Nachdem die Saison jetzt (für uns) zu Ende ist, war es Zeit für eine kleine Zusammenfassung unserer Eindrücke und Erinnerungen der Reise.
Hier der Link zur Video:
Maas/Meuse – Mosel/Moselle – Saar/Sarre
Hier der Link zum Fotobuch
Viel Spass
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Unterwegs auf dem Boot hat man reichlich Zeit, sich die Uferlandschaft genauer anzuschauen.
Hier ein paar Bildeindrücke. Die Bilder entstanden auf der französischen Maas, der Meuse, im Sommer 2016. Ob Naturlandschaft, Details oder Alltägliches, es gibt immer etwas zu sehen. Man muss halt nur hinschauen…
Wenn man mit dem Boot nach Frankreich fährt, kommt man nicht umhin eine Menge Schleusen zu benutzen . Die meisten von ihnen stammen aus dem 19. Jahrhundert und entsprechen dem „Gabarit Freycinet„, einer Grösse von Schleusen, die den Massen der „Péniche“ angepasst ist.
Im allgemeinen ähneln sich alle Schleusen: Gleiche Länge, gleiche Breite, gleiche Konstruktion…. Allerdings gibt es auch manchmal auch Ausnahmen.
Fast alle Schleusen haben Ihren ursprünglichen Hub beibehalten. Er variiert zwischen etwa 1m und 4m. Das bekannte Hebewerk in Arzwiller ersetzt 17 alte Schleusen.

Eine andere weniger bekannte, aber um so beeindruckendere Schleuse ist die Ecluse von Rechicourt-le-Chateau auf dem Rhein-Marne Kanal. Sie überwindet 15 Höhenmeter in einer einzigen Kammer und ersetzt 6 Schleusen.


Schwimmpoller und eine ausgeklügelte Füll- und Leerungstechnik erlauben eine problemlose Schleusung.
Eine andere Besonderheit oder Eigenart sind die Schleusentore aus Composite-Material. Einige wurden im Vogesen-Kanal und bei Nancy installiert.

Zunächst einmal fallen sie durch ihre ungewöhnliche Farbe auf. Eine „Verschlimmbesserung“! Die üblichen Stahltore sind viel schwerer und damit auch robuster. Die üblichen Eichenbohlen verschleissen mit der Zeit sind aber dicht.

Im Mai dieses Jahres war die Schleuse 25 bei Nancy 4 Wochen ausser Betrieb, da die Tore blockiert waren. Auch wir mussten den „Service von VNF“ in Anspruch nehmen, als nach unserer Einfahrt das hintere Tor nicht richtig schloss….
Da lob ich mir doch die alten Schleusentore, … und wenn sie noch manuell bedient werden, weil sie noch nicht automatisiert sind, da ist man wenigstens sicher, dass sie funktionieren.

Wenn man den Vogesen-Kanal an der Schleuse 47 (Messein) verlässt, um zur Mosel zu fahren muss man die „Telecommande“ an der Kontrollschleuse abgeben. Üblicherweise nimmt ein VNF-Mitarbeiter diese entgegen. Diese Geräte werden für die Benutzung der automatisierten Schleusen gebraucht. Weit und breit ist niemand zu sehen…
Allerdings werden wir auf einen Kasten aufmerksam, der für das Einsammeln der Geräte vorgesehen ist. In gewisser Weise, eine zusätzliche Automatisierung, die auch das Einsammeln ohne menschliches Zutun ermöglichen soll. Leider haben wir Pech, unsere Telecommande ist nicht für die Automatisierung geeignet. So muss doch ein VNF-Mitarbeiter zur Schleuse kommen, um das Gerät in Empfang zu nehmen.

Die Strecke nach Saverne, vom Saar-Kanal kommend ist sicherlich eine der schönsten unserer Reise.
Das ist wohl auch der Grund dafür, dass sich hier so viele Charterfirmen angesiedelt haben. Wir empfehlen morgens früh zu fahren. Wir haben nämlich festgestellt, dass die Mietboote nach einem gemütlichen Frühstück erst später aufbrechen.
Zwei Tage braucht man für die Strecke. Es lohnt sich, sich etwas Zeit zu lassen.
Bei Xouaxange ist der Kanal sehr eng und kurvenreich. Daher ist hier Vorsicht geboten. Kurz vor der Brücke gibt es eine kleine, nette Anlegestelle.

