2020 #11 Von Givet nach Charleville-Mézière

Der Canal de la Meuse (Canal de l’Est) bis auf weiteres flussaufwärts nur bis Sedan befahrbar.

Damit sind unsere ursprünglichen Pläne und Routenvarianten nicht mehr aktuel. Charleville-Mézière soll somit unsere Endstation sein. Aus einer Rundreise wird also dieses Jahr nichts. Seit ein paar Wochen ist die Ausbreitung des Corona-Virus wieder im Aufwärtstrend. Ob das Konsequenzen auch für uns haben wird, ist noch nicht abzusehen.

Alles spricht dafür, dass diese Bootssaison früher beendet wird.

Von Givet bis Charleville sind es rund 80 km. Da wir kein festes „Ziel“ mehr haben, lassen wir uns Zeit: Radfahren, Wandern, Schwimmen, Lesen, Scrabble,…

Sieht man vom belgischen Teil zwischen Namur und Hastière ab, ist dieses Stück der Maas/Meuse landschaftlich besonders reizvoll. Zumindest sehen wir das so.

Wir fahren in 6 gemütlichen Etappen in Richtung Charleville-Mézière.

Von Hastière in Belgien kommend, kaufen wir an der Grenzschleuse „Les 4 Cheminées“ die Vignette für die Kanalbenutzung : dieses Jahr nehmen wir eine, die nur für 1 Monat gültig ist. Wer übrigens länger als 2,5 Monate in Frankreich bleiben will, kauft besser eine Jahresvignette. Natürlich ist es auch möglich, die Vignette im Internet bei vnf.fr zu kaufen.

Givet > Vireux-Wallerand: 11km – 2h // 1 Tunnel // 3 Schleusen
Vireux-Wallerand > Fumay : 13km – 2h45 // 3 Schleusen
Fumay > Revin : 12km – 3h // 3 Schleusen
Revin > Laifour : 10km – 2h45 // 2 Schleusen
Laifour > Monthermé : 9km – 1h45 // 2 Schleusen
Monthermé > Charleville-Mézière : 23km – 3h // 3 Schleusen

Die Liegeplätze

Insgesamt gibt es hier 10 Anlegestellen. Es sind Passantenhäfen. Ausser den 6 erwähnten Häfen (oder Steganlagen) zählen ausserdem noch Haybes, Chateau-Regnault, Joigny sur Meuse und Nouzonville dazu.

Schwimmstege gibt es in der Sommerzeit in Givet, Chateau-Regnault, Joigny und Charleville-Mézière. Ausser Nouzonville bieten alle Anleger Strom, die meisten auch Wasser. Unsere bevorzugten Liegeplätze, für längere Aufenthalte, sind: Revin und Monthermé. Dort fühlen wir uns wohl. Auch stehen hier Waschmaschine, Trockner und Sanitäranlagen zur Verfügung.

Wie überall hat jeder dieser Liegeplätze seine Vor- und Nachteile.

Givet:
1. Halt nach der Grenze. Die Schwimmstege werden frühestens im Juni installiert. Vorher muss man an der linken Kaimauer festmachen. Leider schliessen immer mehr Geschäfte. Die Stadt lebt heute vor allem vom Tourismus. Ein Stopp empfiehlt sich auch, um das Boot für den nahen Tunnel von Ham vorzubereiten: falls notwendig Caprio abbauen, Scheinwerfer installieren, zusätzliche Fender anbringen…

Givet

VireuxWallerand: ist Kult für uns! 1. / haben wir hier unseren 1. Tauchereinsatz 2014 gehabt, 2/ kann man hier sein Boot auch mal für ein paar Wochen liegen lassen. Die Hafenmeisterin ist sehr gewissenhaft und hilfsbereit. 3./ gibt es hier die besten Pommes Frites überhaupt.

Vireux-Wallerand

Fumay: hier halten wir nicht immer. Aber man findet hier immer Platz. Der Hafen ist gut geführt, aber die Stadt hat wenig zu bieten. Wer sich für Wein interessiert, findet in nächster Nähe einen gut sortierten Weinhändler.

