren, angeblich keine Passanten mehr aufnimmt. So versuchen wir, einen Platz im Gemeente Hafen zu finden. Aber dort ist kein freier Liegeplatz in Sicht. Wie wir spรคter erfahren, war am Vortag ein Hafen- und Stadtfest.
So entscheiden wir uns fรผr die Marina Cape Helius. Dort wird uns ein schรถner langer Steg zugewiesen. „Epsilon“, gute Bekannte aus unserem Winterhafen in Maasbracht liegen am gleichen Steg. Dies gibt uns die Gelegenheit unsere letzten Reiseerfahrungen auszutauschen.
Der Hafen liegt ausserhalb der Festungsstadt. Die Innenstadt erreicht man in wenigen Minuten mit dem Fahrrad. Wir nutzen unseren Aufenthalt zu einem Rundgang รผber die Festungsanlagen, zu einem Besuch im Trockendock und einer Radtour nach Stellendam รผber das Deltageul-Sperrwerk.
Wรคhrend unseres Aufenthaltes in Willemstad, haben uns Bekannte von ihrem Plan erzรคhlt, nach Amsterdam zur Sail zu fahren…. Obwohl dies bei uns absolut nicht auf dem Programm stand, fahren wir kurz entschlossen von Hellevoetsluis per Rad, Bus und Bahn nach Amsterdam.
Als wir 2015 in den Niederlanden unterwegs waren, hatten uns viele Leute von der „SAIL“ in Amsterdam berichtet. Damals fragten wir uns, was es da so Tolles und Billiges zu kaufen gibt. Erst spรคter erkannten wir unseren Fehler: nicht „SALE“ sondern SAIL. Ha, Ha,…
Wer von Antwerpen aus nach Middelburg fahren will, dem stehen zwei Wege zur Verfรผgung:
Der direkte Weg รผber die Schelde und Westerschelde
Die Alternative รผber Rijn-Schelde-Kanal, Oosterschelde und das Veersemeer.
Wie man auf dem Schema sehen kann, entscheiden wir uns fรผr die lรคngere Strecke. Vor allem das schlechte Wetter (Regen, Wind, geringere Fernsicht) der nรคchsten Tage beeinflusst unsere Wahl.
Wir verlassen im Konvoi das Willemdok gegen 8h30 zur รffnungszeit der Londonburg. Die Freigabe zur Ausfahrt aus dem Asiadok erhalten wir rund eine Stunde spรคter via VHF 5 (siehe Beitrag #17).
Dann geht es zรผgig durch die drei Sektoren des Hafens. Mehrmals werden wir รผber Funk auf mรถgliche Gefahren fahrender oder kreuzender Schiffe und Frachter hingewiesen. Um 11h15 melden wir uns am der Nordlandbrug ab, jetzt geht es weiter zur Kreekraksluis und anschliessend zum Hafen in Tholen, den wir gehen 14h erreichen. Wir kennen das ehemalige Festungsstรคdtchen Tholen und den Hafen schon von frรผheren Reisen. Der ursprรผngliche strategische Charakter fรผr Bootsfahrer ist geblieben, denn der Hafen ist ein guter Ausgangspunkt zur Oosterschelde und eine Etappe zwischen dem Hollandsche Diep und Antwerpen.
Das alte Hafenbecken ist zurzeit fรผr lange Boote (รผber 16m) reserviert, somit bekommen wir eine Box zugewiesen.
Wegen des weiterhin schlechten Wetters, empfiehlt uns die hilfreiche Hafenmeisterin, auf bessere Fahrbedingungen auf der Oosterschelde zu warten. Damit meint sie vor allem Tide, Strรถmung und Wind. Denn regnen wird es noch ein paar weitere Tage.
Wir nutzen die Zeit zu einer Fahrt mit dem Bus nach Bergen op Zoom.
In der Innenstadt herrscht ein lebhaftes Treiben, es ist Markttag. Wir suchen die Ruhe im Markiezenhof, dessen Besuch sich lohnt.
