2018 #18 Zur Somme

Die Strecke von 160 km von Cergy bis Peronne legt man in etwa 4 Tagesetappen zurück (23 Motorstunden).

Ein Tunnel und 15 Schleusen sind zu überwinden. Die Oise und der Canal latéral de l’Oise sind mit Doppelschleusen ausgestattet. Die kleine Kammer wird meistens für die Sportboote benutzt.

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Auf dem Canal du Nord gibt es nur Schleusen mit einer einzigen Kammer. Zudem haben diese Schleusen ein ungewöhnliches Maß (91 m × 5,70 m). Somit sind sie nur unwesentlich breiter als die Freycinet-Schleusen, allerdings mehr als doppelt so lang.  Daher findet man hier häufig Schubverbände, die die Kammer voll auslasten.

2018-187.jpgDie meisten Schleusen haben einen Hub von  etwa 6m  und sind mit „Guillotine-Toren“ versehen. Als wir in Pont L’Evèque als zweites Boot zusammen mit einem anderen Sportboot in die Schleuse einfahren wollen, beginnt das Schleusentor sich vor uns zu senken!!! Wir bremsen das Boot mit aller Kraft ab und fahren rückwärts  aus dem Torbereich der Schleuse. Als wir den Schleusenwärter über Funk anrufen, um zu verstehen, warum wir nicht einfahren „dürfen“, entschuldigt er sich nur mit den Worten: „Er habe uns übersehen,…

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Häfen gibt es auf der ganzen Strecke wenig: Cergy, Compiègne und Peronne.  Da die Häfen in Compiègne und Peronne wenig freie Plätze bieten,  ist man häufig auf einfache Kais angewiesen. Gut und ruhig liegt man auch im Oberwasser einiger Schleusen mit einer zentrale Insel, wie zum Beispiel die Schleuse in Boran sur Oise. Dort hatten wir 2014 Station gemacht.

Dieses Jahr machen wir  fest: am Anleger von St. Leu (Strom und Wasser für 12 €) , an der Kaimauer in Compiègne, wo wir gegenüber auch bei Guerdin tanken, an einer Kaimauer auf dem Canal du Nord (PK75) und im Hafen von Peronne (Strom und Wasser für 16€). Von Peronne bis zur ersten Schleuse in der Somme sind es noch 10 km.

2018 #16 „Changement de cap…“

Da wir wieder vor Ende September in Maasbracht sein wollen, haben wir, wie schon erwähnt, unseren ursprünglichen Plan (schwarze Linie) geändert. Anstatt von Paris aus weiter nach Süden zu fahren, ziehen wir es vor, die Rückfahrt über den Nord-Westen Frankreichs und den Westen Belgiens anzutreten (orangefarbene Strecke).

Anders gesagt aus unserer Frankreich-Tour „Seine, Saône und Loire“ wird dieses Jahr zunächst : Maas, Marne, Seine, Oise.

Vom Hafen Arsenal aus soll es auf der Seine flussabwärts bis zur Mündung der Oise gehen. Von dort führt uns die Strecke zunächst die Oise flussaufwärts zur „Somme“. Die Oise sind wie schon 2014 gefahren, allerdings in Richtung Paris, von der Aisne kommend. Die Oise ist stark befahren und bindet Frankreich über den Canal du Nord an die großen Häfen in Belgien und den Niederlande an. Sieht man mal von dem gut geführten Hafen in Cergy nahe der Oise Mündung ab, gibt es auf der Strecke wenig Häfen. Haltemöglichkeiten bieten die Schleusen oder die Kais für die Berufsschiffer. Man sollte aber auf jeden Fall das Festmachen mit den Schleusenwärtern oder Berufsfahrern absprechen. Besser ein Wort zu viel als zu wenig.

Demnächst mehr.

