2019 #12 Zurück zur Maas

Von Gorinchem nach Woudrichem brauchen wir flußaufwärts etwa 30 Minuten. Als wir aus dem Vorhafen raus auf den Waal fahren, achten wir zunächst auf den Frachtverkehr auf Talfahrt. Die Strömung liegt bei etwa 3 – 3,5 km/h. Wir kommen also mit 6 – 7 km/h recht gut gegen den Strom voran.

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Ohne Probleme erreichen wir die linke Fahrrinne. Nun achten wir vor allem auf die schnellfahrenden Fährschiffe. Am Wochenende und bei schönem Wetter gilt es auch die vielen Freizeitboote im Auge zu behalten.

Da wir uns mit  Freunden im WSV Woudrichem  verabredet haben, fahren wir nicht zum Historischen Hafen sondern biegen zunächst in die Afgedamde Maas.

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Hinter der grünen Boje geht es in den nicht sehr tiefen Hafenkanal (1,7 – 2,4m), wo uns schon der Hafenmeister Jan und unser Freund Bruce erwarten.

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Wir sind hier zum 1. Mal. Wie sich schnell herausstellt, ist es eine gute Wahl. Der Hafen ist gut geführt, liegt direkt an der Stadt und es herrscht eine gute Atmosphäre.

 

In Woudrichem,dem historischen Festungsstädtchen, läßt es sich gut ein paar Tage verweilen. Der historische Hafen, die Gassen und Straßen mit ihren vielen Terrassen laden zum Flanieren ein. Mehrere Fährdienste verbinden die Stadt sowohl mit dem rechten Waal-Ufer als auch mit dem gegenüberliegenden Ufer der Afgedamten Maas zum Kastell Loevestein .

Das Übersetzen  zum nahe gelegenen Kastell Loevestein lohnt sich .

Für den Rückweg fahren wir mit unseren Rädern in Richtung Süden über die Schleuse Prinses Wilhelmina,  und radeln gemütlich auf dem Uferdamm zurück zum Hafen.

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Unser nächstes Ziel ist Heusden. Bis dorthin sind es etwa 2-3 Stunden Fahrt flußaufwärts über die Afgestamde Maas in Richtung Süden. An der Schleuse angekommen, müssen wir feststellen, dass diese sonntags erst um 10h ihren Dienst aufnimmt. Als es dann losgeht, haben sich schon 7 Sportboote angesammelt. Auf der anderen Seite warten ebenfalls einige Schiffe auf die Schleusung.

Anschliessend geht es recht schnell, gegen Mittag kommen wir bei hochsommerlichem Wetter an und machen am Steiger „8“ fest. Heute, am Sonntag sind sehr viele Freitzeitschiffer unterwegs, auch einige, die keinerlei Bootserfahrung haben. Nach einem kurzen Stadtrundgang schauen wir uns das ständige und recht laute  Kommen und Gehen vom Boot aus an. Gegen Abend leert sich dann der Vor – und Stadthafen schnell. Morgen ist Montag!

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Über die Maas sind es jetzt noch 4 – 5 Tage bis nach Maasbracht.

Heusden > Maasbommel
Maasbommel > Cuijk
Cuijk > Weil
Weil > Venlo
Venlo > Maasbracht

 

2019 #11 Auf dem Weg von Gouda nach Gorinchem

Wir nehmen uns großzügig 5 Tage vor, um von Gouda über die Holländische IJssel nach Gorinchem am Waal (Rhein) in 15 Fahrstunden zu fahren.

Gouda


Jeden Donnerstag von April bis August findet in Gouda der „traditionnelle“ Käsemarkt statt. Seit geraumer Zeit handelt es sich aber um ein touristisches Spektakel.  An die Stelle der Anbieter und Käufer sind Schauspieler und Statisten getreten. Es ist trotzdem erstaunlich, wieviele Menschen dieses Schauspiel jede Woche anzieht.

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Ausgehend vom Marktplatz, lädt die Stadt zum Rundgang ein. Zunächst gilt es das „Stadthuis“ zu besuchen. Von der Terrasse aus hat man einen schönen Blick auf den farbigen Markt.

