2019 #20 Abstecher nach Urk

Um es vorweg zu nehmen. Wir fahren vom Ketelmeer nach Urk, also keine IJsselmeerüberquerung dieses Mal. Unsere erste IJsselmeer Erfahrung haben wir vor 2 Jahren bei der Überfahrt von Stavoren nach Enkhuizen gesammelt. Damals hatten wir 3 Tage in Stavoren gewartet bis sich der Wind beruhigte für ein paar Tage legte.

Das Wetter ist sehr wechselhaft in diesem Sommer.

Laut Wettervorhersage soll sich auch heute der Wind morgens zwischen 8 und 11h etwas beruhigen (3 bft mit Böen von 4 bft). Also entscheiden wir kurz nach 8 vom Hafen Ketelmeer zu starten und fahren auf Kurs 290°C nach Westen in Richtung IJsselmeer. Im Kettelmeer ist das Wasser zunächst noch ruhig, aber als wir uns der Ketelbrug nähern, werden die Wellen stärker.

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Unter der Brücke zögern wir einen kurzen Moment: umdrehen oder weiterfahren?

Eigentlich ist es ja nur noch ein kurzes Stück von hier bis Urk. Aber bei Westwind bauen sich die Wellen an der Ostküste schnell stark auf, was wir jetzt zu spüren bekommen. Die Stadt ist in Sichtweite.

Wir ziehen die Schwimmwesten an und nehmen Kurs auf Urk, also 320°. Eine Stunde lang werden wir kräftig durchgeschüttelt. Vorsorglich haben wir alle Türen und Schubladen verriegelt. Trotzdem wirbeln einige Gegenstände durch die Luft. Eine kleine Delle im Holz der Treppe wir uns noch lange an diese Fahrt erinnern.

Wie sagte noch im Frühjahr ein Linssen Yachts Mitarbeiter, „Sie sind eher grün, als dass ihr Boot umkippt„.

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Als wir sicher und trotz Wind und Wellen problemlos nach knapp 2 Stunden im Hafen ankommen, sagt uns der Hafenmeister, es war wohl etwas windig, heute Morgen, wir hatten da 5-6 bft draußen,….

Noch am Morgen unternehmen wir einen ersten Stadtrundgang. Wir sind etwas enttäucht. Man hat uns diesen Ort so gelobt,…

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Was die Stadt trotzdem attraktiv macht ist ihre Lage und sicherlich die historische Situation, einst Insel jetzt Festland!

Rund 25 km von Enkhuizen, ist sie wie auch Stavoren ein idealer Anlaufpunkt für IJsselmeer Überquerungen. Ansonsten hat die Stadt nicht den Charme von Städten wie Elburg, Enkhuizen oder Hoorn. Zu ihrer Verteidigung muß man sagen, dass die Stadt ist kein offenes Museum ist und auch keine reine Touristenattraktion. Hier findet man noch Fischereibetriebe, eine größere Schiffswerft und einige Zulieferbetriebe.

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Erwähnenswert ist auch, daß hier die Yachten und Fischerboote im gleiche Hafen nebeneinander liegen.

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Auch wenn die Anzahl der Fischerboote sicherlich stark zurückgegangen ist, und die vielen Sportboote das Bild des Hafens prägen, bleibt die Fischerei eine wichtige Aktivität hier. Vielleicht ist es das, außer dem Anblick der Stadt vom Wasser aus mit dem weit sichbaren Leuchtturm, der ihr eine spezielle Anziehungskraft gibt.

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Wir besichtigen den Leuchtturm, ein Wahrzeichen der Stadt. Man hat nicht nur eine gute Aussicht über die Stadt und die Umgebung, sondern man erfährt auch etwas über das Funktionnieren eines Leuchtturms und die Arbeit der nieerländischen Seenotretter (in Urk gibt es eine Rettungstation).

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Wir bleiben 2 Tage in Urk, genießen die frische Luft, Kibbling und Parling, dann geht es weiter über die Kanäle…. in Richtung Lemmer oder Vollenhove. Orte die wir auch 2017 besucht haben.

