2026 #13 Städte im Westen, Teil 1

Im Frühjahr hatten wir geplant, die Nord- und Südholland auf unserem ersten Törn zu bereisen. Daraus wurde wie schon erwähnt nur teilweise etwas.

Anstatt von Amsterdam aus über Haarlem, Leiden und Delft nach Rotterdam zu fahren, wurde es eine Rundreise im Uhrzeigersinn mit Start in Rotterdam.

Skizze SG (mit KI bearbeitet)

Da uns aus früheren Reisen diese schönen und interessanten Städte bekannt sind, haben wir dieses Mal Wert darauf gelegt, Neues zu entdecken und einfach nur die Zeit zu geniessen.

Delft:

Wir verlassen Rotterdam am 17. Juli in Richtung Delft.

Ab diesem Tag ist die Sperrung der Abtwoudsebrug auf der Schie für ein paar Tage aufgehoben. Wir sind nicht das einzige Schiff, dass sich an diesem Tag auf den Weg macht. Da wir früh ankommen, finden wir einen guten Platz im Passantenhafen direkt vor der Constructiebrug mit einem schönen Ausblick auf das gegenüberliegende Ufer. Hier bleiben wir einen Tag.

Heute am Freitag ist Markttag. Aber auch ein Trödelmarkt findet gleichzeitig Stadt. Somit ergibt sich eine gute Gelegenheit zu einem Rundgang durch die Strassen der belebten Stadt.

Zum Abschluss führt uns der Weg zum Botanischen Garten der TU Delft.

Es ist sicherlich nicht der grösste und beeindruckendste Botanische Garten. Dies liegt sicherlich an der stark technischen Ausrichtung der renommierten Hochschule. Für Pflanzen- und Blumenliebhaber lohnt sich der Besuch. Vom Hafen aus sind es nur einige hundert Meter bis dort hin.

Leiden (1.Teil):

Die meisten Brücken auf dem Weg von Delft nach Leiden werden fernbedient. Um sie heben zu lassen, benutzt man am einfachsten die jeweilige Telefonnummer. Über eine Menusteuerung kann man die gewünschte Brücke auswählen. Es gibt aber auch Ausnahmen,…

Als wir uns der Sijtwendebrug kurz vor Leidschendam nähern, sehen wir „Doppel-Rot“. In der aktuellen Zeit, wo einige Sperrungen, das Vorankommen beeinträchtigen können, ist das zunächst ein schlechtes Zeichen.

Eine Handynummer hilft uns weiter (0032 6 21 10 2975). Wir müssen 15 Minuten warten. Die Brücke dient in gewisser Weise zur Verkehrsregulierung. Somit wird verhindert, dass sich zu viele Boote, um einen Platz in der anschliessenden Schleuse streiten. Die Schleuse von Leidschendam ist sowohl ein Nadelöhr als auch eine touristische Attraktion. Wir werden mit acht Schiffen geschleust.

Nach der Schleuse geht es recht zügig zum Passantenhafen in Leiden. Wegen der vielen Brücken brauchen wir trotzdem 4 Stunden. Da der Hafen schon recht voll ist, und uns einige Boote folgen, zögern wir nicht lange, und nehmen den erst besten Platz. Wobei wir feststellen müssen, dass die Pflöcke und der Steg kaum Platz für unsere Boot lassen.

Da wir die Stadt aus früheren Fahrten 2017 und 2019 recht gut kennen, entscheiden wir uns für zwei Tagesausflüge.

Zunächst geht es mit dem Fahrrad nach Katwijk. Wir sind Mitte Juli. Der Sommer kommt dieses Jahr später. Es herrscht gähnende Leere. Um es kurz zu sagen, vielleicht liegt es am Wetter, aber „umgehauen“ hat uns dieser Ort nicht. Nach einem Spaziergang zum Strand und einem kleinen Lunch treten wir die Rückreise an.

Den Haag und Scheveningen:

Am nächsten Tag geht es mit dem Zug nach Den Haag. Als wir dort ankommen, müssen wir feststellen, dass (auch hier) Baustellenstimmung herrscht. Ein Grossteil des historischen Kerns wird renoviert.