Fumay

Revin: le „Must“, der beste Hafen auf der Strecke. Er liegt in einem toten Arm der Maas, also in einer Sackgasse. Der Hafen ist sehr gut geführt und liebevoll ausgestattet. Jeder, der hier mal gehalten hat, kennt die Hafenmeisterin Catherine. Der Service ist auf gutem Niveau. Viele Besucher bleiben hier länger. Es ist also eher ein „Ferienhafen“. Er wird seltener als Etappe genutzt. Das Risiko dort keinen Platz zu finden ist in normalen Jahren gross. Ganz in der Nähe gibt es einen Supermarkt mit Tankstelle. Viele von den Niederlanden kommenden Boote nutzen die Gelegenheit, um die Vorräte aufzufrischen und zu tanken. Leider bietet Revin nicht sehr viel. Die Stadt war früher ein industrielles Zentrum. Heute stehen viele Häuser leer.

Revin

Laifour: unsere Entdeckung. Ein ruhiger Platz. Hier halten wir zum ersten Mal (siehe Beitrag In und um Laifour).

Laifour

Monthermé: Ein gutes Etappenziel. Das Freizeitangebot ist gut. Der Hafen ist recht gut geführt und bietet den üblichen Service. Die Stadt lebt heute vom Tourismus, liegt an einer der schönsten Maasschleifen und ist somit viel lebhafter als z.B. Revin. Hier nutzen Reisemobile und Boote dieselbe Infrastrukur .

Monthermé

Charleville-Mézière: Eine sehr schöne Stadt. Der Besuch des Ardennenmuseum lohnt sich. Auch zum Einkaufen lädt sie ein. Nahe am Zentrum, liegt der Hafen. Der Hafen hat einen Steg an der Meuse und ein grosses Hafenbecken. Leider ist die Durchfahrthöhe zum Becken durch eine niedrige Brücke sehr begrenzt (etwa 3,20m). Daher legen sich viele Boote an den Aussensteg. Somit macht der grosse Hafen oft einen leeren, verlassenen Eindruck. Er wird heute vom Campingplatz mitverwaltet. Leider scheint das Geschäft mit den Booten wirtschaftlich nicht im Mittelpunkt zu stehen. Dieses Jahr sind wir die meiste Zeit alleine….

Charleville-Mézière (Steg)
Charleville-Mézière (Hafenbecken)

Die nicht benutzten Stege auf unserer Reise.

Joigny
Chateau-Regnault

2020 #10 Von Monthermé zur Semoy

Auf unserem Weg liegt Monthermé.

Die Stadt hat sich in den letzten Jahren zu einem Ausflugsziel an der französischen Maas (Meuse) in den Ardennen entwickelt. Wir sagen übrigens, wie die Franzosen, DIE Ardennen, LES Ardennes. Für die Belgier heisst die Region L’Ardenne (im Singular!). Im Rahmen einer Gebietsreform wurden die historischen und geographischen Regionen in grosse administrative „Regionen“ zusammengeführt. Hier sind wir übrigens im „Grand-Est„, das heisst, in den Ardennen oder in der Champagne oder im Elsass oder in Lothringen. Natürlich nicht zu verwechseln mit „Les Hauts-de-France“ (früher Nord-Pas-de-Calais et Picardie). Es gibt übrigens weder „Le Grand-Ouest“ noch „Le Bas-de-France“, noch nicht auf jeden Fall….

Den Zuspruch hat die Stadt ihrer landschaftlich aussergewöhnlichen Lage an dem hier sehr kurvenreichen Fluss zu verdanken. Aber auch das Semoy-Tal bittet einige Reize. Die Semoy ist ein im Sommer ruhiger Zufluss zur Maas.

Wir nutzen unseren Aufenthalt zunächst zu einer kleinen Wanderung, die uns über die Stadt führt. Wir steigen den Hügel hinter der Stadt hinauf in Richtung zum Aussichtspunkt „La Roche à 7 heures„.

Monthermé (Blick auf die Anlegestelle)

Diese Tour sparen wir uns für unseren nächsten Besuch auf. Keine Angst! Man muss schon den Berg hoch, aber es dauert keine 7 Stunden! Der Name soll dem Ort gegeben worden sein, weil morgens um 7h die Sonne den Felsen in schönes Licht stellt. Von dort hat man eine tolle Aussicht über das Maastal und die Ardennen. Aber später mehr darüber.

Schiefergestein

Bevor wir umkehren schauen wir uns noch das Schiefergestein an, das man hier überall findet. Da die Sonne schon tiefer steht, ergeben sich farblich interessante Reflexe.

