2026 #5 Statt Den Helder Volendam

In Hoorn erfahren wir dank der Fahrweg-Informationen, dass der Weg von Medemblik nach Den Helder über die Kanäle wegen Reparaturarbeiten „bis auf Weiteres“ gesperrt ist, und dass sich das Wetter auf dem IJsselmeer in ein paar Tagen verschlechtern wird.

Wie schon erwähnt, liegen wir hier im „Viererpack“, was zum Gespräch mit den Nachbarn einlädt. Nach Den Helder wollen Sie ? Was wollen Sie denn dort machen? Den Helder, so was ?

Unser Nachbar ist so überzeugend, dass wir uns nicht mehr trauen, das D-Word in den Mund zu nehmen.

Nach Enkhuizen und Medemblik übers IJselmeer weiterfahren und dann zu wenden, wäre eine Option. Diese lassen wir aber wegen dem unsicheren Wetter fallen. Da wir Enkhuizen von unseren früheren Reisen schon kennen, entschliessen wir uns zu einer Busfahrt nach Medemblik.

Der Ausflug lohnt sich. Nicht nur der Ort ist durchaus sehenswert , der Abstecher gibt uns auch die Gelegenheit, uns die Häfen anzusehen.

Mit dem Bus geht es wieder in 30′ zurück nach Hoorn. Die geplante „Rundreise“ (natürlich im Gegenuhrzeigersinn) ist nun Geschichte. Aus dem vorgesehenen „O“ wird ein „Y“, wie sich bald herausstellen wird.

Gesagt getan, wir verlassen Hoorn und entscheiden uns für eine Etappe in Volendam. Diesen sehr touristischen Ort hatten wir früher schon mit dem Rad von Edam aus besucht.

Zunächst fahren wir, nachdem wir den Kanal verlassen haben nach Süden in Richtung der Sport-Boje „H“ und geben dabei acht, so gut wie möglich die Wasserpflanzen zu umgehen. Wir wollen nicht den gleichen Fehler machen wie 2017, als wir den direkten Kontakt mit den Wasserpflanzen sichtlich suchten.

Die WEB-Seite „Waterplanten“ ist da sehr hilfreich. Man kann übrigens feststellen, dass gegenüber 2017 die Pflanzen sich weiter nach Osten ausgebreitet haben.

Sieht man mal von dem touristischen Overkill ab, liegt man in Volendam recht nett. Der Hafen ist allerdings recht ungeschützt. Man kann sich vorstellen, dass es bei schlechtem Wetter recht ungemütlich werden kann.

Unseren Plan von Den Helder aus Richtung Süden nach Alkmaar zu fahren, haben wir noch nicht ganz ausgeschlossen. Von Edam aus kommt man über Pomerend dort hin. Die Sache hat nur einen Haken. Nein, nein, die Brücken und Schleusen funktionieren, also freie Fahrt ? Auf dem Weg liegen drei Brücken mit einer Durchfahrthöhe von 3,05m.

Selbst mit gelegtem Cabrio wird es da sehr eng, vielleicht sogar zu eng. Die Alternative wäre die Scheiben zu legen. Aber lohnt sich der Aufwand ? Um es richtig zu machen, müssen auch die Scheibenwischer abmontiert werden. Ob es an unserer Frustration liegt oder ob es einfach nur Faulheit ist, wir lassen die Idee nach ein paar Versuchen fallen und überreden uns, dass sich der Aufwand nicht lohnt.

2026 #4 Bis Hoorn „alles nach Plan…“

Am 4. Mai ist für uns dieses Jahr Saisonstart.

Unser Boot liegt blitzblank am Steg. 3 Tage später, nachdem die üblichen Vorbereitungen abgeschlossen sind, geht es los. Zunächst in 5 Etappen nach Heusden. Dort erwarten wir Besuch.

Was uns sofort auffällt, ist die fast absolute Ruhe auf dem Wasser, kaum Frachter, wenig Freitzeitboote. Mit einer Ausnahme werden wir an allen Schleusen allein geschleust.

Sicherlich, das Wetter Anfang Mai entspricht eher dem, das man im November erwartet. Als wir gegen 14h in Heusden ankommen, stellen wir mit Erstaunen (oder Entsetzen) fest, dass wir das einzige Boot am Passantensteg 8 sind. Das haben wir hier noch nie gesehen!