Das gibt uns Lust andere, noch unbekannte Viertel der Stadt zu besuchen. So entdecken wir das Schloss und seinen kleinen Garten, den Friedenspalast, die „Passage“

Für den Nachmittag haben wir uns einen Abstecher nach Scheveningen vorgenommen. Wir nehmen die Tram, das geht schnell und einfach.

Da wir beim letzten Besuch nur wenig Zeit hatten, wollen wir dieses Mal vor allem die „Pier“ erkunden. Wie das Kurhaus, scheint dieses Bauwerk ein Relikte einer lang untergegangenen Zeit zu sein.

Der Pier wurde 1961 eröffnet, er ersetzt ein ähnliches Gebäude aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Ab nächstem Jahr soll er grundlegend renoviert werden. Man sieht ihm an, dass sowohl die Natur aber auch seine Besucher an ihm genagt haben.

Immer noch lockt er Besucher an, die einen Spaziergang zur tollen Aussicht oder zum Kauf einer Snacks nutzen. Wir lassen uns die Aussicht ebenfalls nicht entgehen und nutzen die Zeit für ein paar nette Fotos.

Leiden 2.Teil:

Nach unserem Ausflug nach Schevenigen geht es zurück nach Leiden. Als wir unsere Klappräder aufgeklappt in den Zug nehmen, werden wir zunächst darüber aufgeklärt, wann, wo und wie wir die Fahrräder mitnehmen dürfen. Wir haben Glück, da wir brav unsere Klappräder zusammenklappen, uns im richtigen Abteil befinden, wo Fahrrad ausserhalb der Stoßstange kostenlos erlaubt sind Fahrt ohne weitere Ermahnung und Strafe auf uns nehmen.

Die Universitätsstadt lässt einem die Wahl zwischen 13 vielfältigen Museen. Dieses Mal wählen wir das Natur- und Geistesswissenschaftliche Rijksmuseum Boerhaave, das Malerei Museum „De Lakenhal und immer wieder den ausgezeichneten Botanischen Garten.

2026 #12 „Rien ne va plus“

Im Beitrag 2026 #2 haben wir unseren Plan für die Saison 2026 vorgestellt. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, lief dieses Jahr kaum etwas nach Plan. Drei Törn waren vorgesehen:

  • Maasbracht > Den Helder > Rotterdam
  • Rotterdam > Zutphen > Kampen
  • Kampen > Amsterdam > Maasbracht
Plan 2026 (Stand Mai 2026)

Als wir unseren diesjährigen Törn im Frühjahr planten, hatten wir weder mit dem Wetter gerechnet, noch die Renovierung- und Wartungsarbeiten an den Brücken und Schleusen einbezogen.

TEIL I:

Aus Den Helder wurde nichts, wegen Wartungarbeiten an der Slootsluis in Nordholland. Der Weg von Amsterdam nach Rotterdam über Haarlem und Delft war mehrmals unterbrochen, wegen Problemen an der Cruquisbrug. Dies machte unseren Plan zu Nichte. Also Amsterdam > Vecht > Amsterdam-Rijn-Kanal > Lek.

Teil II:

Mitte Juni sollte es über den Niederrhein, und die IJssel zu den Randmeeren gehen. Wir verfolgten die Entwicklung der Wasserstände genau. Die Situation war zu dem Zeitpunkt zwar noch nicht aussichtslos, aber wir wählten die Vorsicht. Damit fiel auch Teil III flach.

Nun also , wie ging es denn weiter Mitte Juni ? Als wir von Paris zurück aufs Boot in Rotterdam kamen, hiess es umdenken. Von Planung wollen wir erst gar nicht mehr reden.

Mehr darüber im nächsten Beitrag.

2026 #11 Rotterdam

Zunächst mal, sagen wir mal „SORRY„, wie man es auch in den Niederlanden ausdrückt, wenn man sich für etwas zu entschuldigen sucht. Das ETWAS, in unserm Fall, ist die Funkstille, die auf diesem Kanal seit Mitte Juni herrschte! Damit soll jetzt Schluss sein!

Am 6 Juni fahren wir von Schoonhoven auf dem LEK Richtung Rotterdam (siehe Beitrag 2026 #10).

