2026 #3 Ein neuer Plotter,…

Nach 12 Jahren guter Dienste, haben wir letztes Jahr gedacht, dass die Zeit gekommen ist, um ein paar grรถรŸere Renovierungsarbeiten in Angriff zu nehmen. Von den regulรคren Wartungen soll hier nicht die Rede sein.

2025 stand ein neues Cabrio auf dem Programm. Nach 13 Jahren war dies wohl gerechtfertigt. Fรผr dieses Jahr kam dann ein neuer Plotter ins Gesprรคch.

Um es vorwegz nehmen, der ursprรผnglich Eingebaute, hรคtte wohl problemlos noch ein paar Jahre am Steuerstand weiter schlummern kรถnnen!

Und da sind wir jetzt beim eigentlichen Thema. Das Boot wurde mit einem am Steuerstand flach eingebauten Plotter geliefert. Um ihn zu benutzen, musste man sich stellen, denn im Sitzen (wir sitzen beim Fahren) sah man einfach nichts. AuรŸerdem war der Bildschirm recht klein, was die Lesbarkeit ziemlich einschrรคnkte.

Diesmal geht es also eher um Modernisierung als um Renovierung. Wenn schon ein neuer Plotter, dann einen mit zeitgemรคssem Bedienungskomfort und einem grรถsseren Bildschirm, den man auch bequem im Sitzen beim Fahren benutzen kann.

Gesagt getan!

Gelernte Industrie-Designer wรผrden sich natรผrlich die Haare ausreiรŸen, wenn sie unsere Montage sehen wรผrden. Aber hier ging es weniger um ร„sthetik als um Benutzbarkeit!.

Ja, ja die Proportionen stimmen nicht so ganz. Unser neuer Plotter passt wohl besser in ein 55er Boot. ๐Ÿ˜‰

Jetzt wo das Ding seien Platz gefunden hat, so dass auch die anderen Bedienelemente noch im Sichtfeld liegen und bedient werden kรถnnen, kommt dann schon die nรคchste vielleicht wichtigste Frage:

Wer braucht eigentlich noch einen Plotter ?

OK, OK, wir sind weder Angler (also Fisch-Sonar) noch Nebelfahrer (also Radar).

Wenn man sich z.B. die Leistungsfรคhigkeit der „Waterkaarten“ App auf einem iPad anschaut, stellt sich die Frage ernsthaft. Der direkte Vergleich kommt einem sofort in den Sinn!

Die APP bietet einiges, was der Plotter nicht kann, zumal zu einem weitaus gรผnstigeren Preis! Hier seien nur einige Punkte erwรคhnt: Routenplanung, Wasserweginformationen in Echtzeit, regelmรคssiges Kartenupdate, benutzerabhรคngige Weginformation (z.B. Hรถhenbeschrรคnkungen,…).

Warum haben wir nun das viele Geld in diesen Plotter gesteckt, kann man sich fragen?

Um es kurz zu fassen, die APP dient der Planung, der Plotter dem Fahren.

Wenn man genauer hinschaut, stimmt das so nicht. Wenn man nur auf Kanรคlen, Flรผssen und kleineren Seen unterwegs ist, erweist die App sehr gute Dienste, was der Plotter (mit seinen aktuellen Karten) absolut nicht bietet!

Das รคndert sich schnell auf offenen Gewรคssern. Ein Teil unserer Reise dieses Jahr fรผhrt รผber das IJsselmeer. Hier fรผhlt sich der Plotter erst richtig wohl und kann seine Qualitรคten unter Beweis stellen.

Trotzdem gibt es ein kleines b-Moll, zumindest mit unserem Gerรคt.

Raymarine bevorzugt nun eigene (?) Karten. Die Karten von Navionics werden zwar noch angeboten, ob man sie aber auf unseren Plotter laden kann, scheint nicht so ganz klar. Es sei vermerkt, dass wir noch ein Abonnement fรผr diese Karten bis Mitte 2027 haben, und natรผrlich auch dafรผr bezahlen,….

Hinzu kommt, dass die neuen installierten Karten, eben sehr neu sind. Neu im Sinne von jung, also anfรคllig und verbesserungsbedรผrftig! Ausserdem „funktioniert das Karten-Update via Download noch nicht so richtig „...