2019 #19 Über die Randmeeren

Wir verlassen Amsterdam am Morgen gegen 9h00 in Richtung Osten. Bis zur Grachteneinfahrt, die zur Amstel führt, begleitet uns noch TIGER 1, Freunde aus Australien. Auch sie verlassen heute Amsterdam und brechen in Richtung Gouda auf. Wir bleiben auf der IJ und fahren weiter östlich in Richtung Schleuse.

Um von Amsterdam kommend, nach Friesland zu gelangen,  stehen einem vier Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Über das Markermeer und IJseelmeer, an der Ostküste Nordhollands nördlich fahrend bis Enkhuizen und dann nach Stavoren übersetzen (diesen Weg haben wir 2017 in der entgegengesetzten Richtung genommen; bei geringem Wind (2 – 3 bft) eine schöne Erfahrung. Die Strecke ist etwas mehr als 20km lang.)
  2. Über das Markermeer und das Ijsselmeer,  nordöstlich an Flevoland vorbei in Richtung Urk
  3. Über die Randmeeren (an den alten Fischer- und HanseStädten vorbei)
  4. Über die Vecht oder den Amsterdam-Rijn-Kanal, den Niederrijn stromaufwärts und die IJssel stromabwärts (die IJssel sind wir vom Waal kommend 2017 stromabwärts gefahren; eine schöne Erfahrung)

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Schon vor der Abfahrt, haben wir uns für die Randmeeren entschieden, da wir diese Strecke noch nicht kennen und weil sie auch windgeschützter ist.

Hier findet man  auch noch ein paar niederländische „Hanse-Städte„, aus der Zeit als das IJseelmeer noch die Zuiderzee war: Harderwijk und Elburg. Schon im 12. Jahrhundert wußte man, daß Handel und Offenheit in die richtige Richtung weisst… Weiss und Rot findet man noch heute in vielen Stadtwappen (Flaggen) der früheren Hansestädte.

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Gegen 10h erreichen wir die Oranje-(Schutz)Schleuse. Ein Pfeil weist die „Sportboote“ zur Nordseite. Es ist erheblicher Andrang. Erst als die Schleuse mit Sportbooten „vollgepackt“ ist, beginnt der Schleusenvorgang. Nach der Ausfahrt orientieren wir uns zunächst in Richtung Hauptfahrrinne nach Nord-Osten, bevor wir in die Fahrrinne in Richtung Randmeeren an der Boije P8 nach Südosten abbiegen. Wir fahren an der Abzweigung nach Muiden an der Vecht vorbei. Die grosse Hollandse Brug wird schon sichtbar. Nach 3 Stunden machen wir im großen Yachthafen von Naarden fest. Der Hafen bietet ausser den üblichen Serviceleistungen einen Kran, ein Wassersportgeschäft und ein Restaruant, in dem wir abends essen. Für Passanten ist ein langer Steg an der Westseite des Hafens vorgesehen.

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Naarden ist eine alte Festungsstadt. Die Festungsanlagen sind noch alle erhalten. Mit dem Fahrrad ist die etwa 1,5km weit entfernte Stadt problemlos zu erreichen. Ein kurzer Ausflug lohnt sich.

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Beim Besuch des alten Rathauses erfahren wir, dass viele Niederländer hierher kommen, um zu heiraten. Angeblich werden in dem alten „Hochzeitssaal“ mehrere hundert Trauungen jährlich vorgenommen.

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Am nächsten Tag fahren wir wieder früh los. Es ist Ferienzeit und die Liegeplätze sind heiß begehrt.

Schon früh verlassen wir den Hafen, an der Boje GM58 orientieren wir uns Richtung Osten.

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Bei sehr diesiger Sicht fahren wir nach Spakenburg, wo wir gegen 11h eintreffen. Als wir noch im Hafenkanal sind, ruft uns schon der Hafenmeister zu, „wir sollen bis zum Museumshafen vorfahren. Dort wären gerade Plätze frei geworden…“ 

Im ehemaligen Fischerhafen machen wir am Kai zwischen schönen alten „Botter-Booten“ fest.

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Das Stadtmuseum bietet einen interessanten Einblick in die Geschichte der Stadt, als diese noch von der Fischerei lebte. Die Stadt lebt heute vor allem vom Tourismus.