Wegen des windigen Wetters entscheiden wir uns, zunächst nur bis zum Hafen „IJsselMonde“ zu fahren.

Für die Weiterfahrt lassen wir uns etwas Zeit und warten besseres Wetter und eine günstige Strömung auf der Nieuven Maas ab.

Um die genauen Strömungsverhältnisse zu kennen, befragen wir die sehr gute Webseite des Rotterdamer Hafens. Dort kann man ich Echtzeit die Strömung, deren Richtung und die jeweiligen Wasserstände erfahren.

QUELLE: Rotterdam Hafen Weather & Tide
HYDRO METEO DASHBOARD – NAIADE [Build 20260825.2]

Da wir unser Schiff 4 Wochen alleine lassen, haben wir uns in Rotterdam den ruhigen Klubhafen „OUD DELFTHAVEN“ ausgewählt. Für die Fahrt dorthin, vom Hafen IJsselmonde kommend, brauchen wir rund zwei Stunden. Auf dem Weg liegen die Parkschleuse und ein paar Brücken, die gehoben werden müssen. Um sicherzustellen, dass man nicht unnötig lange warten muss, empfiehlt es sich, bei der VOC BRUG eine Stunde vor Ankunft anzurufen, um sich anzumelden.

Im Hafen haben wir eine tolle Aussicht auf die alten „Delft-Haven“-becken und die Mühle. Der Hafen liegt etwas ausserhalb vom Zentrum, welches mit dem Fahrrad oder der Tram Ligne n°18 in ein paar Minuten zu erreichen ist.

Wie bei jedem Aufenthalt in der Stadt, nutzen wir ausgiebig Fahrrad, OV-Chipcard und die Museum-Kaart. Auch wenn wir einige Museen schon kennen, lohnt sich ein neuer Besuch meistens.

Diesmal steht im Vordergrund der Besuch der Archive “ Het Depot„. Diese gehören zum, wegen Renovierungsarbeiten geschlossenen, Boijmans Van Beuningen Museum.

Alles, an den Archiven erscheint uns sehenswert: die Umgebung, die Architektur und natürlich der Inhalt.

Wie immer, wenn wir in Rotterdam sind, führt uns der Weg auch zur „Kunsthal„. Zwei Ausstellungen haben so sehr gefallen, dass wir sie zweimal aufsuchten, um sie in aller Ruhe zu geniessen!

  • die Ausstellung : „FLOWERS FOREVER„. Wer Blumen mag, kommt um diese Interpretation nicht vorbei. Es ist schwierig zu beschreiben, was man dort alles sieht, nein, bewundern kann. Auf jeden Fall lohnt es sich, Zeit zu lassen, und die vielen Eindrücke auf sich wirken zu lassen.
  • Fotografien aus New York der Dreissiger Jahr von Helen Levitt. Nur selten kaufe ich Fotobücher, aber diese Bilder haben es mir angetan. Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Oktober zu besuchen.

Aber wir waren nicht nur in Museen,…. Die Stadt lädt immer zum Spaziergang ein.

2026 #10 Auf dem Lek nach Rotterdam

Da wir die VECHT und den AMSTERDAM-RIJN-KANAL schon mehrmals befahren und erwähnt haben, werden wir hier darauf nicht mehr ausführlich eingehen. Die Vecht verlassen wir bei Maarsen.

Nicht vergessen dabei sollte man dabei:

  • auf die Höhenbegrenzung zu achten und
  • sich auf Kanal 61 anzukündigen.
Verbindung von Vecht zum Amsterdam-Rijn-Kanal bei Maarsen

Bevor wir auf dem Lek sind, erscheint uns unsere kleine Radtour, die wir von Maarsen aus zu den Lotrechter Plaasen unternommen haben, noch erwähnenswert.

Der Weg führt uns vorbei an zwei Wassermühlen unterschiedlicher Konstruktionen aus verschiedenen Zeitaltern. Die kleiner Mühle, bei der sich der grössere Teil der Mühle komplett dreht, ist die jüngere. Was uns auf den ersten Blick überrascht! Diese Technik wurde bei geringeren Pump-Mengen vorgezogen. Die grössere Mühle diente dem Betreiber auch als Wohnung. Dort wohnte der letzte Besitzer mit seinen 7 Kindern auf engstem Raum. Nur der Wohnraum wurde im Winter beheizt.