Am nächsten Morgen brechen wir mit unseren Rädern ins Semoy-Tal auf. Beim Frühstück haben wir uns die Karte angeschaut. Es gibt verschiedene gut befahrbare Wege. Wir wählen den Weg n°9 aus. Es sind insgesamt etwa 26 km.

Der Weg führt abwechselnd direkt am Fluss vorbei oder über schattige Wege.

Semoy-Tal

Diese Tour ist sehr empfehlenswert.

Manche Strecken (z.B. n°10) sind allerdings eher für Montainbikes gedacht. Dort wechseln die gut ausgebauten Wege mit einfachen Pfaden ab. Da man hier das Tal verlässt, sind diese Wege anspruchsvoller.

Anlegestelle Monthermé

Nach etwa 2h30 sind wir wieder am Boot. Der Hafen von Monthermé ist wie Revin relativ gut besucht. Hier gibt es Platz für 10 – 12 Schiffe. In der Capitainerie steht eine Waschmaschine und ein Trockner zur Verfügung.

Da zur Zeit der Ardennen Kanal gesperrt ist, findet man jetzt häufiger auch Charterboote, die die Maas bis Namur runterfahren.

2020 #9 In und um Laifour

Von Revin bis nach Laifour sind es nur 10 km. 2 Schleusen sind zu überwinden. Der Weg führt vorbei an der Hügelkette „Dames de Meuse“. Auch die nahe liegende Schleuse n°48 trägt diesen Namen.

Schleuse n°48 Dames de Meuse

Seit wir 2014, 3 Tage wegen einer defekten Schleusentür in Revin warten mussten, sind wir etwas unruhig bei dieser Schleuse. Dieses Mal klappt alles problemlos! Gutgelaunt entschliessen wir uns im nahegelegen kleinen Ort Laifour anzulegen und zu den Dames de Meuse zu wandern.

Der Weg beginnt am Bahnhof von Laifour. Zunächst steigt der Weg stark an, bis man den Aussichtspunkt „Dames de Meuse“ nach etwas 1h30 erreicht.

Die Anstrengung lohnt sich! Der Rückweg erfolgt zunächst einige km über das Plateau, bevor es ins Tal zur Meuse runter geht. 16 km ist der Rundweg lang. Wir brauchen dazu etwas weniger Zeit als im Führer angegeben.

Wieder in Laifour angekommen, bestellen wir noch Brot fürs Frühstück am nächsten Tag.

Au Guet apens

Es gibt keinen Bäckerladen in Laifour, dafür aber eine kleine Epicerie.

Sie wird von Thérèse betrieben. Bis vor 2 Jahren betrieb Thérèse auch die Bar des Ortes, mit dem Namen „Guet apens“. Wer die Geschichte der Ardennen kennt, versteht sofort den kleinen Hinweis…. Thérèse ist sehr nett und erlaubt mir am nächsten Morgen wieder vorbei zu kommen, um ein paar Fotos der ehemaligen Kneipe zu machen. Wie am Eingang steht, ist die Bar nun geschlossen „Bar fermé, je suis en retraite„…

Wer gut mit Thérèse steht, bekommt natürlich einen Café angeboten. „Wenn alte Freunde kommen, gibt es auch manchmal etwas mehr„, sagt sie. Thérèse führte die Bar von 1994 bis 2018.

Es ist das erste Mal, dass wir in Laifour angelegt haben. ALs ich mich bedanke und verabschiede, sage ich noch „à bientôt Madame. „NON, je m’appelle Thérèse, je ne suis pas une Madame„.

Wir kommen wieder.

2020 #8 Die belgische Maas

Wenn man, von den Niederlanden kommend, nach Frankreich möchte, gibt es zur Zeit nur wenige Möglichkeiten. Von Maasbracht kommend bietet sich natürlich die Maas an. Auf unseren früheren Reisen 2014, 2016 und 2018 haben wir schon ausführlich darüber berichtet.