Fazit:

  • wir kรถnnen jetzt den Bildschirm gut einsehen, und somit endlich den Plotter auch im Sitzen bedienen.
  • Die Benutzeroberflรคche ist jetzt „up to date„. Wir wissen, wann und wo wir ihn wirkich brauchen.
  • Bei den Karten ist noch „Handlungsbedarf“ .
  • Einen Schรถhheitswettwerb werden wir wohl nicht gewinnen. Aber das ist das kleinere รœbel.

2026#2 Auf Los geht’s los, … fast

In der Zwischenzeit haben wir mal unseren Plan etwas verfeinert.

Einerseits haben wir uns die vorgesehenen Sperrungen und Beschrรคnkungen angeschaut, anderseits kennen wir jetzt auch unseren Zeitplan : Boot, kein Boot, Boot, kein Boot,…

Damit sieht die Reiseรผbersichtskarte wie folgt aus:

Die erste Reise vom 7. Mai bis zum 12. Juni entspricht in etwas, dem Vorschlag des Beitrags 2026#1. Neu fรผr uns wird der Norden sein, bis nach Den Helder soll es gehen. Diese Tour beenden wir in Rotterdam, wo das Boot auf uns warten wird, bis die erste „Kein-Boot-Zeit“ rum ist.

Dann von Mitte Juli bis Mitte August stehen Hollรคndische IJssel, Niederrhein und IJssel auf dem Programm. Es ist nicht das erste Mal fรผr uns : 2017, 2022 und 2024 waren wir hier schon unterwegs. Wenn der Zeitplan und das Wetter es uns erlaubt, ist auch ein Abstecher nach Urk und Umgebung vorgesehen.

Zum Abschluss, weil es immer wieder schรถn ist, geht es wie 2019 und 2022 รผber die Randmeeren nach Amsterdam.

Dort wollen wir die Saison ausklingen lassen, bevor es dann schnell zurรผck zum Heimathafen geht.

… Aber bis dahin kann noch viel passieren.

2026 #1 Noch ein paar Wochen,…

Vorfreude und Vorbereitung:

Wie jedes Jahr beginnt das Saison-Fieber schon im Winter, spรคtestens aber im Januar. Dann wenn es draussen noch kalt und regnerisch ist, steigt die innere Temperatur. Erinnerungen kommen hoch und nรคchste Ziele werden diskutiert.

Auch das Boot hat seinen Platz in der Vorbereitung.

Letztes Jahr haben wir unser Cabrio erneuert. Fรผr diese Saison wurde im Winter ein neuer RAYMARINE Plotter eingebaut.

Auch wenn wir mehr und mehr mit den verfรผgbaren und sehr praktischen Anwendungen sprich „Apps“ (wie z.B. der Waterkaarten) unterwegs sind, hat ein Plotter immer noch seinen Platz am Fรผhrerstand.

Gerade lackieren wir unser Schilder mit unserem Bootsnamen „VAGABOND“ neu,…

Der Saisonstart fรคllt fรผr uns dieses Jahr etwas spรคter aus als gewohnt. Wir werden erst Anfang Mai loslegen. Dann erwartet uns VAGABOND schon im Wasser. Das Boot wird die Halle am 24. April verlassen.

Planung

Was ist eigentlich geplant in dieser Saison ? Wo waren wir noch nicht ? Oder ist es mal Zeit alte Erlebnisse wieder aufzufrischen ?

Ehrlich gesagt, einen grossen Plan haben wir uns fรผr dieses Jahr nicht vorgenommen! Wir gehen es diesmal gemรผtlich an und werden uns รผberraschen lassen. Das liegt auch daran, dass wir unsere Tรถrns dieses Jahr mehrmals unterbrechen werden. Es gibt nicht nur das Schiff,…

So heisst unser Leitmotiv dieses Jahr NIEDERLANDE, NIEDERLANDE und nochmals NIEDERLANDE. Man kรถnnte auch sagen: … „dieses Jahr haben wir uns fรผr eine Kreuzfahrt entschieden„.