Von Spakenburg führt uns der Weg nach Harderwijk. Es regnet und ist recht windig (4bft). Trotzdem sind viele Sportboote schon früh in beide Richtungen unterwegs.  Als wir an der Schutzschleuse „Nijkerker Sluis“ gegen 9h ankommen, müssen wir etwas warten, bis genug Boote auf beiden Seiten zum Schleusen bereit sind.

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Die Stadt Harderwijk ist seit ein paar Jahren im Umbruch. Der gesamte Hafenbereich wird umstrukturiert, um dem zunehmenden Touristenansturm gewachsen zu sein. Das hier befindliche „Delfinarium“ zieht außer den Bootsfahrern viele Familien an.

Wir liegen am Ende des Hafenkanals gegenüber vom Stadthaus, wo auch der Hafenkantor untergebracht ist. Auf dieser Seite gibt es weder Strom noch Wasser. Die Duschen befinden sich im Stadthaus.

Am nächsten Morgen legen wir uns um, auf die gegenüberliegende Seite. Dort bekommen wir Strom und Wasser. Die Stadt bietet mehrere Hafenbecken. Es ist Hochsaison und obwohl wir noch vormittags ankommen, liegen schon einige Boote im „Doppelpack“.

 

Wir nutzen den Aufenthalt, nicht nur um unseren Kühlschrank wieder aufzufüllen sondern auch um etwas „Kultur“ zu machen,… Somit besuchen wir das Stadtmuseum und  das Museum des noch lebenden niederländischen Malers Marius van Dokkum.

Im Gegensatz zu Spakenburg bietet nur noch ein kleiner Teil des Hafens einen Einblick in die Geschichte der Fischerei und des Fischhandels. Oder sollte man eher sagen, es sind die Fischverkaufskioske, die die Nähe zum Wasser und den Fischfang noch lebhaft halten.

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Die Hafenbrücke wird ab 8h morgens bis abends um 20h bedient. Kurz nach 8 brechen wir  in Richtung Elburg auf, wo wir das Wochenende verbringen wollen, weil viel Wind angesagt ist.

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Wir kommen nach knapp 2 Stunden Fahrt dort gegen 10h30 an.

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Wir finden noch einen Platz am Kai. Wir bleiben aber nicht lange allein. Schon am frühen Nachmittag liegen alle Boote im Doppel- oder Dreifach-Pack,….

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Die Stadt ist sehr sehenswert -„klein aber fein“- was die Touristen natürlich ansieht. Das Stadtbild ist authentischer geblieben als Harderwijk. Dies liegt zum einen am Hafen mit seinem Museum, an der komplett erhaltenen Festungsstruktur, und zum anderen  an den vielen Geschäften, die nicht nur Souvenirs verkaufen.

Zur Besichtigung laden ein:  das nationale Orgelmuseum, der kleine Kräutergarten, die Botterwerft und die jüdische Synagoge. Erwähnenswert ist auch der älteste noch funktionierende Seilmacher der Niederlande. Während der Woche kann man seiner Arbeit zuschauen.

 

Nach 3 Tagen verlassen wir Elburg und brechen nach Ketelhaven auf. Unsere letzte Station auf dieser Etappe über die „Randmeeren“.

Wir verlassen Elburg gegen 8h30 bei mässigem Wind und guter Sicht. Zur Zeit wird eine neue Schleuse etwa 8km weiter östlich gebaut. Der Verkehr wird steuerbords an der im bau befindlichen neuen Schleuse vorbeigeführt. Obwohl hier die Geschwindigkeit auf 6km/h beschränkt ist, müssen 2 Sportyachten zeigen, dass sie auch mit 12 oder mehr die Engstelle passieren können. Nach 1 km erreichen wir die Schleuse gehen 9h30, wo wir die Raser wieder einholen.

Der weitere Weg führt vorbei an schön und ruhig gelegenen Naturliegeplätze.

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Gegen 10h30 machen wir im gutgeführten Yachthafen Ketelmeer fest. Die Nähe zur offenen See spürt man hier sofort. Motorboote sind Seltenheit.

 

Das Wetter bleibt wohl instabil die nächsten Tage. Wir werden also unsere Weiterfahrt darauf einstellen. Ziel ist es zunächst über das IJsselmeer nach Urk zu fahren.