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Der Weg führt uns weiter zum Stadtmuseum, das einen guten Einblick in Goudas Stadtgeschichte und deren wirtschaftliche Entwicklung gibt.

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Nicht weit davon entfernt die Saint Jan Kirche. Die längste Kirche der Niederlande besitzt prachtvolle Fenster. Während unseres Besuchs erklingt auch die schöne Orgel. Wir hören Bach.

 

Montfoort


Direkt nach Gouda, flußaufwärts, ist die Holländische IJssel kanalisert. Wir wollen in Oudewater übernachten, aber als wir dort festmachen wollen, stellen wir fest, dass dies wegen eines Festes nicht möglich ist. Also fahren wir weiter bis Montfoort. Im Zentrum, nach der Brücke, legen wir an der Kaimauer an. Der Ort bietet die wesentlichen Einkaufsmöglichkeiten. Am Kai gibt es keinen Service.

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Vreeswijk


Am nächsten Morgen geht es weiter zum Merwedekanal. Der Passantenhaven ist gut gelegen, von hier aus hat man gute Bus- und Bahnverbindungen nach Utrecht. Im Hafen gibt es den üblichen Service (Strom, Wasser, Dusche), jeweils für 50cts.

Hier lohnt sich ein Spaziergang zum historischen Zentrum am Lek.

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Meerkerk


Auf dem Merwerde Kanal kommt man recht gut voran, obwohl es einige bewegliche Brücken und eine Eisenbahnbrücke gibt, die 2x pro Stunde zu festen Zeiten geöffnet wird. Ursprünglich hatten wir geplant an der Linge zu übernachten. Aber heute ist der Wind sehr stark, und wir ändern kurz entschlossen unseren Plan und halten in Meerkerk. Hier ist ein Liegeplatz direkt am Kanal, der eigentlich für Frachtschiffe vorgesehen ist. Aber anscheinend wird diese Stelle jetzt mehr und mehr von Freizeitschiffern genutzt.

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Heukelum


Schon früh brechen wir bei schönem Wetter zur Linge auf, wo wir wieder an der „Passantenwiese“ in Heukelum festmachen. Hier gibt es Strom. und freie Sicht auf den Fluß und den am linken Ufer liegenden Ort.

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Die Linge ist ein ruhiger Fluß, der uns an die Somme in Frankreich erinnert. Trotzdem sollte man auf der kurvenreichen Strecke Acht geben, da noch einige Lastkähne unterwegs sind, die Sand nach Leerdam bringen.

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Mit dem Fahrrad gehts nun zum 4 km entfernten Städtchen Leerdam.  Als wir zum ersten Mal hier waren, haben wir die „Royal Crystal Leerdam“ entdeckt.  Dieses Mal haben wir Glück und können an  einer Führung der traditionnellen Produktionsstätte teilnehmen.

 

Gorinchem


Der Passantenhaven von Gorinchem ist für Boote höher als 2,80mnur vom Waal aus über eine Schleuse zugänglich .

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Auch wenn der Hafen sehr schön gelegen ist, übernachten wir wieder im Vorhafen, im WSV Gorinchem, einem gut ausgestatteten Klubhafen. Als wir uns anmelden, erfahren wir, daß wir wegen eines Hafenfestes nur eine Nacht bleiben können. So verbleiben wir am Längssteg am Ende des Meldesteigers mit einer schönen offenen Sicht.

Das schöne Wetter lädt zu einem Spaziergang um die Festungsanlagen und die Altstadt ein.

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Gouda > Montfoort : 4,6h
Monfoort > Vreeswijk : 2,9h
Vreeswijk > Meerkerk : 2,1h
Meerkerk > Heukelum : 2,1h
Heukelem > Gorinchem : 1,6h

 

 

 

2019 #10 Spaziergang in Rotterdam

Als wir in Rotterdam ankommen ist es regnerisch und kalt. Nicht gerade einladend um zu flanierien. So entschliessen wir uns für Architektur und Museum. Das Martime Museum hat einen offenen Aussenbreich.

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Der Besuch des Museums lohnt sich, wenn man sich für die Entwicklung der Handelsschifffahrt interesseriert.

