2021 #26 Zurück nach Maasbracht

Die Rückreise über die Meuse und Maas nach Maasbracht wickeln wir zügig ab. 2020 und 2021 waren wir 5 x zwischen Namur und Maasbracht unterwegs. Somit gibt es nicht sehr viel „Neues“ zu berichten.

Kaimauer (Namur)

Bei wechselhaftem Wetter gehts, von Namur kommend, zunächst nach Huy zum Hafen von Wanze. Nur an der 1. Schleuse „Grands Malades“ haben wir eine längere Wartezeit. Der mit uns zu schleusende Frachter wird von der Wasserpolizei kontrolliert. Erwähnenswert ist , dass wir dieses Jahr in Belgien mehrmals Kontrollen der Wasserpolizei gesehen haben, die sowohl Jachten als auch Frachter betrafen. Auch unsere Dokumente und das Boot wurden im Juni in Namur überprüft. Die Wasserschutzpolizei kam dazu in den Hafen von Jambes.

Dann, am nächsten Tag, geht es direkt bis nach Maastricht. Von Huy bis Maastricht „an die Mauer“ brauchen wir für die rund 60km etwa 8h. Die Wartezeiten an den belgischen Schleusen sind sehr variabel, auch wegen der beeindruckenden Arbeiten. Wie z.B. an der Schleuse von Ivoz-Ramet; wo eine zweite grössere Kammer gebaut wird.

Dieses Mal haben wir dank des starken Frachtverkehrs recht viel Glück und kommen gut voran.

Mauer (Maastricht)

In der Regel halten wir in Lüttich. Doch ist der Hafen in Folge der Überschwemmungen immer noch nicht für Besucher geöffnet.

Als wir am Hafen vorbeifahren, sehen wir einen niederländischen Hebekran, der damit beschäftigt ist, die beiden nach dem Hochwasser gesunkenen Schiffe aus dem Wasser zu bergen (dazu gibt es einige beeindruckende Videos im Internet). Dieser Anblick ruft die Erinnerung an diese schrecklichen Tage wieder wach.

Bergungsarbeiten Yachthafen (Lüttich)

Tags darauf, nach einem kurzen Marktbesuch in Maastricht, starten wir „wie gewohnt“ über den Julianakanal nach Maasbracht.

Wir hätten auch den Zuid-Willemsvaart wählen können, da unser „Permis de navigation“ für Flandern noch bis Anfang September gültig ist. Aber es sollte diesmal schnell gehen. Braucht man doch eher 2 Tage über den kleinen und ruhigeren Kanal.

Die Saison 2021 ist noch nicht zu Ende. Jetzt machen wir mal eine kurze Pause.

Wer weiss, vielleicht bringt uns der September noch ein paar schöne Tage, die wir dann sicher nutzen werden. Wie ? Das wird sich dann in den nächsten Wochen zeigen.

Hafen Van der Laan (Maasbracht)
Maaslandschaft (Stevensweert)

2021 #25 Vorbei an Charleroi nach Namur

Wir haben schon viel gehört von diesem Teil der Sambre. Vor allem in Revin sind im Sommer oft Belgier aus Mons oder von der Sambre. Sie kennen diesen Weg genau. Wenn man dann nachfragt, lautet die kurze Antwort: „Fahrt schnell an Charleroi vorbei…“ Vor dieser Stadt wird immer wieder gewarnt, vergleichbar mit Creil an der l’Oise: „nur nicht halten…“.

Bei genauerer Betrachtung gilt zunächst Folgendes zu notieren:

  • die Strecke ist sehr kurvenreich und teilweise unübersichtlich
  • die Sambre ist eine wichtige Verbindung für den Frachtverkehr zwischen der Meuse/Maas und dem Nord-Westen Belgiens
  • zwischen Seneffe am Canal Charleroi-Bruxelles im Westen und Namur an der Meuse gibt es keinen Hafen und nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten

Wir entscheiden uns, den Weg in einer Etappe zurückzulegen. Es gilt, 10 Schleusen in Talfahrt zu überwinden. 3 auf dem Kanal und 7 auf der Sambre.

Für die 48 km werden wir rund 11 Stunden brauchen.

Somit brechen wir schon früh, kurz nach 7h auf. Noch ist es ruhig auf dem Wasser.

Canal Charleroi-Bruxelles bei Seneffe

Gegen 11h erreichen wir die Sambre im Westen von Charleroi. Der Berufsverkehr hat stark zugenommen. Die Kohle -und Stahlindustrie wurde grösstenteils durch Chemie und Recycling Unternehmen ersetzt.

Schleuse Marcinelle

Grüne oder rote Pfeile weisen beim Zusammenfluss des Kanals und der Sambre auf Gegenverkehr hin. Hier gilt es aufzupassen! Es geht sehr eng zu.

Zusätzlich muss man berücksichtigen, dass zwischen den Schleusen Montignies s/ Sambre und Roselies Linksverkehr vorgeschrieben ist! An den Brücken und Schleusentoren wird darauf aufmerksam gemacht.