Zwei Tage spรคter nutzen wir das fallende Wasser (3 h vor Niedrigwasser) bei mรคssigem Querwind von Norden, um nach Westen aufzubrechen. Zunรคchst geht es zur Bergsediepsluis, wo wie nach 30 Minuten ankommen. Die Schleuse misst 34m. Der Schleusenwรคrter weist uns an bis zum vorderen Tor vorzufahren, damit noch zwei weitere Motoryachten mitgeschleust werden kรถnnen. Nach einigem Gerangel entscheidet das letzte Boot sich zurรผckzuziehen.
Wie erwartet, weht eine leichte Brise aus Nord-Westen auf der Oosterschelde , die kleine Querwellen erzeugt. Diese bringen uns leicht zum Schaukeln. Die Tidestrรถmung des fallenden Wassers geben uns noch zusรคtzlich 2km/h Schwung. Auf halber Strecke entscheiden wir nicht nach Yerseke, sondern direkt nach Wemeldinge zu fahren. Die Distanz der mehr im Westen liegenden Stadt ist zwar grรถsser, aber wegen der betonnten Fahrrinde, ist der Weg kรผrzer. Ausserdem erwartet uns im UPS-Servicepunkt am Hafen von Wemeldinge ein wichtiges Pรคckchen ;-).
Wir bekommen im Binnenhafen eine Box zugewiesen. Mit unserem Motorboot kommt man sich hier fast wie ein Exote vor ;-). Die Oosterschelde ist vor allem ein Segelrevier, in dem viele belgische Wasserfreunde unterwegs sind und ihren festen Liegeplatz haben.
In Wemeldinge gibt es ausser dem Hafen nicht viel zu sehen. Der Hafen besitzt zwei Becken. Wir liegen im ruhigen „Binnenhafen“ hinter der alten Schleuse, die offen steht.
Mit dem Bus unternehmen wir eine Tagesfahrt nach Yerseke. Die Bushaltestelle liegt ganz in der Nรคhe des Hafens.
Yerseke zieht viele Touristen wegen der Muscheln- und Austern-Zucht an. Im Restaurant hat man dann die Wahl zwischen niederlรคndischen, irischen und franzรถsischen Austern aus Olรฉron. Natรผrlich probieren wir die „Lokalen“.
Auch hier gilt das Gleiche wie fรผr Wemeldinge, sieht man mal vom Hafenbereich und den nahegelegenen Austernzuchtbecken ab, bietet der Ort nicht sehr viel.
In Goes hoffen wir nun das zu finden, was wir an den Niederlanden besonders mรถgen, die kleinen, gemรผtlichen, gepflegten Stรคdtchen.
Fรผr die nur 10km von Wimeldinge bis Goes brauchen wir 2 Stunden.
Nach einer kurzen Wartezeit an der Schleuse Goes Sas fรผhrt uns der Weg weiter direkt zur Stadt. Allerdings liegen noch 3 Brรผcken auf, oder besser, im Weg! Zwei der Brรผcken werden einmal pro Stunde gehoben.
An der Ringbrug mรผssen wir die รffnung um 11h abwarten. Einige Boote nutzen die Wartezeit zum Einkauf im nahegelegen Supermarkt Albert Hijn.
Dann geht es im Wechselbetrieb im Konvoi zum Hafen. Vorfahrt haben die rausfahrenden Schiffe. Je nach Tageszeit kรถnnen es eine ganze Menge sein.
Das kleine Hafenbecken liegt mitten in der netten lebhaften Stadt, ganz in der Nรคhe des Marktplatzes. Abends ist er wahrlich „vollgepackt“. Dreierpacks sind am Lรคngssteg die Regel.
Wir haben Glรผck, wir liegen am Lรคngssteg an einer Engstelle. Selbst fรผr Doppelpack reicht hier der Platz nicht. Da es uns gut gefรคllt, bleiben wir ein paar Tage in Goes und nutzen die Zeit zum Besuch des Stadtmuseums und einer Fahrt mit dem Zug nach Middelburg.