In den letzten Jahren waren die Niederlande eher End- und Ausgangspunkt unserer Reisen. Insgesamt vier mal, sind wir seit 2014 ausschliesslich in den Niederlanden unterwegs gewesen: 2015, 2017, 2019 und 2022 (inklusive Abstecher nach Emden (D)). Wรคhrend den anderen Saisons hiessen die Ziele eher: Belgien, Deutschland und Frankreich.

Tour 1:

Von Anfang Mai bis Mitte Juni kรถnnte es im wesentlichen Sรผd- und Nord-Holland werden (rote Strecke). Wie wir dann die zweite Tour gestalten, wissen wir noch nicht genau. Schรถne Ziele gibt es allemal รผberall. Mรถglich wรคre ein Abstecher in die Region Drenthe (grรผne Strecke). Dort locken die „Torfkanรคle“. Darรผber werden wir dann zu gegebenem Zeitpunkt genauer berichten.

Wir werden uns wohl dieses Jahr viel Zeit in den grรถsseren Stรคdten lassen, angefangen mit Utrecht. Dort ist es leider nicht so einfach mit dem Boot „hinzukommen“.

Dann werden wir wieder zur OVChip Card greifen und mit den รถffentlichen Verkehrsmittels uns dem Stadtzentrum nรคhern.

Die erste Tour wird wahrscheinlich in Rotterdam enden. Das hat fรผr uns auch praktische Grรผnde. Mit dem Zug sind wir von dort bequem in knapp 3 Stunden in Paris.

Wer Tรถrn-Vorschlรคge hat, kann uns ja einen Kommentar schicken. Wir lesen diese gerne und antworten (fast) immer.

Auf eine gute und schรถne Saison 2026

2025 #25 Souvenir, souvenir

Wie jedes Jahr, seit 2014, ist auch die Fotografie ein Teil unserer Reise. So gibt es auch dieses Jahr ein kleines Bรผchlein zur Erinnerung an das Gesehene und Erlebte auf unserer Reise durch Belgien, Nord-Frankreich und Zeeland.

Hier der Weg zum Blรคttern, vielleicht ein Vorschlag fรผr die nรคchste Boots-Saison.

https://www.blurb.fr/bookshare/app/index.html?bookId=12683738

Auch 2025 blieb das Interesse an unsere Webseite gross. Die Anzahl der „Besucher“ ging zwar zurรผck (-18%), allerdings hat das Interesse an den Beitrรคgen deutlich zugenommen (+38%). Mit 43 466 Aufrufen haben wir damit einen neuen Hรถchststand erreicht.

Wie geht es jetzt weiter in der neuen Saison 2026.

Genaue Plรคne haben wir noch nicht. Da wir in diesem Jahr unsere Tรถrns mehrmals unterbrechen „mรผssen“, werden wir wohl „in der Nรคhe“ bleiben. Also voraussichtlich Niederlande.

2025 #24 Ausklang

Im letzten Beitrag haben wir uns fรผr die Strรถmungsverhรคltnisse im Rhein-Maas-Delta interessiert.

Jetzt geht’s in Richtung Winterlager. Die Fahrt รผber die Maas erweist sich immer wieder als schรถner Anfang oder Ende der Saison auch wenn wir inzwischen so ziemlich jeden Baum am Ufer kennen.

Es gibt natรผrlich zwei Mรถglichkeiten die „Heimreise“ anzugehen: schnell (man kennt ja schon alles) oder gemรผtlich (es gibt immer noch etwas zu entdecken).

Wir gehen es diesmal sehr gemรผtlich an.

  • Dordrecht > Heusden
    Heusden > Maasbommel
    Maasbommel > Katwijk
    Katwijk > Mook
    Mook > Venlo
    Venlo > Roermond
    Roermond > Maasbracht.

Da wir schon รถfter in unseren Beitrรคgen รผber die Fahrt und die Etappen an der Maas berichtet haben, wollen wir heute darauf im einzelnen nicht eingehen.

Bilder sagen oft mehr sagen als viele Worte,….