Weiter geht es nach Niderviller und dann durch die beiden Tunnel (475m und 2306m) in Richtung Arzwiller.

Auch wenn die Tunnel etwas höher sind, als wir es üblicherweise gewöhnt sind, sollte man im langen Tunnel die Höhenbegrenzung von 3,50 strengstens beachten. Da die Tunnel im Sommer sehr befahren werden, wurde eine Belüftungsanlage installiert.
Wenn man ins Elsass über den Rhein-Marne-Kanal fährt, will man sich natürlich das Schiffshebewerk in Arzwiller nicht entgehen lassen.

Wir haben Glück. Unsere Wartezeit am “ Plan incliné“ ist gering. Wir warten eine Abfahrt und Auffahrt ab, dann sind wir dran.

Nach 5 Stunden Fahrt, 4 Schleusen, 2 Tunnel und einem Hebewerk machen wir im mittleren Hafen zwischen Schleuse 21 und 22 in Lutzelburg fest. Hier liegt man ruhig, fast zu ruhig könnte man sagen. Es ist schon erstaunlich, dass in der touristischen Hochsaison im August anscheinend nur Mietbootunternehmen arbeiten. Viele Geschäfte, Restaurants usw. sind „fermé pour congé annuel“.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Saverne, unserem diesjährigen Reiseziel. Trotz 9 Schleusen kommen wir schon nach 3 Stunden dort an.

Im Hafen, direkt gegenüber des Schlosses unweit des historischen Zentrums, finden wir einen guten Platz direkt an der Kaimauer.

Bis 2005, hiess der Saar-Kanal noch Saar-Kohlen-Kanal. Heute kommt brasilianische Kohle für die saarländische Stahlindustrie von Rotterdam…
So wird der Kanal heute fast ausschliesslich von Sportbooten genutzt, was das Wort „Kohle“ wohl überflüssig macht.
Von Saarbrücken kommend beginnt der Kanal bei Güdingen. Dort findet man die erste Freyssinet – Schleuse. Sie wird noch vom WSA verwaltet. Die deutsch-französische Grenze verläuft bis Sarreguemines auf der Kanalmitte.

Von dort geht es weiter nach Sarreguemines, wo wir im gut geführten Hafen am Casino übernachten. Am nächsten Morgen bunkern wir Diesel an der praktischen Selbstbedienungstankstelle direkt im Oberwasser der Schleuse 27 unweit vom Hafen. Dort gibt es einen weiteren Hafen. Er liegt allerdings etwas ausserhalb der Stadt.
Die Fahrt führt uns weiter durch eine reizvolle Hügellandschaft, durch die sich die Saar und ihr Kanal windet. Manchmal trifft man noch auf Zeugnisse der deutsch-französischen Geschichte vor 1945.


Der Kanal verläuft die meiste Zeit parallel zur Saar und liegt oft höher als das Flussbett.

Nach Sarreguemines machen wir noch in Wittring (0) , Mittersheim (+) und Houillon (–) fest.
Auch für Radfahrer ist der Kanal ein gutes Ziel. Wir nutzen es, um von Wittring nach Sarralbe zu radeln.

Der Weg führt an der neuen gut ausgestatteten Steganlage vorbei. Bei Sarrealbe befindet sich auch die erste in Frankreich gebaute Kanalbrücke.

In manchen Schleusen findet man noch Grundsteine, die das Baujahr angeben.

Der Saarkanal endet bei Houillon und kreuzt dort, in einer Weiherlandschaft den Rhein-Marne-Kanal. Den Hafen dort sollte man vermeiden. Selbst Mülleimer sind Luxus, für den man auch noch 15€ zahlen darf.

