2020 #5 Alte Geschichten 2014

Sehen wir mal von 2020 ab, sind wir seit 2014 jedes Jahr von Mitte April bis Mitte Oktober mit dem Boot unterwegs.

Seit unserer ersten Reise gehört ein Fotoapparat zur Grundausstattung des Bootes. Hier ein paar Erlebnisse, an die wir uns oft erinnern. Fangen wir also mit 2014 an.

Wir leben seit langer Zeit in Frankreich und haben dort unseren Wohnsitz. Da wir keinerlei Erfahrung haben mit den rechtlichen Vorschriften der Boots- und Funkregistrierung, suchen wir die einfachste Lösung. Also, eine niederländische Flagge. Im November 2013 informiert uns Linssen-Yachts, dass dies in unserem Falle nicht möglich ist, da die niederländischen Telekommunikationsbehörden die französische CRR Lizenz nicht anerkennt. Also, …da wir in der Familie eher deutsch sprechen, war es naheliegend unter deutscher Flagge zu fahren. Aber,… Wir leben in Frankreich, sind dort angemeldet und zahlen dort unsere Steuern. Daher entschieden wir uns am Ende für die „Tricolore“ als Pavillon.

Einfach? nicht so einfach! Die erste Frage sie sich uns stellt, See oder Binnenanmeldung? … um es kurz zu sagen: es handelt sich um eine reine Steuerfrage. Wir entscheiden uns für 

  1. eine „Carte de circulation de bateau de plaisance de navigation intérieure“ in Paris : E99912 F.
  2. Aber damit nicht genug. Das Schiff wiegt mehr als 10 000kg. Also braucht man noch ein „Certificat d’immatricualtion du bateau“ und eine „Inscritption de droit réels“ im französische Handelsregister (!).
  3. Da wir das Boot in den Niederlanden gekauft haben aber unter französischer Flagge fahren werden, muss noch die Mehrwertsteuer in Frankreich bezahlt werden. Dafür braucht man ein „Certificat d’acquistion d’un véhicule terrestre à moteur (), aéronef (), bateau (x) en provenance de l’union européenne par une personne non identifiée à la TVA“
  4. Für den UKW (VHF) Funkverkehr braucht man dann noch persönlich ein „Certificat restreint de ratiotéléphoniste du service mobile maritime (short range certificate)“
  5. und für das Boot eine „Licence de station de navire“
  6. ohne zu vergessen, einen „Permis de conduire de bateau de plaisance à moteur“ braucht man natürlich auch.

Im April 2014 könnten wir unser Boot in für die Ostertour in Empfang nehmen. Wir sind überglücklich, dass es jetzt endlich soweit war. Aber so einfach soll es nicht sein! 

Unsere „New Classic Sturdy“ ist alles andere als „klassisch“ in Bezug auf Ihre Konstruktion.

// NB: Auch heute noch sind wir nicht nur mit dem „klassischen Stil“ sehr zufrieden, auch das Boot hält was es verstricht! Es ist, aus unsere Sicht, nur zu bedauern, dass Linssen’s heutige Kunden eher den, sagen wir schlichteren, Look bevorzugt.//

Die Werft lässt uns die Ostertour mitmachen, möchte das Schiff aber wieder in die Werft nehmen, um einige Verbesserungen vorzunehmen. Womit wir natürlich einverstanden sind. Allerdings wirft dies unsere Pläne etwas durcheinander. Aber wie sagt man hier: „un bien pour un mal“.  Das Linssen – Team zeigt sich hier sehr professionnel und transparent. 4 Wochen später ist es dann endlich soweit, aber,….

Da unser Schiff unter französischer Flage fährt, muss es mindestens für drei Monate und 25 Motorstunden in Frankreich unterwegs sein, bevor man sich frei in Europa bewegen darf.

Also, auf nach Frankreich, und warum nicht gleich nach Paris! Wir müssen ja die „Taxe à valeur ajoutée“, TVA, noch bezahlen. 

Kurz nach der niederländisch-belgischen Grenze, direkt nach der Schleuse von Lanaye, werden wir von einem belgischen Polizeiboot zum Anlegen (an deren Schiff!) aufgefordert.  Französische Freizeitschiffer sieht man nicht jeden Tag hier, … eine gute Gelegenheit in der wallonischen Provinz französisch zu sprechen,….  Nach gut 30′ sind die freundlichen Polizisten zufrieden: alles in Ordung: Ausweise, Dokumente, Sicherheitsausrüstung.  „Deutsche Gründlichkeit“ sagen sie zum Abschied. … Auf nach Paris.