 

2019 #18 Die weltoffene Stadt

Toleranz und Offenheit gehören zur Hafenstadt Amsterdam  wie die Grachten, die das Bild der Stadt prägen. So ist es kein Wunder, daß die Anfang August stattfindende  Gay Pride ein enormes Echo in der Bevölkerung findet. Die Kanäle der Stadt bieten eine ausgezeichnete Kulisse für dieses Ereignis. Es ist auch ein Fest der guten Laune. Überall wehen die Regenbogenfahnen, ob Kneipe, Museum, Kirche oder Boot im Hafen.

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Tage zuvor beginnen die Vorbereitungen, vor allem das Schmücken der Boote. In der Amsterdam Marina haben die Ärzte und die Polizei Quartier bezogen, um ihr Boot vorzubereiten.

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Die Parade über die Prinzengracht beginnt um 13h. Die teilnehmenden Boote versammeln sich vor dem Start im Osten auf der IJ an der Einfahrt zum Marinehaven, der zur Prinzengracht führt.

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Schon früh sind alle Brücken und Kais besetzt. Die ganze Stadt ist auf den Beinen. Mehr als 20 Boote nehmen an der Parade teil. Musik und gute Laune begleiten die Boote durch die Stadt.

 

 

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2019 #17 Um die ehemalige NDSM-Werft

Über den Nordzeekanaal gelangen wir nach Amsterdam.

Wir haben vor, eine Woche in Amsterdam zu bleiben. Im Juli ist der Sixhaven sehr gefragt. Von Westen kommend findet man auf der Steuerbordseite die „Amsterdam Marina„. Sie wird wie die Rotterdam City Marina von der Yachthaven Group verwaltet. Es ist ein großer und komfortabler Hafen mit allen Serviceeinrichtungen (außer Tankstelle).  Auch das Restaurant des Hafens kann sich sehen lassen. Da wir länger bleiben werden, bekommen wir einen ruhigeren Paltz im hinteren Teil zugewiesen.

Der Hafen liegt nicht so nahe am Stadtzentrum wie der Sixhaven.  Zur Stadt verkehrt eine Fähre alle 30 Minuten in beide Richtungen. ( NDSM > Centraal xxh00 und xxh30 / Centraal > NDSM xxh15 und xxh45).

Der Hafen befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Werft NDSM. In direkter Nähe werden immer noch große Frachtschiffe und Bohrplattformen gewartet und erneuert.

Das ganze Viertel ist im Umbruch. Das ehemalige Industriegebiet wandelt sich zu einem modernen Wohnviertel.  Man findet hier nebeneinander Studentenwohnungen in Containern, moderne Wohnanlagen und die meist von Künstlern oder alternativen Aktivitäten benutzten ehemaligen Werfthallen.

 

2019 #16 Auf dem Weg nach Amsterdam

Schon 2017 sind wir von Rotterdam über Leiden nach Amsterdam gefahren. Schon damals hat uns diese einfach zu befahrende Etappe sehr gefallen. Auf dem Weg liegen außerdem die Städte Delft, Den Haag (Abstecher) und Harleem.  Nur sonntags ist die Fahrt nicht möglich, da eine niedrige Brücke nicht bedient wird (Hogebrug n°643).

Wenn man in Rotterdam die Nieuwe Maas verläßt und in Richting Delft abbiegt, begegnet man wenig Berufsverkehr bis zur Schleuse zum Nordseekanal. Die wenigen Frachter fahren noch bis Leiden und biegen dann meist in Richtung Alphen am Rijn ab.

Erwähnenswert ist die Tatsache, daß es zwischen Rotterdam und Amsterdam in den Städten keine größeren Häfen gibt. In Delft und Haarlem liegt man am Kai. In Leiden gibt es teilweise recht enge Boxen. Wer es ruhiger mag, sollte zu den Kaager Plassen fahren. Dort liegt man entweder in der Natur oder in diversen Klubhäfen.