Neu ist dieses Jahr nur die Etappe Mook, genauer Mokerplas. Da waren wir schon lรคnger nicht mehr. Bootsfreunde hatten uns daran erinnert, dass nicht nur die Hรคfen dort gut ausgestattet sind, sondern, dass auch die Umgebung und Landschaft zu einem Besuch einladen. Gesagt getan. So nutzen wir unseren Aufenthalt zu ein paar Fahrradtouren. Wie immer ist das Knotenpunktsystem ein guter und praktischer Wegweiser.

Eine Fahrt zur sehenswerten kleinen Stadt Gennep endete dann leider mit einem Fahrradunfall. Besser gesagt mit einem Zusammenstoss zweier Rรคder. Glรผcklicherweise blieb es im wesentlichen bei Materialschรคden und eine Geschichte fรผr franzรถsische und niederlรคndische Versicherungen.

Jetzt heisst es packen, und nach Hause fahren.

Was ansonsten bleibt sind die vielen Eindrรผcke. Wie jedes Jahr wird es auch wieder ein Fotobuch geben. Aber da muss der Interessierte leider noch etwas Geduld haben.

Als Vorgeschmack gibt es ja schon die Galerie der diesjรคhrigen Saison.

Bis bald!

2025 #23 Gewรคsser um Dordrecht

Wir haben schon zweimal in frรผheren Jahren รผber unsere Reisen nach Dordrecht berichtet: 2017 und 2019

Unser Interesse gilt dieses Mal der besonderen geographischen Situation und deren Einfluss auf das Bootsfahren.

Dordrecht ist von Wasser umgeben und liegt mitten im Rhein-Maas-Delta. Auch wenn man es kaum wahrnimmt, die Stadt liegt auf einer Insel.

Im Osten der Stadt spaltet sich der Waal in den Boven- und Nieuwe Merwede auf. Im Westen fliesst die Oude Maas, die im Sรผden in den Dordtse Kil und im Norden in den Noord รผbergeht. Hinzu kommen in Betracht der Lek (Niederrhein) im Norden, die Maas (Amer, Bergische Maas) und der Hollands Diep im Sรผden.

Fรผr die Berufsschifffahrt ist die Stadt ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt nach Antwerpen, Rotterdam, der Nordsee und dem Rhein. Der Verkehr wird hier von einer Verkehrszentrale รผberwacht und gesteuert. Auch fรผr Sportboote ist es empfehlenswert, sich รผber Funk zu identifizieren, um Gefahrensituationen zu vermeiden.

Wer hier als Freizeitkapitรคn unterwegs ist, sollte zwei Dinge besonders im Auge behalten: den Fracht- und Fรคhrverkehr und die Strรถmungsverhรคltnisse, die hier herrschen. Diverse Flussstrรถmungen und Gezeitenstrom addieren sich hier.

Beide sollten in Betracht gezogen werden, wenn man seine Fahrzeiten optimieren mรถchte.

Insgesamt stellt der Waal den grรถssten Anteil der abfliessenden „Wassermassen“ dar. Vereinfacht gesagt fliessen 40% รผber die Boven Merwerde und 60% รผber die Nieuwe Merwerde. 3/4 des Wassers der Boven Merwede fliessen in Richtung Rotterdam รผber den Noord ab. Das restliche Viertel flรฏesst zur Oude-Maas und zum Dordtse Kil, wobei zu berรผcksichtigen ist, dass ein Teil des Wassers des Nieuwe Merwerde und der Maas รผber den Dordtse Kil und Oude-Maas abfliesst. Dieser Anteil hรคngt stark von den Wasserstรคnden ab. Wenn bei Niedrigwasser die Wehre im Haringvliet geschlossen sind, erhรถht sich dieser Anteil.

Um die Sache noch etwas interessanter zu gestalten, darf man den Einfluss des Mondes nicht unterschรคtzen. Der Gezeitenstrom reicht bis weit ins Hinterland.

Tide und Abfahrtzeiten von Dordrecht (ohne Gewรคhr)

Am 1.September ist Hochwasser an der Kรผste (Messpunkt Hoek van Holland) um 9:22h. Die Flutwelle erreicht Dordrecht nach fast 2h um 11:07h. Bis die Welle dann Keizersveer an der Maas erreicht vergehen noch weitere 3h.