Da wir mit vielen erfahrenen Linssen Eignern geredet haben und auch gut mit Karten und Reiseführern ausgestattet sind, kann uns nichts mehr aufhalten.

Ja, da ist der Tunnel von Ham, das schwarze Loch nach Frankreich, wie wir es jetzt nennen! Dass dieser Tunnel keine Beleuchtung hat, merken wir erst als wir 20m drin sind. Sicherlich der Tunnel ist nicht sehr lang (~600m), aber er ist eng und das helle Licht am Ausgang blendet sehr. Schon wieder steigt die Pulsfrequenz für 15′. Dann ist es geschafft. 

Im allgemeinen sind die Schleusen in Frankreich auf den alten Kanälen etwa 5m breit, die Durchfahrthöhe unter Brücken beträgt 3,50m. Für den Tunnel haben wir natürlich unser Capro abgebaut. Da das Wetter wechselhaft ist und wir keine Sonnenanbeter sind, wollen wir das Caprio so schnell wie möglich wieder aufbauen. 

In Vireux-Wallerand bietet sich dort eine gute Möglichkeit am Kai.  Polizei, Tunnel …. „aller guten Dinge sind 3„. 

Plötzlich, ein grosser Stoss und Krach unter dem Boot. Ein dicker Asst mit Gablung und Wurzel in der Schraube wie sich später feststellen sollte. Wir haben Glück, die Strömung ist nicht sehr stark, wir sind schon nah genug am Ufer und können eine Leine ans Land werfen. Hilfe ist sofort vor Ort.

Die Hafenmeisterin ist sehr hilfsbereit, kennt jeden in der Ecke und findet zwei Taucher, die gerne helfen wollen.  Es kostet einige Arbeit und Zeit, den Baumstamm samt Wurzeln und Asstgabeln unter dem Boot zu zerschneiden. Leider ist die Schrauble leicht beschädigt und muss später repartiert werden. 

Von da ab geht alles glatt und problemlos! Wir sind glücklich und erreichen Paris ohne Schwierigkeiten. Man sollte allerdings früh am Tag in Paris ankommen. Ab 11h sind viele Touristenschiffe unterwegs. Sie fahren im Zeittakt auf der Seine hin und her, … ohne Rücksicht auf kleinere Boote. Also Vorsicht ist geboten!

Paris ist eine Reise wert“ sagt man. Wir leben seit über 30 Jahren hier. Aber die Ankunft auf dem Wasser! Unvergleichlich. 

Nachdem wir die TVA bezahlt haben, die erste Motorinspektion erledigt ist, begeben wir uns auf die Rückreise nach Maasbracht. 

Alles läuft problemlos: Wasserstand, Wetter, Schleusen, Schiff, Crew,… alles prima bis wir uns der französisch-belgischen Grenze nähern.

Wer Frankreich kennt, weiss, dass hier Streiks in den letzten 20 Jahren zwar seltener geworden sind, aber dafür (nicht zuletzt wegen der Medien und sozialen Netzwerken) gezielt, wirkungsvoll in Szene gesetzt werden.

In Givet erfahren wir, dass die kommunistische Gewerkschaft CGT die Grenz-Schleuse „Les 4 Cheminées“ seit einer Woche bestetzt hat, und dass jede Weiterfahrt auf der Maas bis auf weiteres nicht möglich ist. Ende August, zum Saisonende, sind viele, meistens, niederländische, belgische und deutsche Freizeitboote in Richtung Heimathafen unterwegs.  Auch auf der belgischen Seite sammeln sich mehr und mehr Boote an! Wie lange soll der Streik dauern? „Bis Paris nachgibt,…“ 

Wir stellen uns also auf einen längern „Stop“ ein. Die Empörung ist gross unter den Ausländern. Wie erwartet, kommen Fernsehteams aus halb Europa, um uns und die Streikposten zu filmen und Interview mit verärgerten Eignern zu machen. 

Wie so oft, wenn „alle im gleichen Boot sitzten“ entsteht eine grosse Solidarität und Kameraderie in der Bootsgemeinschaft. Wir übersetzten, andere bringen Wasser bei, andere organiseren Grillparties.  Nach nochmals einer Woche ist der Spuk zu Ende. Fast! Es dauert dann noch  fast 2 Tage bis alle Boote in beide Richtung geschleusst werden können. 