Heusden

Die Treibstoffpreise und die „allgemeine Lage“ mögen wohl auch ein Grund dafür sein.

So tuckern wir gemütlich weiter nordwärts und folgen unserem Plan. Selbst auf dem sonst so befahrenen Waal ist es seltsam ruhig,…

Von Woudrichem aus geht es dann direkt nach Vianen, wo wie 2 Tage im Passantenhafen bleiben. Wir wollen die Zeit nutzen und Utrecht besuchen.

In Vianen nehmen wir den Bus, der uns in 40′ nach Utrecht bringt.

Abgesehen von einem Stadtbummel, statten wir dem Catharijneconvent und dem Centraal Museum einen Besuch ab.

Da die Koninginnensluis in Nieuwegein bis zum 12. Juni gesperrt ist, geht es auf dem Lek direkt zum Amsterdam-Rijn-Kanal via die Prinses Beatrixsluis. Hier werden wir mit einem kleineren Frachter und einem Freizeitboot geschleust.

Zu unserem Glück ist es auch auf dem Amsterdam-Rijn-Kanal recht ruhig. Der Schwell hält sich in Grenzen und wir erreichen problemlos die Vecht. Wir entscheiden uns, in Breukelen zu übernachten.

Bis zur Einfahrt zur Vecht sind es nur 14 km. Wegen der Höhenbegrenzung der Buurenbrug von 3,75m gilt besondere Vorsicht bei der Einfahrt. Wir melden uns über UKV Kanal 61 an. Man signaliert uns, dass kein Schiff in entgegengesetzter Richtung unterwegs ist.

Wir kommen dort um 11h58 an der Brücke in Breukelen an. Um 11h59 schaltet der Brückenwärter auf Doppel-Rot! Ja klar, das Heben und Senken der Brücke hätte länger als eine Minute gedauert…. Somit heisst es nun Mittagessen vor der Brücke. Der Passantenhafen liegt direkt hinter der Brücke.

Wie auch in Vianen wird hier mit der App AanUit.net bezahlt.

Die vorhandenen blauen CEE 16A. Stecker für den Stromanschluss sind allerdings nicht aktiviert. Nur Wassertanken ist mit der App möglich.

Jetzt, auf der Vecht hat sich das Wetter deutlich verbessert. Trotzdem bleibt es recht ruhig. Der Weg führt uns weiter an den schönen und gepflegten Häusern und Schlössern vorbei.

In Weesp finden wir einen schönen Platz mit freier Sicht im WSV De Vecht. Weiter geht’s am nächsten Tag nach Muiden, wo wir abwarten wollen, bis der Wind uns die Fahrt übers Markermeer erleichtert.

Von unserem Liegeplatz aus hat man eine schöne Sicht auf das Schloss von Muiden. Dieses Mal nehmen wir uns die Zeit zu einer Besichtigung. Wir sind nicht enttäuscht! Sowohl das Schloss als auch die Aussenanlagen und der gepflegte Garten sind sehenswert.

Bei 2 bft starten wir um 7h45 mit dem Ziel, zum Mittagessen in Hoorn zu liegen. Ausser Mücken begegnet uns kaum jemand auf dem Markermeer.

Wir bleiben zunächst in den durch Tonnen markierten Fahrrinnen. Hier begegnen wir ein paar Frachter auf dem Weg nach Friesland oder Emden.

Vorbei an dem schönen und bei gutem Wetter weit sichtbaren Leuchtturm von Marken nehmen wir zunächst Kurs nach Nord-Osten.

Nach Erreichen der „Sport-Boje H“ fahren wie geradlinig nordwärts (Winkel 358°). So umgehen wir die schon sichtbaren Wasserpflanzen, die sich weiter nach Osten hin ausbreiten. Nach Erreichen der Sport-Boje G nehmen wir Kurs auf den betonten Kanal direkt nach Hoorn.

Als wir um 12h10 im Binnenhafen ankommen, sind zu unserer Überraschung nur noch Plätze im Doppelpack vorhanden, später am Tag liegen wir dann zu viert.

Ja, so ist es nun mal. Wir mussten dieses Jahr wohl 300 km fahren, bevor wir uns nicht mehr alleine fühlen sollten.

Auffallend ist, dass viele Segler unterwegs sind. Das Pfingstwochenende ist bei schönem Wetter, nach Aussagen des Hafenmeisters, der Höhepunkt des Jahres. So soll es auch dieses Jahr sein!