Zwei nette Freiwillige nehmen sich viel Zeit bei der Besichtigung und erläutern uns die Funktionsweisen der beiden Mühlen. Wir erfahren auch einiges über das Leben in der Mühle. Jetzt aber zum LEK!

Der kanalisierte Niderrijn geht bei Vianen in den Gezeitenstrom LEK über.

Auf dem Lek geht es nun zu Tal in Richtung Rotterdam.

Wir lassen uns Zeit. Wir teilen die Strecke in 4 kleine Etappen ein:

  • Maarsen > Vianen
  • Vianen > Schoonhoven
  • Schonhoven > IJsselmonde
  • IJsselmonde > Rotterdam

Die Wirkung der Gezeiten muss bei den Fahrzeiten mit eingeplant werden, zumal bei schlechtem Wetter. Ausser unserer letzten Etappe, starten wir schon früh. Für die ganze Woche ist starker Wind und teilweise Regen für Nachmittag angesagt.

So kämpfen wir weniger mit Wind als mit der Strömung des Flusses. Das hat einen Einfluss auf unser Vorankommen.

Zur Zeit haben wir morgens auflaufendes Wasser. Hochwasser ist gegen Mittag. Dies verringert unser Vorkommen um rund 3-4 km/h. Hinzu weht uns teilweise schon kräftiger Wind aus Westen entgegen. So kommen wir nur mühsam mit 5-7 km/h voran.

Genauere Angaben über die Tide und Strömung findet man hier.

Sieht man davon ab, muss man sagen, dass der LEK ein angenehmes Revier ist. Die Schelde erscheint uns diesbezüglich, anspruchsvoller zu sein. Die Pegelunterschiede sind dort weit grösser. Die Schelde windet sich sehr kurvenreich von Gent nach Antwerpen. Hinzukommt, dass es nur wenige (vernünftige) Übernachtungsmöglichkeiten dort gibt.

Immer wenn wir auf Waal, Lek oder einem der sonstigen Arme oder Verzweigungen des Rheins und der Maas unterwegs sind, versuchen wir, das ganze „Wassergewirr“ wieder ins Bewusstsein zu rufen.

Skizze KI generiert

Die Namensvielfalt erklärt sich historisch. Die Verzweigungen im Rhein-Maas Delta haben ihren Ursprung sowohl in den Unwetterkatastrophen des letzten Jahrhunderts als auch in den niederländischen Bemühungen, Flutkatastrophen und Überschwemmungen durch massive Eingriffe in die Wasserlandschaft zu vermeiden oder wenigstens, unter Kontrolle zu halten.

Der grösste Teil der Wassermengen des Rheins fliessen über den Waal ab. Wie wir schon früher an anderer Stelle berichtet haben ist, das Spiel von Flussströmung und Tiede besonders verwirrend um Dordrecht.

Wir beenden unser 1. Tour 2026 in Rotterdam.

Von dort sind wir in 20′ mit der Tram 8 am Hauptbahnhof „Rotterdam Centraal“. Von dort geht aus erreichen wir Paris in 2h40.

2026 #9 Amsterdam, PAUSE Taste gedrückt !

Diesmal ist es weniger die Stadt sondern das unsichere Wetter (vor allem der Wind) und die diversen Brückensperrungen, die uns eine Pause einlegen lassen. Als wir aus Alkmaar zurückkommen, hat sich die Wegsituation nicht verbessert.

Das ist aber auch eine Gelegenheit, die Waschmaschine im Hafen in Schwung zu bringen. Das geschieht hier übrigens mit der „AppWasch“ von Miele. Damit wird sowohl die Maschine (Waschmaschine oder Trockner) ausgewählt, als auch die Benutzung der Maschinen bezahlt. Da wir Wäschetrocker ablehnen, verwandelt sich unser Schiff anschliessend für ein paar Stunden in einen „natürlichen, schonenden und energiearmen Trockner“ .

Abgesehen vom Kleiderwaschen, gibt es in einer Stadt wie Amsterdam immer was zu sehen und zu tun. Selbst der Sixhaven bietet viel Abwechselung.