Schleuse Roselies

Ab der Schleuse Roselies öffnet sich das Tal etwas, auch wenn die Sambre kurvenreich bleibt. Jetzt wechselt die Industrielandschaft mit landschaftlich schönerem Umfeld ab.

Man kann abschliessend sagen, dass nur Charleroi eine Durststrecke ist, die allerdings nach knapp einer Stunde vergessen ist.

Wer den Weg in 2 Etappen zurücklegen will, dem bleiben insgesamt 4 Haltemöglichkeiten:

  • Halte bei Auvelais (hier sind wir nach ~ 6,5h)
  • Oberwasser der Schleuse Auvelais (hier sind wir nach ~ 7h)
  • Oberwasser der Schleuse Mornimont (hier sind wir nach ~8h30)
  • Halte bei Florifoux in der Nähe der Abtei von Floreffe (hier sind wir nach ~9h)

An den Schleusen liegt man wahrscheinlich am besten. Dort fahren die Frachter mit geringer Geschwindigkeit. Ausserdem ist dort der Landzugang sichergestellt.

Noch etwas kann auf der Sambre überraschen!!

Wie schon erwähnt ist die Sambre auf der gesamten Strecke nicht sehr breit. An einigen Stellen gibt es spezielle Umkehrbecken. Trotzdem fahren einige grosse 110m Frachter von Namur kommend die Sambre rückwärts zu Berg!!! Hier kann der UKW Kanal 10 und ein gutes Fernglas sich als sehr hilfsreich erweisen.

Rückwärts fahrender Frachter (kein Linksverkehr!)

Gegen 17h kommt die Abtei von Floreffe in Sicht. Wenn man Zeit hat, kann man hier am Steg einen Stopp machen und die Abtei besichtigen.

Wir fahren vorbei, weiter nach Namur, wo wir gegen 18h ermüdet aber zufrieden an der Kaimauer festmachen. Gerade rechtzeitig zum Feierabendbier!

2021 #24 Der Aufzug

Von Mons aus geht es weiter auf dem Canal du Centre.

Hier befinden sich einige bemerkenswerte Hebewerke: der Aufzug von Strepy-Thieu und die 4 historischen Aufzüge. Auf dem Weg nach Brüssel gibt es dann noch den Schrägaufzug von Ronquières.

Belgien hat vor rund 20 Jahren massiv in die Wasserstrassen-Infrastruktur investiert, um den armen Süd-Osten (Wallonien) an den reichen Norden-Westen (Flandern) und die Niederlande anzuschliessen.

Canal du Centre beim Hebewerg

Da wir Ende August in Maasbracht sein wollen, beschränken wir uns auf das moderne Hebewerk. Es überwindet über 70m in einem einzigen „Schleusengang“ und besitzt 2 Wannen.

Als wir ankommen, wartet schon ein kleinerer Frachter und eine englische „Peniche“. Wir sind auf Bergfahrt. Die Stadt Mons (die Berge) liegt in der Nähe ;-).

Aufzug von Strepy-Thieu im Unterwasser

Da wir über eine M.E.T. für Wallonien verfügen, gibt es für uns keine weiteren Formalitäten. Unser Vagabond „ist im System…“ wie uns der zuständige Operateur sagt. Wir folgen seinen Anweisungen und machen uns auf Steuerbordseite fest, „nicht zu fest…“, wie er uns lehrt, da beim Öffnen auf der Bergseite möglicherweise ein Wasserausgleich mit dem Kanalwasser stattfindet. Wir merken allerdings nichts davon, vielleicht weil das Oberwasser auf gleichem Niveau ist.

Anders als bei einer normalen Schleuse kommt es zu keinem grösseren Wasserausgleich: Entleeren oder Füllen. Somit läuft der Vorgang sehr ruhig und zügig ab. Nur der starke Wind stört an diesem grauen Tag etwas die Idylle.

System zum Ausgleichen der Kabelspannung

Wer Zeit hat und sich ein wenig für Technik interessiert, sollte auch das im Gebäude angelegte kleine Museum besuchen. Wer noch mehr Zeit hat, sollte die „Runde drehen“: Modernes Hebewerk + die historischen Werke.

1. Historischer Aufzug

Dies empfiehlt sich besonders, bei einer Reise von Charleroi über einen kleinen Umweg zum Canal du Centre nach Brüssel. Man beginnt auf Talfahrt mit den 4 historischen Hebewerken und fährt anschliessend zu Berg Richtung Charleroi-Brüssel-Kanal.

Nachdem wir das Hebewerk unter Staunen verlassen haben, fahren wir weiter in Richtung Osten zu unserem Etappenziel, dem Hafen von Seneffe. Er liegt in einer ruhigen Umgebung und ist gut ausgestattet. Leider ist die Zahl der Besucherplätze sehr beschränkt. Da es die einzige ruhige Übernachtungsmöglichkeit zwischen Charleroi und Namur ist, sind die Plätze hier gefragt. Dazu aber im nächsten Beitrag mehr.