Unser Ziel ist es also, die Flutwelle (ablaufend zunรคchst und dann auflaufend) fรผr unsere Reise optimal zu nutzen. Zunรคchst gilt es, von Dordrecht รผber Oude Maas und Dordtse Kil zum Hollandsch Diep zu gelangen.

Hier nutzen wir das ablaufende Wasser.

Am Vortag hatten wir unsere Einschรคtzungen mit den Informationen des „Schwarzen Brettes“ im Hafen verglichen. Streng nach der Devise „Doppelt genรคht, hรคlt besser“. Dort werden fรผr die jeweiligen Fahrtrichtungen (> Noord, > Oude Maas, > Spui und > Dordtse Kil) Empfehlungen zu den gรผnstigsten Abfahrtzeiten gegeben.

Angewandt auf uns, ergibt das am 1. September ein Zeitfenster von 10h bis 14h.

Da dies schon recht spรคt ist, verlassen wir den Hafen um 10h (also noch vor Hochwasser). Bevor wir auf die Oude Maas rausfahren, werfen wir schnell noch einen Blick auf den Plotter. Einer der berรผchtigten Schubverbรคnde „Veerhaven“ ist glรผcklicher Weise schon rund einen Kilometer weiter entfernt.

Wir fahren im Konvoi mir EPSILON, welche die Verkehrszentrale per Funk รผber unsere gemeinsame Fahrtrichtung informiert. Bis zur Einfahrt in den Dorsdte Kil fahren wir mit unserer รผblichen Reisegewindigkeit. „SOG“ und Geschwindigkeit im Wasser liegen bei 10km/h.

Nach einer guten halben Stunde nehmen wir deutlich Fahrt auf. Bis zur Einfahrt ins Hollands Diep kommen wir jetzt mit 14km/h voran. Wir werden „gezogen„.

Dann verlangsamt sich die Fahrt fรผr eine kurze Zeit. Hier, am Kreuzungspunkt von Hollands Diep, Dordtse Kil, Amer und Nieuwe Merwerde, treffen ablaufendes Wasser und auflaufendes Wasser aufeinander. Das merkt man auch daran, dass trotz mรคssigem Wind und geringem Berufsverkehr das Wasser sehr unruhig und aufgewรผhlt ist.

Sobald wir auf der Amer, spรคter Bergsche Maas sind, spรผren wir jetzt das auflaufende Wasser. Wir werden „geschoben„. Da der Hรถchststand bei Keizerveer erst 3 Stunden nach Dordrecht (um 13:48h) erreicht wird, trรคgt uns die Flutwelle fast bis nach Heusden, wo wir um 14h30 festmachen.

2025 #22 Festungsstรคdte und Brielle

Als wir in Willemstad spazierengehen, fรคllt uns auf, dass wir uns wieder mal in einer historischen Festungsstadt befinden. Im Nordwesten von Europa gibt es davon ja Einige. Ob Ludwig XIV, die Spanier, Napoleon, die Flamen, die Hollรคnder, die Friesen oder die Deutschen, zu jeder Zeit wurden Stรคdte befestigt oder Stรคdte als Festungen gegrรผndet.

Letzteres ist zum Beispiel der Fall in der Geburtsstadt des Autors. Die an der Saar gelegene Stadt Saarlouis wurde auf Louis XIV‘ Geheiss im Jahre 1680 von Vauban in einer Sumpflandschaft an der Saar fรถrmlich aus dem Boden gestampft. Es sei nebenbei bemerkt, dass Saarlouis die einzige Stadt Deutschlands ist, die auf Veranlassung des franzรถsischen Kรถnigs erbaut wurde. Im Laufe seiner Geschichte hat die Stadt mehrmals ihre Flagge gewechselt. Das letzte Mal 1957.

Die militรคrische Baukunst Vauban’s hat Schule gemacht. So findet man heute noch in einigen Stรคdten รœberreste solcher Festungen. Selbst die Namen von Teilen der Festungsanlagen wurden รผbernommen: Revelin, Bastion, Casemate etc.

Zurรผck zu unserer Reise.

Beeindruckt von den Festungsanlagen in Hellevoetsluis, entschliessen wir uns, einen Abstecher nach Brielle zu machen. Die Stรคdte Tholen, Bergen op Zoom, Veere, Willemstad und Hellevoetsluis liegen nun schon hinter uns. Heusden dieses Jahr noch vor uns.