Mitte Juli 2019 ist es sehr heiß . Die Temperaturen steigen auf über 30°C. An manchen Tagen sogar auf 38°C im Schatten. Diese hohen Temperaturen machen auch den beweglichen Brücken zu schaffen.  Zwischen Delft und Leiden müssen wir mehrmals warten, bis die Probleme gelöst werden. Das Servicepersonal ist sehr schnell vor Ort, somit kommen wir doch recht zügig voran. Eine Brücke vor Haarlem kann aber nicht gehoben werden (Schouwbroekerbrug n°592). Für die Segler bedeutet dies umkehren oder warten,… bis die Temperaturen wieder fallen.

Wir haben Glück, selbst ungehoben bleibt eine Durchfahrtshöhe von 4,30m. Nur der Mast wird gelegt. Dann sind wir mitten in der Stadt. Wie 2017,  finden wir einen Platz vor Brücke n°3.

Kunst und Handel spielen hier eine besondere Rolle seit langer Zeit.  In jeder Stadt gibt es Museen, die die reiche Geschichte vom „Goldenen Zeitalter“ bis heute dokumentieren. Auch dieses Mal Gelegenheit also, sich ein wenig Zeit zu lassen.


Fahrinformationen:

Rotterdam > Delft >> Passantenhaven: 18km – 2,9h (Achtung: sonntags wird eine Brücke nicht bedient)
Delft > Leiden >> Passantenhaven : 23km – 4,3h (Wartezeit wegen defekter Brücken, große Hitze 38°C)
Leiden > Kaager Plassen >> Natur : 8km – 1,6h
Kaager Plassen > Haarlem >> Passantenhaven : 24km – 3,5h
Haarlem > Amsterdam City Marina : 20km – 2,3h

 

 

2019 #15 In 10 Etappen nach Rotterdam

Die Fahrt führt uns über die 3 großen Flüsse: Maas, Waal und Lek sowie über die Verbindungskanäle. Da wir uns Zeit lassen, sind unsere Etappen recht kurz.

Über den ersten Teil unserer Strecke haben wir schon berichtet. Von Heusden fahren wir direkt nach Gorinchem, ohne in Woudrichem zu halten. Wir sind schon am frühen Vormittag am Waal.

Für die Überfahrt von Woudrichem nach Gorinchem brauchen wir bei mässiger Strömung 20 Minuten. Da wir nicht länger hier verweilen, laufen wir nicht die Schleuse an, um zum Lingehafen zu gelangen und übernachten im Clubhafen „Merwede“.

Im Sommer ist es meist sinnvoll früh loszufahren, um früh anzukommen :-).  Platzprobleme haben wir nur in Vianen. Kurz nach unseres frühen Starts in Gorinchem, erfahren wir in Arkel, dass die Eisenbahnbrücke wegen technischer Probleme nicht jede halbe Stunde, wie üblich also um hh.01 und hh.31 öffnet sondern nur 3 Mal am Tag, um 8h, 14h und 18h für jeweils 5 Minuten. Wir müssen also bis 14h warten, bevor wir weiter können.  Mindestens 20 Boote sammeln sich an darunter 3 Frachter.  Als die Brücke dann öffnet, herrscht ein ziemliches Chaos, die Frachter zuerst, dann die, die es eilig haben,… Um 14h04 sind auch wir dran… Als wir dann in Vianen ankommen, ist nur noch Platz für ein Schiff.

Auf dem Lek finden wir 3km/h Strömung, somit kommen wir gut voran. Trotz der vielen Tankschiffe, die hier zwischen Rotterdam und Arnheim verkehren, ist der Lek  angenehm zu befahren. Der Fluß ist breit. Die Landschaft ist gefällig. Allerdings soll man die schnell fahrenden Fähren im Auge behalten. Ab Schoonhoven ist die Tiede schon recht spürbar. Sie nimmt bis Rotterdam zu ( etwas 2m). Mit zunehmender Ebbe fahren wir in Richtung Rotterdam und kommen mit 12- 13km/h voran. Ab der Einfahrt in den Noord und anschliessen in die Neue Maas, gilt es vor allem, auf die schnellfahrenden Wasserbusse und Wasser Taxis zu achten.  Als wir in Rotterdam ankommen und zur City Marina wollen, müssen wir 30′ warten, bevor die Brücke zum Hafen geöffnet wird. Es ist 10h morgens und 3 größe Kräne werden flussaufwärts geschleppt. Dazu wird die Erasmusbrücke für eine halbe Stunde geöffnet. Jetzt verstehen wir, dass die Aufmerksamkeit des Brückenwärters zunächst nicht uns gilt. Als wir ankommen, bekommen wir sogleich vom Hafenmeister einen Platz am B-Steg zugewiesen. Von hier sind es nur 20m zur Dusche. Wasser und Strom gibt es an jedem Liegeplatz.

