2020 #13 In Wartestellung

Seit ein paar Tagen wissen wir, dank der Informationen des wallonischen Wasserstraßenbetreibers, dass die Arbeiten an der Schleuse bis zum 7. September erledigt sein sollen. Auf Facebook findet man einige Fotos , die das Voranschreiten der Arbeiten zeigen. Wir sind also zuversichtlich, dass die Wartezeit nach fast vier Wochen langsam zu Ende geht. Möglicherweise sogar ein paar Tage früher,…

Die Nachricht des Unfalls in der Schleuse von Hun (nördlich von Dinant) erhielten wir in Laifour. Um uns die Zeit zu vertreiben und trotzdem langsam voran zu kommen, nutzen wir alle möglichen Anlegestellen und verweilen dort mindestens 2-3 Tage. Jetzt ist die Maas kein Weg sondern ein Ziel!

Hier nochmals eine kleine Zusammenfassung. Wir können ausgiebig die wunderschöne Landschaft und Natur geniessen: Die Hügel des Maastales, die Nebenflüsse, die Befestigungsanlagen, die Schiefergruben, die Denkmäler und Mahnmale,…

In den 4 Wochen, die wir jetzt in den Ardennen unterwegs sind, haben wir etwa 250km mit unseren Klapprädern oder zu Fuss zurückgelegt.

Es ist wirklich schade, dass diese Region immer weniger von Booten aus dem „Norden“ besucht wird!

Trotz einiger Boote, die wegen der Sperrung festliegen, sind die Anleger, abgesehen von Revin, meist leer.

Wenn wir mal von den Sperrungen wegen Wassermangel und Algenbefall absehen, haben wir dieses Jahr recht wenig Probleme mit den Schleusen in Frankreich. Die Wartezeit überschreitet selten 20′ bis ein Angestellter der VNF die Schleuse wieder in Betrieb setzt.

Schleuse n° 56 Montigny

Etwas länger müssen wir allerdings warten, als wir zum Tunnel von Ham kommen. Als wir die Schleuse erreichen, ist sie auf „Doppel-Rot“ (hors service) geschaltet. Die beiden Schleusen, vor und nach dem Tunnel, sind nicht automatisiert und werden von jeweils einem Schleusenwärter bedient. Da wir feststellen, dass niemand anwesend ist, rufen wir bei VNF in Givet an: „Arbeiten im Tunnel, Dauer unbekannt,…wir informieren sie,… warten sie…

Da wir verstehen, dass es möglicherweise etwas länger dauern kann und leichter Wind aufkommt, fahren wir aus dem Schleusenkanal wieder flussaufwärts heraus und suchen eine Anlegemöglichkeit. Wir machen unterhalb der Hebebrücke am Kanal-Eingang fest.

Wir richten uns für eine Wartezeit von 1 Stunde ein. Dies gibt uns Zeit für kleine Wartungsarbeiten am Boot. Das Caprio muss wegen der geringen Durchfahrthöhe für die Tunneldurchfahrt abgelegt werden. Beim Ablegen ist eine Naht geplatzt. Also Zeit für die (Not) Reparatur, die bis zum Saisonende halten wird.

Nach 1h30 rufen wir wieder bei VNF an. Zunächst wird uns mitgeteilt, dass es besser sei nach Vireux zurückzufahren. Gesagt, getan, wir wenden und fahren flussaufwärts zurück. Nach etwa 1km klingelt das Telefon wieder, jetzt erhalten wir die Information, dass der Weg nun für VAGABOND frei ist. Also wieder wenden und los gehts zum Tunnel. Anschliessend bleiben wir noch 3 Tage in Givet, dann läuft unsere Vignette ab,… Am 27. August verlassen wir Frankreich.

Ausnahmsweise habe wir dieses Jahr eine 30 Tage Vignette genommen. Wir haben keine Lust, nochmals eine zu kaufen. Die Preispolitik der VNF ist für längere Aufenthalte gedacht: 57,21€ (Tag), 77,01€ (Woche), 139,27€ (Monat), 485,68€ (Jahr). Anders gesagt: 1 Jahresabonnement kostet soviel wie 8,5 Tage !

An der Grenz- Schleuse „Les 4 Cheminées“ geben wir die Fernbedienung zurück und fahren dann zum ersten Hafen in Belgien, nach Waulsort. Dort haben wir bisher noch nie angelegt. Warum, erzählen wir im nächsten Beitrag…. A suivre

2016 #2 Vireux-Wallerand – Pont à Bar

Wie „immer“ haben wir vor, in Givet an der Steganlage festzumachen. An der Schleuse informiert man uns, dass diese erst im Juni installiert wird…. Also gibt es 2 Möglichkeiten: Kaimauer oder Weiterfahren. Nach einer kurzen Kaffeepause an der Kaimauer entscheiden wir uns für die Weiterfahrt. Das bedeutet zunächst einmal, Cabrio abbauen und Scheinwerfer installieren.

Nach der Tunnelausfahrt müssen wir uns recht lange gedulden, da das Wasserniveau gesenkt werden muss, um die Durchfahrt eines nachfolgenden Passagierschiffes zu erlauben. Nachdem das Wasser wieder das „Normalniveau“ erreicht hat, geht es weiter.

20016 Tour-1 Maas-12
Ausfahrt Tunnel von Ham (Flussaufwärts)

Nach dem Tunnel von Ham machen wir wie vor 2 Jahren am Kai in Virieux-Wallerand fest. Die Friterie neben der „Capitainerie“ läuft auf Hochtouren und auch wir können nicht widerstehen,  die Spezialität des Nordens ,“Frites et fricandelles“, zu bestellen.

Weiter geht es an Haybes vorbei bis Fumay. Dort legen wir an und gehen zunächst mal zum Metzger, um lokale Wurstwaren zu kaufen.

20016 Tour-1 Maas-19

Zwischen Monthermé und Charleville-Mézière begegnet uns ein Berufsschiffer im klassischen „Peniche“-Format. Dieser Anblick ist auf der französischen Maas eher selten geworden.

20016 Tour-1 Maas-21

Als wir vor 2 Jahren in Charleville-Mézière ankamen, hatten wir uns noch die Mühe gemacht in den Hafen zu fahren. Dieser ist eigentlich sehr schön und gut ausgestattet. Allerdings zwingt die Höhenbegrenzung von nur 3m an der Einfahrt zum Abbau des Cabrios, was bei Regenwetter eher lästig ist!

 

Deshalb ziehen wir es diesmal vor aussen an den Stegen festzumachen. Dort liegt man gut und ist noch schneller in der besichtigungswerten Stadt. Allerdings ist dort oft wenig Platz, da die grossen Boote nur hier anlegen können. Insgesamt 3 „kleinere“ Boote finden dieses Mal Platz.

20016 Tour-1 Maas-23
Charleville – Steganlage

Wir bleiben  ein paar Tage in der Stadt. Der Stadtkern mit Ihrem grossen Platz lohnt einen Rundgang. Wenn man es mag, kann man sich zum Kosten einiger nordfranzösischen oder belgischen Biersorten verleiten lassen.

20016 Tour-1 Maas-24

Unser  Weg führt uns anschliessend  für einige Kilometer in den Ardennen-Kanal zum Tanken bei „Pont à Bar Services„. Dort findet man nicht nur einen sehr freundlichen und hilfsbereiten Empfang sondern auch einige Ersatzzeile.

20016 Tour-1 Maas-16

Anschliessend muss man drehen, wenn man wie wir, wieder zur Maas will. Für Boote bis 15m ist das recht problemlos auch wenn wegen der Bootsvermietung die Kais oft belegt sind.