Hafen von Seneffe

2021 # 23 Von Gent nach Mons

Wir verlassen Gent schon recht früh. Es wird unsere erste Fahrt auf der Bovenschelde. Unser Freund Guy hat uns ein paar Tipps für die Fahrt gegeben.

Die Anlegemöglichkeiten sind hier begrenzt. Guy’s Rat im schönen Städtchen Oudenaarde zu übernachten, geht leider nicht in Erfüllung. Die Zufahrt zum Passantenhafen ist gesperrt. Die Ampel steht auf ROT. Ein Anruf an der nahen Schleuse ergibt nichts. Später erfahren wir, dass man beim „Havenmeister“ anrufen muss, damit die Einfahrt freigeschaltet wird.

Wir fahren also weiter bis Kerkhove. Dort finden wir nach 5 Stunden Fahrt im Dock eines kleinen Clubhafens unseren Liegeplatz. Bei unserer Ankunft ist die Einfahrt zum Besuchersteg durch 2 Berufsschiffer im „Doppelpack“ stark verengt. Für unseren Vagabond kein Problem, aber für das uns folgende Schiff mit 4,5m Breite wird es sportlich!! Der Passantensteg liegt hinter einer Mühle mit Ladekai!

Hafen Kloron (Kerkhove)

Am nächsten Morgen geht es weiter auf der Bovenschelde bis zur Einmündung des Kanals Nimy – Blaton -Peronnes. Die Fahrt auf der kanalisierten Schelde erweist sich als sehr angenehm. Es ist ein ruhiger Fluss mit einer Strömung von knapp 1 km/h und mit eher geringem Berufsverkehr. Nach Süden kommend wechselt die Umgebung ihr Bild: Die Landwirtschaft wird von Industrie abgelöst.

Die enge Durchfahrt von Tournai ist Ampel gesteuert. Es herrscht also Einbahnverkehr.

Zur Zeit wird die gesamte Durchfahrt dem wachsenden Verkehr der 110 m Frachter angepasst. Beeindruckend sind die Arbeiten am „Pont des Trous„.

Die Fahrt führt uns weiter, vorbei am Passantenhafen, dessen Steg durch eine Mauer etwas vor Schwell geschützt ist.

Passantenhafen (Tournai)

Ob dies wirkungsvoll ist, können wir nicht sagen, da wir nach Antoing weiterfahren. Dort nützen wir die Gelegenheit, um bei „Neptunia“ Diesel zu bunkern (ein weiterer Guy Tipp, ;-)).

Unser Verbrauch ist erwartungsgemäss etwas höher als üblich. Unsere gewöhnliche Reisegeschwindigkeit (Wasser) beträgt 9 km/h, was 1600 U/m für den Motor bedeutet. Seit dem Beginn unserer 2. Kertwende in Namur, nachdem wir der Sambre den Rücken gekehrt haben, fahren wir mit 10km/h oder 1800 U/m. Der Verbrauch erhöht sich um etwa 0,5l/h. 1800 U/m entspricht übrigens dem besten Drehmoment des Motors. Hört man genau hin, so stellt man fest, dass der Motor dann besonders vibrationsarm und ruhig läuft. Es sei noch erwähnt, dass eine Steigerung der Geschwindigkeit auf 12 km/h den Verbrauch verdoppelt!

Es sind nur wenige Kilometer von Antoing bis zum Kanal Nimy – Blaton – Peronnes. Wir verlassen die „Haute Escaut“ nach 6h30. So heisst die Bovenschelde übrigens hier in Wallonie und in Frankreich.

Schleuse Peronnes 2 zu Tal (Kanal Nimy – Blaton – Peronnes)

Die 2. Schleuse ist recht hoch mit 12m, verfügt allerdings über Schwimmpoller. Beim Hochfahren, nach etwa 6m, wird es recht ungemütlich, da der Schleusenvorgang nun beschleunigt wird. Es kommt zu Wirbelströmungen. Vorsicht ist geboten!

Gegen 15h30 verlassen wir die Schleuse und fahren zum Hafen „Avanti“ in Peruwelz. Der Hafen von Peronnes ist zur Zeit wegen Arbeiten für Besucher gesperrt.

Schleuse Peronnes 2

Hafen Avanti (Peruwelz)

Der Kanal ist streckenweise mit Wasserlinsen übersät, deshalb überprüfen jetzt alle 10 Minuten die Motorkühlung.

So interessant ein Besuch des historischen Stadtkerns von Mons sein kann, so enttäuschend ist der Passantenhafen. Dies ist nicht unbedingt ein Vorzeigeobjekt für les „Voies hydroliques de Wallonie„.

Am Wochenende geht es hier recht laut zu. Die Autobahn ist nicht weit weg, Jetskis drehen ihre Runden, laute Musik ist zu hören bis spät in die Nacht.

Der Clubhafen verfügt über Schwimmstege, der Zugang ist aber nur für Clubmitglieder möglich. Empfehlenswert ist allerdings das Restaurant. Die Seescholle und der Rinderspiess sind köstlich.