Nach einer längeren Unterbrechung sind wir wieder im Merziger Hafen auf der Vagabond.
Der Merziger Hafen ist zwar grosszügig und bietet den üblichen Service, könnte aber eine Renovierung gebrauchen. Für kleinere Boot steht auch ein Kran zur Verfügung. Kulinarisch ist er allerdings gut versehen mit 2 Restaurants. Man hat die Wahl zwischen feiner italienischer und gut deftiger saarländischer Küche. Wenn man gerne Bier trinkt, sollte man zum Brauhaus gehen.
Hier in Merzig hat auch der Bootsvermieter „Saar-Mosel-Yacht-Charter“ seine Basis. Etwa 8-10 Linssen Yachten kann man hier mieten, mit denen man zur “Sauerkraut- tour” starten.
Am nächsten Morgen fahren wir bei sonnigem Wetter nach Saarlouis. Die Rehlinger Schleuse nehmen wir mit dem Frachter „Argus“ aus Antwerpen. Wie die meisten von ihnen bringt er Kohle nach Dillingen.

Wir fahren alleine weiter nach Saarlouis, meinem Geburtsort!
Dort legen wir an einem vernachlässigten Steg ohne Strom und Wasser, der Platz für 2-3 Boote bietet, an. Selbst die Mülleimer fehlen, … eine Schande, denn die gemütliche Einkaufsstadt mit Ihrem historischen Altstadtbereich lohnt einen Rundgang und verdient Besseres.

Trotzdem erfreuen wir uns der Abendstimmung an der Saar.

Von Saarlouis aus begleitet uns unsere Schwägerin Sabine mit ihrer Tochter Christine nach Saarbrücken. Hier an der Schleuse Lisdorf warten wir kurz bevor die Schleuse vorbereitet ist.

Die Fahrt führt uns weiter nach Saarbrücken an Völklingen vorbei, wo ein freundlicher und gut ausgestatteter Steg mit direktem Zugang zum UNESCO Weltkulturerbe zur Besichtigung der Völklinger Hütte einlädt.

In Saarbrücken machen wir an der Ufermauer in der Nähe des Staatstheaters zu einem Stadtbummel durch die Altstadt fest.

Trotz des Lärms der „Stadtautobahn“, ziehen wir es vor, hier zu übernachten. Der Osthafen liegt etwas ausserhalb und ist sicherlich viel ruhiger.

Morgen geht es weiter zum Saarkanal, der direkt an der deutsch-französischen Grenze beginnt.
Auf diesen Tag haben wir lange gewartet. Wir verlassen, leider zu früh die Mosel bei Konz, und biegen in die Saar ein. Vorsichtshalber legen wir den Mast um, denn die Durchfahrthöhe ist mit 5,25 zwar ausreichend, aber wir gehen kein Risiko ein. Zumal nach den letzten Wasserständen,…

Nach 10 km legen wir im kleinen aber schönen Klubhafen von Saarburg an.
Die Besichtigung der Stadt lohnt sich, nicht nur wegen ihrer schönen Lage sondern auch wegen des guten Saarweins, der hier überall angebaut wird. Das Wetter ist gut und die Terrassen der Restaurants und Lokale sind voll. Saarburg profitiert auch vom Tourismus.
Die Schleusen an der Saar sind alle ähnlich. Ihre Fallhöhe ist mit 11 m recht hoch. Wir werden in der kleinen Kammer geschleust. Sie hat eine Grösse von 4 0x 6m.

Die Schleusen erfolgt sehr ruhig und trotzdem recht zügig. Es gibt kaum Strömungen. Jetzt geht es weiter nach Mettlach und zur Saarschleife. Die ihre wahre Schönheit leider nur von oben, aus einiger Entfernung zeigt. In Mettlach sehen wir die Gebäude der weltweit bekannten Firma Villeroy & Boch.
Auf der Strecke von Konz bis Herzig gilt es sehr wachsam zu sein un die Beschilderung zu beachten. Die Kurven sind eng und unübersichtlich. Man kreuzt hier wie auf der Mosel Frachtverkehr und Passagierschiefe,… Also VHF mithören und melden.
Von Mettlach aus fahren wir weiter in Richtung Saarschleife. Sie liegt vor uns, auch wenn man, aus unserer Perspektive ihre Schönheit nur schwer ermessen kann.

Die die Saarschleife in voller Pracht, wie man sie üblicherweise sieht….