Auch wenn Hoorn immer wieder eine Reise wert ist, soll es nach Enkheuizen und Medemblik weiter übers IJsselmeer gehen. Die Wetterbedingungen bleiben in den nächsten 2 Tagen sehr gut.

Aber,… demnächst davon mehr.

2026 #3 Ein neuer Plotter,…

Nach 12 Jahren guter Dienste, haben wir letztes Jahr gedacht, dass die Zeit gekommen ist, um ein paar größere Renovierungsarbeiten in Angriff zu nehmen. Von den regulären Wartungen soll hier nicht die Rede sein.

2025 stand ein neues Cabrio auf dem Programm. Nach 13 Jahren war dies wohl gerechtfertigt. Für dieses Jahr kam dann ein neuer Plotter ins Gespräch.

Um es vorwegz nehmen, der ursprünglich Eingebaute, hätte wohl problemlos noch ein paar Jahre am Steuerstand weiter schlummern können!

Und da sind wir jetzt beim eigentlichen Thema. Das Boot wurde mit einem am Steuerstand flach eingebauten Plotter geliefert. Um ihn zu benutzen, musste man sich stellen, denn im Sitzen (wir sitzen beim Fahren) sah man einfach nichts. Außerdem war der Bildschirm recht klein, was die Lesbarkeit ziemlich einschränkte.

Diesmal geht es also eher um Modernisierung als um Renovierung. Wenn schon ein neuer Plotter, dann einen mit zeitgemässem Bedienungskomfort und einem grösseren Bildschirm, den man auch bequem im Sitzen beim Fahren benutzen kann.

Gesagt getan!

Gelernte Industrie-Designer würden sich natürlich die Haare ausreißen, wenn sie unsere Montage sehen würden. Aber hier ging es weniger um Ästhetik als um Benutzbarkeit!.

Ja, ja die Proportionen stimmen nicht so ganz. Unser neuer Plotter passt wohl besser in ein 55er Boot. 😉

Jetzt wo das Ding seien Platz gefunden hat, so dass auch die anderen Bedienelemente noch im Sichtfeld liegen und bedient werden können, kommt dann schon die nächste vielleicht wichtigste Frage:

Wer braucht eigentlich noch einen Plotter ?

OK, OK, wir sind weder Angler (also Fisch-Sonar) noch Nebelfahrer (also Radar).

Wenn man sich z.B. die Leistungsfähigkeit der „Waterkaarten“ App auf einem iPad anschaut, stellt sich die Frage ernsthaft. Der direkte Vergleich kommt einem sofort in den Sinn!

Die APP bietet einiges, was der Plotter nicht kann, zumal zu einem weitaus günstigeren Preis! Hier seien nur einige Punkte erwähnt: Routenplanung, Wasserweginformationen in Echtzeit, regelmässiges Kartenupdate, benutzerabhängige Weginformation (z.B. Höhenbeschränkungen,…).

Warum haben wir nun das viele Geld in diesen Plotter gesteckt, kann man sich fragen?

Um es kurz zu fassen, die APP dient der Planung, der Plotter dem Fahren.

Wenn man genauer hinschaut, stimmt das so nicht. Wenn man nur auf Kanälen, Flüssen und kleineren Seen unterwegs ist, erweist die App sehr gute Dienste, was der Plotter (mit seinen aktuellen Karten) absolut nicht bietet!

Das ändert sich schnell auf offenen Gewässern. Ein Teil unserer Reise dieses Jahr führt über das IJsselmeer. Hier fühlt sich der Plotter erst richtig wohl und kann seine Qualitäten unter Beweis stellen.

Trotzdem gibt es ein kleines b-Moll, zumindest mit unserem Gerät.

Raymarine bevorzugt nun eigene (?) Karten. Die Karten von Navionics werden zwar noch angeboten, ob man sie aber auf unseren Plotter laden kann, scheint nicht so ganz klar. Es sei vermerkt, dass wir noch ein Abonnement für diese Karten bis Mitte 2027 haben, und natürlich auch dafür bezahlen,….

Hinzu kommt, dass die neuen installierten Karten, eben sehr neu sind. Neu im Sinne von jung, also anfällig und verbesserungsbedürftig! Ausserdem „funktioniert das Karten-Update via Download noch nicht so richtig „...