Im Passantenhafen ist zwar noch ein Platz frei, aber das Echolot zeigt noch gerade 20 cm an. So legen wir direkt am Restaurant an. Hier sind es wenigstens 60cm. Allerdings ist der Stromanschluss defekt. So wie wir hören schon länger!

Als wir erfahren, dass die nächste Schleuse zur Zeit ausser Betrieb ist und mindestens vor Montagnachmittag nicht bedient wird, legen wir uns am nächsten Morgen in den Passantenhafen um, wo inzwischen ein Platz freigeworden ist.

Passantenhafen (Mons)

2021 #22 Die Rückreise beginnt

Wir verlassen Brügge zunächst in Richtung Gent am 17. August. Bevor wir die Rückreise nach Maasbracht antreten, bleiben wir noch 2 Nächte im Passantenhafen Lindelei. Wir haben uns vorgenommen Anfang September in unserem Winterhafen einzutreffen.

Lindelei (Gent / Gand / Ghent)

Das Wetter ist weiterhin „herbstlich“. Wir nutzen die Zeit zu 2 Museumsbesuchen. Wie auch in den Niederlanden machen wir in Belgien ausgiebig von der „Museumskarte“ Gebrauch.

In Gent besuchen wir das Museum Dr. Guislain (Museum über Psychiatrie) und das schöne Musée des beaux-arts genannt „MSK“.

Im MSK waren wir schon bei unserem ersten Besuch in Gent. Das Museum Dr. Guislain bemüht sich, ausser dem medizinischen Bereich, auch die Nähe zur Kunst hervorzuheben. Das bekannteste Bespiel hierzu ist wohl Van Gogh (hier nicht ausgestellt).

Bevor wir weiterfahren, gilt es zunächst, sich über den Rückweg Gedanken zu machen.

Wir haben die Wahl zwischen 4 Möglichkeiten, sogar 5, allerdings schliessen wir die Reise über die Wester – und Osterschelde aus.

  • Zeeschelde > Antwerpen > Albertkanal…oder
  • Bovenschelde > Kanal Nimy – Blaon -Peronnes >
    – Dendre > Zeeschelde … oder
    – Kanal Charleroi – Brussel > Zeeschelde oder
    Canal du Centre > Sambre > Meuse >
    – Julianakanal oder
    Zuid-Willemvaart (vorausgesetzt wir kommen dort vor dem 2. September an = Ende der Gültigkeit unseres „Permis de navigation“ für Flandern!)

Wir entscheiden uns für die „Südstrecke“, für uns Neuland! Der Rückweg über die Zeeschelde wäre eine schnellere Lösung, hat aber den Nachteil, dass wir wegen der Tiede bis mindestens Sonntag den 22. in Gent „warten“ müssten, um die Strömung des fallenden Wassers ausnutzen zu können.

Die Strecke über die Dendre fällt aus Zeitgründen aus. Die Variante „Brüssel“ hat zwar ihr Interesse, würde uns aber wieder zur Rupel zurückführen.

Auch wenn wir den Weg über die Meuse/Maas schon oft befahren haben, bietet sie landschaftlich am meisten! Es bleibt die „Durststrecke“ Charleroi > Namur. Doch zuvor reuen wir uns darauf den Canal du Centre zu entdecken, der technisch viel Interessantes bietet.

Aber zunächst geht es in Richtung Tournai, Mons….

2021 # 21 Eindrücke aus Brugge – Bruges – Brügge

Über den Weg von Gent nach Brügge gibt es nicht viel zu sagen. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass auf dem stellenweise recht schmalen Kanal grössere Frachter (bis 86m x 9,50m) verkehren!

Wir wählen den Clubhafen Flandria, unweit der Bahnstation, am nahen Stadtrand. Die Fahrt dauert 5 Stunden. Die Stadt bietet auch einen Passantenhafen auf dem Stadtkanal „Coupure“. Wir bleiben fünf Tage in der Stadt und machen einen Ausflug nach Zeebrugge.

Die Stadt ist heute Touristenmagnet und profitiert von seinem Reichtum aus dem Mittelalter. Brügge war ein wichtiges Handelszentrum. Viele Häuser und Gebäude in der Stadt zeugen von dieser goldenen Zeit.

Brugge ist ein Ort, wo man die belgische „Museumskarte“ voll ausnutzen kann. Die Stadt ist sehr fahrradgerecht. Was auffällt, trotz der enormen Anzahl der Touristen, ist die Sauberkeit der Stadt.

2021 #20 Auf der Zeeschelde nach Gent

Die Zeeschelde ist zwischen Gent und Antwerpen ein Gezeitenfluss. Will man nach Gent fahren , so muss man die Gezeitentabelle vor der Abreise zu Rate ziehen. Wichtig ist zu versuchen, möglichst lange mit dem Gezeitenstrom zu fahren.

Am Vortag unserer Fahrt nach Gent verlassen wir den Clubhafen in Emblem und positionnieren uns an den Passantensteg unweit der Gezeitenschleuse „Duffel“. Etwa 25km geht es über die Nete und Rupel flussabwärts und dann 60km über die Schelde flussaufwärts.