Nach der belgischen Grenze beginnt dann die Jagd auf einen freien Liegeplatzt zum Übernachten. Denn so viele Schiffe auf einmal sieht man hier selten, und leider immer seltener….

Mitte Oktober ist dann Schluss und das Warten auf die Saison 2015 beginnt. Im Winter ist dann Zeit zum Planen und zum Reparieren … der Schraube. Wo soll es hingehen?

 

 

 

 

2020 #4 Reiseerinnerungen

Abwarten und in Erinnerungen blättern. Das ist unser Reiseplan zur Zeit.

Jedes Jahr erstelle ich ein Fotobuch zu unseren Törns. Die Bücher sind zum Blättern frei zugänglich. Viel Spass! Und bis bald irgendwo auf Europa’s Gewässern.

 

 

2020 #3 Zahlen sind zur Zeit sehr gefragt

In Frankreich ist die Ausgangsbeschränkung jetzt etwas gelockert worden. Ab 10. Mai und voraussichlich bis  2. Juni können wir nun das Haus ohne ausdrückliche Genehmigung verlassen und uns 100km weit vom Wohnsitzt entfernen.  Bis nach Maasbracht, wo unser Boot im Winterschlaf ist, sind es 420 km.  Da dieses Virus erst verschwinden wird, wenn ein geeigneter Impfstoff gefunden ist und angewendet werden kann, werden also noch ein paar Kubikmeter Wasser die Maas runterfliessen….

Da das mit dem Bootsfahren also weiterhin nichts wird, wollte ich hier mal ein paar Statistiken über unserer Webseite geben (2016 – 2019):

  • Interesse der Besucher (Reiseberichte):
    1. Mosel – Saar – Maas „Sauerkrauttour“ (belgien – Deutschland – Frankreich) 2016
    2. Zeeland – Randmeeren – Friesland // Maas – Waal – Ijssel,… (Niederlande) 2017 & 2029
    3. Seine – Somme – Schelde (Frankreich – Belgien) 2018
  • Beste Besucher
    1. Deustchland
    2. Niederlande
    3. Schweiz
    4. Belgien
    5. Frankreich
  • Beliebteste Besuchszeit
    • Sonntags 15h

2020 #2 Langsam startet,… oder doch nicht

Gesundheit oder Spass? Ja, so stellt sich persönlich gesehen dieses Jahr die Frage. Bis „gestern“ war Bootfahren, Gesundheit UND Spass. Das soll auch so bleiben!

Zur Zeit gestehen fast überall Beschränkungen. Wir in Frankreich dürfen seit 4 Wochen nur noch einzeln aus dem Haus, wenn wir einen guten Grund schriftlich nachweisen können. Die aktuellen Bedingungen werden sicherlich gelockert werden. Sie werden aber wahrscheinlich durch andere erstetzt, zum Beispiel: Einreise möglich aber 14 Tage Karantäne. Alles sinnvoll! Keine Frage, #Bleibtzuhause.

Wir werden also noch einige Zeit mit Bechränkungen und vor allem mit Ungewissenheit leben müssen. Mit dem üblichen Starttermin, Mitte April, wird es also für uns dieses Jahr nichts. Wann und ob es dann losgeht? „On verra bien“!

Es bleibt uns die Vorfreude, das blättern in unseren Erinnerungen: 2019 Zeeland – Friesland,…

z.B.: https://vagabond4you.com/saison-2019/

 

2020 #1 Langsam startet die Vorbereitung

Schon letztes Jahr hatten wir uns eine Reise nach Berlin vorgenommen. Daraus wurde aber nichts. Wir haben dafür aber wieder zwei sehr schöne Rundreisen in den Niederlanden gemacht: einmal im Süd-westen, einmal im Nord-Osten.

Dieses Jahr soll es also soweit sein!

VAGABOND 2020 Trace

Zur Zeit ist die Sache nur angedacht. Die richtige, gründliche Vorbereitung wird dann in ein paar Wochen angegangen.

Grob gesehen, wollen wir zunächst von Maasbracht startend in Richtung Friesland und Groningen aufbrechen. Von dort soll es dann über die Kanäle nach Bremen gehen. Anschliessend über die Weser zum Mittellandkanal. Und von da ab gibt es ja kaum noch Alternativen.

