2022 #11 Besuch in Groningen

Wir liegen im Oosterhaven.

Groningen // Oosterhaven

Wie der Name schon sagt, findet man ihn im Osten der Stadt. Auf den ersten Blick erscheint seine Lage etwas abseits. Dies ist nicht der Fall. Der Bahnhof ist zufuss in 15 Minuten zu erreichen, das Zentrum ganz nah. Der Hafen besitzt ein gut sortiertes Bootsausstattungsgeschäft. Der Empfang ist gut. Die Sanitäranlagen sind nicht auf dem neusten Stand aber sauber und komplett (inklusive Waschmaschine, Münzen gibt es dazu im Geschäft). Wer auf dem Weg nach Deutschland unterwegs ist, der ist hier gut aufgehoben.

In Groningen bleiben wir ein paar Tage. Wir nutzen die Zeit , um die Stadt kennenzulernen. Es ist unser erster Besuch.

Zufällig stossen wir nach ein paar hundert Metern auf das „Forum„.

Groningen // Forum

Zunächst wissen wir nicht, um was es sich dabei handelt. Der massive Neubau im historischen Zentrum überrascht und weckt bei uns sofort Interesse. Das Gebäude ist, sagen wir es vorsichtig, „imposant“. Von aussen, wirkt es sehr massiv, wie ein riesiger Granitblock. Von innen, offen und luftig. Man kann es auch anders formulieren: Von aussen „anziehend“ wegen der Masse, von innen „einladend“ wegen der hier herrschenden Offenheit! Sehr empfehlenswert!!

Groningen // Forum

Wir lassen es uns nicht nehmen, auf die Dachterrasse zu fahren. Am Empfang in der Eingangshalle empfiehlt man uns die Rolltreppen und nicht den Aufzug zu nehmen. So erhalten wir tatsächlich den besseren Eindruck von der Architektur aber auch von den verschiedenen Kultur,- Bildungs – und Informationseinrichtungen. Vom Dach aus haben wir einen optimalen Rundumausblick auf die Stadt und ihrer näheren Umgebung.

Unser Spaziergang führt uns weiter zum Prinsentuin, einem kleinen, ruhigen Renaissance Garten. Dort sollte man sich auf jeden Fall auch die aussergewöhnliche Sonnenuhr anschauen.

Auf der Uhr befindet sich ein Spruch in Latein : Tempus Præteritum Nihil Futurum Incertum Præsens Instabile Cave Ne Perdas Hoc Tuum. Er hat heute, mehr denn je, seine Richtigkeit!

Unseren ersten Rundgang beenden wir mit einem Besuch im Bahnhof.

Auf dem Weg dorthin stossen wir durch Zufall auf eine Handwerkswerkstatt besonderer Art. Hier werden Freizeitkurse angeboten, um Werkstoffe wie Holz und Metall oder auch Geräte und Maschinen näher kennenzulernen: Basteln, Reparieren, Verstehen…

Bahnhöfe sind oft das „Aushängeschild“ einer Stadt. Es sind Orte der Begegnung, sie zeugen vom Reichtum oder der Bedeutung der jeweiligen Stadt. Als Beispiele kommen uns spontan die Bahnhöfe von Antwerpen, Lüttich, Berlin und London in den Sinn. Ob neu oder alt, alle sind sie sehenswert. Wegen ihrer Architektur und Atmosphäre.

Am nächsten Morgen nehmen wir unsere Räder, und drehen eine Tour entlang der Kanäle, vorbei an alten Speicherhäuser, die vom früheren regen Handel zeugen.

Nach unserer kleinen Runde, ruhen wir uns ganz in der Nähe des Hafens am Kanal aus. Dort gibt es eine nette Bar mit Aussicht auf die ehemaligen Speicherhäuser.

Jetzt fehlt noch ein Besuch im Groninger Museum. Der futuristische Bau von 1994 ist sicherlich Geschmackssache. Die auffällige bunte Konstruktion lässt einen nicht unberührt.

Museum Groningen

Uns lockt er eher an und erweckt Interesse. Für Architekturfotografen gibt es hier viele Blickwinkel zu entdecken und festzuhalten.

Den Besuch im Museum heben wir uns für die nächste Reise nach Groningen auf, vorausgesetzt es ist nicht wieder Montag, sein Ruhetag! Da das Wetter wieder etwas instabiler wird, entscheiden wir weiterzufahren in Richtung Delfzijl. Wenn wir den Dollart überqueren wollen, muss das Wetter stimmen.

Also entscheiden wir uns zu einem letzten Spaziergang durch die Stadt.

2022 #10 Auf nach Groningen

Bei unserer ersten Reise nach Friesland 2017 haben wir uns im wesentlichen auf die Seenplatten um Sneek, Grou und Stavoren konzentriert. Wir hatten es uns aber nicht nehmen lassen, auch einen kurzen Abstecher nach Dokkum zu machen.

Dieses Mal soll es ja weiter in Richtung Norddeutschland gehen. Daher wollen wir sowohl zügig vorankommen, als auch Neues im Nord-Osten der Niederlande entdecken.