Wegen der Gezeiten auf der Rupel und der Schelde, heisst es, den Abfahrtszeitpunkt genau festzulegen. Von Vorteil ist es, auf der Rupel mit fallendem Wasser zur Schelde zu kommen und dann mit steigendem Pegel auf der Schelde in Richtung Gent flussaufwärts zu fahren.

Wir befragen Hafenmeister, Schleusenwärter und andere Bootscrews. Die Meinungen über den besten Zeitpunkt zur Abfahrt sind nicht eindeutig, unterscheiden sich aber nur um 1/2 -1 Stunde. Das kann aber den Unterschied ausmachen! Die Unterschiede erklären sich wie folgt:

  • Startpunkt: Hafen (Emblem oder Lier) oder Schleuse Duffel
  • Zielpunkt: Gent oder Dendermonde, Boom,…
  • Fahrtgeschwindigkeit ohne Strömung: in unserem Fall : 10km/h = 1800 U/m.
  • Tiefgang : in unserem Falle : 1m

Grundsätzlich bestimmt man den Startzeitpunkt wie folgt: Der Weg von Duffel bis Gent (Schleuse Merelbeke) beträgt etwa 80km. Die Schleuse in Merelbeke wird während der Woche von 6h bis 22h bedient. Man muss versuchen, von den Gezeiten so weit wie möglich zu profitieren. Bei einem einzigen Fluss ist das recht einfach. Wenn, wie in diesem Fall zwei Flüsse (die wir flussabwärts und dann flussaufwärts befahren) in die Rechnung eingehen, kann dies schon etwas schwieriger sein.  Erfahrungswerte sind dann, wie so oft, sehr hilfsreich.

60 km, also der grösste Teil des Weges sind auf der Schelde zurückzulegen. Daher muss vor allem dieser Gezeitenstrom berücksichtigt werden. Abgesehen von der Eigenströmung des Flusses, welche zur Zeit wegen der vielen Regenfälle höher ist, kann man von einer Gezeitenströmung von etwa 5km/h ausgehen. Auf der Rupel ist zu beachten, dass sie bei Niedrigwasser überhaupt nicht befahrbar ist!

Wir haben Glück, als wir am Dienstag losfahren wollen, ist in Antwerpen Niedrigwasser um 12h40, also recht günstig, um vor 22h an der Schleuse in Merelbeke zu sein.

Wir müssen 1h30 – 2h vor Niedrigwasser in Antwerpen an der Schleuse von Duffel sein. Dort ist dann kein Hochwasser mehr, das Wasser fällt, aber es ist noch hoch genug, um bis zur Schelde zu gelangen.

Wir verlassen die Schleuse Duffel kurz vor 11h. Hier war Hochwasser um 7h45. Das Wasser läuft zurück bis gegen 16h. Der Schleusenwärter informiert uns, dass wir 2m fallen. Wir fahren jetzt flussabwärts mit sinkenden Wasser in Richtung Schelde. An der Mündung der Nete in die Rupel zeigt unser Echolot kurzzeitig nur noch 10cm an! Dies liegt eher an Versandungen im Mündungsbereich als am fallenden Wasserstand. Trotzdem wird die Fahrrinne langsam enger.

Die Strecke ist kurvenreich und teilweise, besonders unter Brücken, sehr unübersichtlich.

Um 13h erreichen wir die Mündung und biegen in die Schelde ein. Jetzt fahren wir zu Berg bis Gent. Wir haben eine Geschwindigkeit im Wasser von 10km/h. Geht man von einer Flussgeschwindigkeit von 2 km/h aus, ergibt sich eine effektive Geschwindigkeit von ungefähr 10  – 2 + 5- = 13 km/h. (SOG)

Da wir etwas „früh“ auf der Schelde ankommen, finden wir zunächst eine Gegenströmung, da das Wasser noch zurückläuft. Anders gesagt, die natürliche Strömung des Flusses und der Gezeitenstrom addieren sich: 10 – (2+5) = 3km/h . Da die Stärke des Gezeitenstroms aber am Anfang und Ende des Zyklus geringer wird, liegt der wert eher bei 2 – 3 km/h. Also kommen wir am Anfang mit etwa  6km/h voran.

Um dies zu vermeiden, hätten wir etwa 1 Stunde später starten müssen, … aber dann wäre das Wasser auf der Rupel schon wieder zu niedrig gewesen!

Zeeschelde bei Temse

Nach 1 Stunde nehmen wir Fahrt auf. Wir kommen jetzt bei Regen und Gegenwind mit 14 km/h voran. Die Geschwindigkeit nimmt mit dem weiteren Vorankommen auf den letzten Kilometern wieder langsam ab. Als wir den Meldepunkt MELLE erreichten, sind wir bei unserer „normalen“ Reisegeschwindigkeit angelangt (Wassergeschwindigkeit = „Speed over Ground SOG = 10km/h).