  1. Venlo : 5,4h
  2. Well : 3,0h
  3. Cuijk : 4,2h
  4. Maasbommel : 3,4h
  5. Heusden : 4,3h
  6. Gorinchem : 2,6h
  7. Vianen : 3,2h
  8. Schoonhoven : 2,6h
  9. Krimpen / Lek : 2,4h
  10. Rotterdam : 1,5h

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2019 #14 Wieder auf der Maas

Wenn man zum x-ten Mal die Maas rauf oder runter fährt, denkt man immer, man habe schon alles gesehen. Was die verschiedenen Häfen anbelangt, mag das ja auch stimmen.

Aber die Maaslandschaft hat mehr zu bieten als einen schönen, angenehm zu fahrenden Fluss. Das gilt übrigens für den gesamten Fluss, ob in Frankreich, Belgien oder in den Niederlanden.

Anfang Juli 2019, sind wir wieder auf der Maas  flussabwärts unterwegs von Maasbracht bis nach Heusden.

Von Maasbracht fahren wir zunächst bis Venlo und übernachten im Passantenhafen in der Stadt. Dann geht es weiter nach Well zum Leukermeer.  Unser Spaziergang führt uns zum das „Kastell Weel„. Das Kastel kann man nicht besichtigen, da sich dort eine amerikanische Schule befindet. Allerdings ist es möglich, den Garten zu besichtigen. Der Ausflug lohnt sich.

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Wir fahren weiter, zunächst nach Cuijk, und anschliessend nach Maasbommel. Dort bleiben wir 2 Tage, da wir uns vorgenommen haben wieder den Garten von Appeltern zu besuchen. Mit dem Fahrrad ist der Garten gut zu erreichen.

Eigentlich sollte man sich einen ganzen Tag Zeit nehmen, um sich alle Gartenanlagen, die verschiedenen Konzepte und die Bepflanzungen in Ruhe anzuschauen. Da Gewitter angesagt, ist bleiben wir nur 2 Stunden.

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Von Maasbommel aus geht es weiter nach Heusden. Auch hier lohnt es sich, etwas „vom Weg abzukommen„. Vor allem sonntags ist das Standtzentrum stark besucht. Da wir dort das Wochenende verbringen, profitieren wir, trotz schlechen Wetters, abseits vom Gewimmel von einem ausgiebigen Spaziergang um die gesamte Festungsanlage.

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2019 #13 …und jetzt

Wie schon erwähnt ,“bleiben“ wir 2019 in den Niederlanden mit dem Boot. Es hat sich seit 2014 so eingependelt, dass wir alle 2 Jahre die holländischen Provinzen befahren. Es fehlen uns noch 2: Drenthe und Groningen. Vielleicht werden wir auch dorthin fahren,…

Unser erstes Reiseziel dieses Jahr war Zeeland.

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Genauer gesagt waren wir nur im Volkerak und im Grevelinger Meer. Die südlicher gelegenen Reviere stehen noch an, vielleicht für 2021,…

Unsere 2. Fahrt soll uns dieses Jahr wieder (unter anderem) nach Amsterdam führen.

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Einfach gesagt gibt, von Maasbracht ausgehend,  verschiedene mögliche Wege:

  • über Rotterdam (Maas > Delft, Leiden, Harleem…)
  • über Utrecht (Maas > Vecht,…)
  • über Friesland (Maas > Waal, IJssel,…)

 

Die Entscheidung welchen Weg wir nehmen, hängt im wesentlichen vom Datum (Ferienzeit, Wasserstände, Wetter…) und Zeitplan (Besuch in Amsterdam) ab.

Da wir recht frühzeitig und zügig nach Amsterdam wollen, bietet sich vor allem die Rotterdam Route an.

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Das heisst, zunächst die Maas flussabwärts bis Heusden.