Dabei versuchen wir den Massentourismus, der über die Stadt ununterbrochen herfällt, zu vermeiden.

Diesmal stehen auf dem Programm:

  • das ehemalige Tropenmuseum, das allerdings jetzt Wereldmuseum heisst, was eher seiner heutigen breiteren Ausrichtung entspricht. Dieses Museum gehört für uns „zum festen Programm“. Nicht nur wegen des schönen Gebäudes, vor allem die aktuelle Sonderausstellung „Made in China“ hat unsere volle Aufmerksamkeit geweckt. Wenn man diese Ausstellung gesehen hat, wird einem klar, warum China heute da steht, wo es ist.
  • das Städtische Museum, wo eine sehr interessante Ausstellung über den Werdegang und das Werk des Industriedesigners Kho Liang Ie, der unter anderem durch seine Arbeiten am Flughafen Shipol bekannt wurde.
  • das Fotografie-Museum. Obwohl dort grössere Umbauarbeiten im Gange sind, gibt es eine kleine Auswahl der Arbeiten des MAGNUM Fotografen Martin Parr zu sehen.
  • das Rijksmuseum, durch welches wir uns von der ausgezeichneten App haben führen lassen. Die App bietet verschiedene Möglichkeiten das Museum zu erkunden. Sie kann auch zur Vorbereitung „zuhause“ oder zum Nachlesen nach dem Besuch genutzt werden. Hier im Museum bestätigt sich übrigens ein neuer Trend. Wichtig für viele Besucher scheinen nicht (mehr) die Werke zu sein, die es eigentlich zu bewundern gibt, sondern die Tatsache zu zeigen, dass man dort war, ganz nah bei Van Gogh. Selfies und Gruppenfotos aus des Rijksmuseum überfluten die sozialen Netze mit der Nachricht : #ichwarhier. Inzwischen ist es einfacher und (fast) besser sich die Kunstwerke in Ruhe auf der App anzuschauen.

Alltagsszenen aus der Stadt :

Der Wind legt sich und wir ziehen weiter.

Leider nicht wie geplant. Das ist nun mal Teil des Bootsfahrens.

Wir verlassen den Sixhaven, melden uns auf Kanal UKW 5 an, und fahren in Richtung Amsterdam-Rijn-Kanal, um von dort zur Vecht zu gelangen.

2026 #8 Alkmaar und Umgebung

Vom Sixhaven bis Alkmaar brauchen wir 4h30. Wir wissen, dass eine Brücke zur Zeit nicht bedient wird. Aus den Informationen erfahren wir, dass eine Durchfahrt durch den feststehenden Teil möglich ist. Auf dem Weg liegen einige Hebebrücken und eine Schleuse. Der Weg führt vorbei an den Mühlen von Zaandijk.

Bei ein paar Brücken bevorzugen wir es, unseren Mast zu legen. So kommen wir recht zügig voran.

In Alkmaar angekommen, heisst es zunächst am Meldesteg festmachen. Der Hafenmeister weist darauf hin, dass die Wassertiefe im Hafenbecken „Luttik Oudorp“nur 1,40 m beträgt. Mit 5 weiteren Booten warten wir auf das Heben der Brücke zur Gracht, die als Hafenbecken genutzt wird.

Es ist unser zweiter Besuch in Alkmaar. Das erste Mal, 2017, hatten wir schlechtes Wetter und sind nur einen Tag geblieben. Dieses Jahr sollte es anders sein. Wir haben Glück: das Wetter is gut, der traditionnelle Käsemarkt findet Freitagmorgen statt, gefolgt von der lokalen GAYPRIDE am Samstag und am Sonntag mit den Fahrrädern durch die Dünen ans Meer nach Bergen aan Zee. Also volles Programm!

STADT:

KÄSE:

GAYPRIDE:

Landschaft:

Und damit nicht genug, in der Grote Sint-Laurenskerk wird ein Orgelkonzert gegeben und auch das Städtische Museum, hat Interessantes zu zeigen.

2026 #7 Amsterdam und dann?

Wie schon erwähnt, war für unseren ersten Törn ein „O“ geplant, das sich jetzt zu einem „Y“ formt.