Der Weg nach Brielle fรผhrt รผber die Oude Maas und den Scheepvaartkanaal zum Brielse Meer, eine Freizeitoase im Sรผdwesten der Grossstadt Rotterdam. Wenn man nicht genau hinschaut, kann man die Einfahrt zur Stadt verpassen. Wir finden einen Platz in der Gracht vor der „Brug in Brielle„. Dort bleiben wir drei Tage, Zeit genug um die Festungsanlagen zu erkunden.

Im Rathaus gibt ein Modell einen guten รœberblick รผber die Stadt.

Die folgenden Bildbeispiele stammen aus Hellevoetsluis, Brielle und Heusden.

Man kรถnnte die Tour in Richtung Nordosten der Niederlande erweitern. Denn auch dort gibt es schรถne befestigte Stรคdte zu besuchen, so die Hanse-Stรคdte an der IJssel und die gut erhaltene Festung Naarden. Vielleicht eine Idee fรผr eine „Festungstour“ mit dem Boot durch die Niederlande.

2025 #21 SAIL 2025, wir auch!

Die Geschichte von Sale oder Sail haben wir ja schon im Beitrag 2025 #19 erwรคhnt,… Das war 2015, als wir von Gouda nach Weesp fuhren.

Nach 10 Jahren war dann die Zeit auch fรผr uns reif. Wir wollen SAIL 2025 in Amsterdam miterleben. Dabei sein, ist alles! Dieses Mal (noch) zu Fuss, …

Bilder sagen manchmal mehr als lange Texte. Sie haben ihre eigene universelle Sprache.

Hier eine Auswahl. Nein, mit Sommerschlussverkauf hat das nichts zu tun ;-).

2025 #20 Das Spui rauf oder runter?

Das Spui !

Wikipedia lehrt uns, dass wir das Spui schreiben sollen. Was wohl darauf hindeutet, dass es nicht als „richtiger“ Fluss betrachtet werden soll.

Das Gewรคsser zweigt bei Oud-Bijerland von der Oude Maas ab und endet im Haringvliet. Seine Strรถmungsrichtung hรคngt von den Gezeiten an der Nordseekรผste ab. ย „Das Wasser flieรŸt, je nach Ebbe oder Flut, in Richtung Haringvliet oder Oude Maas“ (Quelle: Wikipedia).

Aber wie soll man den Satz verstehen? Bei Ebbe Richtung Haringvliet ? Bei Flut Richtung Oud-Bijerland?

Fรผr erfahrene Kapitรคne ist das natรผrlich alles selbstverstรคndlich. Das Rhein-Maas-Delta stellt eine etwas komplexere geographische Situation dar, als zum Beispiel die Schelde oder die Seine. Oude Maas, Nieuwe Maas, Noord, Dordsche Kil, …

Nach guter Ingenieur-Manier, versuchen wir uns, die Sache vereinfacht vorzustellen. Also summieren wir einfach die Flussstrรถmung der Oude Maas mit dem ablaufenden Wasser bei Ebbe. (Hochwasser > Niedrigwasser).

In unserem Fall ( > Ebbe) fliesst das Wasser der Spui Richtung Oude Maas. Das ist zumindest unsere Annahme.

Was heisst das nun konkret:

  • Ziel ist Oud-Bijerland am Spui
  • Wir fahren nach Hochwasser in Hellevoetsluis los und wollen vor Niedrigwasser in Oud-Bijerland ankommen.
  • 20km liegen zwischen beiden Orten.
  • Unsere gewรถhnliche Geschwindigkeit im Wasser liegt bei 10km/h.

Erfahrene Kapitรคne hatten uns gewarnt, dass die Strรถmung „recht stark sein kann„. Jetzt wollen wir wissen, ob unsere Annahme richtig ist!

Als wir ins Spui einbiegen, erhรถht sich unsere Geschwindigkeit schlagartig. Wir werden fรถrmlich angezogen.

Wir haben es heute nicht eilig und reduzieren die Drehzahl des Motors auf Leerlaufniveau!