Somit wählen wir die in der Skizze gezeigte Route. Einige Wege sind neu für uns. Andere kann man kaum umgehen, ohne grosse Umwege zu fahren.

Friesland 2022

Über die Strecke Vollenhove nach Lemmer (1) haben wir schon an anderer Stelle berichtet.

Von Lemmer aus geht es in 6 gemütlichen Tagesetappen nach Groningen. Die für uns neuen Wege sind auf der Skizze schwarz hervorgehoben. In Lemmer, Leeuwarden und Dokkum bleiben wir jeweils 2 Tage. In Groningen länger.

In Lemmer wie auch im Umland werden die Brücken morgens ab 9h00 bedient. Man glaubt in Frankreich zu sein,….

So scheint in Lemmer noch alles verschlafen, bis dann (endlich) die nah gelegene Turmuhr 9 mal schlägt. Jetzt kommt Bewegung auf, es ist wohl das allgemeine Startsignal. Einige Boote lassen ihre Motoren an, und fahren zügig zur nächsten Brücke, um eine gute „Startposition“ zu haben. Auch wir machen uns bereit. So finden wir uns mit 6 Yachten und Segelschiffen vor der ersten Brücke (in Richtung Prinses Margeriet Kanal).

Sloten

Bei schönstem Wetter und mässigem Wind führt uns die Reise über Sloten und Woudsend direkt nach Workum (2). Dort machen wir im Hafen „De Liefde“ gegen 13h fest. Die meisten Passanten haben einen Platz im voraus reserviert, wohlwissend dass ihre Anzahl beschränkt ist. Wir haben dennoch Glück. Im Hafen gibt es ein Wassersportartikelgeschäft. Ausserdem besitzt er eine Tankstelle für Diesel und GTL.

HINWEIS: Wer der vielen Brücken nicht müde ist, kann auch weiter ins Stadtzentrum zum Passantenplatz fahren. Dort gibt es noch viele freie Plätze. Das Liegegeld wird dort mit der App „aanUit.net“ beglichen.

Workum Passantenhafen

Bei unserem Stadtbummel stossen wir zufällig auf die Schiffswerft Van Klink, welche sich auf die Renovierung alter Holzschiffe spezialisiert hat.

Wer sich für traditionnelle Holzarbeiten und Schreinerei interessiert, der sollte sich die Zeit nehmen und mal reinschauen. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass in den Niederlanden Tradition gepflegt wird und somit diese Handwerksbetriebe weiterhin aktiv sein können!

Es geht weiter nach Grou (3). Wir wählen den Weg, der an Bolsward vorbeiführt. 2017 hatten wir die Stadt mit dem Bus von Stavoren kommend besucht. Diesmal fahren wir südlich an ihr vorbei. Der Weg führt uns durch typische friesische Kanal- und Graslandschaften, bevor wir Sneek zur Mittagszeit erreichen. Die Stadt durchqueren wir zügig. Über den Prinses Margeriet Kanal geht es weiter. Wie zu erwarten, treffen wir hier auf Berufsverkehr, der allerdings nicht sehr drückend ist. Der „Kanal“ ist breit, es gibt keine Strömung und das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite.

Gegen 14h erreichen wir Grou. Dort legen wir im Hafen „Vereniging Grouwster Watersport“ der Stadt an.

HINWEIS: Die Liegeplätze an den Stegen sind hier nach Grösse der Boote sortiert von A ( = klein) bis H ( = gross). Am jeweiligen Kopfsteg befindet sich ein Schild mit der für diesen Anleger bestimmten Bootsdimenstionen. In unserem Fall ist es der Steg C, bestimmt für 12x4m. Anscheinend soll man sich beim Hafenmeister melden, bevor man an einen bestimmten Platz anpeilt. Die Plätze werden dann zugewiesen.

Wir dürfen allerdings unseren Platz behalten 😉

Ähnlich wie Sneek ist auch Grou ein beliebtes Wassersportzentrum. Obwohl wir noch Mitte Juni in der Vorsaison sind, hat man den Eindruck, dass die Yachtcharter Vermietungen schon auf Hochtouren laufen. Die meisten Boote an unserem Steg sind gemietet. Uns gegenüber liegt eine grössere Yacht, gemietet von etwa 8 jungen Männern. Es dauert nicht lange bis der erste von ihnen, nicht mehr sicher auf seinen Beinen steht. Auch wenn sie etwas zu tief ins Glas schauen, endet der Abend bei guter Laune.

Bevor wir weiterfahren, wollen wir noch unseren Abwassertank entleeren. Wir hatten das schon in Vollenhove versucht. Dort war der Anschlussstutzen unbrauchbar. Hier sieht er auch nicht mehr sehr frisch aus, aber mit ein wenig Mühe schaffen wir es, ihn anzusetzen.