Dieses Jahr ist die Situtuation in jeder Hinsicht aussergewöhnlich. Wegen Wassermangels und Algenbefall ist die Maas (la Meuse) nur bis Charleville-Mezière befahrbar. Der Ardennekanal sollte eigentlich dieses Jahr wieder geöffnet werden, aber die Arbeiten haben sich wegen der Corona-Krise verzögert (Voraussichtliche Wiedereröffnung im Sommer 2021). Was aber auch auffällt, und das hängt sowohl mit der santitären Krise als auch mit den Sperrungen zusammen, ist die Tatsache, dass man die Maas, ab Maastricht fast alleine für sich hat!

Das Wasser ist klar wie schon lange nicht mehr und in allen Häfen gibt es genügend Platz. Zusätlich haben wir dieses Jahr kein bestimmte Ziel mehr, somit lassen wir uns Zeit und geniessen die Landschaft.

Huy

Ab Huy, verlässt man langsam die industruielle Umgebung von Lüttich. Unsere bevorzugten Plätze sind Huy, Namur, Anseremme. Auch wenn wir dieses Jahr direkt in Dinant am Kai festgemachen, bevorzugen wir den ruhigen Hafen von Anseremme (entweder im Hafen oder am Steg an der Maas). Ein Klubhafen mit Restaurant.

Dinant ist im Sommer, vor allem am Wochenende stark von Touristen besucht. Leider führt die Hauptstrasse direkt an der Maas entlang, somit kann es manchmal auch laut werden. Wer sich für Geschichte interessiert, kommt an einem Besuch der Befestigungsanlagen in Huy, Dinant und Namur nicht vorbei. Von hier oben, hat man eine tolle Sicht auf das Maastal.

Namur (Stadtteil Jambes mit Blick auf den Hafen)
Namur (Blick auf die Festung vom Hafen aus)

Wir haben diesmal uns das LEFFE (Bier) Museum in Dinant vorgenommen. Der Besuch lohnt sich, wenn man sich ein wenig für Bier und seine Geschichte interessiert. Zum Abschluss kann man dann noch ein Glas dieses typisch belgischen Klosterbieres auf der Aussenterrasse geniessen.

Dinant (Musée de Leffe)
Dinant (mit Steganlage)

In Dinant liegen an diesem Wocheende nur 7 Schiffe. Normalerweise bekommt man hier selten Platz! Da wir Zeit haben, fahren wir nur bis Anseremme weiter, um uns dort vom Trubel zuerholen.

Von Ansremme aus kann man wunderschön an der Maas entlang, flussaufwärts) wandern oder mit dem Fahrrad zum Lesse-Tal (ein Zufluss zur Maas) fahren. Das schöne Wetter lädt zu einem längeren Spaziergang an der Maas ein, vorbei am Schloss von Freyr.

Chateau de Freyr bei Anseremme

Das Schloss kann im Sommer besichtigt werden. Wer will kann sogar dort an einem Steg festmachen oder vom Hafen aus mit dem Bus hinfahren. Die Strasse ist sehr befahren und eignet sich nicht für eien Ausflug mit dem Fahrrad. Wegen Corona ist eine Reservierung notwendig.

Und noch zul Schluss ein kurzer Hinweis für die Kapitäne unter uns. 🙂

In Belgien auf der Maas haben die Schleusen nur Ampeln, um das Einfahren zu steuern. Bei der Aufahrt muss man warten bis das Schleusentor vollkommen geöffnet ist. Es gibt kein Signal.

Manche Tore versenken sich nach unten (bei der Öffnung) und verschwinden im Wasser,… Da kann es dann zu Unfällen kommen, wenn man ungeduldig ist un zu früh loslegt. Also GEDULD ist gefragt! (siehe Foto)

Schleuse „Grands Malades“ bei Namur

Maastricht > Anseremme : 116 km

Maastricht > Lüttich: 24km / 4h / 1 Schleuse
Lüttich > Huy : 34km / 5h / 2 Schleusen
Huy > Namur : 30km / 4h20 / 2 Schleusen
Namur > Dinant: 26km / 5h / 6 Schleusen
Dinant > Anseremme: 2km / 1h20 / 1 Schleuse

Wegen der Corona Beschränungen ist der übliche Permis de circulation nicht notwendig, den man an den wallonischen Grenzschleusen erhält.

Nächster Halt in Givet in Frankreich.