Abzweigung zur Schleuse Merelbeke

Um Punkt 19h, nach rund 8 Stunden, erreichen wir die Schleuse Merelbeke. Zunächst fahren wir allein in die Schleuse ein. Es wird noch eine Stunde dauern bis das Schleusentor sich senkt. Inzwischen haben sich noch 3 Sportboote und ein Berufsschiffer zu uns gesellt.

Gegen 20h30 machen wir im Hafen Gent-Leie zufrieden fest. Durst und Hunger haben jetzt Priorität.

Hafen Gent-Leie am Ringvaart.

Grundsätzlich stellt die Fahrt keine besonderen Schwierigkeiten. Allerdings sollte man folgende Punkte berücksichtigen :

  • den richtigen Zeitpunkt der Abfahrt unter Berücksichtigung der Gezeiten
  • die variable Breite der Fahrrinne
  • die Untiefen in den Kurven und Zusammenflüssen
  • die sehr wenigen Anlegemöglichkeiten, vor allem auf den letzten 30km zwischen Dendermonde und Gent
  • den Berufsverkehr auf unübersichtlichen Streckenabschnitten.

In gut einer Woche steht dann die Rückreise an. Ob wir dann von Gent, Dentermonde oder Boom nach Lier fahren ist noch offen.

2021 #19 Ein neues Ziel: Richtung Brügge

Da es schon Anfang August ist und wir noch nicht viel „Neues“ dieses Jahr gesehen und erlebt haben, entschliessen wir uns zu grösseren Tagesetappen. Unser Ziel ist es recht schnell nach Brügge zu gelangen und dort einige Tage zu bleiben.

Wir starten vor 9h. Der Albertkanal verbindet Antwerpen mit der Maas (Richtung Lüttich) und dem Rhein via die niederländische Maas. Der Kanal wurde vor einigen Jahren verbreitert, um dem ständig wachsenden Verkehr gerecht zu werden. Allerdings gibt es noch viele ältere Brücken aus der Zeit vor der Verbreiterung. Hier gilt es aufzupassen, wenn ein Berufsschiff sich nähert.

Nach etwa 1h erreichen wir die Einfahrt zum Briegden-Neerharen-Kanal, der die Verbindung zum Zuid-Willemsvaart herstellt. Zwei relativ kleine Schleusen sind zu überwinden. Allerdings sind sie mit 8 m recht hoch. Zum Festmachen dient ein Kabel auf der Backbordseite der Schleuse. Sie befindet sich auf halber Länge der Schleuse. Sie ist nicht direkt zu sehen, da sie erst nach etwa 1m Fall sichtbar wird. Der hilfsbereite Schleusenwärter zeigt die Stelle genau. Die Schleusung geht ungewöhnlich schnell und ruhig.

Bis zu unserem Etappenziel Neerpelt gibt es nichts Sonderliches zu berichten. Der Passantenhafen bietet Strom. Abgesehen von 2 englischen Booten sind wir die einizigen Besucher. Die naheliegende Stadt bietet viele Einkaufsmöglichkeiten. Für uns, Gelegenheit den Kühlschrank aufzufrischen.

Passantenhafen Neerpelt

Der nächste Tag soll uns bis nach Emblem auf dem Netekanal führen. Auf dem ruhigen Bocholt-Herental-Kanal kreuzt man kaum Berufsverkehr. Die 9 Schleusen (52x7m) werden von 4 Schleusenwärtern bedient.

Schleuse Lommel (Bocholt-Herstal-Kanal)

Wir profitieren von der Nähe des Hafens „Aventura“ auf dem Dessel-Kwaadmechelen-Kanal, um Diesel zu bunkern.

Gegen 16h erreichen wir wieder den Albert-Kanal. Nach einer guten Stunde melden wir uns an der Schleuse Viersel an. Sie führt zum Nete-Kanal. Der Schleusenwärter überprüft zunächst, ob wir die in Flandern notwendige Mautgebühr entrichet haben. Seit 2020 gibt es keine „Vignette“ mehr. Der Kauf via Internet ist digitalisiert. Dem Boot und Besitzer wird eine „Permis de navigation“ für die jeweilig gekaufte Dauer zugewiesen. Es handelt sich um eine Nummer. In unserem Falle 17415.

Bocholt-Herental-Kanal

Nachdem alles überprüft und für OK erklärt wurden, werden wir geschleust. Als die Schleusentore sich öffnen, sehen wir starke Strudel und Strömungen, von beiden Seiten zur Mitte hin. Wir peilen die Mitte an und geben Gas! Wir werden recht stark durchgeschüttelt. Im Hafen werden wir aufgeklärt. Wegen der starken Regenfälle muss das überflüssige Wasser im Albertkanal abgeführt werden. Und dies geschieht in Richtung Meer via die Schelde.

Bei recht starken Wind machen wir im netten kleinen Clubhafen von Emblem, unweit der Stadt Lier, fest. Hier bleiben wir 2 Tage. Zeit zum Radeln und dem lohnenswerten Besuch der Stadt. Zeit auch, um sich auf die Fahrt auf dem Gezeitenfluss Schelde vorzubereiten.