Auch wenn es uns sehr gut in Metz gefallen hat, sind wir froh nach gut 10 Tagen wieder zu fahren. Der Pegelstand ist am Fallen. Also entscheiden wir zusammen mit Complice loszufahren. Complice will recht schnell über den Rhein zurück in die Niederlande. Wir wollen zunächst ein wenig die Mosel erkunden. Wir kennen die französische Mosel kaum. Die Strömung treibt uns mit 7km/h voran. Auf der Strecke zwischen der französischen und luxemburger Grenze gibt es kaum Anlegemöglichkeiten.
Der Hafenmeister in Metz empfiehlt uns einen Halt im Unterwasser der Schleuse von Thionville. Eigentlich ist es eine Schande, dass eine Stadt wie Thionville einen Hafen für Schiffe über 8m hat,…
Wir machen fest an der Schleuse, besichtigen die Stadt und verbringen eine ruhige und angenehme Nacht. Der Berufsverkehr stört kaum, da die Schiffe sehr langsam in die Schleuse einfahren.

Es geht weiter nach Schwebsange.

Die Schleusen an der Mosel sind, wie früher die französischen Freysinet Schleusen recht genau auf die Grösse der Frachtschiffe angepasst (220 x 16 m). Es bleibt wenig Platz,… Die Berufsschiffer fahren daher sehr langsam in die Schleuse ein und aus.
Wir erreichen den Hafen nach 3h30. Ein angenehmer und grosszügiger Hafen mit allen Serviceeinrichtungen. Diesel kostet 0,95€. Das Restaurant ist ebenfalls empfehlenswert. Als wir ankommen ist der Pegel noch hoch. Der Hafen ist voll, aber der Hafenmeister findet für uns einen Platz.

Direkt bei Schwebsange, liegt Schengen. Die deutsch-luxemburgische Grenze verläuft auf der Flussmitte.
Es geht weiter über Konz und Neumagen nach Traben-Trabach. Hier sagen wir unseren Freunden „Auf Wiedersehen in Maasbracht“. Complice fährt weiter zum Rhein.

Bei Neumagen begegnet uns ein „Weinschiff“… ein Nachbau aus der Römerzeit

Unsere Linssen Yacht gibt ein paar Künstlern die Gelegenheit, eine Motoryacht im Hafen zu malen. 3 Bilder entstehen so.

Man begegnet aber auch häufig Passagierschiffen, die im Zeittakt hauptsächlich zwischen Bern-Kastel und Cochem pendeln. Hier ist Vorsicht geboten. Vor allem in den engen Schleifen, wo die Frachtkähne oft „Steuerbord/Steuerbord“ verlangen.

Der Hafen von Neumagen gefällt uns besonders gut. Auch wenn preislisch etwas aus dem Rahmen fällt. Es ist der teuerste Hafen auf unserer Reise. Nicht so teuer wie Paris im Juli aber für 26€ kann man schon etwas erwarten…..

Nach einer Nacht in Traben-Trabach treten wir unsere Rückreise in Richtung Saar an. Wegen des anhaltendenen schlechten Wetters bleibt die Strömung recht stark, und wir kommen nur im (langsamen) Schritttempo voran, 2-3km/h….

Nachdem wir im Klubhafen von Bernkastel festgemacht haben fahren wir zur Stadt und besuchen zunächst Kusel und anschliessend Bernkastel. Der Empfang im Hafen ist äusserst nett und die Stimmung ist gut. Als wir abends nach unserer Fahrradtour zurückkommen, ist der Hafen voll.



Das schlechte Wetter und das damit zusammenhängende Hochwasser haben auch ihre positive Seite. Wir sind 10 Tage in Metz blockiert und warten auf Besserung. Jeden Morgen und Abend fragen wir den Pegelstand der Mosel in Trier ab. Die Weiterfahrt ist ausserdem wegen Streiks und Arbeiten an den Schleusen ungewiss… Also nehmen wir uns die Zeit die Stadt ausgiebig zu besichtigen. Und es lohnt sich…
Wie schon erwähnt, liegen wir sehr gut im Stadthafen. Alles ist in der Nähe.
Wegen der extremen Wetterverhältnisse treffen wir hier auch einige Freunde, die eigentlich einen anderen Plan für die Saison 2016 hatten: Tiger und Complice.