Fazit:

  • wir können jetzt den Bildschirm gut einsehen, und somit endlich den Plotter auch im Sitzen bedienen.
  • Die Benutzeroberfläche ist jetzt „up to date„. Wir wissen, wann und wo wir ihn wirkich brauchen.
  • Bei den Karten ist noch „Handlungsbedarf“ .
  • Einen Schöhheitswettwerb werden wir wohl nicht gewinnen. Aber das ist das kleinere Übel.

2026#2 Auf Los geht’s los, … fast

In der Zwischenzeit haben wir mal unseren Plan etwas verfeinert.

Einerseits haben wir uns die vorgesehenen Sperrungen und Beschränkungen angeschaut, anderseits kennen wir jetzt auch unseren Zeitplan : Boot, kein Boot, Boot, kein Boot,…

Damit sieht die Reiseübersichtskarte wie folgt aus:

Die erste Reise vom 7. Mai bis zum 12. Juni entspricht in etwas, dem Vorschlag des Beitrags 2026#1. Neu für uns wird der Norden sein, bis nach Den Helder soll es gehen. Diese Tour beenden wir in Rotterdam, wo das Boot auf uns warten wird, bis die erste „Kein-Boot-Zeit“ rum ist.

Dann von Mitte Juli bis Mitte August stehen Holländische IJssel, Niederrhein und IJssel auf dem Programm. Es ist nicht das erste Mal für uns : 2017, 2022 und 2024 waren wir hier schon unterwegs. Wenn der Zeitplan und das Wetter es uns erlaubt, ist auch ein Abstecher nach Urk und Umgebung vorgesehen.

Zum Abschluss, weil es immer wieder schön ist, geht es wie 2019 und 2022 über die Randmeeren nach Amsterdam.

Dort wollen wir die Saison ausklingen lassen, bevor es dann schnell zurück zum Heimathafen geht.

… Aber bis dahin kann noch viel passieren.

2026 #1 Noch ein paar Wochen,…

Vorfreude und Vorbereitung:

Wie jedes Jahr beginnt das Saison-Fieber schon im Winter, spätestens aber im Januar. Dann wenn es draussen noch kalt und regnerisch ist, steigt die innere Temperatur. Erinnerungen kommen hoch und nächste Ziele werden diskutiert.

Auch das Boot hat seinen Platz in der Vorbereitung.

Letztes Jahr haben wir unser Cabrio erneuert. Für diese Saison wurde im Winter ein neuer RAYMARINE Plotter eingebaut.

Auch wenn wir mehr und mehr mit den verfügbaren und sehr praktischen Anwendungen sprich „Apps“ (wie z.B. der Waterkaarten) unterwegs sind, hat ein Plotter immer noch seinen Platz am Führerstand.

Gerade lackieren wir unser Schilder mit unserem Bootsnamen „VAGABOND“ neu,…

Der Saisonstart fällt für uns dieses Jahr etwas später aus als gewohnt. Wir werden erst Anfang Mai loslegen. Dann erwartet uns VAGABOND schon im Wasser. Das Boot wird die Halle am 24. April verlassen.

Planung

Was ist eigentlich geplant in dieser Saison ? Wo waren wir noch nicht ? Oder ist es mal Zeit alte Erlebnisse wieder aufzufrischen ?

Ehrlich gesagt, einen grossen Plan haben wir uns für dieses Jahr nicht vorgenommen! Wir gehen es diesmal gemütlich an und werden uns überraschen lassen. Das liegt auch daran, dass wir unsere Törns dieses Jahr mehrmals unterbrechen werden. Es gibt nicht nur das Schiff,…

So heisst unser Leitmotiv dieses Jahr NIEDERLANDE, NIEDERLANDE und nochmals NIEDERLANDE. Man könnte auch sagen: … „dieses Jahr haben wir uns für eine Kreuzfahrt entschieden„.

In den letzten Jahren waren die Niederlande eher End- und Ausgangspunkt unserer Reisen. Insgesamt vier mal, sind wir seit 2014 ausschliesslich in den Niederlanden unterwegs gewesen: 2015, 2017, 2019 und 2022 (inklusive Abstecher nach Emden (D)). Während den anderen Saisons hiessen die Ziele eher: Belgien, Deutschland und Frankreich.