Wir stehen schon mit einigen unserer Bootsfreunde in Kontakt, die schon „Berlin-Erfahrung“ haben. Da wir sicherlich etwas länger in der „Ecke“ bleiben werden, brauchen wir natürlich einen geeigneten Liegeplatz  für die Sommermonate.

Zögert nicht, uns zu schreiben, alle Informationen und Tipps sind hilfreich!

2019 #28 Abstecher nach Den Haag

Da wir bisher noch nie in Den Haag waren, wollen wir unbedingt vor Ende unserer  Bootssaison  noch einen Abstecher nach Den Haag unternehmen.

2019 Tour2-247

Wie vor 2  Jahren fahren  wir von Rotterdam kommend an Den Haag vorbei in Richtung Amsterdam. An einem schönen Septembertag,  nehmen  wir  während unseres Aufenthalts in Amsterdam  den Zug nach Den Haag. Auf dem Programm steht ein Besuch im Mauritiushuis und ein Ausflug  nach Scheveningen.

Der Besuch des Museums und des historischen Stadtzentrums lohnen auf jeden Fall.  Was die holländischen Meister betrifft, ergänzt das Mauritiushuis die Museen und „Artcenter“ in Delft, Haarlem und Rotterdam perfekt.

2019 Tour2-265

 

2019 Tour2-268

Scheveningen kann man mit dem Boot nur über das Meer erreichen. Deshalb ist es leichter mit der Tram dorthin zu fahren.

Die Fahrt nach Scheveningen hätten wir uns sparen können! Die Pracht der alten „Seebad“- Atmosphere ist längst vergangen. Sie hat moderner Massentourismusarchitektur Platz gemacht.  Auch wenn die Uferpromenade recht aufwendig renoviert worden ist, wirkt dieser Ort wie eine Mischung aus Ibiza,  Lorient und Brighton. Auch der Yachthafen bietet nichts Besonderes.

Um gerecht zu sein, sollte man aber sagen, dass es schon Nachsaison ist, was immer, trotz schönem Wetter, einen vereinsamten und vernachlässigten Eindruck hinterlässt.

2019 #27Amsterdam – Maasbracht

Schnell oder schön ? Oder beides? Ruhig und beschaulich oder bewegt…

Alle Wege führen nach Maasbracht, möchte man sagen!

Die Saison geht zu Ende.

2019 Tour2-267

Noch sind wir in Amsterdam im Sixhaven und werden versuchen (dieses Jahr), recht „zügig“ zu unserem Hafen in Maasbracht zurückzukehren. Wir sind in Maastricht Anfang Oktober verabredet und Mitte Oktober soll das Boot  aus dem Wasser kommen.  Dann geht es bis April 2020 in die Halle.

Mehrere Möglichkeiten bieten sich an, um die 230 -260km bis nach Maasbracht zurückzulegen.  Hier drei der vielen Fahrvarianten :

  1. Rot – (Rot gestrichelt):  Vecht > MerewedeKanaal > Waal >Andels. Maas > Maas  (> Zuid-Willemsvaart)
  2. Blau – Gelb – Rot:  Amsterdam-Rhein-Kanal > Waal > Sint Andries Kanal > Maas
  3. Blau – Rot: Amsterdam-Rhein-Kanal > Niederrhein > PannerdensKanal > Waal > Maas-Waal-Kanal > Maas
    Rot gestrichelt : Variante Zuid-Willemsvaart

 

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Rot: Vecht > Merewedekanal > Waal >Andels. Maas > Maas  (> Zuid-Willemsvaart)


Diese Variante ist wohl die schönste, langsamste und gemütlichste. Allerdings kennen wir diese Strecke schon (zu) gut. Wenn man sich, wie wir es gewöhnlich tun, Zeit lässt, braucht man etwa 10 Tage.

Gelb: Amsterdam-Rhein-Kanal > Waal > Sint Andries Kanal > Maas


Dieser Weg ist sicherlich der schnellste, aber auch ungemütlichste.  Zunächst ist die gelbe Strecke mit der Blauen identisch. Bis zur Maas ist der Frachtverkehr im Allgemeinen sehr drückend und es heisst, wachsam zu sein! Frachtschiffe fahren meist doppelt so schnell wie wir, zumal auf Talfahrt. Es gilt also vor allem, auf den von hinten kommenden Verkehr zu achten. Falls spezielle Freizeitbojen ausgelegt sind, sollte man auf jeden Fall diese Fahrrinne bevorzugen.  5-6 Tage sollten genügen.