Rotterdam ist nicht nur wegen seines Hafens bekannt. Die Stadt wurde weitgehend während des Krieges zerstört.  Vielleicht ist das der Grund, warum Rotterdam auch eine Stadt der Architektur ist. Wir besuchen die Markthalle, die Kubushäuser und das Sonneveld Haus.

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Kubushäuser

Sonneveld Huis

2019 # 9 Von Willemstad nach Gouda

Es gibt natürlich viele Möglichkeiten, um von Willemstad nach Gouda zu fahren. Wir wählen die „Gezeiten“-Strecke über Dordtrecht und Rotterdam. Hierzu sehen wir 3 Etappen vor:

  1. Willemstad > Dordtrecht: 2,4h / 24 km
  2. Dordtrecht > Rotterdam: 3,5h / 22 km
  3. Rotterdam > Gouda :  3,6h 27 km

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Als wir in Willemstad starten, hat sich zwar der Wind der letzten Tage gelegt, jedoch ist die Sicht begrenzt. Der niederländische Wetterdienst gibt 3.500 m an. Da die Strecke sehr befahren ist, bringen wir noch den Radarspiegel am Mast an. Wie immer auf dieser sehr befahrenen Strecke auf Hollandse Dip, Dordtsche Kil, Oude Maas, Noord und Nieuwe Maas ist der Frachtverkehr sehr dicht.

Nach 1,5h erreichen wir bei zunehmendem Verkehr die Einfahrt zum Dordsche Kil. Sofort macht sich die für uns positive Strömung bemerkbar. Unsere Gewindigkeit steigt auf 12 km/h.  An der Abzweigung der Oude Maas sind wir besonders wachsam, da wir dort vor 2 Jahren von einem Hochseefrachtschiff stark ins Wanken gebracht wurden. Aber diesmal erreichen wir den Hafen in Dordrecht ohne Schwierigkeiten.

Bei eimen Spaziergang an der Kreuzung von Oude Maas, Merwede un Noord sehen wir einen dieser enormen Frachtconvoys, die Kohle von Antwerpen nach Duisburg bringen. Oftmals sind wir vor diesen  Monsterbooten gewarnt worden wegen ihrer ausergewöhnlichen starken Heckwelle, die von der Schraube (oder Turbine) erzeugt wird.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Rotterdam. Wieder haben wir Glück, die natürliche Flußströmung wird von der Gezeitenströmung unterstützt. Mit 14 km/h geht es in Richtung Norden. Wir passieren den Kreuzungspunkt zu einem relativ ruhigen Moment. Zusätzlich zum üblichen Frachterverkehr muß man ab jetzt auch die Wasserbusse und um Rotterdam die Watertaxi im Auge behalten.

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Recht geräuchlos kommen sie von hinten angeschossen. Sie fahren zickzack mässig von Haltepunkt zu Haltepunkt.

Als wir uns dem Lek nähern nähert sich ein Frachter vom Lek kommend, über Funk erfahren wir, dass er Richtung Oude Maas nach Süden abbiegen wird. Um jeder Gefahr aus dem Wege zu gehen, fahren wir  zunächst ein kurzes Stück den Lek stromaufwärts und wenden sobald es möglich ist um  in die Nieuwe Maas einzubiegen.

Statt dem pittoresken, aber sehr unruhigen Veerhaven steuern wir dieses Mal den City Marina Rotterdam Hafen an.

Von Süden kommend biegen wir baldmöglichst in den Konnigs-Haven ein. Über Funk bitten wir um die Brückenhebung. Zunächst ohne Antwort verbleiben wir vor der Konninginne-Brücke, bis wir erfahren, dass die Brücke zu dieser Tageszeit für Sportboote nicht gehoben wird.

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Wir müssen also wieder zur Nieuwe Maas flussabwärts, um dann kurz vor der Erasmusbrücke links einzubiegen. Wegen des sehr starken Verkehrs (Fracht, Taxi, Bus, Ausflug,…) fahren wir ein Stück weiter bei sehr bewegtem Wasser, bis sich ein günstiger Moment ergibt. Wir drehen um und bekommen jetzt die Gegenströmung zu spüren. Mit 6 km/h nähern wir uns langsam der Einfahrt nach der Erasmusbrücke. Als wir uns nähern wird schon die Hafenbrücke gehoben. So können wir direkt am Passantensteg festmachen, wo wir 2 Tage liegen bleiben.