2020 #7 Sperrmeldungen in Frankreich

Stand: 07/08/2020 OHNE GEWÄHR (Auswahl Nord-Ost-Frankreich)

Canal de la Meuse :
anbei die ausführliche Sitution (Quelle VNF)

Von Belgien kommend kann man problemlos, zur Zeit bis südlich von Charleville-Mezières (Abzweigung zum Canal des Ardennen) fahren. Sobald die Algen im Wasser entfernt sind wieder bis nach Verdun. Wegen Wassermangel bleibt aber die Strecke nach Toul geschlossen.

  • Tiefenbeschränkung 1,80 m zwsichen Schleuse n°16 et n°18 (avis Fr/2020/03330)
  • Totalsperrung Schleuse n°1 bis n°16 ( wegen Wassermangel avis FR/2020/03329)
  • Zeitliche begrenzte Sperrung zwischen Schleuse n°35 und n°36 (wegen Algen Entfernung avis FR/2020/03379) mögliches Ende der Arbeiten 24/08/2020
  • Mögliche baldige Sperrung zwischen Stenay und Verdun.


2020 #6 Ein neuer Anlauf

Wie schon erwähnt, haben wir unseren Wunsch nach Berlin zu fahren dieses Jahr, aufgegeben. Noch zweifeln wir, ob oder ob nicht,… In der Zwischenzeit haben wir entschieden, dass das Boot schon mal ins Wasser kommt. So sind wir flexibel.

Der Wunsch zu starten ist da, es bleibt bis Oktober noch genügend Zeit, um einen schönen Törn zu unternehmen. Nachdem wir 2019 ausschliesslich in den Niederlanden unterwegs waren, werden wir wahrscheinlich wieder in Richtung Frankreich über die Maas aufbrechen. Natürlich kennen wir diesen Weg schon zum grössten Teil. 2014 nach Paris, 2016 zur Mosel, 2018 zur Somme via Paris. Da wir diese Strecke besonders mögen durch die Ardennen und das Maastal, ist das eher kein Problem! Bis zur französischen Grenze bietet die Strecke viel Abwechselung und gute Häfen und Liegeplätze. Auf der französischen Maas nimmt der Berufsverkehr stark ab.

Verdun

Vergleichbare gut ausgestattete Häfen wie in den Niederlanden gibt es jetzt nur noch wenige. Aber trotzdem sind findet man alles was man braucht und die Liegeplätze liegen oft idylisch in der weitläufigen Natur. Für einen längeren Aufenthalt bietet sich Verdun und vor allem Toul an.

Zunächst soll es dann auch bis nach Toul gehen. Zurzeit ist die Maas allerdings noch wegen Arbeiten ab Verdun gesperrt. Sie sind für 6 Wochen geplant, ab Mitte Juli könnte es dann soweit sein. Von Maasbracht bis Verdun brauchen wir etwa 2 Wochen.

Dann werden wir uns wieder die Frage stellen, wie es weitergehen soll. Das hängt natürlich zur Zeit zum einen von der allgemeinen sanitären Lage ab und anderseits spielt natürlich auch der Zustand der Wasserwege eine Rolle.

Die französische Webseite http://www.fluviacarte.com/fr/fluviacap ist sehr hilfreich für die Plannung. Hier als Beispiel die Strecke von Visé an der niederländisch-belgischen Grenze bis nach Toul: http://www.fluviacarte.com/fr/fluviacap?search_port_start=Vis%E9&search_port_end=Toul+&search_longueur=&search_tirantair=&search_largeur=&search_tiranteau=

63 h / 417km / 86 Schleusen . Wir rechnen etwas 4 Stunden Fahrzeit / Tag => also braucht man etwas 16 Tage für diese Strecke. Es ist natürlich wichtig, sich mindestens ein Mal pro Woche über die Situation beim französischen Kanalbetreibers VNF zu informieren.

https://www.vnf.fr/vnf/services/situation-du-reseau/

Toul

Plan A: Maas > Mosel > Rhein > Maas
Plan B: Maas > Marne > Seine > Oise >>>Maas
Plan C: Maas > Maas

Falls alles klar geht, wollen wir diesmal die „Runde drehen“ (Plan A). 2016 bekamen wir Hochwasser auf der Mosel, was uns zum Umkehren bewogen hat.

In diesem Falle stehen uns dann noch einige Möglichkeiten und Varianten offen.