Die Fahrt führt uns weiter nach Leeuwarden (4). Wir wählen die gemütlichere Route über die kleinen Kanäle. Beim Ort Wergea (Warga) gibt es zwei Fahrwege:

  • entweder man nimmt die Umgehung. Sie ist mit „Stehende Mastroute“ ausgewiesen,
  • oder man wählt die Strecke durch den Ort über die Wergeaster Feart. Am Ortseingang weist ein Schild darauf hin, dass nur „kleinere“ Schiffe (15x4m max.), diesen Weg wählen sollten.

Wir sind neugierig und folgen einer Yacht, die den gleichen Plan hat.

Wenig später müssen wir feststellen, dass es sich um eine völlig unerfahrene Crew handelt. Vor der geschlossenen Brücke etwas in Panik geraten, manövrieren sie ungeschickt. Dabei rammen sie die Uferbefestigung und beschädigen den Schiffsrumpf.

HINWEIS: Um es kurz zu sagen, die Umgehung ist eindeutig der problemloserer Weg! Wir hatten Glück, dass uns kein Schiff entgegen kam. Es ist übrigens überraschend, dass keine Fahrrichtung vorgeschrieben ist. Man kann sowohl von Norden als auch von Süden kommend in den Stadtkanal einfahren. Ein Schild weist lediglich darauf hin, dass eine Bootsgrösse von 15x4m nicht überschritten werden soll. Selbst das erscheint uns leicht übertrieben.

Als wir das letzte Mal in Leeuwarden (4) waren, erschien uns die Stadt „kalt“ und wenig einladend. Dieses Mal sollte es anders sein! Damals war wohl das schlechte Wetter und die frühere Jahreszeit an unserer Einschätzung schuld.

Als wir noch recht früh ankommen, ist es noch recht ruhig am Kanal, der als Passantenhafen zwischen zwei Brücken liegt . Somit ist es morgens und abends ruhig auf dem Wasser. Bei dem schönen Wetter bleiben wir allerdings nicht lange alleine. Schon am frühen Nachmittag sind kaum noch Plätze auf der Stadtseite (in Richtung Dokkum am linken Ufer) zu haben. Die schattigen Uferwiesen sind auch als Treffpunkt zum Picknicken sehr gefragt. Es herrscht Ferienatmosphäre. Wir entscheiden uns, zwei Tage in der Stadt zu bleiben, um sie besser kennenzulernen.

Beim VVV (Touristeninformation) erkundigen wir uns über die sehenswerten Aspekte der (Provinzhaupt) Stadt. Dort empfielt man uns unter anderem auch eine Statdtführung. Wir nehmen das Angebot dieses Mal gerne an und reservieren unsere Plätze im Internet. Die Führung wird übrigens auch in Deutsch und Englisch angeboten. Sie führt uns durch die schönen historischen Viertel der Stadt. Dabei werden wir auf die winzigen „Miniaturkunstwerke“ aufmerksam gemacht, die an verschiedenen Orten der Stadt versteckt sind.

Wir besuchen ebenfalls das Keramikmuseum. Dort befindet sich, ausser einer bedeutenden Keramiksammlung, auch das Geburtshaus des Künstlers M.C. Escher. Im Keller des Museum gibt es einen Raum dessen Wände im Stile „Escher“ bemalt wurden. Allein deshalb lohnt der Besuch. Für Escher Fans, ein MUSS! Abends werden wir dann noch auf dem Vorplatz des Olde Hove („schiefen Turms) mit einem Fanfaren Konzert belohnt . Man mag diese Musik nicht besonders lieben, aber allein schon wegen der Choreographie war der Besuch es wert.

Der Weg führt uns weiter nach Dokkum (5). Die Landschaft erinnert an die Holländische IJssel.

Burdaard

Weil wir Dokkum schon kennen, wollen wir nur einen Tag dort verweilen. Allerdings sind starker Wind und Böen für den nächsten Tag angesagt. Da die Brücken erst ab 9h bedient werden, gehen wir es am nächsten Morgen gemütlich an. Der Wind ist schon recht stark. Wir sind nicht die Einzigen, die sich die Frage der Weiterfahrt stellen. Da es bis 10h ruhig bleibt und ein Nachbar uns sagt, dass er aus den gleichen Gründen in Dokkum bleibt, ist auch unsere Entscheidung gefallen.

Dokkum ist immer wieder eine Reise wert. Auf den ersten Blick erstaunt die Anzahl und Vielfalt der Geschäfte. Man sieht, dass die Stadt viel besucht wird.

Das Wetter bleibt den ganzen Tag wechselhaft, was dem „Fotografen“ das Leben leichter macht. Die Stadt lädt eh schon zum Fotografieren ein. Heute macht es besonders Spass.

Dieses Bild muss sein

Zum perfekten Foto gehört es natürlich dazu, direkt unter einer der beiden Mühlen anzulegen. Für unseren nächsten Besuch werden wir uns allerdings auf das andere Ufer legen. Dort hat man eindeutig den besseren Ausblick…. auf die Mühlen.