Unser nรคchstes Ziel ist das Veersemeer. Um 8h45 legen wir los, wie auch beim Ankommen in Goes geht es jetzt im Konvoi aus dem Hafen. Wir bemรผhen uns nicht sonderlich zu den ersten zu zรคhlen, die den Hafen verlassen. Die Ringbrug wird um Punkt 9h gehoben. Wie sich an der Schleuse Goes Sas spรคter zeigt, wรคre es besser gewesen zu den ersten Booten zu gehรถren, sofern man es eilig hat. Als wir dort ankommen, ist die Schleuse schon voll belegt und wir mรผssen einen weiteren Schleusenzyklus abwarten, bevor uns der Weg รผber die Oosterschelde westwรคrts zur Zandkreeksluis fรผhrt. Diese erreichen wir gegen halb zwรถlf.
Auf dem Veersemeer sind wir nicht alleine.
Eine halbe Stunde spรคter machen wir in der Box „Delta 14“ im sehr gut ausgestatteten Hafen WSV Wolphaartsdijk fest. Zum Festmachen am Steg dienen hier Ringe,… Beim Rรผckwรคrts-Einfahren ist das vor allem bei Wind eine Herausforderung. Einerseits will man langsam und vorsichtig in die Box reinfahren, anderseits muss man an die Ringe auf dem Steg kommen,… Der Wind erschwert die Aufgabe. Ein netter Segler am Steg eilt zur Hilfe. Jetzt geht alles ganz schnell. Das ist auch gut so, denn der Wind legt krรคftig zu.
Ein Hafen in der Natur ist zur Abwechslung auch ganz nett. Alles wesentliche zum Bootsfahren findet man hier, nicht zuletzt eine Waschmaschine ๐
Nachdem sich das Wetter verbessert hat, fรผhrt uns der Weg weiter zur Stadt Veere, die im Westen des Veersemeers und am Kanaal door Walcheren nach Middelburg und Vlissingen gelegen ist.
Wir erreichen den kleinen engen Stadthafen gegen 11h. Als wir einfahren wird gerade ein passgenauer Platz am Steg frei. Um uns herum liegen die Yachten schon im Doppelpack. Der Hafenmeister empfiehlt, rรผckwรคrts ins Hafenbecken zu fahren. Zum Ende hin , gibt es kaum Mรถglichkeiten zu wenden.
Wir entscheiden uns sofort, mehrere Tage hier zu verweilen. Allein der Hafen lรคdt schon dazu ein. Zum Buchen des Platzes (inklusiv Strom und Wasser) dient die App i-Marine. Man kann allerdings auch direkt beim Hafenmeister buchen. Im Preis sind Wasser und Strom enthalten.
Als wir nach dem ersten Rundgang durch den Ort wieder im Hafen ankommen, sehen wir, dass wir inzwischen im Dreifach-Pack liegen. Das gehรถrt hier wohl dazu, zumindest in der Hochsaison.
Grundsรคtzlich muss man sagen, dass wir bisher auf der ganzen Reise รผber die Oosterschelde immer einen Liegeplatz gefunden haben. Natรผrlich ist es empfehlenswert, sich vorher beim jeweilen Hafenmeister frรผhzeitig anzukรผndigen, auch wenn Reservieren oft nicht immer mรถglich ist und es keine Platzgarantie gibt.
Ausser dem sehr gefragten Hafen, hat die kleine Stadt und ihre Umgebung noch einiges zu bieten. Sie lรคdt zum Bummeln und ausgedehnten Spaziergรคngen und Radtouren ein.
So nutzen wir die Zeit auch zu einer Tour zum 9km langen Oosterschelde Sperrwerk, welches vor Sturmfluten schรผtzen soll. Die Wehre werden nur bei Sturmflutgefahr geschlossen. Somit herrscht auf der Oosterschelde weiterhin Ebbe und Flut. Ursprรผnglich sollte auch die Oosterschelde eingedeicht werden. Das hรคtte aber das gesamte รkosystem massiv beeinflusst.
Nach drei Tagen verlassen wir Veere und brechen nach Middelburg auf.