2018 Vagabond Tour 14-06-2018.jpg

Törn 3-2014 Cergy > Maasbracht

Sommertörn mit unserer TNCS 36 AC von Cergy > Seine > Paris > Marne > Ardennen > Maas > Maastricht > Maasbracht

  • Etappe 1: Cergy (Port de plaisance) > Paris 
    L’Oise > Seine
    8h – 80 km – 3 Schleusen

    Vagabond 2014-3
    Hafen- Cergy

    Der Hafen von Cergy ist sehr empfehlenswert. Ausstattung, Lage und Empfang sind insgesamt gut.
    Zwischen Cergy und Paris gibt es nur wenige Haltemöglichkeiten.

    Cergy
    Cergy

    Wir haben einen Stop in Rueil-Malmaison gemacht. Der Liegeplatz liegt schön, aber er ist ohne jeglichen Service. Um nach Paris zu fahren, gibt es 2 Möglichkeiten: über die Seine oder über den Canal St. Martin. Wir haben die Seine- Strecke bevorzugt.
    Über die Seine geht es an der „Défense“ vorbei, mein Arbeitsplatz….

    La Défense - Paris
    La Défense – Paris

    Im Hafen „Arsenal“ gibt es im Sommer immer Plätze. Man kann sich natürlich auch voranmelden. Die Liegegebühren sind „parisgerecht“ und liegen bei 50 € inklusive allem Service. Der Hafen ist nachts gesichert und bewacht.
    TIPP: es ist empfehlenswert sehr früh morgens nach Paris aufzubrechen, am besten während der Woche. Ab 11Uhr morgens ist die Seine  stark befahren, vor allem wegen der „Bateaux Mouches“. Morgens sind nur die Lastkähne unterwegs. Alle haben es eilig, nehmen sich die Vorfahrt und verursachen stärkere Wellen… Immer hinter sich schauen und an engen Stellen auf jeden Fall diesen Booten oder den Frachtkähnen absolute Vorfahrt gewähren.

    Vagabond 2014-3-4
    L’Arsenal
    Paris
    Paris
    Vagabond 2014-3-17
    Bateaux Mouches auf der Seine
    • Etappe 2: Paris  > Reims
      Seine > Marne > Canal latéral à la Marne > Canal de l’Aisne à la Marne
      40h – 240 km – 38 Schleusen
      Die Fahrt über die Marne ist schön, am Anfang in der Nähe von Paris und „am Ende“, in der Champagne ab Chateau-Thierry bis Condé sur Marne. Liegeplätze gibt es wenige aber ihre Ausstattung ist korrekt.Vagabond 2014-3-32
      Unsere Etappenziele waren Nogent sur Marne, Lagny sur Marne, Meaux , Chateau-Thierry, Mareuil sur Ay und Condé sur Marne. Unser Favorit war Mareuil sur Ay. Landschaftlich reizvoll ist die Strecke von Chateau-Thierry bis Epernay.

      Vagabond 2014-3-5
      Meaux
      Auf der Marne bei Epernay
      Auf der Marne bei Epernay

      TIPP: Vorsicht in der Schleuse von St. Maur. Sie ist hoch und mit Metallspundwänden versehen. Am besten die Fender horizontal anbringen! Treibstoff gibt es im Hafen von Nogent sur Marne. Er liegt zwar laut (in der Nähe der Autobahn), aber man isst sehr gut direkt im Hafen, der Empfang ist angenehm. Der Hafen ist nachts gesichert.

      Nach Condé sur Marne geht es in den canal l’Aisne à la Marne. Als erstes muss man den Tunnel von Billy nehmen, er ist zwar recht lang (2,5 km) aber beleuchtet und belüftet. Wir haben nicht in Reims übernachtet sondern in Sillery, ein guter Platz mit allem Service.
      TIPP: Falls ein Besuch von Reims auf dem Programm steht, fährt man besser von Sillery mit dem Bus.