HINWEIS: Es sei noch vermerkt, dass vor der Stadt (von Leeuwarden kommend) am linken Ufer ein Warnschild (3 rot leuchtende Lampen, im Falle der Warnung) darauf hinweist, dass der Dokkumer Diep geflutet oder gespült wird. Es kann dann zu verstärter Strömung und Wasserstandsschwankungen kommen ( – 30 cm). Dies ist beim Anlegen zu beachten.

Ab jetzt „betreten“ wir Neuland. Bisher sind wir nicht weiter als Dokkum gereist. Von hier aus geht es weiter in Richtung Groningen. Zunächst führt der Weg durch eine schöne ruhige Agrarlandschaft. Dann geht es weiter „fast“ über das Wattenmeer, den Nationalpark (seit 2003) das Lauwersmeer. Dieses Wassergebiet wurde 1969 vom Wattenmeer durch eine Deich abgetrennt. Da die Wassertiefe gering ist, ist es empfehlenswert die Betonnung gut zu beachten.

Zoutcamp

Wir verlassen dieses Gebiet nach 1h30 und erreichen die Schutzschleuse von Zoutkamp (6), wo wir im Passantenhafen sofort einen schönen Platz finden.

Zoutkamp

Ausser dem Hafen gibt es in dem Ort nicht viel zu sehen. Zoutkamp war früher, bevor der Deich gebaut wurde, ein wichtiger Hafen und Umschlagplatz für Garnellen und Nordseefische. Auch wenn der Hafen möglicherweise an Bedeutung verloren, lebt die Stadt immer noch vom Fisch (heute auch Ale), aber natürlich auch vom Tourismus.

Wir lassen es uns nicht nehmen, direkt beim Fischhändler zu essen. Alles was in der Region gefisch wird, ob Süss oder Salzwasser, gibt es dort zu kaufen oder zu verzehren „vor Ort“.

Erwähnenswert sind noch die Sanitäranlagen des Passantenhafens. Sie befinden sich etwas 200m abseits vom Hafen und sind in den Deich integriert. Von Weitem kann man sie mit einer Schleuse verwechseln (links auf dem Bild).

Passantenhafen Zoutkamp / Sanitärgebäude

Am nächsten Morgen brechen wir schon früh auf. Die erste Brücke / Schutzschleuse erreichen wir nach etwa 1h. Nach Karte soll sie meistens offen stehen. Diesmal ist es nicht so. Wir melden uns über Funk. Der Wärter meldet sich sofort, und bittet um etwas Geduld.

Als wir uns Groningen (7) nähern, müssen wir entscheiden, ob wir weiter über den Rietdiep oder den Van Starkenborgh Kanal zum Hafen fahren. Wir wählen den Oosterhaven. Sicherlich ist der Weg durch die Stadt schöner.

HINWEIS: Allerdings sollte man berücksichtigen, dass die Brücken in der Stadt zwischen 15h30 und 18h00 nicht gehoben werden (am Wochenende nur bis 16h).

Somit entscheiden wir uns für den „geraden“ Weg über den von Berufsschiffern benutzten Kanal und die Ostersluis. Als wir dort ankommen, haben wir Glück. Die Schleuse ist bereit und ein zweites Sportboot wird mit uns geschleust. Dann gilt es noch zwei Brücken zu durchqueren, und wir sind schon am Ziel.

Vorher haben wir mit der Hafenmeisterin einen Platz vereinbart. Da wir ein paar Tage bleiben, hat sie uns einen ruhigen Platz zugewiesen.

Oosterhaven in Groningen.

Mehr aus Groningen demnächst.

2022 #9 An Lemmer kommt man nicht vorbei

Wer Friesland besucht, der macht auch in Lemmer halt. Hier beginnt oder endet der Prinses Margeriet Kanaal, eine wichtige Verbindungstrecke für die Frachtschifffahrt zwischen Amsterdam und der Emsmündung.

Um nach Lemmer von der IJssel kommend zu gelangen, gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten:

  • über das IJsselmeer
  • über den eben erwähnten Kanal
  • oder über die Kanäle in OberIJssel und Flevoland von Vollenhove kommend. Diese Strecke wählen wir dieses Mal.

Zunächst führt uns der Weg über das Zwolsche Diep, das Zwarte Meer und zuletzt das Kadoelermeer nach Vollenhove.

Zwolsche Diep

Für uns ist es der dritte Besuch. Auch für dieses Städtchen lohnt sich der Besuch.

Wir machen an der Kade fest und brechen sogleich zu einem Bummel auf.

Die Plätze entlang der Kade sind in der Hochsaison für längere Boote reserviert. Die sonstigen Liegeplätze für Passanten an den Schwimmstegen sind mit einem grossen weissen Pfeil auf blauem Untergrund markiert.

Wir profitieren vom schönen Wetter und fahren mit den Rädern im „Gegen-Uhrzeigersinn“ unter Benutzung der Knotenpunkte: 73, 74, 44, 43, 31, 23 nach Blokzijl. Die Stadt liegt dieses Jahr nicht auf unserer Route nach Lemmer.

Nach unserem „Lunch“ an der Schleuse machen wir noch einen Rundgang ums Hafenbecken, bevor es mit dem Rad zurück nach Vollenhove geht.