Blau: Amsterdam-Rhein-Kanal > Niederrhein > PannerdensKanal > Waal > Maas-Waal-Kanal > Maas


Man verlässt den Amsterdam-Rhein-Kanal an der Kreuzung mit dem Niederrhein. Bis zum Waal muss man jetzt flussaufwärts fahren. Das stellt auf dem Niederrhein  kein größeres Problem dar, da der Fluß kanalisiert ist und die Strömung durch Schleusen geregelt wird (außer bei Hochwasser). Auf dem PannerdensKanal bekommt man dann aber, etwa 1/3 der Rhein-Strömung zu spüren. Bei unserer ersten Fahrt vor 2 Jahren auf dieser Strecke flußabwärts zur IJssel, hatten wir etwa 6 km/h Strömung. Die Strecke ist allerdings nicht sehr lange. Trotzdem muss man, vereinfacht gesagt, die Fahrzeit hier mit 2 multiplizieren.

Für uns liegt das Interesse dieser Route  in der Tatsache, dass der Niederrhein einer der wenigen grösseren Wasserwege in den Niederlanden ist, den wir noch nicht kennen…. Wir kennen hingegen den Lek, den wir gerne befahren.

Zunächst entscheiden wir uns diese Strecke zu fahren, zumal ein uns bekanntes Boot zur gleichen Zeit von Amsterdam nach Maastricht  über die gleiche Strecke aufbricht. Aber dann kommt es doch anders:  Es wird die Rot, Blau, Gelb, Rot, Rot gestrichelte Strecke.

Für die nächsten 2 Tage ist sommerliches Wetter angesagt. So wählen wir zunächst die Vecht  und profitieren vom schönen Wetter und der schönen Umgebung, bevor es dann möglichst schnell zurück zum Hafen gehen soll.

  1. Amsterdam > Vecht via Markermeer (Weesp) // 3,2mh – 24km // mh := Motorstunden
  2. Vecht (Weesp) > Vecht (Maarssen)  // 3mh – 29km
  3. Vecht (Maarssen) > Amsterdam-Rhein-Kanal > Niederrhein (Wijk bij Duurstede) // 4,5mh – 32km
  4. Niederrhein (Wijk bij Duurstede) > Amsterdam-Rhein-Kanal > Waal > Maas (s’Hertogenbosch) // 5,2mh – 39km
  5. Maas (s’Hertogenbosch) > Zuid-Willemsvaart (Aarle-Rixtel) // 7mh – 48km
  6. Zuid-Willemsvaart (Aarle-Rixtel) > Kanal Wessem-Nederwert > Maas (Maasbracht) // 7,7mh – 51km

Samstags geht es dann los. Somit fahren wir vom Sixhafen aus über das Makermeer zur Vecht. Nach 3 Stunden kommen wir in Muiden an, fahren weiter  nach Weesp, in der Hoffnung einen schönen Stellplatz im Zentrum am Kai zu finden. Als wir dort ankommen, finden wir noch einen freien Platz. Es ist das erste Mal, dass wir hier festmachen. Wir sind schon mehrere Male die Vecht „rauf und runter“ gefahren, aber bisher haben wir hier noch nie halt gemacht. Es lohnt sich auf jeden Fall. Sonntags fahren wir weiter bis nach Maarssen, wo wir wieder vor der ersten Brücke anlegen. Inzwischen hat auch hier der aanUit.ner Service den Hafenmeister „ersetzt“. Wie überall, stellen wir fest, dass die Liegepreise 2019 spürbar hochgegangen sind!

Von Maarssen geht es am nächsten Tag weiter über den Amsterdam-Rijn-Kanaal nach Wijk bij Duurstede zum Passantenhafen.  Der Hafen liegt eigentlich schön am Fluss. Allerdings ist die Anlage insgesamt nicht sehr einladend. Es gibt nur 2 recht kurze Schwimmstege und nur einer davon ist mit Strom und einem Wasseranschluss ausgestattet. Der Hafenmeister kommt gegen 19h, um 16€ abzukassieren: an unserem Steg gibt es weder Wasser noch Strom. In einem Anhänger sind eine Dusche und eine Toilette untergebracht. Den Code um sie zu benutzen, wurde uns nicht vermittelt. Auch hier finden wir den Preis wie vor 2 Jahren in Schoonhoven übertrieben.