Nach 1h30 kommen wir an der Schutzschleuse von Oud-Bijerland an. Unsere Annahmen haben sich also bestรคtigt!


Wer es genauer wissen will:

  • Hoek van Holland (18. August 2025) Referenz-Wasserstand:
    • HW: 4h16
    • LW: 10h51
  • Oud-Bijerland:
    • HW: HvH +1h35 => 5h51
    • LW: HvH + 2h00 = >12h51
  • Die Strรถmung ist im allgemeinen am stรคrksten 2-3h nach Hochwasser oder vor Niedrigwasser (in unserem Falle zwischen 9 und 11h).
  • Wir starten um 8h30 und machen im gemรผtlichen Hafen von Old-Bijerland gegen 11h fest.
  • Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Gesamtstrecke lag bei etwa 14km/h.

2025 #19 Von der Oosterschelde zum Haringvliet

Fรผr den Rรผckweg vom Veerse Meer zur Oosterschelde sehen wir nur eine Etappe in Wolphaarthsdijk vor. Dort lagen wir auch schon auf dem Hinweg. Der Hafenmeister weist uns die gleiche Box am D-Steg zu. Das Festmachen gelingt dieses Mal besser. Man spรผrt kaum Wind und wir haben unsere Fahrrรคder schon vorsorglich am Wartesteg von der Badeplattform entfernt.

Grรผne Strecke = beschriebene Strecke in diesem Beitrag (6)-(10); Rote Strecke (0)-(5) = siehe Beitrag 2025 #18

Am nรคchsten Morgen starten wir gegen 9h. Bis zur Zandkreeksluis brauchen wir etwa 30 Minuten. Als wir dort ankommen, warten schon 3 Boote in der Schleuse.

Bei bestem Wetter und guter Strรถmung fahren wir auf direktem Weg entlang der schรถnen Zeelandbrรผcke nach Zierikzee. Dort haben wir vorsorglich einen Liegeplatz im WSV ZIERIKZEE direkt hinter der Schutzschleuse reserviert.

Wir bevorzugen diesen ruhig(er)en Hafen. Er wurde uns von unserem Freund Thom empfohlen. Von dort aus bis zum Stadtzentrum sind es mit dem Fahrrad nur ein paar Minuten. Die Liegeplรคtze in der Stadt sind immer sehr gefragt. Doppelpack ist dort Standard, zumindest im Hochsommer.

Ganz so ruhig war es dann doch nicht, zumindest fรผr eine kurze Zeit . Wรคhrend unseres Aufenthaltes geriet im Hafen ein Segelboot in Brand, der die Feuerwehr, die Seenotretter und die Polizei mobilisierte.

Wir bleiben hier drei Tage und nutzen das schรถne und ruhige Wetter zu Ausflรผgen in die Umgebung.

Warum gerade Zierikzee in ganz Zeeland „the place to be“ sein soll, verstehen wir nicht ganz . Natรผrlich sollte man den Ort besuchen, aber andere Stรคdte „bieten“ mindestens genauso viel. Aber das ist wohl auch eine Frage der Interessen, die man so hat.

Vielleicht liegt es an den noch aktiven Muschel-Fischern, die tรคglich ein und auslaufen. Wer sich nรคher fรผr die Geschichte der Stadt und der Umgebung interessiert, sollte dem Museum im alten Stadhuis einen Besuch abstatten. Wer es bis zur oberen Etage schafft, der wird mit der Sicht auf den handwerklich, aussergewรถhnlich kunstvollen Dachstuhl belohnt.

Die Fahrt nach Sint Annaland erweist sich als ziemlich „holprig“. Auf den auffrischenden Wind sind wir vorbereitet. Jedoch รผberholt uns in der Nรคhe von Stavenisse eine grรถssere, rasende Yacht unverschรคmt nahe. Dem Kapitรคn geht es wohl darum, uns zu zeigen, dass Plastik-Gleiter im Wasser schneller sein kรถnnen als Stahl-Verdrรคnger. Uns dabei krรคftig durchzuschรผtteln, scheint ihm schnurzegal. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir auch noch nicht, dass unser Tisch einen Salto machen kann.