      Attigny
      Attigny
  • Etappe 3: Reims >  Maastricht
    Canal de l’Aisne à la Marne > Canal des Ardennes > Meuse > Canal Albert > Canal  de Harcourt à Visé
    65h – 390 km – 90 Schleusen
    Nach Reims geht es in die Ardennen. Achtung es gibt kaum Anlegemöglichkeiten zwischen Reims und Attigny. Wir haben in  Variscourt übernachtet. Dort gibt es einen ruhigen Liegeplatz. Allerdings ohne jeglichen Service. Ausserdem sind die Liegeplätze recht klein für  3-6 Boote.
    Unser letzte Haltestelle vor der Schleusenkette war Attigny, eine gute Möglichkeit die nötigen Einkäufe zu machen.

    Vagabond-18
    Attigny

    Man braucht etwa 6 Stunden bis Le Chesne.

    Vagabond 2014-3-10
    Canal de la Meuse Schleuse 46

    Vagabond 2014-3-9
    Die Schleusen sind fast alle automatisch gesteuert. 3 Systeme gibt es: Radar, Stab („Perche“), Funkfernbedienung (2 Varianten: mit und ohne Unterscheidung der Fahrtrichtung: Bergfahrt Blauer Knopf, Talfahrt Grüner Knopf).
    TIPP: Immer die Telefonnummern des zuständigen Wartungs-Notdienst bereithalten. Es kommt vor, dass die Schleusen nicht funktionieren. Dann sollte man Hilfe anfordern, falls man nicht unnötig lang warten will…

    In Pont-a-Bar haben wir wieder einen Tankstopp gemacht. Dort kann man auch etwas an Bootsausstattung kaufen, zum Beispiel Fender…

    Anschliessend braucht man noch 3 Tage bis zur belgischen Grenze. Hier gibt es überall Liegeplätze, die recht gut ausgestattet sind.

    Fumay an der Maas
    Fumay an der Maas

    Die Anzahl der Boote nimmt ebenfalls zu. Die Maas ist stärker befahren als der Ardennen Kanal.
    TIPP: An einen guten Scheinwerfer denken, der Tunnel von Ham ist eng, nicht sehr hoch und nicht beleuchtet.

    Wegen eines Streiks der VNF Mitarbeiter der letzten Schleuse vor der belgischen Grenze, lagen wir 3 Tage in Givet fest.

    Vagabond 2014-3-12
    Givet
    Schleuse Les 4 Cheminées - Givet
    Schleuse Les 4 Cheminées – Gibet

    Anschliessend ging die Reise im Konvoi weiter durch Belgien.

    Auf der Maas in Belgien
    Auf der Maas in Belgien
    Vagabond-11
    Maastricht Marina – Pietersplas

    Die schönste Strecke liegt zwischen der französischen Grenze und Namur. Ausserdem sind die Häfen recht gut ausgestattet. Wir haben allerdings Belgien recht schell durchfahren mit nur eine Stop in Dinant und Huy.

    Die Strecke ab Namur ist sehr industrialisiert.

    Von dort ging es direkt nach Maasbracht in die Maasbracht Marina (Ex. Pitersplas). Sehr guter Hafen!

  • Von Cergy bis Maasbracht haben wir 114 Motorstunden gebraucht. Wir sind am 31. Juli weggefahren und am 26. August angekommen nach 24 Reisetagen (abzüglich 3 Streiktagen). Durchschnittlich sind wir 4 – 5 Stunden am Tag gefahren.TIPP:  Es nutzt nicht viel schnell zu fahren Maasabwärts. Meistens wird man an den grossen Schleusen zum Warten gezwungen. Auf den Fall immer der Berufsschiffahrt Vorfahrt gewähren. Und Achtung auf die starken Strömungen und Turbulenzen, die entstehen, wenn die Frachtkähne in den Schleusen sich bewegen.
    Lanaye
    Grenzscheuse – Lanaye (B)
    in der Schleuse Lanaye
    in der Schleuse Lanaye
    Schleuse Grands-Malades bei Namur
    Schleuse Grands-Malades bei Namur

    An unserem Zielort angekommen installieren wir uns an unserem Liegeplatz. Von hier aus werden wir noch einige Tagestouren unternehmen. Die Tour 3-2014 geht dann langsam zu Ende.
    Vagabond 2014-3-28