Die Anziehungskraft dieses Ortes scheint ungebrochen. Auch wenn es noch ein paar Plätze dort gibt, liegt man in Vollenhove doch bedeutend ruhiger.

Am nächsten Morgen fahren wir Richtung Voorstersluis, um über die Zwolse Vaart und Lemstervaart nach Lemmer zu gelangen.

In Flevoland werden die meisten Brücken und Schleusen über eine zenrale Leitstelle bedient. Dies geht über einen Telefonservice. An der Schleuse steht zwar noch ein Schild für einen VNF Kanal, aber anscheinend wird dieser nicht mehr gehört, zumindest für die direkte Bedienung der Schleusen und Brücken.

Zur Bedienung muss man eine Telefonnummer anwählen. Leider existiert die Menu-Führung (zur Zeit) nur in Niederländisch. Es gilt also genau hinzuhören.

Das Menu ist im Grunde logisch und einfach aufgebaut. Zunächst entscheidet man, ob man vor einer Brücke oder Schleuse steht. Im Falle einer Schleuse gibt man am Schluss seine Position an: „Boven“ (oben) oder „Beneden“ (unten). Also wo man steht, nicht wo man hin will. Auf Flüssen, mit einer eindeutigen Flussrichtung, gibt man im Gegensatz dazu die Richtung an. „Zu Berg“, Zu Tal“. (Wo will ich hin). Analog dazu wäre hier (Wo bin ich) Ich bin „Unten“, ich bin „Oben“. Dies gilt zu berücksichtigen.

Im Unterwasser der Schleuse Voorstersluis

Es sei übrigens bei dieser Gelegenheit erwähnt, dass in Friesland für die Anmeldung zum Brückenheben die Technik sich fortlaufend weiterentwickelt. Dabei handelt es sich nicht nur um Automatisierung sondern inzwischen auch um Digitalisierung. Aber es gibt noch etliche von Brückenwärtern bediente Brücken. Manchmal kann man sich auch per Klingelknopf am Wartesteg anmelden oder über eine VHF Verbindung. Neuerdings ist bei manchen Brücken, vor allem in touristischen Gegenden, die Anmeldung auch über die „App“ Watersport möglich.

Kurz vor 13h erreichen wir die Friesesluis.

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Friese Sluis

Nach der Schleusung fahren wir zur naheliegenden historischen Lemstersluis, die über die Oude Sluisbrug zum ehemaligen „Dok“ führt. Zügig werden wir zusammen mit einem Segelboot geschleust.

Es ist heute ein beliebter Passantenliegeplatz mitten im Stadtzentrum. Das Dok ist von Geschäften und Restaurants umgeben. Das Liegegeld bezahlt man an einem der beiden Automaten, die jeweils an der Oude Sluis Brücke und an der Flevo Brücke zu finden sind. Strom und Wasser werden unabhängig von der Übernachtungsgebühr mit der „Service-Karte“ bezahlt.

Hier geht es immer lebhaft zu. Wer die grosse Seeschleuse Prinses Margeriet vermeiden will, muss hier durch. Somit liegt man tagsüber nicht sonderlich ruhig. Wer es ruhiger haben will, muss weiter zu den Yachthäfen fahren, die am Stadtrand liegen. Trotz Vorsaison liegen wir ab dem späten Nachmittag im Doppelpack. Es sind vor allem Segler, die noch spät vom IJsselmeer kommend einen Platz suchen, bevor die Brücken nach 20h nicht mehr bedient werden.

Abends wird es dann nach 22h schnell ruhig.

Wir entscheiden uns zwei Tage hier zu bleiben. In der Nähe der Stadt, etwas nördlich gelegen in Tacozijl, liegt die historische Pumpstation Wouda Gemaal, die von der Unesco 1998 zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Trotz ihrer 100 Jahre alten Technik ist sie immer noch in Betrieb. Für Technik- oder Architekturinteressierte ein absolutes Muss! Leider können wir die Station und das dazugehörende Informationszentrum nicht besichtigen, da es von Sonntag bis einschliesslich Dienstag für Besucher nicht geöffnet ist. So können wir uns die Anlage nur von Aussen ansehen.

Zusammenfassung:

Vollenhove > Lemmer : 8h20 – 13h45 / 32km / 5,3 Mh.

2022 #8 In Richtung Friesland

An der IJssel liegen sieben ehemalige Hansestädte: Doesburg, Zutphen, Deventer, Hattem, Zwolle, Hasselt und Kampen.