Der Hafen ist zwar gut ausgestattet, aber es fehlt etwas an Ambiente. Das mag an der frühen Jahreszeit und am kalten Wetter liegen.

Für die Fahrt nach Gouda, bieten sich 2 Möglichkeiten:

  • Wenn wir morgens losfahren, haben wir auf der ganzen Strecke Gegenströmung, sind aber sicher, rechtzeitig anzukommen. Einige Brücken werden nur bis 16h45 bedient. Ausserdem soll eine Brücke gesperrt sein.
  • Wenn wir nachmittags losfahren, nach 15h, können wir die dann herrschende positive Strömung ausnutzen, riskieren aber etwas spät anzukommen.

Wir entscheiden uns morgens loszufahren. Gegen 10h schliessen wir uns einem Segelboot an, dem die Brücke gehoben wird und gelangen so direkt zur Nieuwe Maas. Sofort spüren wir die recht starke Gegenströmung und kommen mit 6km/h vorwärts. Als wir die Hollandische Ijssel erreichen, nimmt die Strömung etwas ab, und wir fahren unsrem Ziel mit 8km/h entgegen. Über die Mallegatsschleuse fahren wir in die Turfsingelgracht ein und machen am frühen Nachmittag fest.

2019 #8 Mit dem Rad zu den Volkerak-Schleusen

Die Yachtschleuse der Volkerak-Schleusen ist uns wohl bekannt. Schon mehrmals haben wir sie genommen.  Heute ist es windstill und seit langem wieder etwas wärmer. Da wir wieder im Hafen von Willemstad liegen, beschliessen wir, mit unseren Fahrrädern einen Abstecher in die Umgebung zu machen.

Der „Fietsaltas“ von Falk ist uns wie immer eine große Hilfe. Zunächst nehmen wir den Weg 29.

Bis zur Brücke, die die Schleusen überspannt, sind es etwas 3,5km vom Hafen aus.

Für den Frachtverkehr stehen 3 Schleusen zur Verfügung. Jede 326,5 Meter lang und 24 Meter breit. Von der Brücke aus sehen wir dem pausenlosen Treiben zu, ein beeindruckendes Schauspiel!  Über eine Erweiterung der Anlage bis 2030 denkt man gerade in Den Haag nach. Eine 4. Kammer soll gebaut werden, um dem ständig wachsenden Verkehr gerecht zu werden.

Da es noch früh am Tag ist und die Sonne scheint, radeln wir weiter bis zum Ort Ooltgensplaat. Wenn man mit dem Boot zum Volkerak fährt, findet man dort den ersten Hafen auf der Steuerbordseite, direkt nach der Yachtschleusenausfahrt. Der Hafen von Oude Tonge ist jedoch empfehlenswerter.

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Von den Schleusen aus sind es mit dem Rad bis dorthin noch gut 12-13 km.

Nach 2,5h sind wir wieder im Hafen, rechtzeitig zum Mittagessen. Heute, am Samstag ist dort reges Treiben. Die größeren Yachten haben im Stadthafen festgemacht.

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Aber die Aufmerksamkeit gilt einem alten Plattboden-Schiff, das in der Hafeneinfahrt zu wenden versucht. Was ihm auch gelingt, auch wenn der Hafenmeister mit seinem kleinen Boot den Bugstrahler ersetzen muss.

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2019 #7 Spaziergang in Willemstad

Gerne halten wir in Willemstad. Unser Freund Aad hat uns so oft von dieser Stadt an der Kreuzung von Volkerak und Hollands Diep erzählt. Die Lage gab der Stadt  schon früh eine große strategische Bedeutung. Im heutigen Europa ist sie eher eine sehenswerte Stadt an einer wichtigen Handelsstraße.