Hafen Emblem

Lire

Noch ein paar Zahlen:

Kanne > Neerpelt : 7h30h / 56km / 2 Schleusen
Neerpelt > Emblem : 10h / 67km / 9 Schleusen / 1 Tankstop im Hafen Avenura
Emblem > Lier : 0,7h

2021 #18 Ziellos nach Norden

Am 31. Juli wurde die Navigation auf der Meuse und Maas wieder komplett freigegeben.

Unseren ursprünglichen Plan über die Vogesen in Richtung Lyon zu fahren, haben wir längst aufgegeben (1).

Plannung 2021

Unser Plan B war, über den Canal des Ardennes in Richtung Paris zu fahren. Aus Zeitgründen hatten wir uns dann entschlossen, nicht mehr nach Paris sondern „direkt“ zur Sambre aufzubrechen. Von dort aus sollte es dann flussabwärts über Belgien zurück ins Winterlager (2).

Daraus wurde dann auch nichts, weil der im Frühjahr wieder eröffnete Ardennenkanal, nach den Hochwasserschäden und des Algenbefalls erst Anfang August nur bis nach Attigny geöffnet werden sollte. Die Durchfahrt bis zur l’Aisne und Sambre sollte dann wieder ab Mitte August möglich sein, …nach VNF Angaben frühstens ab dem 9!! . An 2 Stellen kam es durch das Hochwasser zu Ufereinbrüchen. Diese Wahl hätte unsere Wartezeit um mindestens 2 weitere Wochen verlängert (NB: am 15. August haben wir immer noch keine gesicherte Information über die Wiedereröffnung).

So brechen wir am 31. Juli (wie die vielen Boote, die mit uns in Charleville-Mézières in Warteposition waren, wieder nach Norden auf: zunächst Richtung Namur (3).

Dort treffen wir am 2. August ein, nachdem wir in Revin, Vireux und Dinant jeweils Etappe gemacht haben.

Diesmal übernachten wir an der Kaimauer. Auch hier hat das Hochwasser seine Spuren hinterlassen. Einige Festmacher sind aus ihrer Verankerung gebrochen.

Es regnet weiterhin ohne Unterbrechung bis am nächsten Morgen. Die Strömung der Meuse ist immer noch stark.

Da wir dieses Jahr unbedingt zur Sambre wollen, denken wir, von Namur ausgehend, flussaufwärts über die Sambre in Richung Frankreich zu fahren (NB: Die Sambre ist seit dem 1. Juli nach 15 Jahren wieder vollständig befahrbar).

Schon recht früh um 8h legen wir an der Kaimauer in Namur ab, und brechen gemeinsam mit dem niederländischen Boot „COFELICA“ zur Sambre auf.

Als wir von der Meuse kommend in die Flussmündung der Sambre einbiegen, bekommen wir eine ungewöhnlich starke Gegenströmung zu spüren. Unsere Geschwingigkeit sinkt auf 4 – 5km/h. Es regnet wieder stärker.

Die Sambre ist normalerweise ein eher ruhiges und schmales Flüsschen. Trotzdem ist sie eine wichtige Verbindung für die Berufschifffahrt zum industriellen Zentrum um Charleroi.

Gegen 9h ruft uns „COFELICA“, ein ehemaliger Berufschiffer, über Funk auf Kanal 77 an, um nachzufragen, ob „wir es für sinnvoll halten unter diesen Bedingungen die Reise fortzusetzen„.

Man muss hinzufügen, dass auf der kurvenreichen Strecke nur ein bis zwei Haltemöglichkeiten existieren. Es gibt keine Häfen. Die Gegend gilt als „unsicher“. Um an Charleroi „vorbeizukommen“ braucht man unter normalen Bedingungen mehr als 5 Stunden.

Wären wir alleine gewesen, hätten wir schon früher umgekehrt. Somit war die Entscheidung schnell gefällt . RÜCKZUG NACH NORDEN! aber zunächst noch ohne Ziel.

Die Angst vor neuem Hochwasser treibt uns soweit wie möglich nun die Meuse flussabwärts.

Wir steuern Huy an, unsere übliche Etappe zwischen Namur und Lüttich. Zwischenzeitlich, seit der Schleuse Andenne, gesellt sich auch „EVA“ (ein belgisches Boot) zu unserer kleinen Gruppe. Als COFELICA und EVA an Huy vorbeifahren, schliessen wir uns frag -und fast willenslos an und fahren weiter.

So geht es bis zur belgisch-niederländische Grenze. Wegen der Hochwasserschäden ist der Hafen in Lüttich für Besucher gesperrt.

Nun heisst es zu entscheiden. Weiter auf der Maas und zurück nach Maasbracht und Ende! oder zum Albertkanal in Richtung Antwerpen. Unsere beiden Begleiter biegen in den Albertkanal ein, wir folgen (4).

Ohne eine genaue Vorstellung, wie es weitergehen soll, machen wir im kleinen aber guten Hafen „Kanne“, etwa 2km, nach der Abbiegung nach Antwerpen, fest.

