2021 #18 Ziellos nach Norden

Am 31. Juli wurde die Navigation auf der Meuse und Maas wieder komplett freigegeben.

Unseren ursprünglichen Plan über die Vogesen in Richtung Lyon zu fahren, haben wir längst aufgegeben (1).

Plannung 2021

Unser Plan B war, über den Canal des Ardennes in Richtung Paris zu fahren. Aus Zeitgründen hatten wir uns dann entschlossen, nicht mehr nach Paris sondern „direkt“ zur Sambre aufzubrechen. Von dort aus sollte es dann flussabwärts über Belgien zurück ins Winterlager (2).

Daraus wurde dann auch nichts, weil der im Frühjahr wieder eröffnete Ardennenkanal, nach den Hochwasserschäden und des Algenbefalls erst Anfang August nur bis nach Attigny geöffnet werden sollte. Die Durchfahrt bis zur l’Aisne und Sambre sollte dann wieder ab Mitte August möglich sein, …nach VNF Angaben frühstens ab dem 9!! . An 2 Stellen kam es durch das Hochwasser zu Ufereinbrüchen. Diese Wahl hätte unsere Wartezeit um mindestens 2 weitere Wochen verlängert (NB: am 15. August haben wir immer noch keine gesicherte Information über die Wiedereröffnung).

So brechen wir am 31. Juli (wie die vielen Boote, die mit uns in Charleville-Mézières in Warteposition waren, wieder nach Norden auf: zunächst Richtung Namur (3).

Dort treffen wir am 2. August ein, nachdem wir in Revin, Vireux und Dinant jeweils Etappe gemacht haben.

Diesmal übernachten wir an der Kaimauer. Auch hier hat das Hochwasser seine Spuren hinterlassen. Einige Festmacher sind aus ihrer Verankerung gebrochen.

Es regnet weiterhin ohne Unterbrechung bis am nächsten Morgen. Die Strömung der Meuse ist immer noch stark.

Da wir dieses Jahr unbedingt zur Sambre wollen, denken wir, von Namur ausgehend, flussaufwärts über die Sambre in Richung Frankreich zu fahren (NB: Die Sambre ist seit dem 1. Juli nach 15 Jahren wieder vollständig befahrbar).

Schon recht früh um 8h legen wir an der Kaimauer in Namur ab, und brechen gemeinsam mit dem niederländischen Boot „COFELICA“ zur Sambre auf.

Als wir von der Meuse kommend in die Flussmündung der Sambre einbiegen, bekommen wir eine ungewöhnlich starke Gegenströmung zu spüren. Unsere Geschwingigkeit sinkt auf 4 – 5km/h. Es regnet wieder stärker.

Die Sambre ist normalerweise ein eher ruhiges und schmales Flüsschen. Trotzdem ist sie eine wichtige Verbindung für die Berufschifffahrt zum industriellen Zentrum um Charleroi.

Gegen 9h ruft uns „COFELICA“, ein ehemaliger Berufschiffer, über Funk auf Kanal 77 an, um nachzufragen, ob „wir es für sinnvoll halten unter diesen Bedingungen die Reise fortzusetzen„.

Man muss hinzufügen, dass auf der kurvenreichen Strecke nur ein bis zwei Haltemöglichkeiten existieren. Es gibt keine Häfen. Die Gegend gilt als „unsicher“. Um an Charleroi „vorbeizukommen“ braucht man unter normalen Bedingungen mehr als 5 Stunden.

Wären wir alleine gewesen, hätten wir schon früher umgekehrt. Somit war die Entscheidung schnell gefällt . RÜCKZUG NACH NORDEN! aber zunächst noch ohne Ziel.

Die Angst vor neuem Hochwasser treibt uns soweit wie möglich nun die Meuse flussabwärts.

Wir steuern Huy an, unsere übliche Etappe zwischen Namur und Lüttich. Zwischenzeitlich, seit der Schleuse Andenne, gesellt sich auch „EVA“ (ein belgisches Boot) zu unserer kleinen Gruppe. Als COFELICA und EVA an Huy vorbeifahren, schliessen wir uns frag -und fast willenslos an und fahren weiter.

So geht es bis zur belgisch-niederländische Grenze. Wegen der Hochwasserschäden ist der Hafen in Lüttich für Besucher gesperrt.

Nun heisst es zu entscheiden. Weiter auf der Maas und zurück nach Maasbracht und Ende! oder zum Albertkanal in Richtung Antwerpen. Unsere beiden Begleiter biegen in den Albertkanal ein, wir folgen (4).

Ohne eine genaue Vorstellung, wie es weitergehen soll, machen wir im kleinen aber guten Hafen „Kanne“, etwa 2km, nach der Abbiegung nach Antwerpen, fest.

Dort finden wir auch „EVA“ wieder. Die Crew von EVA ist sehr hilfsbereit. Sie sind aus der Gegend von Brügge und helfen uns bei unserer Entscheidung. „COFELICA“ hat es weitergetrieben,…

Der Hafen ist abgeschlossen und besitzt den üblichen Service. Das Restaurant am Platz ist gut besucht.