Bei der Ankunft (mit dem Boot) erhält man vom freundlichen Havenmeister einen Plan der Festung mit einem Vorschlag für einen Rundgang. Die Zeit sollte man sich nehmen zu einem Spaziergang durch die Stadt und um die Festung bevor es weiter geht nach Zeeland, Rotterdam oder zur Maas. Am Innenhafen gibt es außerdem einen gutsortierten Bootsshop.

 

2019 #6 Zeeland

Nachdem wir mehrere Tage in Willemstad verbracht haben, brechen wir in Richtung Zeeland auf. Da wir es nicht eilig haben, sehen wir kleinere Tagesetappen vor. Für die nächsten Tage ist eine Wetterbesserung vorhergesagt, auch der Wind soll nur mäßig wehen (2-3bft).

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1 // Unsere erste Etappe führt uns nach Oude Tonge auf  dem nördliche Ufer des Volkerak (Willemstad > Oude Tonge : 1,9h).

Der Ort liegt am Ende eines längeren Kanals. Der Klubhafen hat ein neues gut ausgestattetes Klubhaus. In dem ruhigen Ort gibt es mehrere Restaurants und Geschäfte.

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2 // Es geht weiter zum Grevelingermeer. Aber zunächst müssen wir die Krammerschleuse nehmen, um in die Osterschelde zu gelangen. Als wir ankommen steht die Backbord-Jachtschleuse  schon offen und ist für unsere Schleusung vorbereitet.

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Während der Schleusung  findet gleichzeitig der Süß/Salzwasseraustausch statt. Ab jetzt sind wir im Salzwasser. Unser Bootsexperte hatte uns versichert, dass für wenige Tage die Anoden nicht getauscht werden müssen und wir problemlos eine Woche bleiben können.  Es dauert nur 30′ von hier zur Schleuse am Zugang zum Grevelingermeer. Auch hier haben wir Glück, ohne zu warten geht es in die Schleuse und 10′ später sind wir im gezeitenlosen Grevelingermeer.

Da alles so schnell geht, ändern wir unseren Plan. Statt direkt in Bruinisse festzumachen, fahren wir auf die Nordseite nach Herkingen (Oude Tonge > Herkingen :  2,3h).  Wir machen im WSV fest, der über ein  neues, modernes und sehr gut ausgestattetes Hafengebäude verfügt. Als Motoryacht sind wir hier eine Ausnahme. Und wenn dann noch ein Boot aus Paris auftaucht, wird die  Tricolore gehisst. Welch freundlicher Empfang!

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Der Ort gibt allerdings zu dieser Jahreszeit wenig her, selbst die Restaurants sind geschlossen. Ausser einem kleinen Supermarkt ist nur ein sehr gut sortierter Bootsausstatter offen. Wir nutzen das schöne, frische Wetter zu einem langen Spaziergang auf dem Damm in Richtung Nord-Westen.

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Es ist noch sehr ruhig zu dieser Jahreszeit hier.

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Wenn man die Parkplätze überall sieht und die Anzahl der Segelboote betrachtet, kann man sich vorstellen, wie es hier im Sommer zugehen muß. Zeeland ist Urlaubsziel: Schwimmen, Segeln, Tauchen.

3 // Am nächsten Morgen brechen wir früh auf, um nach Brouwershafen zu fahren. Nach der Ausfahrt aus dem Kanal, halten wir uns zunächst an die grünen Bojen. Während der Überfahrt begegnen uns Segler, Fischerboote und Möwen.

Ohne Schwierigkeiten erreichen wir unser Ziel nach 2,5h.

An der Einfahrt zum Ort Brouwershaven befindet sich eine Schutzschleuse, die gleichzeitig als Hafenbüro dient. Dort muss man sich anmelden und bekommt einen Platz zugewiesen. 2 Möglichkeiten bieten sich: direkt hinter der Schleuse im neuen Hafen oder weiter hinten im alten Stadthafen. Wir wählen den Kai im Ort. Der Hafen besitzt den üblichen Service, sowie eine Tankstelle.

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Brouwershaven hat einen schönen Ortskern und die Kirche lohnt einen Besuch, allein schon wegen des Dachstuhls.

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Nachmittags kämpfen wir mit den Rädern gegen den Wind über den Brouwersdamm am Kitesurfer-Paradies vorbei bis  nach Port Zeeland.