Zum Hafen gehรถren mehrere Becken, die รผber Brรผcken zu bestimmten Zeiten zugรคnglich sind. Wir finden Platz am Steg am Hafeneingang vor den Brรผcken und ganz in der Nรคhe des Bootsausstatters, wo wir auch tanken. Hier liegen wir ruhig und sind nicht auf die Hebezeiten der Brรผcken angewiesen.
Wir nutzen unseren dortigen Aufenthalt zu einem Abstecher mit den Rรคdern nach Vlissingen. So sehen wir die Westerschelde , und in gewisser Weise auch den Ausgangspunkt, wo unsere Reise zum Veersemeer hรคtte beginnen kรถnnen.
Besonders gefallen hat uns das MuZEEum. Sehr empfehlenswert, wenn man sich fรผr die marine Geschichte Zeelands nรคher interessiert.
Natรผrlich lohnt auch ein Spaziergang an der „Wasserfront“. Dort kann man das stรคndige Kommen und Gehen der Fรคhren, Lotsenboote und Frachter bestaunen.
Jetzt heisst es umkehren und die Rรผckreise nordwรคrts anzutreten.
Die Yachtschleuse der Volkerak-Schleusen ist uns wohl bekannt. Schon mehrmals haben wir sie genommen.ย Heute ist es windstill und seit langem wieder etwas wรคrmer. Da wir wieder im Hafen von Willemstad liegen, beschliessen wir, mit unseren Fahrrรคdern einen Abstecher in die Umgebung zu machen.
Der „Fietsaltas“ von Falk ist uns wie immer eine groรe Hilfe. Zunรคchst nehmen wir den Weg 29.
Bis zur Brรผcke, die die Schleusen รผberspannt, sind es etwas 3,5km vom Hafen aus.
Fรผr den Frachtverkehr stehen 3 Schleusen zur Verfรผgung. Jede 326,5 Meter lang und 24 Meter breit. Von der Brรผcke aus sehen wir dem pausenlosen Treiben zu, ein beeindruckendes Schauspiel!ย รber eine Erweiterung der Anlage bis 2030 denkt man gerade in Den Haag nach. Eine 4. Kammer soll gebaut werden, um dem stรคndig wachsenden Verkehr gerecht zu werden.
Da es noch frรผh am Tag ist und die Sonne scheint, radeln wir weiter bis zum Ort Ooltgensplaat. Wenn man mit dem Boot zum Volkerak fรคhrt, findet man dort den ersten Hafen auf der Steuerbordseite, direkt nach der Yachtschleusenausfahrt. Der Hafen von Oude Tonge ist jedoch empfehlenswerter.
Von den Schleusen aus sind es mit dem Rad bis dorthin noch gut 12-13 km.
Nach 2,5h sind wir wieder im Hafen, rechtzeitig zum Mittagessen. Heute, am Samstag ist dort reges Treiben. Die grรถรeren Yachten haben im Stadthafen festgemacht.
Aber die Aufmerksamkeit gilt einem alten Plattboden-Schiff, das in der Hafeneinfahrt zu wenden versucht. Was ihm auch gelingt, auch wenn der Hafenmeister mit seinem kleinen Boot den Bugstrahler ersetzen muss.
Gerne halten wir in Willemstad. Unser Freund Aad hat uns so oft von dieser Stadt an der Kreuzung von Volkerak und Hollands Diep erzรคhlt. Die Lage gab der Stadtย schon frรผh eine groรe strategische Bedeutung. Im heutigen Europa ist sie eher eine sehenswerte Stadt an einer wichtigen Handelsstraรe.
Bei der Ankunft (mit dem Boot) erhรคlt man vom freundlichen Havenmeister einen Plan der Festung mit einem Vorschlag fรผr einen Rundgang. Die Zeit sollte man sich nehmen zu einem Spaziergang durch die Stadt und um die Festung bevor es weiter geht nach Zeeland, Rotterdam oder zur Maas. Am Innenhafen gibt es auรerdem einen gutsortierten Bootsshop.