Tour 1:

Von Anfang Mai bis Mitte Juni könnte es im wesentlichen Süd- und Nord-Holland werden (rote Strecke). Wie wir dann die zweite Tour gestalten, wissen wir noch nicht genau. Schöne Ziele gibt es allemal überall. Möglich wäre ein Abstecher in die Region Drenthe (grüne Strecke). Dort locken die „Torfkanäle“. Darüber werden wir dann zu gegebenem Zeitpunkt genauer berichten.

Wir werden uns wohl dieses Jahr viel Zeit in den grösseren Städten lassen, angefangen mit Utrecht. Dort ist es leider nicht so einfach mit dem Boot „hinzukommen“.

Dann werden wir wieder zur OVChip Card greifen und mit den öffentlichen Verkehrsmittels uns dem Stadtzentrum nähern.

Die erste Tour wird wahrscheinlich in Rotterdam enden. Das hat für uns auch praktische Gründe. Mit dem Zug sind wir von dort bequem in knapp 3 Stunden in Paris.

Wer Törn-Vorschläge hat, kann uns ja einen Kommentar schicken. Wir lesen diese gerne und antworten (fast) immer.

Auf eine gute und schöne Saison 2026

2025 #25 Souvenir, souvenir

Wie jedes Jahr, seit 2014, ist auch die Fotografie ein Teil unserer Reise. So gibt es auch dieses Jahr ein kleines Büchlein zur Erinnerung an das Gesehene und Erlebte auf unserer Reise durch Belgien, Nord-Frankreich und Zeeland.

Hier der Weg zum Blättern, vielleicht ein Vorschlag für die nächste Boots-Saison.

https://www.blurb.fr/bookshare/app/index.html?bookId=12683738

Auch 2025 blieb das Interesse an unsere Webseite gross. Die Anzahl der „Besucher“ ging zwar zurück (-18%), allerdings hat das Interesse an den Beiträgen deutlich zugenommen (+38%). Mit 43 466 Aufrufen haben wir damit einen neuen Höchststand erreicht.

Wie geht es jetzt weiter in der neuen Saison 2026.

Genaue Pläne haben wir noch nicht. Da wir in diesem Jahr unsere Törns mehrmals unterbrechen „müssen“, werden wir wohl „in der Nähe“ bleiben. Also voraussichtlich Niederlande.

2025 #24 Ausklang

Im letzten Beitrag haben wir uns für die Strömungsverhältnisse im Rhein-Maas-Delta interessiert.

Jetzt geht’s in Richtung Winterlager. Die Fahrt über die Maas erweist sich immer wieder als schöner Anfang oder Ende der Saison auch wenn wir inzwischen so ziemlich jeden Baum am Ufer kennen.

Es gibt natürlich zwei Möglichkeiten die „Heimreise“ anzugehen: schnell (man kennt ja schon alles) oder gemütlich (es gibt immer noch etwas zu entdecken).

Wir gehen es diesmal sehr gemütlich an.

  • Dordrecht > Heusden
    Heusden > Maasbommel
    Maasbommel > Katwijk
    Katwijk > Mook
    Mook > Venlo
    Venlo > Roermond
    Roermond > Maasbracht.

Da wir schon öfter in unseren Beiträgen über die Fahrt und die Etappen an der Maas berichtet haben, wollen wir heute darauf im einzelnen nicht eingehen.

Bilder sagen oft mehr sagen als viele Worte,….

Neu ist dieses Jahr nur die Etappe Mook, genauer Mokerplas. Da waren wir schon länger nicht mehr. Bootsfreunde hatten uns daran erinnert, dass nicht nur die Häfen dort gut ausgestattet sind, sondern, dass auch die Umgebung und Landschaft zu einem Besuch einladen. Gesagt getan. So nutzen wir unseren Aufenthalt zu ein paar Fahrradtouren. Wie immer ist das Knotenpunktsystem ein guter und praktischer Wegweiser.

Eine Fahrt zur sehenswerten kleinen Stadt Gennep endete dann leider mit einem Fahrradunfall. Besser gesagt mit einem Zusammenstoss zweier Räder. Glücklicherweise blieb es im wesentlichen bei Materialschäden und eine Geschichte für französische und niederländische Versicherungen.

Jetzt heisst es packen, und nach Hause fahren.

Was ansonsten bleibt sind die vielen Eindrücke. Wie jedes Jahr wird es auch wieder ein Fotobuch geben. Aber da muss der Interessierte leider noch etwas Geduld haben.

Als Vorgeschmack gibt es ja schon die Galerie der diesjährigen Saison.