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4 // Am nächsten Morgen brechen wir wieder früh  in Richtung Osten auf. Da der  Wind etwas stärker weht, sind auch schon ein paar Segler unterwegs.

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Nach 2h legen wir am Kopfsteg des WSV Bru an. Der Hafen liegt direkt im Schleusenbereich neben  dem großen, bestens ausgestatteten Yachthafen Bruinisse. Ob man einfache gemütliche Klubhäfen oder luxuriöse Yachthäfen ansteuert, ist Geschmacksache.

Hier bleiben wir 2 Tage. Mit dem Bus fahren wir nach Zierikzee. Aber davon bald mehr.

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Willemstad > Oude Tonge : 1,9h
Oude Tonge > Herkingen :  2,3h
Herkingen > Brouwershaven : 2,5h
Brouwershaven > Bruinisse : 2,0h

 

2019 #5 Über das Hollandsch Diep

Nachdem wir abends die Karte  studiert haben, starten wir am nächsten Morgen gegen 9h in Drimmeln. Aber zunächst  lassen wir noch den Tank auffüllen. Dies senkt den Schwerpunkt, was bei schlechten Fahrbedingungen hilfreich ist und verkleinert das Risiko, dass der Tankinhalt zu stark aufgewirbelt wird…. und dadurch den Dieselfilter verstopft.

Für die Überfahrt nach Willemstad rechnen wir etwa 3h bis 3h30. Die Bedingungen sind nicht ideal: es ist kalt, es regnet, die Sicht ist etwas beschränkt, aber noch ausreichend (mindestens 6 km). Nur der geringe Wind (2 – 3 bft) ist von Vorteil.

Nach einer Stunde erreichen wir die Mündung von Amer (= Maas) und Merwerde ( = Waal). Die beiden Brücken für Zug und Auto sind in Sicht. Ab jetzt gilt es, aufmerksam den Frachtverkehr im Auge zu behalten und auf den Sprechfunk zu achten. Wir entscheiden uns, zunächst auf der Nordseite zu bleiben und orientieren uns an den roten Bojen und nehmen Kurs auf die für „Sport“ reservierte nördliche Brückendurchfahrt.

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Kurz vor der Kreuzung mit dem Dordtse Kil werden wir über VHF10 von einem Frachter angerufen. Von der Amer kommend, möchte er nach Rotterdam. Wir bestätigen unsere Fahrt zu verlangsamen, lassen ihn überholen, um in den Dordtse Kil einbiegen zu können.  Als er an uns vorbei ist, bedankt er sich und empfiehlt uns die in Richtung Volkerak fahrenden und von Norden kommenden zwei Containerschiffe abzuwarten.

Gesagt, getan! Wir warten auch diese beiden ab, und orientieren uns nun an der für Sportboote vorgesehenen nördlichen Nebenfahrrinne der durch rot und grün markierten Hauptfahrrinne.  Indem wir uns an den „Recreatie“-Bojen orientieren (rot-weiß) setzen wir unsere Fahrt fort. Da Willemstad am Südufer liegt, gilt es irgendwann, die Hauptfahrrinne zu kreuzen, um so, anschliessend sicher in der südlich gelegenen grün-grünweißen Nebenfahrrinne zum Hafen zugelangen.

Wärend wir Ausschau halten, um einen günstigen Moment abzuwarten, kommt ein Polizeiboot mit hoher Geschwindigkeit in der Hauptfahrrinne entgegen. Trotz einer Entfernung von mindestens 500m bringt es unser Boot kräftig ins Rollen. Obwohl wir alle Türen und Schubladen gesichert haben, fliegt alles was nicht „niet und nagelfest“ ist im Boot herum.  Nach einem guten Schub  Adrenalin und Kurskorrektur bringen wir das Boot wieder unter Kontrolle.

Der Verkehr ist sehr drückend. Wir müssen 6 Frachter abwarten bis wir zum Kreuzen ansetzen. Es gilt vor allem die von hinten ankommenden Boote im Auge zu behalten. Normalerweise fahren wir mit 9km/h (SOG).  Jetzt muss es schneller gehen. Also geben wir Gas, um uns schnellstmöglich die Hauptfahrrinne  verlassen zu können.