Der Weg nach Alkmaar scheint (!) frei, der Weg nach Rotterdam über Haarlem, Leiden und Delft nicht!!.

So fahren wir zunächst mal für ein paar Tage nach Alkmaar (was ursprünglich auf der Rückreise von Den Helder vorgesehen war). Dort werden wir dann sehen, wie sich die Situation auf der Strecke Haarlem > Rotterdam in den nächsten Tagen entwickelt. Wie wir später feststellen, verändert sich die Lage fast täglich: gesperrte Brücken werden passierbar, andere Funktionierende müssen repariert werden etc.

Da wir spätestens am 12. Juni in Rotterdam sein müssen, entscheiden wir uns am 4.6. für die weniger „interessante“ aber sichere Lösung, sprich Amsterdam-Rijn-Kanal > Vecht > Amsterdam-Rijn-Kanal > Lek.

Illustrated map of a travel route through several cities in the Netherlands including Amsterdam, Rotterdam, Utrecht, with route, plan, and bus/train markers
Angepasste Route Tour 1

2026 #6 In Richtung Amsterdam

Wir verlassen Volendam am nächsten Tag um 7h30 in Richtung Amsterdam, wo wir im Sixhaven zur Mittagszeit ankommen wollen.

Dank des guten und ruhigen Wetters verläuft die Fahrt über das Markermeer sehr ruhig. Nur die Mücken stören wieder etwas.

Auf der IJ im Bereich des IJ-Haven angekommen, werden wir Zeuge einer sehr gefährlichen Situation, die tragisch hätte enden können.

Small red boat passing between two large tankers named MS Elsa and MS Hans on a river
Das Bild wurde nach einer Skizze mit KI generiert

Das Bild gibt die Gefahrensituation nicht ganz genau wieder, da die beiden Frachter in Wirklichkeit sich nicht entgegen kommen, sondern beide zu Tal unterwegs sind.

Zuvor haben wir die Oranje-Schleusen mit drei anderen anderen Booten und dem Freizeitboot (hier rot dargestellt) verlassen und sind gemeinsam auf der IJ unterwegs. Ausser dem „roten“ Boot fahren alle am rechten Ufer (flussabwärts) Richtung Sixhaven.

Das „rote“ Freizeitschiff fährt beharrlich in der Mitte des betonten Kanals ohne Rücksicht auf den recht dichten Verkehr von Fähren, Fahrgastschiffen, Freizeitbooten und Frachtern. Wir hören den UKW Kanal 5 Sektor Stad, wo Warnmeldungen zu hören sind.

Als wir uns über das Fahrverhalten wundern, beginnen beide Frachter intensiv zu hupen. Aber auch das lässt den Kapitän des „roten“ Boots ungerührt. Ein paar Minuten später , ist ausweichen nicht mehr möglich. Die beiden Frachter halten ihren Kurs und nehmen den Freizeitschiffer in die „Zange“. Es vergehen einige bange Minuten bevor wir das Freizeitboot wieder sehen.

Schon nähert sich in rasantem Tempo die Wasserpolizei, das das in Gefahr geratene Schiff zur Kursänderung zwingt und auffordert ihr zu folgen.

Welche Folgen dieser „Fast-Unfall“ für den Freizeitschiffer haben wird, wissen wir nicht.

Es zeigt sich wieder einmal, wie wichtig es ist, auf sehr befahrenen Strecken den von achtern kommenden Verkehr im Auge zu behalten.

2026 #5 Statt Den Helder Volendam

In Hoorn erfahren wir dank der Fahrweg-Informationen, dass der Weg von Medemblik nach Den Helder über die Kanäle wegen Reparaturarbeiten „bis auf Weiteres“ gesperrt ist, und dass sich das Wetter auf dem IJsselmeer in ein paar Tagen verschlechtern wird.

Wie schon erwähnt, liegen wir hier im „Viererpack“, was zum Gespräch mit den Nachbarn einlädt. Nach Den Helder wollen Sie ? Was wollen Sie denn dort machen? Den Helder, so was ?

Unser Nachbar ist so überzeugend, dass wir uns nicht mehr trauen, das D-Word in den Mund zu nehmen.