Dort finden wir auch „EVA“ wieder. Die Crew von EVA ist sehr hilfsbereit. Sie sind aus der Gegend von Brügge und helfen uns bei unserer Entscheidung. „COFELICA“ hat es weitergetrieben,…

Der Hafen ist abgeschlossen und besitzt den üblichen Service. Das Restaurant am Platz ist gut besucht.

Hafen Kanne

In Kanne ruhen wir uns 2 Tage aus. Zur Stadt Maastricht ist es ein Katzensprung mit dem Rad. Der Weg ist zwar etwas länger zum Zentrum, verglichen mit dem Hafen Maastricht Marina in Pietersplas, aber schöner, ruhiger und gut zu befahren.

Brücke bei Kanne, Richtung Maastricht

Das neue Ziel steht nun fest : die historischen Städte in Flandern: Gent, Brügge,… Antwerpen werden wir wohl auslassen aus Zeitmangel. 2018 waren wir dort.

Albert – Kanal mit Sicht auf den Hafen Kanne

Nach 2 Tagen brechen wir über die kleinen Kanäle in Richtung Westen auf.

Zunächst noch ein paar Zahlen:

Charleville-Mézières > Revin : 5h / 20km / 7 Schleusen
Revin > Vireux : 3h30 / 20km / 6 Schleusen / 1 Tunnel
Vireux > Dinant : 5h / 30km / 7 Schleusen / 1 Tunnel
Dinant > Namur : 4h30 / 27km / 6 Schleusen
Namur > Kanne : 11h / 74km / 4 Schleusen

2021 #17 Nachspiel

Trotz der Hochwasser bedingten Schwierigkeiten liegen wir sicher in Charleville-Mézières. Der Zustand des Hafens hat sich leider in den letzten Jahren nur verschlechtert. Die Anlage ist vernachlässigt. Dies ist sehr bedauernswert, da der Hafen sehr grosszügig angelegt ist und günstig liegt. Die Innenstadt ist zufuss in wenigen Minuten zu erreichen.

Als wir mit einem in den Ardennen lebenden Bootsbesitzer sprechen, erzählen wir ihm unsere Eindrücke vom Zustand des Hafens und seiner Verwaltung:

  • Als wir beim Einschreiben und Bezahlen der Hafengebühr darauf hinweisen, dass der Aussensteg, seit mehreren Jahren schon, in einem sehr schlechten Zustand ist, Wasser und Strom zwar vorhanden sind, aber die Zugänge zum Steg zugewachsen sind, Bäume den Weg versperren, der Steg vermoost ist, also sehr rutschig und wackelig, erhalten wir als Antwort: „Da gehe ich nie hin, ausserdem ist die Stadtverwaltung dafür zuständig….
  • Die eigentliche Hafenanlage ist nur schwer zugänglich. Eine Brücke überspannt die Einfahrt (bei normal Niveau 3m Durchfahrthöhe). Hochwasser und Strömung macht die Benutzung des Hafens schwierig oder wie in diesem Jahr unmöglich. Also liegen die meisten Schiffe aussen. 3 Boote liegen innen, aber sie sind vor dem Hochwasser angekommen und können nun den Hafen wegen der fehlenden Höhe nicht verlassen.
  • Die Informationen von VNF sind zunächst nur spärlich. Für Ausländer, bestenfalls nur teilweise verständlich.

2 Tage später, nach unserem Gespräch, erscheint ein Journalist der Lokalzeitung am Steg und befragt uns nach unseren Eindrücken. Sicherlich ist das Hochwasser ein Thema aber wir weisen darauf hin, dass unsere kritischen Äusserungen sich nicht auf die aktuelle Lage beziehen. Diese haben nur den schlechten Zustand des Hafens und den Mangel an Information ins Rampenlicht gestellt.

Als wir 3 Tage später morgens in die Stadt gehen, entdecken wir bei einem Zeitungshändler die Schlagzeile der Woche: „L’Etat du port pointé du doigt„.

Quelle: L’Ardennais vom 26. Juli 2021

Die Zeitung wird hier in den Ardennen sehr viel gelesen….. auch der Bürgermeister und die Verantwortlichen von VNF sind Leser! Der Artikel ist ein wahrer“Elekroschock“!!

  • Eine ganze Delegation von Angestellten der Stadt kommen zum Steg, um sich vor Ort von der Richtigkeit unserer Aussagen zu überzeugen und wir glauben unseren Augen nicht, kaum 1 Stunde später beginnen die Reinigungsarbeiten!
  • VNF kommt mehrmals und gibt sich sichtlich Mühe, ausführlich über die Befahrbarkeit der Meuse und des Ardennen-Kanals zu berichten.
  • Von der Campingleitung erfahren wir, dass die Stadtverwaltung die Einfahrt zum Hafen baldmöglichst erhöhen will.
  • Am nächsten Tag, oh welch eine Überraschung, erhalten wir alle im Namen der Stadtverwaltung „ein Fresspaket“ mit typischen Produkten aus den Ardennen.