Beim Kreuzen ist extreme Vorsicht geboten!

Als wir die südliche Nebenfahrrinne erreichen, atmen wir auf. Der wunderschöne Anblick von Willemstad läßt einen schnell den Stress vergessen.

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Zum Schluss noch ein paar praktische Hinweise:

Sicherheit „first“!!!

  • Eindeutige Fahrmanöver
  • Radarspiegel setzen // Navigationslichter an
  • Falls vorhanden AIS im Auge halten
  • Schwimmwesten bereitlegen oder (besser noch) anlegen
  • Funk aufmerksam verfolgen und falls notwenig mit Frachtern (oder RWS oder Polizei Verbindung aufnehmen (idealerweise 2 Kanäle abhören: VHF 10 und die Blockkanäle 7 und 71)
  • Fernglas ständig benutzen (vorne und noch mehr hinten)
  • Alle beweglichen Gegenstände wegpacken, Schränke, Tisch und Schubladen verrNach einem guten Schub Adreiegeln
  • Vor der Abfahrt Motorraum überprüfen : Wasserfilter, Keilriemen, …

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2019 #4 s’Hertogenbosch und Umgebung

Es ist nicht das erste Mal, dass wir nach s’Hertogenbosch kommen. Wir mögen diese gemütliche und lebhafte Stadt in Nordbrabant.

Da wir etwas Zeit haben, profitieren wir etwas ausführlicher von der Stadt. s’Hertogenbosch bietet für fast jeden Geschmack etwas: Einkauf, Kultur (jung und alt), Restaurants, Ambiente,…

Dieses Mal nehmen wir uns die Zeit, um das Hironymus Bosch Art Center, das Nordbrabant Museum und das Design Museum zu besuchen.

 

Weniger lohnt ein Abstecher in die am Waal gelegene Stadt Zaltbommel, die man mit dem Zug  in ein paar Minuten erreicht. Vom Bahnhof bis zur Stadt sind es dann noch 10-15 Minuten zufuss.  Wir fahren Montagmorgens dorthin und vergessen ganz, dass die Geschäfte erst um 13h öffnen… und die historischen Gebäude geschlossen sind. So bleibt nur ein Spaziergang um die alte Festung mit Blick auf den Stadthafen am Waal.

 

2019 #3 Leukermeer und Umgebung

Wie im letzten Beitrag erwähnt, fahren wir ohne „Stop“ in Venlo direkt zum Leukermeer.

Im Club-Hafen „T’Leuken“ machen wir am Passantensteg fest. Dort liegt man sehr gut, mit schöner Sicht aufs Wasser und  der Abendsonne auf dem Achterdeck (https://vagabond4you.com/liegeplaetze/niederlande/).

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Das Hafenrestaurant ist zur Zeit wegen Umbauarbeiten und Besitzerwechsel geschlossen.

Das Leukermeer und die umliegende Dünenlandschaft laden zu ausgiebigen Spaziergängen ein.

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Seit unserem letzten Besuch sind einige Arbeiten unternommen worden, um die Wege und ihre Beschilderung  zu verbessern und auch für Behinderte besser zugänglich zu machen.

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Für einen Spaziergang um das Leukermeer muss man etwa eine Stunde ansetzen.

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Dies ist auch die Gelegenheit, das Besucherzentrum der ehemaligen Schleuse zu besichtigen. Die Schleuse verbindet das Leukermeer mit dem Reindersmeer. Wie an vielen Stellen an der Maas wurde auch hier über 20 Jahre Kies abgebaut. Zwischen 1971 und 2001 passierten über 20 000 Kiesfrachter die Schleuse. Sie ist jetzt funktionslos, aber erinnert an die Geschichte der Landschaft.

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Heute gehört die Gegend zu den niederländischen Nationalparks .  Die sich dort befindenden Dünen ziehen erstaunlich viele Besucher an, die die nach Jahreszeit wechselnde Heidelandschaft genießen.

Eine  kleine, handbetriebene Fähre erlaubt das Reindersmeer zu überqueren und so die Wanderung um diesen See zu verkürzen.

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