Nachdem wir mehrere Tage in Willemstad verbracht haben, brechen wir in Richtung Zeeland auf. Da wir es nicht eilig haben, sehen wir kleinere Tagesetappen vor. Fรผr die nรคchsten Tage ist eine Wetterbesserung vorhergesagt, auch der Wind soll nur mรครig wehen (2-3bft).
1 // Unsere erste Etappe fรผhrt uns nach Oude Tonge aufย dem nรถrdliche Ufer des Volkerak (Willemstad > Oude Tonge : 1,9h).
Der Ort liegt am Ende eines lรคngeren Kanals. Der Klubhafen hat ein neues gut ausgestattetes Klubhaus. In dem ruhigen Ort gibt es mehrere Restaurants und Geschรคfte.
2 // Es geht weiter zum Grevelingermeer. Aber zunรคchst mรผssen wir die Krammerschleuse nehmen, um in die Osterschelde zu gelangen. Als wir ankommen steht die Backbord-Jachtschleuseย schon offen und ist fรผr unsere Schleusung vorbereitet.
Wรคhrend der Schleusungย findet gleichzeitig der Sรผร/Salzwasseraustausch statt. Ab jetzt sind wir im Salzwasser. Unser Bootsexperte hatte uns versichert, dass fรผr wenige Tage die Anoden nicht getauscht werden mรผssen und wir problemlos eine Woche bleiben kรถnnen.ย Es dauert nur 30′ von hier zur Schleuse am Zugang zum Grevelingermeer. Auch hier haben wir Glรผck, ohne zu warten geht es in die Schleuse und 10′ spรคter sind wir im gezeitenlosen Grevelingermeer.
Da alles so schnell geht, รคndern wir unseren Plan. Statt direkt in Bruinisse festzumachen, fahren wir auf die Nordseite nach Herkingen (Oude Tonge > Herkingen :ย 2,3h).ย Wir machen im WSV fest, der รผber einย neues, modernes und sehr gut ausgestattetes Hafengebรคude verfรผgt. Als Motoryacht sind wir hier eine Ausnahme. Und wenn dann noch ein Boot aus Paris auftaucht, wird dieย Tricolore gehisst. Welch freundlicher Empfang!
Der Ort gibt allerdings zu dieser Jahreszeit wenig her, selbst die Restaurants sind geschlossen. Ausser einem kleinen Supermarkt ist nur ein sehr gut sortierter Bootsausstatter offen. Wir nutzen das schรถne, frische Wetter zu einem langen Spaziergang auf dem Damm in Richtung Nord-Westen.
Es ist noch sehr ruhig zu dieser Jahreszeit hier.
Wenn man die Parkplรคtze รผberall sieht und die Anzahl der Segelboote betrachtet, kann man sich vorstellen, wie es hier im Sommer zugehen muร. Zeeland ist Urlaubsziel: Schwimmen, Segeln, Tauchen.
3 // Am nรคchsten Morgen brechen wir frรผh auf, um nach Brouwershafen zu fahren. Nach der Ausfahrt aus dem Kanal, halten wir uns zunรคchst an die grรผnen Bojen. Wรคhrend der รberfahrt begegnen uns Segler, Fischerboote und Mรถwen.
Ohne Schwierigkeiten erreichen wir unser Ziel nach 2,5h.
An der Einfahrt zum Ort Brouwershaven befindet sich eine Schutzschleuse, die gleichzeitig als Hafenbรผro dient. Dort muss man sich anmelden und bekommt einen Platz zugewiesen. 2 Mรถglichkeiten bieten sich: direkt hinter der Schleuse im neuen Hafen oder weiter hinten im alten Stadthafen. Wir wรคhlen den Kai im Ort. Der Hafen besitzt den รผblichen Service, sowie eine Tankstelle.
Brouwershaven hat einen schรถnen Ortskern und die Kirche lohnt einen Besuch, allein schon wegen des Dachstuhls.
Nachmittags kรคmpfen wir mit den Rรคdern gegen den Wind รผber den Brouwersdamm am Kitesurfer-Paradies vorbei bisย nach Port Zeeland.