Die schnelle Lösung über die Mosel (2). die Sauerkraut-Varianten (3) oder (4) mit der Rückreise über den Rhein ab Strasburg (5). Schön sind sie alle. Mal sehen, bis dahin haben wir noch etwas Zeit.

Vielleicht wird es auch nur eine kurze Reise auf der Maas, sagen wir bis Toul und zurück,… Plan C. Wenn man die ostfranzösische Landschaft mag, ist dies auf jeden Fall eine schöne und entspannende Reise.

Oder, was auch nicht auszuschliessen ist, dass wir die Rückreise über die Marne und Paris antreten (Pan B).

Jetzt heisst es erst mal, das Boot startklar zu machen…..

2020 #5 Alte Geschichten 2014

Sehen wir mal von 2020 ab, sind wir seit 2014 jedes Jahr von Mitte April bis Mitte Oktober mit dem Boot unterwegs.

Seit unserer ersten Reise gehört ein Fotoapparat zur Grundausstattung des Bootes. Hier ein paar Erlebnisse, an die wir uns oft erinnern. Fangen wir also mit 2014 an.

Wir leben seit langer Zeit in Frankreich und haben dort unseren Wohnsitz. Da wir keinerlei Erfahrung haben mit den rechtlichen Vorschriften der Boots- und Funkregistrierung, suchen wir die einfachste Lösung. Also, eine niederländische Flagge. Im November 2013 informiert uns Linssen-Yachts, dass dies in unserem Falle nicht möglich ist, da die niederländischen Telekommunikationsbehörden die französische CRR Lizenz nicht anerkennt. Also, …da wir in der Familie eher deutsch sprechen, war es naheliegend unter deutscher Flagge zu fahren. Aber,… Wir leben in Frankreich, sind dort angemeldet und zahlen dort unsere Steuern. Daher entschieden wir uns am Ende für die „Tricolore“ als Pavillon.

Einfach? nicht so einfach! Die erste Frage sie sich uns stellt, See oder Binnenanmeldung? … um es kurz zu sagen: es handelt sich um eine reine Steuerfrage. Wir entscheiden uns für 

  1. eine „Carte de circulation de bateau de plaisance de navigation intérieure“ in Paris : E99912 F.
  2. Aber damit nicht genug. Das Schiff wiegt mehr als 10 000kg. Also braucht man noch ein „Certificat d’immatricualtion du bateau“ und eine „Inscritption de droit réels“ im französische Handelsregister (!).
  3. Da wir das Boot in den Niederlanden gekauft haben aber unter französischer Flagge fahren werden, muss noch die Mehrwertsteuer in Frankreich bezahlt werden. Dafür braucht man ein „Certificat d’acquistion d’un véhicule terrestre à moteur (), aéronef (), bateau (x) en provenance de l’union européenne par une personne non identifiée à la TVA“
  4. Für den UKW (VHF) Funkverkehr braucht man dann noch persönlich ein „Certificat restreint de ratiotéléphoniste du service mobile maritime (short range certificate)“
  5. und für das Boot eine „Licence de station de navire“
  6. ohne zu vergessen, einen „Permis de conduire de bateau de plaisance à moteur“ braucht man natürlich auch.

Im April 2014 könnten wir unser Boot in für die Ostertour in Empfang nehmen. Wir sind überglücklich, dass es jetzt endlich soweit war. Aber so einfach soll es nicht sein! 

Unsere „New Classic Sturdy“ ist alles andere als „klassisch“ in Bezug auf Ihre Konstruktion.

// NB: Auch heute noch sind wir nicht nur mit dem „klassischen Stil“ sehr zufrieden, auch das Boot hält was es verstricht! Es ist, aus unsere Sicht, nur zu bedauern, dass Linssen’s heutige Kunden eher den, sagen wir schlichteren, Look bevorzugt.//

Die Werft lässt uns die Ostertour mitmachen, möchte das Schiff aber wieder in die Werft nehmen, um einige Verbesserungen vorzunehmen. Womit wir natürlich einverstanden sind. Allerdings wirft dies unsere Pläne etwas durcheinander. Aber wie sagt man hier: „un bien pour un mal“.  Das Linssen – Team zeigt sich hier sehr professionnel und transparent. 4 Wochen später ist es dann endlich soweit, aber,….

Da unser Schiff unter französischer Flage fährt, muss es mindestens für drei Monate und 25 Motorstunden in Frankreich unterwegs sein, bevor man sich frei in Europa bewegen darf.