Zu den Städten Zupthen und Zwolle sind wir von Deventer aus mit dem Zug gefahren. Hasselt haben wir mit dem Fahrrad von Zwartsluis aus erreicht. Auffallend ist immer wieder das „Unberührte“ und Entspannte dieser niederländischen Städte. Die Hanse spielt natürlich keine Bedeutung mehr, dagegen floriert heute der Tourismus. Die Zeiten des intensiven Seehandels der Hanse sind lange vergessen. Geblieben sind animierte Gassen, wunderschöne Fassaden mit schmucken Giebeln und lebhafte Plätze. Eine Reise hierhin lohnt immer. Es ist schwierig zu sagen, welche Stadt besonders hervorzuheben ist. Uns gefallen am besten: Zwolle, Zutphen und Hattem, jede auf ihre Art. In Zwolle hat sich auch unser Besuch im Fundatie-Museum gelohnt, weil wir die Ausstellung von Rob Scholte sehen konnten, einem Künstler, den wir nicht kannten und dessen Werk wir sehr eigen und beeindruckend fanden.

Zwolle

Von der IJssel nach Friesland // Hanse-Städte *)

Am 10. Juni um 8h15 verlassen wir nach einer Woche Deventer mit der Hoffnung, dass unser Diesel-Problem behoben ist. Natürlich sind wir etwas aufgeregt, als wir den Motor wieder starten. Wird er „stottern“? oder schnell die gewohne Leerlaufdrehzahl annehmen?

Deventer Yachthafen

Bevor wir den Hafen verlassen, drehen wir zur Sicherheit noch 3 Runden im Hafen. Alles scheint „normal“. Also los!

Nach einer Stunde Fahrt sind wir zuversichtlich. Der Motor läuft wieder sehr ruhig, die Drehzahl bleibt stabil,…. wir atmen auf. Wie vereinbart halten wir unseren Mechaniker an den nächsten 4 Tagen auf dem Laufenden.

Um 11h machen wir in der IJsseldelta-Marina von Hattem fest.

Auch wenn wir die kleine Stadt schon von unserer letzten Reise kennen, freuen wir uns schon auf einen erneuten Rundgang. Die Stadt liegt direkt beim Hafen, ein Supermarkt ist zu Fuss leicht zu erreichen, sowie die Bushaltestelle , praktisch gelegen für eine Fahrt nach Zwolle.

Auf dem Schiff zurück, spricht uns unser Bootsnachbar „Eisvogel“ an. Der Kapitän entpuppt sich sowohl als Leser unseres VAGABOND-Blogs als auch als eifriger Reisetagebuch Autor. Sein Blog bietet interessante Informationen über Liegeplätze und weist auf Besonderheiten hin, denen die Eisvogel-Crew auf ihren Reisen begegnet ist. Bei einem interessanten Gespräch tauschen wir unsere Reiseerlebnisse aus.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Zwartsluis zum Passantenhafen, wo wir nach 2h30 ankommen. Der Hafen ist schon recht voll. Oder sollte man besser sagen „noch voll“. Denn nachdem wir einen Platz gefunden haben, leert sich zunächst der Steg etwas, um sich gegen 16h wieder zu füllen.

Zwartsluis

Ganz in der Nähe des Hafens liegt ein sehr gutes Wassersportgeschäft. Aber bevor wir dahin gehen, machen wir noch mit dem Rad einen kleinen Abstecher nach Hasselt, zur letzten auf dem Programm stehenden Hansestadt an der IJssel. (Nach Kampen werden wir nicht fahren.) Für Interessierte, sei noch auf die schönen Hansestädte Elburg und Harderwijk an den Randmeeren hingewiesen. Diese haben wir 2019 besucht.

Hasselt

Für uns ist es nicht nur die „letzte“ Hansestadt an der IJssel. Wir finden sie auch am wenigsten interessant. Sicherlich bietet die Stadt schöne Grachten und auch einige gut erhaltene Häuser. Irgendetwas fehlt,… vielleicht das lebhafte Ambiente.

Die IJssel und die Provinz „OberIJssel“ haben wir jetzt hinter uns. Morgen geht es in Richtung Friesland, auch Flevoland werden wir für ein paar Stunden streifen.

Zusammenfassung:

  • Deventer > Hattem : 8h15 – 11h00 / 24km / 3,7Mh
  • Hattem > Zwartsluis : 8h30 – 11h00 / 22km / 2,7Mh
  • Zwartsluis > Vollenhove : 10h00 – 11h30 / 15km / 1,8Mh

2022 #7 Startprobleme und mehr

Als wir wieder sicher im Hafen von Deventer stehen, müssen wir feststellen, dass alle bisherigen Reparturarbeiten den Ursprung unseres Problems wohl nicht gelöst haben. Nur für ein, zwei Tage wurde es „maskiert“ !

Klar ist, dass der Motor nicht regelmässig mit genügend Treibstoff versorgt wird. Da die Panne nicht systematisch auftritt, bleibt die Fehlersuche schwierig.

  • Alle Filter, inklusive der Vorfilter, wurden zum Saisonende 2021 im November ersetzt…
  • Die Rohre und Schläuche wurden auf Undichtigkeiten überprüft (24. Mai in Katwijk/Linden)
  • Die Dieselpumpe, die Handpumpe und der Dieselfeinfilter wurden ersetzt (26. Mai in Heusden).
Dieselpumpe, Feinfilter und Handpumpe

Somit verringert sich der Kreis der möglichen Ursachen jetzt auf Tank und/oder Vorfilter-Wasserabscheider. Ein Problem am Motor wird von den zu Rate gezogenenen Fachleuten ausgeschlossen.