Direkt gegenüber dem Hafen liegt das Restaurant „Auberge du Mini-Golf„. Man sollte sich nicht vom Namen abschrecken lassen! Hier isst man ausgezeichnete typische frannzösische Küche zu sehr korrekten Preisen. Vor allem mittags lohnt der Besuch. Während man sein Boot anschaut, bekommt man ein „Einheitsmenu“. Echte Küche wie zuhause, vielleicht sogar besser….

Auf der Mosel gibt es nur wenige Häfen, die für grössere Schiffe (über 8m) geeignet sind. Nach 2h30 Stunden Fahrt finden wir mit 2 anderen Booten in einem kleinen Hafen in Crosny sur Moselle gerade noch Platz.
Wegen der starken Strömung 4km/h und dem engen nur 1m20 tiefen Kanal erweist sich die Einfahrt in den Hafen äusserst schwierig.
Der Hafen wird vom nahgelegenen Campingplatz verwaltet.
Von Verdun bis Metz braucht man etwa 30 Stunden. Dabei geht es zunächst weiter über die kanalisierte Maas, den Rhein-Marne Kanal und die Mosel.
Zwischen Verdun und Saint Mihiel sind die Schleusen noch mechanisch. Ein Mitarbeiter der VNF begleitet uns. In der Vor und Nachsaison muss man sich am Vortag spätestens um 15 Uhr telefonisch anmelden.
In Amply sur Meuse findet man einen ruhigen Liegeplatz vor der Schleuse. Im Ort gibt es eine Bäckerei.

Hier übernachten wir mit „Tiger“.
Der Weg führt uns weiter nach Saint Mihiel. Im Frühjahr muss man auf schwimmendes Holz sehr aufpassen. Es kann vorkommen, dass ein Schleusentor von einem grösseren Holzstück blockiert wird wie hier in Commercy.

Nach Toul führt der Weg noch durch den Tunnel von Foug. Er ist etwa 800m lang.

Wir bleiben ein paar Tage im schönen und gut ausgestatteten Hafen von Toul. Samstags bietet er sich an als Hintergrund für Hochzeitsfotos. Eine Tankstelle liegt etwa 600m entfernt. Toul ist eine alte Festungsstadt. Ein Besuch lohnt sich.

Eigentlich war alles anders geplant. Von Toul aus wollten wir zunächst nach Nancy und dann in Richtung Elsass und Saar. Aber wegen Hochwasser, Streiks und defekten Schleusentoren haben wir uns dann anders entschieden.
Wir fahren zunächst einmal die Mosel runter in Richtung Deutschland. Die 1. Etape bringt uns von Toul in etwa 6 Stunden nach Pont à Mousson in den Stadthafen. Dort empfangen uns einige aufgebrachte und verständnislose Boote aus USA, Australien, Niederlanden und Deutschland.
Im Hafen ist für den nächsten Tag ein Hafenfest angesagt. Zu unserer Überraschung sind die Gastboote aber nicht willkommen geheissen. Wir müssen weg, und sofort!!! Es ist 17h. Kein Mensch war vorher informiert worden. Zunächst versuchen wir noch die Hafenleitung zu überreden, uns wenigstens übernachten zu lassen. Wir würden dann alle sehr früh losfahren. Nicht zu machen. Um 17h30 entscheiden wir uns gemeinsam in Richtung Metz loszufahren. Wir übernachten im kleinen Klubhafen von Corny sur Moselle. Der Hafen ist eigentlich nicht geeignet für Boote über 10m. Aber die freundliche Hafenmeisterin, die auch den Campingplatz leitet, findet uns einen Platz nach fast 9h Fahrt… Achtung: die Einfahrt ist sehr eng und nicht tief. Bei grosser Strömung eine riskante Angelegenheit.

Weiter geht es nach Metz. Das Hochwasser zwingt uns zu einem längeren Aufenthalt. Wir haben Glück im Unglück. Hier liegt der schönste Hafen auf unserer Reise. Er liegt geschützt in einem Seitenarm der Mosel, direkt im Stadtzentrum. Hier bleiben wir 10 Tage und profitieren von der schönen, angenehmen und interessanten Stadt. 