Bis bald!

2025 #23 Gewässer um Dordrecht

Wir haben schon zweimal in früheren Jahren über unsere Reisen nach Dordrecht berichtet: 2017 und 2019

Unser Interesse gilt dieses Mal der besonderen geographischen Situation und deren Einfluss auf das Bootsfahren.

Dordrecht ist von Wasser umgeben und liegt mitten im Rhein-Maas-Delta. Auch wenn man es kaum wahrnimmt, die Stadt liegt auf einer Insel.

Im Osten der Stadt spaltet sich der Waal in den Boven- und Nieuwe Merwede auf. Im Westen fliesst die Oude Maas, die im Süden in den Dordtse Kil und im Norden in den Noord übergeht. Hinzu kommen in Betracht der Lek (Niederrhein) im Norden, die Maas (Amer, Bergische Maas) und der Hollands Diep im Süden.

Für die Berufsschifffahrt ist die Stadt ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt nach Antwerpen, Rotterdam, der Nordsee und dem Rhein. Der Verkehr wird hier von einer Verkehrszentrale überwacht und gesteuert. Auch für Sportboote ist es empfehlenswert, sich über Funk zu identifizieren, um Gefahrensituationen zu vermeiden.

Wer hier als Freizeitkapitän unterwegs ist, sollte zwei Dinge besonders im Auge behalten: den Fracht- und Fährverkehr und die Strömungsverhältnisse, die hier herrschen. Diverse Flussströmungen und Gezeitenstrom addieren sich hier.

Beide sollten in Betracht gezogen werden, wenn man seine Fahrzeiten optimieren möchte.

Insgesamt stellt der Waal den grössten Anteil der abfliessenden „Wassermassen“ dar. Vereinfacht gesagt fliessen 40% über die Boven Merwerde und 60% über die Nieuwe Merwerde. 3/4 des Wassers der Boven Merwede fliessen in Richtung Rotterdam über den Noord ab. Das restliche Viertel flïesst zur Oude-Maas und zum Dordtse Kil, wobei zu berücksichtigen ist, dass ein Teil des Wassers des Nieuwe Merwerde und der Maas über den Dordtse Kil und Oude-Maas abfliesst. Dieser Anteil hängt stark von den Wasserständen ab. Wenn bei Niedrigwasser die Wehre im Haringvliet geschlossen sind, erhöht sich dieser Anteil.

Um die Sache noch etwas interessanter zu gestalten, darf man den Einfluss des Mondes nicht unterschätzen. Der Gezeitenstrom reicht bis weit ins Hinterland.

Tide und Abfahrtzeiten von Dordrecht (ohne Gewähr)

Am 1.September ist Hochwasser an der Küste (Messpunkt Hoek van Holland) um 9:22h. Die Flutwelle erreicht Dordrecht nach fast 2h um 11:07h. Bis die Welle dann Keizersveer an der Maas erreicht vergehen noch weitere 3h.

Unser Ziel ist es also, die Flutwelle (ablaufend zunächst und dann auflaufend) für unsere Reise optimal zu nutzen. Zunächst gilt es, von Dordrecht über Oude Maas und Dordtse Kil zum Hollandsch Diep zu gelangen.

Hier nutzen wir das ablaufende Wasser.

Am Vortag hatten wir unsere Einschätzungen mit den Informationen des „Schwarzen Brettes“ im Hafen verglichen. Streng nach der Devise „Doppelt genäht, hält besser“. Dort werden für die jeweiligen Fahrtrichtungen (> Noord, > Oude Maas, > Spui und > Dordtse Kil) Empfehlungen zu den günstigsten Abfahrtzeiten gegeben.

Angewandt auf uns, ergibt das am 1. September ein Zeitfenster von 10h bis 14h.

Da dies schon recht spät ist, verlassen wir den Hafen um 10h (also noch vor Hochwasser). Bevor wir auf die Oude Maas rausfahren, werfen wir schnell noch einen Blick auf den Plotter. Einer der berüchtigten Schubverbände „Veerhaven“ ist glücklicher Weise schon rund einen Kilometer weiter entfernt.

Wir fahren im Konvoi mir EPSILON, welche die Verkehrszentrale per Funk über unsere gemeinsame Fahrtrichtung informiert. Bis zur Einfahrt in den Dorsdte Kil fahren wir mit unserer üblichen Reisegewindigkeit. „SOG“ und Geschwindigkeit im Wasser liegen bei 10km/h.