2019 Tour2-244

2019 Tour2-241

Um 8h30 brechen wir über den Amsterdam-Rhein-Kanal in Richtung Waal auf. Das Verkehrsaufkommen ist mässig, der Kanal ist breit, es gibt keine Strömung. Die Fahrt verläuft problemlos. Gegen 10h melden wir uns auf VHF Kanal 68 bei der Verkehrszentrale  für den Waal „Zu Tal“ an. Sobald wir den Stichkanal verlassen und auf den Waal einmünden, werden wir von der Strömung erfasst und nehmen Fahrt auf. Unsere üblichen 9km/h verwandeln sich in Sekunden in 15km/h „SOG“. Es sind knappe 13 km bis zum Verbindungskanal zur Maas. Die St. Andries Sluis erreichen wir  nach 1h. Wir haben Glück, die Schleuse steht bereit und 30 Minuten später sind wir wieder in „heimischem“ Gewässer nach unserem 3- monatigen 2. Törn über die Randmeeren.

Kurz vor 13h machen wir im Hafen von s’Hertogenbosch fest, wo wir 2 Tage bleiben. Dieses Mal liegen wir nicht „hinter der Drehbrücke“ sondern hinter der „Hebebrücke“. Dieser Teil ist nicht gesichert, aber sehr ruhig gelegen. Es gibt Wasser und Strom. Vom Kai aus sind es nur ein paar Meter bis zum Clubhaus mit Dusche etc. Bis zum Bahnhof sind es 12′ zu Fuss.

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Als wir schon früh am Morgen gegen 7h30 zur Weiterfahrt von s’Hertogenbosch aufbrechen, wird unser Elan schon an der Schleuse Engelen gestoppt. Der Schleusenwärter informiert uns, dass die Schleuse ausnahmsweise erst ab 9h bedient wird. So warten wir mit 3 anderen Yachten, bis gehen 9h30 ein Frachtschiff als erstes in die Schleuse einfahren darf. Wegen der niedriegen Wasserstände werden überall die Anzahl der Schleusungen begrenzt. Nach 1h biegen wir in den Maximakanal ein. Wie ein Wunder werden wir direkt geschleust und so geht es auch reibungslos zügig voran bis zur Schleuse n°4. Dort endet das schnelle Vorankommen zunächst, als wir in der Schleuse für 1h30 wegen eines technischen Problems blockiert sind. Es wird uns mitgeteilt, dass die Kommunikation zwischen Verkehrszentrale und der Schleuse  unterbrochen ist.

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Dann geht es wieder reibunglslos weiter bis zu unserem Etappenziel in Aarle-Rixtel, einer der wenigen ruhigen Liegeplätze am Kanal. Dort scheint der Herbst schon eingebrochen zu sein. Während der Saison sind nämlich die Plätze hier gezählt. Wenn man von Maasbracht nach Tilburg oder s’Hertogenbosch unterwegs ist, macht man hier nach 5h Fahrt gerne Etappe.

Der letzte Tag unsere Reise verläuft ebenfalls problemlos. Wir nehmen alle Schleusen mit einem Frachter. Auch wenn er wegen seines beschränkten Tiefgangs langsam fahren muss, kommen wir zügig voran und erreichen unseren Hafen in Maasbracht nach 50km gehen 16h00. Für das kommende Wochenende ist Wind und Regen angesagt. Gute Bedingungen, um schon mal mit dem Saubermachen im Boot anzufangen… Die nächste Saison ist ja schon fast in Sicht.

Wir brauchen 6 Tage für diesen Weg (223km in 31h // 37km/d – 5h/d).

 

2019 #26 Richtung Amsterdam

Als wir vor zwei Jahren in Enkhuizen waren und die Stadt nach 2 Tagen verließen, sind wir an der Küste entlang in Richtung Süden „geschippert“: zunächst nach Hoorn und Edam, dann in einer längeren Etappe nach Muiden, um die Vecht dann aufwärts in Richtung Süden zu befahren. Eigentlich wollten wir von Edam über die Kanäle  nach Amsterdam. Aber die Durchfahrthöhe ist, wegen einer feststehenden Brücke, geringer als 3 m. Also nur mit umgeklappenten Fenstern zu machen, und den „Spaß“ wollten wir uns dann doch nicht antun.