Nach 2h30 Fahrt erreichen wir den grossen und sehr gut ausgestatteten Hafen in Sint Annaland. Der Ort lebt vom Sommertourismus. Wir bleiben dort nur eine Nacht. Zeit genug, um ein paar Einkรคufe im nahegelegen Supermarkt und Bootsshop zu tรคtigen.

Als nรคchste Etappe auf unserem Weg zum Haringsvliet wรคhlen wir Willemstad. Stadt und Hafen kennen wir gut. Schon รถfter haben wir hier ein paar Tage verweilt: 2017, 2019, 2023

Aber zunรคchst geht es an Bruinisse vorbei, denn das Grevelinger Meer lassen wir dieses mal „links liegen“. Wir fahren mit der Strรถmung und kommen gut voran.

In der Krammerjachtensluis warten schon einige Boote. Wir fahren als Letzte ein.

25 Minuten spรคter verlassen wir die Schleuse. Gegen 12h30 erreichen wir die Volkerakschleuse.

Den Hafenmeister in Willemstad hatten wir am Vortage informiert, dass wir Willemstad voraussichtlich gehen 13-14h erreichen werden.

Als wir an der Schleuse ankommen, sehen wir, dass sich im Vorhafen schon eine grosse Anzahl von Motor- und Segelyachten angesammelt hat. Geduld ist angesagt.

Erst beim dritten Schleusengang nach 2 Stunden sind wir dabei. Den Hafen erreichen wir kurz vor 16h.

Auch dieses Mal ist das Hafenbecken in der Stadt รผberfรผllt. Wir liegen wie immer ausserhalb der Festungsmauer.

Wie schon so oft fรผhrt uns der erste Spaziergang zum Wassersportgeschรคft am Hafen. Dort stellen wir leider fest, dass auch dieser gut sortierte Laden schliesst.

Nach 3 Tagen verlassen wir frรผh am Morgen Willemstad und nehmen Cap auf Hellevoetsluis. Da es unser erster Besuch ist, befragen wir unseren Freund Thom nach einem Liegeplatz. Er empfiehlt uns die Marina Hellevoetsluis, die, wie wir erfahren, angeblich keine Passanten mehr aufnimmt. So versuchen wir, einen Platz im Gemeente Hafen zu finden. Aber dort ist kein freier Liegeplatz in Sicht. Wie wir spรคter erfahren, war am Vortag ein Hafen- und Stadtfest.

So entscheiden wir uns fรผr die Marina Cape Helius. Dort wird uns ein schรถner langer Steg zugewiesen. „Epsilon“, gute Bekannte aus unserem Winterhafen in Maasbracht liegen am gleichen Steg. Dies gibt uns die Gelegenheit unsere letzten Reiseerfahrungen auszutauschen.

Der Hafen liegt ausserhalb der Festungsstadt. Die Innenstadt erreicht man in wenigen Minuten mit dem Fahrrad. Wir nutzen unseren Aufenthalt zu einem Rundgang รผber die Festungsanlagen, zu einem Besuch im Trockendock und einer Radtour nach Stellendam รผber das Deltageul-Sperrwerk.

Wรคhrend unseres Aufenthaltes in Willemstad, haben uns Bekannte von ihrem Plan erzรคhlt, nach Amsterdam zur Sail zu fahren…. Obwohl dies bei uns absolut nicht auf dem Programm stand, fahren wir kurz entschlossen von Hellevoetsluis per Rad, Bus und Bahn nach Amsterdam.

Als wir 2015 in den Niederlanden unterwegs waren, hatten uns viele Leute von der „SAIL“ in Amsterdam berichtet. Damals fragten wir uns, was es da so Tolles und Billiges zu kaufen gibt. Erst spรคter erkannten wir unseren Fehler: nicht „SALE“ sondern SAIL. Ha, Ha,…


ZUSAMMENFASSUNG (34-38):

  • Middelburg > Wolpaartsdijk: 19km, 1 Schleuse, 2Mh
  • Wolpaartsdijk > Zierikzee: 16km, 1 Schleuse, 2Mh
  • Zierikzee > St. Annnaland: 21km, 2,5Mh
  • St.Annaland > Willemstad: 32km, 2 Schleusen, 4,1Mh
  • Willemstad > Heelvoetsluis: 25km, 3Mh