4 // Am nรคchsten Morgen brechen wir wieder frรผhย in Richtung Osten auf. Da derย Wind etwas stรคrker weht, sind auch schon ein paar Segler unterwegs.
Nach 2h legen wir am Kopfsteg des WSV Bru an. Der Hafen liegt direkt im Schleusenbereich nebenย dem groรen, bestens ausgestatteten Yachthafen Bruinisse. Ob man einfache gemรผtliche Klubhรคfen oder luxuriรถse Yachthรคfen ansteuert, ist Geschmacksache.
Hier bleiben wir 2 Tage. Mit dem Bus fahren wir nach Zierikzee. Aber davon bald mehr.
Nachdem wir abends die Karteย studiert haben, starten wir am nรคchsten Morgen gegen 9h in Drimmeln. Aber zunรคchstย lassen wir noch den Tank auffรผllen. Dies senkt den Schwerpunkt, was bei schlechten Fahrbedingungen hilfreich ist und verkleinert das Risiko, dass der Tankinhalt zu stark aufgewirbelt wird…. und dadurch den Dieselfilter verstopft.
Fรผr die รberfahrt nach Willemstad rechnen wir etwa 3h bis 3h30. Die Bedingungen sind nicht ideal: es ist kalt, es regnet, die Sicht ist etwas beschrรคnkt, aber noch ausreichend (mindestens 6 km). Nur der geringe Wind (2 – 3 bft) ist von Vorteil.
Nach einer Stunde erreichen wir die Mรผndung von Amer (= Maas) und Merwerde ( = Waal). Die beiden Brรผcken fรผr Zug und Auto sind in Sicht. Ab jetzt gilt es, aufmerksam den Frachtverkehr im Auge zu behalten und auf den Sprechfunk zu achten. Wir entscheiden uns, zunรคchst auf der Nordseite zu bleiben und orientieren uns an den roten Bojen und nehmen Kurs auf die fรผr „Sport“ reservierte nรถrdliche Brรผckendurchfahrt.
Kurz vor der Kreuzung mit dem Dordtse Kil werden wir รผber VHF10 von einem Frachter angerufen. Von der Amer kommend, mรถchte er nach Rotterdam. Wir bestรคtigen unsere Fahrt zu verlangsamen, lassen ihn รผberholen, um in den Dordtse Kil einbiegen zu kรถnnen.ย Als er an uns vorbei ist, bedankt er sich und empfiehlt uns die in Richtung Volkerak fahrenden und von Norden kommenden zwei Containerschiffe abzuwarten.
Gesagt, getan! Wir warten auch diese beiden ab, und orientieren uns nun an der fรผr Sportboote vorgesehenen nรถrdlichen Nebenfahrrinne der durch rot und grรผn markierten Hauptfahrrinne.ย Indem wir uns an den „Recreatie“-Bojen orientieren (rot-weiร) setzen wir unsere Fahrt fort. Da Willemstad am Sรผdufer liegt, gilt es irgendwann, die Hauptfahrrinne zu kreuzen, um so, anschliessend sicher in der sรผdlich gelegenen grรผn-grรผnweiรen Nebenfahrrinne zum Hafen zugelangen.
Wรคrend wir Ausschau halten, um einen gรผnstigen Moment abzuwarten, kommt ein Polizeiboot mit hoher Geschwindigkeit in der Hauptfahrrinne entgegen. Trotz einer Entfernung von mindestens 500m bringt es unser Boot krรคftig ins Rollen. Obwohl wir alle Tรผren und Schubladen gesichert haben, fliegt alles was nicht „niet und nagelfest“ ist im Boot herum.ย Nach einem guten Schubย Adrenalin und Kurskorrektur bringen wir das Boot wieder unter Kontrolle.
Der Verkehr ist sehr drรผckend. Wir mรผssen 6 Frachter abwarten bis wir zum Kreuzen ansetzen. Es gilt vor allem die von hinten ankommenden Boote im Auge zu behalten. Normalerweise fahren wir mit 9km/h (SOG).ย Jetzt muss es schneller gehen. Also geben wir Gas, um uns schnellstmรถglich die Hauptfahrrinneย verlassen zu kรถnnen.