Das Wetter ist sehr instabil: abwechselnd starker Wind oder schlechte Sicht.  Wir haben vor eine Woche in Enkhuizen zu bleiben. Wieder ändern wir unseren Plan und brechen nach 4 Tagen nach Hoorn auf, um unsere „Randmeeren und Friesland-Schleife in Amsterdam wieder zu schliessen.

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Die Fahrt von Enkhuizen nach Hoorn verläuft ohne Probleme, bei geringem Wind und guter Sicht starten wir recht früh, schon vor 9h sind wir an der Schleuse zum Markermeer. Mit 6 Sportbooten werden wir sofort geschleust. Nachdem wir den betonten Kanal verlassen, behalten wir zunächst den gleichen Kurs bei. So fahren wir bis zur Sportboje G, die wir gehen 10h30 erreichen. Sobald wir an ihr vorbei sind, ändern wir unseren Kurs nach Nord-Westen (300°) und erreichen Hoorn gegen 11h.

Da wir die Stadt schon kennen, versuchen wir unser Glück im alten Gemeindehafen. Auf der Steuerbordseite sind einige schattige Plätze zu unserer Überraschung frei.

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Schnell verstehen wir den Grund. Die Brücke am Ende des ersten Hafenbeckens ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Somit muss man, um zur Stadt zu gelangen, einen grossen Umweg gehen,… Da wir unsere Räder dabei haben, stört uns dies aber wenig. So liegen wir ruhig und schattig mit schöner Sicht auf die alte Stadt. Wie beim ersten Mal gefällt uns unser Liegeplatz gut. Der Hafen und seine Umgebung bieten ständig Abwechslung:

 

Die Wetterlage bleibt instabil. Für die nächsten Tage ist wieder stärkerer Wind angesagt.

Wir enscheiden uns somit, direkt bis nach Muiden oder Amsterdam zu fahren. Die Überfahrt erweisst sich ohne Probleme. Dieses Mal, beim Verlassen von Hoorn haben wir darauf gachtet, genügend weit von der Küste wegzubleiben. Denn hier gibt es sehr viele Wasserpflanzen, die sehr schnell die Schiffsschraube lahmlegen. Also nehmen wir zunächst Kurs auf die schon erwähnte Sportboje G und dann geht es 180°C entlang des Breitengrades 5°20′ nach Süden. Nach gut 5 Stunden manchen wir in Muiden fest im gemütlichen Hafen „JH Stiching“. Unsere Tricolore wird gehisst. Wir sind für diesen Sommer das 2. Boot mit französischem Pavillon, das hier festmacht.

2019 Tour2-231

Am nächsten Tag geht es über die Vecht zunächst nach Weesp. Wir kreuzen den Amsterdam-Rijn Kanal  und erreichen um 13h30 die Amstel.

Wir nutzen zum ersten Mal diesen Weg nach Amsterdam. Sobald wir im Stadtgebiet sind, wählen wir VHF Kanal 69, um uns an jeder Brücke anzumelden. Aber, nachdem wir 2 Brücken hinter uns haben, läuft alles fast automatisch. Der Brückendienst weiss schon, wo die meisten Sportboote hin wollen. Kurz vor Erreichen der IJ müssen wir noch schnell das Caprio legen, da eine Brücke anscheinend nicht bedient wird oder ausser Betrieb ist. Aber das ist inzwischen Routine,….

Es ist enfach einzigartig so nach Amsterdam zu kommen!

Wir überqueren die IJ.

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Als wir unser Glück im Sixhaven versuchen, es ist schon recht spät, sind wir überrascht, dass noch einige Plätze frei sind. Da wir dem Hafenmeister sagen, dass wir etwas läner hier bleiben werden, bekommen wir einen gut gelegenen Liegeplatz zugewiesen.

2019 Tour2-238

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Ganz in der Nähe liegt Laguna, eine Grand Sturdy 410 AC aus Maastricht.

 

 

 

2019 #25 Zu Besuch in Enkhuizen

Enkhuizen zählt für uns zu den Städten in den Niederlanden, denen man einen Besuch abstatten sollte. Und wenn möglich sollte man sich mehrere Tag Zeit nehmen.

Wer mit dem Boot kommt, hat die Auswahl. Mehrere Häfen bieten sich an. Der Stadthafen ist um diese Jahreszeit überfüllt. Wenn keine der wenigen Boxen frei ist, liegt man am Kai im „Pack“. Der Hafen liegt direkt im Zentrum und der Bahnhof ist gerade mal 100m entfernt.