Also, auf nach Frankreich, und warum nicht gleich nach Paris! Wir müssen ja die „Taxe à valeur ajoutée“, TVA, noch bezahlen. 

Kurz nach der niederländisch-belgischen Grenze, direkt nach der Schleuse von Lanaye, werden wir von einem belgischen Polizeiboot zum Anlegen (an deren Schiff!) aufgefordert.  Französische Freizeitschiffer sieht man nicht jeden Tag hier, … eine gute Gelegenheit in der wallonischen Provinz französisch zu sprechen,….  Nach gut 30′ sind die freundlichen Polizisten zufrieden: alles in Ordung: Ausweise, Dokumente, Sicherheitsausrüstung.  „Deutsche Gründlichkeit“ sagen sie zum Abschied. … Auf nach Paris.

Da wir mit vielen erfahrenen Linssen Eignern geredet haben und auch gut mit Karten und Reiseführern ausgestattet sind, kann uns nichts mehr aufhalten.

Ja, da ist der Tunnel von Ham, das schwarze Loch nach Frankreich, wie wir es jetzt nennen! Dass dieser Tunnel keine Beleuchtung hat, merken wir erst als wir 20m drin sind. Sicherlich der Tunnel ist nicht sehr lang (~600m), aber er ist eng und das helle Licht am Ausgang blendet sehr. Schon wieder steigt die Pulsfrequenz für 15′. Dann ist es geschafft. 

Im allgemeinen sind die Schleusen in Frankreich auf den alten Kanälen etwa 5m breit, die Durchfahrthöhe unter Brücken beträgt 3,50m. Für den Tunnel haben wir natürlich unser Capro abgebaut. Da das Wetter wechselhaft ist und wir keine Sonnenanbeter sind, wollen wir das Caprio so schnell wie möglich wieder aufbauen. 

In Vireux-Wallerand bietet sich dort eine gute Möglichkeit am Kai.  Polizei, Tunnel …. „aller guten Dinge sind 3„. 

Plötzlich, ein grosser Stoss und Krach unter dem Boot. Ein dicker Asst mit Gablung und Wurzel in der Schraube wie sich später feststellen sollte. Wir haben Glück, die Strömung ist nicht sehr stark, wir sind schon nah genug am Ufer und können eine Leine ans Land werfen. Hilfe ist sofort vor Ort.

Die Hafenmeisterin ist sehr hilfsbereit, kennt jeden in der Ecke und findet zwei Taucher, die gerne helfen wollen.  Es kostet einige Arbeit und Zeit, den Baumstamm samt Wurzeln und Asstgabeln unter dem Boot zu zerschneiden. Leider ist die Schrauble leicht beschädigt und muss später repartiert werden. 

Von da ab geht alles glatt und problemlos! Wir sind glücklich und erreichen Paris ohne Schwierigkeiten. Man sollte allerdings früh am Tag in Paris ankommen. Ab 11h sind viele Touristenschiffe unterwegs. Sie fahren im Zeittakt auf der Seine hin und her, … ohne Rücksicht auf kleinere Boote. Also Vorsicht ist geboten!

Paris ist eine Reise wert“ sagt man. Wir leben seit über 30 Jahren hier. Aber die Ankunft auf dem Wasser! Unvergleichlich. 

Nachdem wir die TVA bezahlt haben, die erste Motorinspektion erledigt ist, begeben wir uns auf die Rückreise nach Maasbracht. 

Alles läuft problemlos: Wasserstand, Wetter, Schleusen, Schiff, Crew,… alles prima bis wir uns der französisch-belgischen Grenze nähern.

Wer Frankreich kennt, weiss, dass hier Streiks in den letzten 20 Jahren zwar seltener geworden sind, aber dafür (nicht zuletzt wegen der Medien und sozialen Netzwerken) gezielt, wirkungsvoll in Szene gesetzt werden.