Hafen Kanne

In Kanne ruhen wir uns 2 Tage aus. Zur Stadt Maastricht ist es ein Katzensprung mit dem Rad. Der Weg ist zwar etwas länger zum Zentrum, verglichen mit dem Hafen Maastricht Marina in Pietersplas, aber schöner, ruhiger und gut zu befahren.

Brücke bei Kanne, Richtung Maastricht

Das neue Ziel steht nun fest : die historischen Städte in Flandern: Gent, Brügge,… Antwerpen werden wir wohl auslassen aus Zeitmangel. 2018 waren wir dort.

Albert – Kanal mit Sicht auf den Hafen Kanne

Nach 2 Tagen brechen wir über die kleinen Kanäle in Richtung Westen auf.

Zunächst noch ein paar Zahlen:

Charleville-Mézières > Revin : 5h / 20km / 7 Schleusen
Revin > Vireux : 3h30 / 20km / 6 Schleusen / 1 Tunnel
Vireux > Dinant : 5h / 30km / 7 Schleusen / 1 Tunnel
Dinant > Namur : 4h30 / 27km / 6 Schleusen
Namur > Kanne : 11h / 74km / 4 Schleusen

2018 #6 Burgen und Zitadellen

Schon zur Zeit der Römer war das Maastal eine strategisch wichtige Landschaft. Man sollte besser sagen, die Anhöhen oder oft steilen Felswände, die das Tal säumen, sollten den militärischen Zwecken der jeweiligen Protagonisten dienen.

Wie wir schon in unserem Beitrag „2018 #5 Wechselhafte Uferansichten“ schrieben, hat das diesjährige Warten auch den positiven Effekt, nicht einfach schnell die Maas rauf- und runterzufahren und sich ein wenig Zeit zu lassen.

Also eine Gelegenheit sich die Burgen, Zitadellen oder Überreste römischer Siedlungen mal in Ruhe anzuschauen.

Givet ist allerdings nur von Juli bis September zugänglich. In Dinant gibt es eine Seilbahn, man kann aber auch die ungefähr 400 Stufen hochlaufen. Ansonsten sind alle Anlagen leicht zu Fuß zu erreichen. Die Zitadelle von Namur beherbergt einige Restaurants und Geschäfte. Manche Befestigungen sind als solche gebaut worden aber nie so genutzt worden, wie zum Beispiel Huy, welche als Gefängnis und Krankenhaus genutzt wurde.

 

Seit dem 1. Weltkrieg haben diese Installationen ihre strategische Bedeutung völlig verloren. Die letzten schweren Kämpfe um eine Zitadelle fanden wohl im Sommer 1914 in Dinant statt. Die später errichtete Verteidigungslinie „Maginot“ verlief weiter südlich entlang der französischen Grenze zu Deutschland, Luxemburg und Belgien.

Heute sind sie Touristenmagnete. Der Tourismus ist in dieser Region eine wichtige Einnahmequelle geworden, seitdem die traditionellen Industrien verschwunden sind: Kohle, Schiefer, Stahl,…

Hier zwei Links zur Information:

Dinant

Namur

2018 #5 Wechselhafte Uferansichten

Wenn man von Maasbacht aus auf der Maas und den dazugehörigen Kanälen in Richtung Frankreich fährt, ändert sich die Landschaft  in vieler Hinsicht.

Wie immer übernachten wir in Maastricht, Lüttich, Huy, Namur und Dinant oder Anseremme.

Meistens  übernachten wir nur und fahren gleich am nächsten Morgen weiter.

Die Tatsache, dass die Maas auf französischer Seite zur Zeit gesperrt ist, hat uns dieses Jahr dazu bewogen, uns mehr Zeit als üblich, für die Strecke durch Belgien zu gönnen.

Die Maas und ihre Landschaft hat diese Gegend geprägt.  Sie war Schauplatz vieler Kriege und Zusammenstöße,  ist heute eine beliebtes Ziel für Touristen, bietet viele Freizeitmöglichkeiten und ist immer noch eine wichtige Verkehrsverbindung, auch wenn der Frachtverkehr nach Süden, nach Namur, rasch abnimmt. Selbst die Freizeitschiffer kommen seltener aus dem Norden nach Frankreich. Das Hoch und Niedrigwasser der letzten Jahre hat dazu sicher auch dazu beigetragen.

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Von Maasbracht kommend ist die Landschaft zunächst noch recht offen, ab Namur wir das Tal der Maas dann immer enger und die Felsen höher.

Ist die Strecke bis Namur noch sehr industriel geprägt, was man nicht nur am höheren Frachtaufkommen feststellen kann sondern auch an den direkt am Ufer liegenden Industrieanlagen sieht.

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Ab Namur  lösst der Tourismus die Industrie ab. Eindeutiges Zentrum ist Dinant.  Die Lage der Stadt und Ihre Geschichte tragen natürlich dazu bei.

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Auf der Lesse, einem Nebenfluss der Maas, ist Kanufahren ein beliebter Sport. Ansonsten locken die teilweise steilen Felswände zum Klettern. Wer es einfacher und gemütlicher will, kann den Trans-Ardenne-Radweg nehmen.

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