Nach Enkhuizen und Medemblik übers IJselmeer weiterfahren und dann zu wenden, wäre eine Option. Diese lassen wir aber wegen dem unsicheren Wetter fallen. Da wir Enkhuizen von unseren früheren Reisen schon kennen, entschliessen wir uns zu einer Busfahrt nach Medemblik.

Der Ausflug lohnt sich. Nicht nur der Ort ist durchaus sehenswert , der Abstecher gibt uns auch die Gelegenheit, uns die Häfen anzusehen.

Mit dem Bus geht es wieder in 30′ zurück nach Hoorn. Die geplante „Rundreise“ (natürlich im Gegenuhrzeigersinn) ist nun Geschichte. Aus dem vorgesehenen „O“ wird ein „Y“, wie sich bald herausstellen wird.

Gesagt getan, wir verlassen Hoorn und entscheiden uns für eine Etappe in Volendam. Diesen sehr touristischen Ort hatten wir früher schon mit dem Rad von Edam aus besucht.

Zunächst fahren wir, nachdem wir den Kanal verlassen haben nach Süden in Richtung der Sport-Boje „H“ und geben dabei acht, so gut wie möglich die Wasserpflanzen zu umgehen. Wir wollen nicht den gleichen Fehler machen wie 2017, als wir den direkten Kontakt mit den Wasserpflanzen sichtlich suchten.

Die WEB-Seite „Waterplanten“ ist da sehr hilfreich. Man kann übrigens feststellen, dass gegenüber 2017 die Pflanzen sich weiter nach Osten ausgebreitet haben.

Sieht man mal von dem touristischen Overkill ab, liegt man in Volendam recht nett. Der Hafen ist allerdings recht ungeschützt. Man kann sich vorstellen, dass es bei schlechtem Wetter recht ungemütlich werden kann.

Unseren Plan von Den Helder aus Richtung Süden nach Alkmaar zu fahren, haben wir noch nicht ganz ausgeschlossen. Von Edam aus kommt man über Pomerend dort hin. Die Sache hat nur einen Haken. Nein, nein, die Brücken und Schleusen funktionieren, also freie Fahrt ? Auf dem Weg liegen drei Brücken mit einer Durchfahrthöhe von 3,05m.

Selbst mit gelegtem Cabrio wird es da sehr eng, vielleicht sogar zu eng. Die Alternative wäre die Scheiben zu legen. Aber lohnt sich der Aufwand ? Um es richtig zu machen, müssen auch die Scheibenwischer abmontiert werden. Ob es an unserer Frustration liegt oder ob es einfach nur Faulheit ist, wir lassen die Idee nach ein paar Versuchen fallen und überreden uns, dass sich der Aufwand nicht lohnt.

2026 #4 Bis Hoorn „alles nach Plan…“

Am 4. Mai ist für uns dieses Jahr Saisonstart.

Unser Boot liegt blitzblank am Steg. 3 Tage später, nachdem die üblichen Vorbereitungen abgeschlossen sind, geht es los. Zunächst in 5 Etappen nach Heusden. Dort erwarten wir Besuch.

Was uns sofort auffällt, ist die fast absolute Ruhe auf dem Wasser, kaum Frachter, wenig Freitzeitboote. Mit einer Ausnahme werden wir an allen Schleusen allein geschleust.

Sicherlich, das Wetter Anfang Mai entspricht eher dem, das man im November erwartet. Als wir gegen 14h in Heusden ankommen, stellen wir mit Erstaunen (oder Entsetzen) fest, dass wir das einzige Boot am Passantensteg 8 sind. Das haben wir hier noch nie gesehen!

Heusden

Die Treibstoffpreise und die „allgemeine Lage“ mögen wohl auch ein Grund dafür sein.

So tuckern wir gemütlich weiter nordwärts und folgen unserem Plan. Selbst auf dem sonst so befahrenen Waal ist es seltsam ruhig,…

Von Woudrichem aus geht es dann direkt nach Vianen, wo wie 2 Tage im Passantenhafen bleiben. Wir wollen die Zeit nutzen und Utrecht besuchen.

In Vianen nehmen wir den Bus, der uns in 40′ nach Utrecht bringt.