2019 Tour2-193.jpg

Wir haben, wie schon erwähnt, im Companieshaven festgemacht. Der Hafen liegt ebenfalls in Nähe des Zentrums, ist sehr gut geführt und bietet absolut jeglich erdenklichen Service inclsive Tankstelle mit umweltfreundlichem GTL Diesel. Am Wochenende ist hier allerdings sehr viel los. Permanent fahren, meistens Segler, rein und raus. Der Hafenmeister hat einiges zu tun, damit jedes Boot einen Platz findet.

2019 Tour2-190.jpgImmer ist Bewegung, manchmal sogar bis spät in die Nacht oder sehr früh am Morgen. Wir liegen am Längssteg M2 direkt am Hafeneingang.

2019 Tour2-183

Oft wird Enkhuizen mit der Stadt Hoorn verglichen. Wir finden die Stadt Enkhuizen interessanter, vielleicht abwechselungsreicher, bevorzugen allerdings den Stadthafen von Hoorn (was nicht im Widerspruch zu den Qualitäten des Compagnieshavens steht!). Der Hafen in Hoorn ist weniger überfüllt als der Gemeindehafen in Enkhuizen. Hier  herrscht eher ein Ambiente wie wir es von den Randmeeren gewohnt sind. Nah ja, Geschmacksache! Beide Städte lohnen den Besuch.

Wozu man sich aber auf jeden Fall Zeit nehmen sollte in Enkhuizen, ist das Zuidersee Museum, sowohl der „Binnen“ als auch das „Buiten“ Teil. Ein absolutes Muß, wenn man sich für die Geschichte und die Menschen dieser Gegend interessiert. Wir haben beides  an zwei verschiedenen Tagen besucht. Am besten geht man zuerst ins Binnenmuseum.

Weiter Informationen finden Sie in unserem Betrag von 2017.

 

 

 

 

 

2019 #24 Auf dem IJsselmeer

Bevor das IJsselmeer so war wie es heute ist, hat des mehrfach in der Geschichte seine Gestalt geändert, entweder durch die Natur oder durch Menschenhand. Es ging zunächst nicht um Landgewinnung sondern wie auch beim Deltaplan in Zeeland um die Sicherung der Landschaft vor Naturkatastophen. Hier eine Karte aus einem Klassenzimmer, dass die Niederlande zeigt, wie sie mal vor Jahrhunderten ausahen.

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Die Wettervorhersage hat weniger Wind für die nächsten 3 Tage angesagt. Wir entschliessen uns also, Stavoren zu verlassen und zur Überfahrt nach Enkhuizen anzusetzen. Der Wind soll sich gegen 11h legen.

Als wir vom geschützten Hafenbecken aufs offene IJsselmeer gegen 9h losfahren, bekommen wir sogleich die Bestätigung, dass das Wasser noch nicht so ruhig ist wie wir uns es vorgestellt haben, auch wenn der Wind nur mässig weht. Zunächst folgen wir der Betonung nach Südwesten bis zur Boje ST1.

2019 Tour2-174

Weiter draussen versuchen wir den Kurs auf 180° zu halten in Richtung Süden bis zur Boje EZ-B. Unterwegs stoßen wir auf die von Fischern benutzen Markierungen ihrer Fanggebiete. Um diese zu umgehen, entscheiden wir uns, unseren Kurs leicht zu ändern und mehr westlich zu fahren (185°) in Richtung der Boje EZ-A.

Nach etwa 2 Stunden sieht man aus der Ferne den Kirchturm von Enkhuizen am Horizon. Heute sind wir nicht alleine unterwegs. Das schöne Wetter hat nicht nur uns ermutigt rauszufahren.

2019 Tour2-175

Wir verlassen unseren Kurs 185° bei der Boje KG9 und biegen in den Hafenkanal ein. Hier begegnen wir einigen Seglern, Plattbodenbooten und der Fähre nach Urk.

Nach 2 h30 erreichen wir den Compagnieshaven in Enkhuizen, wo wir einen sehr schönen Liegeplatz am Eingang zum Hafen zugewiesen bekommen. Die Überfahrt war problemlos.

2019 Tour2-183

Wir freuen uns schon auf die schöne Stadt mit ihren Häfen, Plätzen, Straßen und interessanten Museen. Wir werden hier etwas verweilen,…

 

 

Stavoren-Enkhuizen