Nach einer guten halben Stunde nehmen wir deutlich Fahrt auf. Bis zur Einfahrt ins Hollands Diep kommen wir jetzt mit 14km/h voran. Wir werden „gezogen„.

Dann verlangsamt sich die Fahrt für eine kurze Zeit. Hier, am Kreuzungspunkt von Hollands Diep, Dordtse Kil, Amer und Nieuwe Merwerde, treffen ablaufendes Wasser und auflaufendes Wasser aufeinander. Das merkt man auch daran, dass trotz mässigem Wind und geringem Berufsverkehr das Wasser sehr unruhig und aufgewühlt ist.

Sobald wir auf der Amer, später Bergsche Maas sind, spüren wir jetzt das auflaufende Wasser. Wir werden „geschoben„. Da der Höchststand bei Keizerveer erst 3 Stunden nach Dordrecht (um 13:48h) erreicht wird, trägt uns die Flutwelle fast bis nach Heusden, wo wir um 14h30 festmachen.

2025 #22 Festungsstädte und Brielle

Als wir in Willemstad spazierengehen, fällt uns auf, dass wir uns wieder mal in einer historischen Festungsstadt befinden. Im Nordwesten von Europa gibt es davon ja Einige. Ob Ludwig XIV, die Spanier, Napoleon, die Flamen, die Holländer, die Friesen oder die Deutschen, zu jeder Zeit wurden Städte befestigt oder Städte als Festungen gegründet.

Letzteres ist zum Beispiel der Fall in der Geburtsstadt des Autors. Die an der Saar gelegene Stadt Saarlouis wurde auf Louis XIV‘ Geheiss im Jahre 1680 von Vauban in einer Sumpflandschaft an der Saar förmlich aus dem Boden gestampft. Es sei nebenbei bemerkt, dass Saarlouis die einzige Stadt Deutschlands ist, die auf Veranlassung des französischen Königs erbaut wurde. Im Laufe seiner Geschichte hat die Stadt mehrmals ihre Flagge gewechselt. Das letzte Mal 1957.

Die militärische Baukunst Vauban’s hat Schule gemacht. So findet man heute noch in einigen Städten Überreste solcher Festungen. Selbst die Namen von Teilen der Festungsanlagen wurden übernommen: Revelin, Bastion, Casemate etc.

Zurück zu unserer Reise.

Beeindruckt von den Festungsanlagen in Hellevoetsluis, entschliessen wir uns, einen Abstecher nach Brielle zu machen. Die Städte Tholen, Bergen op Zoom, Veere, Willemstad und Hellevoetsluis liegen nun schon hinter uns. Heusden dieses Jahr noch vor uns.

Der Weg nach Brielle führt über die Oude Maas und den Scheepvaartkanaal zum Brielse Meer, eine Freizeitoase im Südwesten der Grossstadt Rotterdam. Wenn man nicht genau hinschaut, kann man die Einfahrt zur Stadt verpassen. Wir finden einen Platz in der Gracht vor der „Brug in Brielle„. Dort bleiben wir drei Tage, Zeit genug um die Festungsanlagen zu erkunden.

Im Rathaus gibt ein Modell einen guten Überblick über die Stadt.

Die folgenden Bildbeispiele stammen aus Hellevoetsluis, Brielle und Heusden.

Man könnte die Tour in Richtung Nordosten der Niederlande erweitern. Denn auch dort gibt es schöne befestigte Städte zu besuchen, so die Hanse-Städte an der IJssel und die gut erhaltene Festung Naarden. Vielleicht eine Idee für eine „Festungstour“ mit dem Boot durch die Niederlande.

2025 #21 SAIL 2025, wir auch!

Die Geschichte von Sale oder Sail haben wir ja schon im Beitrag 2025 #19 erwähnt,… Das war 2015, als wir von Gouda nach Weesp fuhren.

Nach 10 Jahren war dann die Zeit auch für uns reif. Wir wollen SAIL 2025 in Amsterdam miterleben. Dabei sein, ist alles! Dieses Mal (noch) zu Fuss, …

Bilder sagen manchmal mehr als lange Texte. Sie haben ihre eigene universelle Sprache.

Hier eine Auswahl. Nein, mit Sommerschlussverkauf hat das nichts zu tun ;-).