Abgesehen von einem Stadtbummel, statten wir dem Catharijneconvent und dem Centraal Museum einen Besuch ab.

Da die Koninginnensluis in Nieuwegein bis zum 12. Juni gesperrt ist, geht es auf dem Lek direkt zum Amsterdam-Rijn-Kanal via die Prinses Beatrixsluis. Hier werden wir mit einem kleineren Frachter und einem Freizeitboot geschleust.

Zu unserem Glück ist es auch auf dem Amsterdam-Rijn-Kanal recht ruhig. Der Schwell hält sich in Grenzen und wir erreichen problemlos die Vecht. Wir entscheiden uns, in Breukelen zu übernachten.

Bis zur Einfahrt zur Vecht sind es nur 14 km. Wegen der Höhenbegrenzung der Buurenbrug von 3,75m gilt besondere Vorsicht bei der Einfahrt. Wir melden uns über UKV Kanal 61 an. Man signaliert uns, dass kein Schiff in entgegengesetzter Richtung unterwegs ist.

Wir kommen dort um 11h58 an der Brücke in Breukelen an. Um 11h59 schaltet der Brückenwärter auf Doppel-Rot! Ja klar, das Heben und Senken der Brücke hätte länger als eine Minute gedauert…. Somit heisst es nun Mittagessen vor der Brücke. Der Passantenhafen liegt direkt hinter der Brücke.

Wie auch in Vianen wird hier mit der App AanUit.net bezahlt.

Die vorhandenen blauen CEE 16A. Stecker für den Stromanschluss sind allerdings nicht aktiviert. Nur Wassertanken ist mit der App möglich.

Jetzt, auf der Vecht hat sich das Wetter deutlich verbessert. Trotzdem bleibt es recht ruhig. Der Weg führt uns weiter an den schönen und gepflegten Häusern und Schlössern vorbei.

In Weesp finden wir einen schönen Platz mit freier Sicht im WSV De Vecht. Weiter geht’s am nächsten Tag nach Muiden, wo wir abwarten wollen, bis der Wind uns die Fahrt übers Markermeer erleichtert.

Von unserem Liegeplatz aus hat man eine schöne Sicht auf das Schloss von Muiden. Dieses Mal nehmen wir uns die Zeit zu einer Besichtigung. Wir sind nicht enttäuscht! Sowohl das Schloss als auch die Aussenanlagen und der gepflegte Garten sind sehenswert.

Bei 2 bft starten wir um 7h45 mit dem Ziel, zum Mittagessen in Hoorn zu liegen. Ausser Mücken begegnet uns kaum jemand auf dem Markermeer.

Wir bleiben zunächst in den durch Tonnen markierten Fahrrinnen. Hier begegnen wir ein paar Frachter auf dem Weg nach Friesland oder Emden.

Vorbei an dem schönen und bei gutem Wetter weit sichtbaren Leuchtturm von Marken nehmen wir zunächst Kurs nach Nord-Osten.

Nach Erreichen der „Sport-Boje H“ fahren wie geradlinig nordwärts (Winkel 358°). So umgehen wir die schon sichtbaren Wasserpflanzen, die sich weiter nach Osten hin ausbreiten. Nach Erreichen der Sport-Boje G nehmen wir Kurs auf den betonten Kanal direkt nach Hoorn.

Als wir um 12h10 im Binnenhafen ankommen, sind zu unserer Überraschung nur noch Plätze im Doppelpack vorhanden, später am Tag liegen wir dann zu viert.

Ja, so ist es nun mal. Wir mussten dieses Jahr wohl 300 km fahren, bevor wir uns nicht mehr alleine fühlen sollten.

Auffallend ist, dass viele Segler unterwegs sind. Das Pfingstwochenende ist bei schönem Wetter, nach Aussagen des Hafenmeisters, der Höhepunkt des Jahres. So soll es auch dieses Jahr sein!

Auch wenn Hoorn immer wieder eine Reise wert ist, soll es nach Enkheuizen und Medemblik weiter übers IJsselmeer gehen. Die Wetterbedingungen bleiben in den nächsten 2 Tagen sehr gut.

Aber,… demnächst davon mehr.