Wie es jetzt weitergehen soll, ist allerdings noch unklar. Das lange Pfinstwochenende steht bevor, was nicht erleichtert, einen Mechaniker zu finden.

Zudem hat die Bootssaison begonnen, Mechaniker und Spezialisten sind sehr gefragt. Wir müssen bis Donnerstag warten, bis unser Mechaniker aufs Boot kommen kann.

Bis Donnerstag vertreiben wir uns die Zeit mit einer Fahrt nach Zutphen und nach Zwolle, mit Spaziergängen am IJsselufer und Radfahren.

Wie versprochen kommt unser Mechaniker am Donnerstag Nachmittag aufs Boot.

Fangen wir mal mit dem Tank an„, sind seine ersten Worte. 3 mögliche Fehlerquellen erscheinen möglich:

  • Im Tank hat sich Wasser abgesetzt
  • Der Diesel im Tank ist verschmutzt (im Extremfall Dieselpest)
  • Die Tankentlüftung ist verstopft, es bildet sich Unterdruck.

Wasser ist es wohl kaum, da weder im Vorfilter noch im Tank Wasser zu finden ist. Verschmutzung ist möglich, da im Vorfilter ein kleiner Schmutzpartikel sichtbar ist. Allerdings fragt man sich, wieso das Problem schon beim ersten Starten bei Saisonauftakt auftrat, wo doch der Vorfilter zu diesem Zeitpunkt noch unbenutzt war. Die Tankinspektion zeigt, dass der Diesel zwar Schmutzpartikel aufweist, allerdings von einer starken Verschmutzung, die den Vorfilter schnell verstopfen könnte, kann keine Rede sein. Vorbeugend zur Behandlung und Reduzierung des Bakterien- und Pilzbefalls im Dieseltank füllen wir ein spezielles Produkt in den Tank ein.

Weiterhin saugt unser Mechaniker noch etwa 5 -10 ltr. Diesel am Tankboden ab. Von der befürchteten Dieselpest scheinen wir (noch) verschont. Wir werden aber weiterhin in den nächsten Tagen die Qualität des Diesels überwachen. Dazu wird am Tankboden etwas Diesel entfernt.

Als letztes wird die Überdruckleitung des Tanks überprüft. Bei Verstopfung könnte es zu Unterdruck beim Ansaugen des Kraftstoffes kommen. Auch diesen möglichen Fehlergrund kann man nach dem Test ausschliessen.

Wir konzentrieren uns jetzt auf den Wasserabscheider/Vorfilter.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Dieselvorfiltern. Alle haben sie die gleiche Aufgabe: Wasser abzuscheiden und Verunreinigung herauszufiltern. Der Unterschied liegt in der Filterkapazität: 10 Mikron oder 30 Mikron. Bei uns sind 10 Mikron Filter eingebaut: Der Vorteil ist eine bessere (feinere) Filterung, was bei modernen Motoren wichtig ist. Der Nachteil besteht eben darin, dass der Filter sich schneller zusetzt, also häufiger ausgetauscht werden muss. Das eventuell anstehende Wasser sollte einmal im Monat entleert werden. Der Wechsel des Vorfilters erfolgt im allgemeinen zum Saisonende oder alle 200 Motorstunden.

Der Verdacht verdichtet sich nun, dass der Vorfilter undicht sein könnte oder nicht funktionstüchtig ist. Auch dadurch könnte die Kraftstoffzuführung unregelmässig werden (im besten Fall) und völlig gestoppt werden im Extremfall. Diesen Fall konnten wir gerade noch rechtzeitig am 3. Juni verhindern.

Da es sich um einen neuwertigen Filter handelt, kann es sich in so kurzer Zeit kaum um eine Verstopfung handeln.

Nachdem wir das „Problem“ jetzt auf den Tank und den Dieselvorfilter beschränkt haben, kontrolliert unser Mechaniker den Tank und tauscht den Vorfilter aus.

Tankinspektion

Auffällig ist, dass sich unter dem Filter, in der Bilge, etwas Diesel angesammelt hat. Dies könnte auf eine Undichtigkeit hinweisen. Der infrage kommende Filter wird ersetzt.

Am nächsten Tag fahren wir weiter, jetzt wird sich herausstellen, ob wir der Lösung des Rätsels etwas näher gekommen sind,….


Eigentlich, hätten wir die Notsituation auf der IJssel vermeiden können…

Auf Anraten eines erfahrenen Bootsfahrers haben wir uns 2016 einen zweiten Vorfilter zur Sicherheit einbauen lassen.

Doppelter Wasserabscheider/Dieselvorfilter

Dieser zweite Filter ist im Normalbetrieb inaktiv. Auf dem Bild kann man sehen, dass zwei der vier Absperrhähne geschlossen sind (links). Im Notfall ist es möglich, dieses „Backup“ zu aktivieren. Dies geschieht durch Umschalten. Somit wird der angesaugte Kraftstoff in den noch unbenutzten (im Prinizip noch sauberen Filter) umgeleitet. Das Umschalten auf den Ersatzfilter ist übrigens bei laufendem Motor möglich.