In Givet erfahren wir, dass die kommunistische Gewerkschaft CGT die Grenz-Schleuse „Les 4 Cheminées“ seit einer Woche bestetzt hat, und dass jede Weiterfahrt auf der Maas bis auf weiteres nicht möglich ist. Ende August, zum Saisonende, sind viele, meistens, niederländische, belgische und deutsche Freizeitboote in Richtung Heimathafen unterwegs.  Auch auf der belgischen Seite sammeln sich mehr und mehr Boote an! Wie lange soll der Streik dauern? „Bis Paris nachgibt,…“ 

Wir stellen uns also auf einen längern „Stop“ ein. Die Empörung ist gross unter den Ausländern. Wie erwartet, kommen Fernsehteams aus halb Europa, um uns und die Streikposten zu filmen und Interview mit verärgerten Eignern zu machen. 

Wie so oft, wenn „alle im gleichen Boot sitzten“ entsteht eine grosse Solidarität und Kameraderie in der Bootsgemeinschaft. Wir übersetzten, andere bringen Wasser bei, andere organiseren Grillparties.  Nach nochmals einer Woche ist der Spuk zu Ende. Fast! Es dauert dann noch  fast 2 Tage bis alle Boote in beide Richtung geschleusst werden können. 

Nach der belgischen Grenze beginnt dann die Jagd auf einen freien Liegeplatzt zum Übernachten. Denn so viele Schiffe auf einmal sieht man hier selten, und leider immer seltener….

Mitte Oktober ist dann Schluss und das Warten auf die Saison 2015 beginnt. Im Winter ist dann Zeit zum Planen und zum Reparieren … der Schraube. Wo soll es hingehen?

 

 

 

 

2020 #4 Reiseerinnerungen

Abwarten und in Erinnerungen blättern. Das ist unser Reiseplan zur Zeit.

Jedes Jahr erstelle ich ein Fotobuch zu unseren Törns. Die Bücher sind zum Blättern frei zugänglich. Viel Spass! Und bis bald irgendwo auf Europa’s Gewässern.

 

 

2020 #3 Zahlen sind zur Zeit sehr gefragt

In Frankreich ist die Ausgangsbeschränkung jetzt etwas gelockert worden. Ab 10. Mai und voraussichlich bis  2. Juni können wir nun das Haus ohne ausdrückliche Genehmigung verlassen und uns 100km weit vom Wohnsitzt entfernen.  Bis nach Maasbracht, wo unser Boot im Winterschlaf ist, sind es 420 km.  Da dieses Virus erst verschwinden wird, wenn ein geeigneter Impfstoff gefunden ist und angewendet werden kann, werden also noch ein paar Kubikmeter Wasser die Maas runterfliessen….

Da das mit dem Bootsfahren also weiterhin nichts wird, wollte ich hier mal ein paar Statistiken über unserer Webseite geben (2016 – 2019):

  • Interesse der Besucher (Reiseberichte):
    1. Mosel – Saar – Maas „Sauerkrauttour“ (belgien – Deutschland – Frankreich) 2016
    2. Zeeland – Randmeeren – Friesland // Maas – Waal – Ijssel,… (Niederlande) 2017 & 2029
    3. Seine – Somme – Schelde (Frankreich – Belgien) 2018
  • Beste Besucher
    1. Deustchland
    2. Niederlande
    3. Schweiz
    4. Belgien
    5. Frankreich
  • Beliebteste Besuchszeit
    • Sonntags 15h

2020 #2 Langsam startet,… oder doch nicht

Gesundheit oder Spass? Ja, so stellt sich persönlich gesehen dieses Jahr die Frage. Bis „gestern“ war Bootfahren, Gesundheit UND Spass. Das soll auch so bleiben!

Zur Zeit gestehen fast überall Beschränkungen. Wir in Frankreich dürfen seit 4 Wochen nur noch einzeln aus dem Haus, wenn wir einen guten Grund schriftlich nachweisen können. Die aktuellen Bedingungen werden sicherlich gelockert werden. Sie werden aber wahrscheinlich durch andere erstetzt, zum Beispiel: Einreise möglich aber 14 Tage Karantäne. Alles sinnvoll! Keine Frage, #Bleibtzuhause.

Wir werden also noch einige Zeit mit Bechränkungen und vor allem mit Ungewissenheit leben müssen. Mit dem üblichen Starttermin, Mitte April, wird es also für uns dieses Jahr nichts. Wann und ob es dann losgeht? „On verra bien“!

Es bleibt uns die Vorfreude, das blättern in unseren Erinnerungen: 2019 Zeeland – Friesland,…

z.B.: https://vagabond4you.com/saison-2019/