Ab hier gibt es 2 Varianten:

  • über die Dordtsche Kil oder
  • den Merwede Kanal in Richtung Utrecht und dann den Lek flussabwärts nach Rotterdam.

 

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Wir haben vor, diesmal über den Lek zu fahren. Dies hat den Vorteil, dass man erst recht spät, also kurz vor Rotterdam mit dem starken Berufsverkehr in Verbindung kommt. Allerdings muss man den Waal bei Woudrichem – Gornichem überqueren. Aber wie so oft, in letzter Minute kann sich noch einiges ändern.

Wenn es dann soweit ist, melden wir uns wieder > 2019 #14

2019 #12 Zurück zur Maas

Von Gorinchem nach Woudrichem brauchen wir flußaufwärts etwa 30 Minuten. Als wir aus dem Vorhafen raus auf den Waal fahren, achten wir zunächst auf den Frachtverkehr auf Talfahrt. Die Strömung liegt bei etwa 3 – 3,5 km/h. Wir kommen also mit 6 – 7 km/h recht gut gegen den Strom voran.

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Ohne Probleme erreichen wir die linke Fahrrinne. Nun achten wir vor allem auf die schnellfahrenden Fährschiffe. Am Wochenende und bei schönem Wetter gilt es auch die vielen Freizeitboote im Auge zu behalten.

Da wir uns mit  Freunden im WSV Woudrichem  verabredet haben, fahren wir nicht zum Historischen Hafen sondern biegen zunächst in die Afgedamde Maas.

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Hinter der grünen Boje geht es in den nicht sehr tiefen Hafenkanal (1,7 – 2,4m), wo uns schon der Hafenmeister Jan und unser Freund Bruce erwarten.

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Wir sind hier zum 1. Mal. Wie sich schnell herausstellt, ist es eine gute Wahl. Der Hafen ist gut geführt, liegt direkt an der Stadt und es herrscht eine gute Atmosphäre.

 

In Woudrichem,dem historischen Festungsstädtchen, läßt es sich gut ein paar Tage verweilen. Der historische Hafen, die Gassen und Straßen mit ihren vielen Terrassen laden zum Flanieren ein. Mehrere Fährdienste verbinden die Stadt sowohl mit dem rechten Waal-Ufer als auch mit dem gegenüberliegenden Ufer der Afgedamten Maas zum Kastell Loevestein .

Das Übersetzen  zum nahe gelegenen Kastell Loevestein lohnt sich .

Für den Rückweg fahren wir mit unseren Rädern in Richtung Süden über die Schleuse Prinses Wilhelmina,  und radeln gemütlich auf dem Uferdamm zurück zum Hafen.

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Unser nächstes Ziel ist Heusden. Bis dorthin sind es etwa 2-3 Stunden Fahrt flußaufwärts über die Afgestamde Maas in Richtung Süden. An der Schleuse angekommen, müssen wir feststellen, dass diese sonntags erst um 10h ihren Dienst aufnimmt. Als es dann losgeht, haben sich schon 7 Sportboote angesammelt. Auf der anderen Seite warten ebenfalls einige Schiffe auf die Schleusung.

Anschliessend geht es recht schnell, gegen Mittag kommen wir bei hochsommerlichem Wetter an und machen am Steiger „8“ fest. Heute, am Sonntag sind sehr viele Freitzeitschiffer unterwegs, auch einige, die keinerlei Bootserfahrung haben. Nach einem kurzen Stadtrundgang schauen wir uns das ständige und recht laute  Kommen und Gehen vom Boot aus an. Gegen Abend leert sich dann der Vor – und Stadthafen schnell. Morgen ist Montag!

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Über die Maas sind es jetzt noch 4 – 5 Tage bis nach Maasbracht.

Heusden > Maasbommel
Maasbommel > Cuijk
Cuijk > Weil
Weil > Venlo
Venlo > Maasbracht

 

2019 #11 Auf dem Weg von Gouda nach Gorinchem

Wir nehmen uns großzügig 5 Tage vor, um von Gouda über die Holländische IJssel nach Gorinchem am Waal (Rhein) in 15 Fahrstunden zu fahren.