Beim Kreuzen ist extreme Vorsicht geboten!
Als wir die sรผdliche Nebenfahrrinne erreichen, atmen wir auf. Der wunderschรถne Anblick von Willemstad lรครt einen schnell den Stress vergessen.
Zum Schluss noch ein paar praktische Hinweise:
Sicherheit „first“!!!
Eindeutige Fahrmanรถver
Radarspiegel setzen // Navigationslichter an
Falls vorhanden AIS im Auge halten
Schwimmwesten bereitlegen oder (besser noch) anlegen
Funk aufmerksam verfolgen und falls notwenig mit Frachtern (oder RWS oder Polizei Verbindung aufnehmen (idealerweise 2 Kanรคle abhรถren: VHF 10 und die Blockkanรคle 7 und 71)
Fernglas stรคndig benutzen (vorne und noch mehr hinten)
Alle beweglichen Gegenstรคnde wegpacken, Schrรคnke, Tisch und Schubladen verrNach einem guten Schub Adreiegeln
Vor der Abfahrt Motorraum รผberprรผfen : Wasserfilter, Keilriemen, …
Nach einem stรผrmischen Tag, den wir genutzt habe, die nรคhere Umgebung Natur um den Hafen von ย Strijensas zu erkunden, brechen wir am nรคchsten Morgen bei gutem Wetter in Richtung Willemstad auf.
Nach Verlassen des Hafens von Strijensas fahren wir zunรคchst auf der rechten Seite (Rote Betonnung). Wenn man, wie wir, die am linken Ufer liegende Stadt Willemstad ansteuert, empfiehlt es sich allerdings recht frรผh nach der Raffinerie auf die linke Seite รผberzuwechseln.
Der Frachtverkehr ist sehr dicht auf dem Hollands Diep, was nicht erstaunlich, da er . Antwerpen und Rotterdam verbindet. Der ganze Weg ist betonnt. Fรผr Sportboote ist auf beiden Seiten der Hauptfahrrinne eine sekundรคre ย Fahrrinne vorgesehen.
Der Frachtverkehr ist sehr dicht auf dem Hollands Diep, was nicht erstaunlich, da er . Antwerpen und Rotterdam verbindet. Der ganze Weg ist betonnt. Fรผr Sportboote ist auf beiden Seiten der Hauptfahrrinne eine sekundรคre ย Fahrrinne vorgesehen.
Direkt hinter der Stadt liegt eine der grรถรten Schleusenanlagen Europas (Schleuse Volkeraksluiszen). Also gilt besondere Vorsicht bei Ein oder Ausfahrt der beiden Hรคfen der Stadt.
Wir legen im Gemeindehafen an der Festungsmauer nach einer guten Stunde Fahrt an. Es ist noch frรผh, so dass wir leicht einen guten Platz finden.
Der Binnenhafen fรผllt sich im Laufe des Tages. Man kann sich vorstellen, was hier in der Hauptsaison los sein muss.
Willemstad ist wegen seiner besonderen Lage xxx eine Etappenstadt fรผr Bootstouristen.ย Es scheint so, als ob die ehemalige Festung heute ausschlieรlich von den hier anlegenden Booten lebt.
Ein ausgiebiger Stadtrundgang lohnt sich, gerade weil noch keine Hochsaison ist und man die schรถnen alten Gebรคude und Festungsanlagen in aller Ruhe betrachten kann. Auch ein kleiner Ausflug zur Schleuse empfiehlt sich. 3 riesige Kammern ermรถglichen das gleichzeitige Schleusen von bis zu jeweils 6 Frachtern. Fรผr Sportboote ist eine gesonderte Schleuse vorgesehen, die etwas westlicher liegt.
Am nรคchsten Morgen brechen wir in Richtung Amer auf, den wir nach einer Stunde erreichen. Wir haben uns entschlossen, in der Natur am Biesbosch zu รผbernachten.
Strijensas > Willemstad : 1,3h / 11 km
Willemstad > Biesbosch bei Drimmelen: 3,5h /ย 33 km