Gouda


Jeden Donnerstag von April bis August findet in Gouda der „traditionnelle“ Käsemarkt statt. Seit geraumer Zeit handelt es sich aber um ein touristisches Spektakel.  An die Stelle der Anbieter und Käufer sind Schauspieler und Statisten getreten. Es ist trotzdem erstaunlich, wieviele Menschen dieses Schauspiel jede Woche anzieht.

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Ausgehend vom Marktplatz, lädt die Stadt zum Rundgang ein. Zunächst gilt es das „Stadthuis“ zu besuchen. Von der Terrasse aus hat man einen schönen Blick auf den farbigen Markt.

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Der Weg führt uns weiter zum Stadtmuseum, das einen guten Einblick in Goudas Stadtgeschichte und deren wirtschaftliche Entwicklung gibt.

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Nicht weit davon entfernt die Saint Jan Kirche. Die längste Kirche der Niederlande besitzt prachtvolle Fenster. Während unseres Besuchs erklingt auch die schöne Orgel. Wir hören Bach.

 

Montfoort


Direkt nach Gouda, flußaufwärts, ist die Holländische IJssel kanalisert. Wir wollen in Oudewater übernachten, aber als wir dort festmachen wollen, stellen wir fest, dass dies wegen eines Festes nicht möglich ist. Also fahren wir weiter bis Montfoort. Im Zentrum, nach der Brücke, legen wir an der Kaimauer an. Der Ort bietet die wesentlichen Einkaufsmöglichkeiten. Am Kai gibt es keinen Service.

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Vreeswijk


Am nächsten Morgen geht es weiter zum Merwedekanal. Der Passantenhaven ist gut gelegen, von hier aus hat man gute Bus- und Bahnverbindungen nach Utrecht. Im Hafen gibt es den üblichen Service (Strom, Wasser, Dusche), jeweils für 50cts.

Hier lohnt sich ein Spaziergang zum historischen Zentrum am Lek.

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Meerkerk


Auf dem Merwerde Kanal kommt man recht gut voran, obwohl es einige bewegliche Brücken und eine Eisenbahnbrücke gibt, die 2x pro Stunde zu festen Zeiten geöffnet wird. Ursprünglich hatten wir geplant an der Linge zu übernachten. Aber heute ist der Wind sehr stark, und wir ändern kurz entschlossen unseren Plan und halten in Meerkerk. Hier ist ein Liegeplatz direkt am Kanal, der eigentlich für Frachtschiffe vorgesehen ist. Aber anscheinend wird diese Stelle jetzt mehr und mehr von Freizeitschiffern genutzt.

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Heukelum


Schon früh brechen wir bei schönem Wetter zur Linge auf, wo wir wieder an der „Passantenwiese“ in Heukelum festmachen. Hier gibt es Strom. und freie Sicht auf den Fluß und den am linken Ufer liegenden Ort.

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Die Linge ist ein ruhiger Fluß, der uns an die Somme in Frankreich erinnert. Trotzdem sollte man auf der kurvenreichen Strecke Acht geben, da noch einige Lastkähne unterwegs sind, die Sand nach Leerdam bringen.

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Mit dem Fahrrad gehts nun zum 4 km entfernten Städtchen Leerdam.  Als wir zum ersten Mal hier waren, haben wir die „Royal Crystal Leerdam“ entdeckt.  Dieses Mal haben wir Glück und können an  einer Führung der traditionnellen Produktionsstätte teilnehmen.

 

Gorinchem


Der Passantenhaven von Gorinchem ist für Boote höher als 2,80mnur vom Waal aus über eine Schleuse zugänglich .

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Auch wenn der Hafen sehr schön gelegen ist, übernachten wir wieder im Vorhafen, im WSV Gorinchem, einem gut ausgestatteten Klubhafen. Als wir uns anmelden, erfahren wir, daß wir wegen eines Hafenfestes nur eine Nacht bleiben können. So verbleiben wir am Längssteg am Ende des Meldesteigers mit einer schönen offenen Sicht.

Das schöne Wetter lädt zu einem Spaziergang um die Festungsanlagen und die Altstadt ein.

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Gouda > Montfoort : 4,6h
Monfoort > Vreeswijk : 2,9h
Vreeswijk > Meerkerk : 2,1h
Meerkerk > Heukelum : 2,1h
Heukelem > Gorinchem : 1,6h