Prinzip der doppelten Vorfilter Installation

Unser Freund hatte uns genau vor dieser gefährlichen Situation gewarnt, die häufiger in stark bewegtem Wasser entstehen kann:

  • auf stark befahrenen schnell fliessenden Flüssen
  • bei starkem Wellengang
  • bei schlechtem Wetter….

Durch „einfaches“ Umschalten vom verschmutzten oder defekten Vorfilter auf den noch sauberen, wären wir stressfrei zum Hafen gekommen.

„Wenn das Wörtchen wenn nicht wär,…“

2022 #6 Auf der IJssel bis Deventer

Wir haben uns entschlossen, von Wageningen direkt bis nach Doesburg zu fahren. Somit lassen wir Arnheim „links liegen“.

Arnheim

2 km nach Arnheim biegen wir in die IJssel ein. Sofort erfasst uns die recht starke Strömung. Sie liegt hier bei etwa 5 km/h. Dies is etwas weniger als 2017 als wir über den Waal die IJssel erreichten. Damals waren es 7km/h.

Der Berufsverkehr nimmt gegenüber dem ruhigen Niederrhein jetzt stark zu. Auf der kurvenreichen Strecke ist Vorsicht geboten. Häufig kommt es zu „Blue Bording“. Die Berufsschiffer zeigen dazu auf der Steuerbordseite eine blaue quadratische Tafel. Dann heisst es auf der Steuerbordseite kreuzen (man kann es auch Linksverkehr nennen).

Von der Einfahrt in die IJssel bis Doesburg brauchen wir 1h30 bei etwa 14 – 15km/h. Um 12h30 machen wir im recht grossen Passantenhafen (ehemaliger Torfhafen) fest.

Passantenhafen Doesburg

Alle Serviceleistungen werden mit der verbreiteten „Service – Karte“ erledigt. Wer sie noch nicht besitzt, kann sie hier am Automaten für 5€50 erstehen.

Die einstige Hansestadt lädt, wie auch viele Städte an der IJssel zu einem Rundgang durch die gemütlichen Strässchen ein.

So entdecken wir auf unserem Spaziergang das „Senfmuseum“. Wir stossen vorwitzig die Tür auf und ein freundliches „Goedemiddag“ überzeugt uns, einzutreten. Wir lernen einiges über die Senfherstellung im allgemeinen und den Doesburger Senf im besonderen. Zu unserer Überraschung erfahren wir, dass es nicht nur ein Museum ist, sondern, dass hier weiterhin noch Senf und Essig hergestellt und vertrieben werden.

Am nächsten Tag geht es weiter zum etwa 30km entfernten Deventer. Bei der Fahrt fällt uns auf, dass es von Zeit zu Zeit erneut zu leichten Drehzahlschwankungen kommt. Da wir nach der Reparatur weiterhin zuversichtlich sind, gehen wir davon aus, dass es sich um Lastschwankungen handelt, hervorgerufen durch die Wirbel im Wasser an den vielen Bunen. Dies sollte sich als eine grobe Fehleinschätzung herausstellen!!! Dazu später mehr.

Der Hafen liegt flussabwärts etwas 10 Fahrradminuten vom Stadtzentrum entfernt. Anders als Arnheim haben die Städte an der IJSsel weniger unter dem Krieg gelitten und wurden kaum oder gar nicht zerstört. Umso mehr sticht der Neubau des Rathauses ins Auge.

2500 in Aluminium gegossene Fingerabdrücke der Bürger der Stadt zieren die Fassade.

Die Stadt verdient einen längeren Aufenthalt. Für die nächsten 8 Tage ist Kirmes angesagt. Nicht unbedingt unsere bevorzugte Freizeitbeschäftigung! Alle schönen Plätze der Stadt sind in eine grosse Partymeile verwandelt. Also weiter in Richtung Zwolle.

Kurz nach 8 starten wir den Motor, mit Schwierigkeit startet der Motor „stotternd“ beim ersten Versuch. Die Drehzahl stabilisiert sich im Leerlauf. Nicht ganz überzeugt warten wir noch etwas ab, bevor wir auf die IJssel rausfahren. Nach nur 800 m verliert die Maschine plötzlich komplett die Schubkraft. Die Drehzahl lässt sich nicht mehr stabilisieren. Wiederholtes Gasgeben bringt die Maschine kurzzeitig wieder auf Touren. Wir entscheiden uns umzukehren. Die Strömung erschwert zusätzlich das Vorwärtskommen…. Nach langen 6 – 8 Minuten erreichen wir erleichtert die Hafeneinfahrt.

Mehr dazu in Kürze!

Zusammenfassung: 70 km / 8 Motorstunden

  • Wageningen > Doesburg : 8h00 – 12h30
  • Doesburg > Deventer : 8h00 – 11h30

sehen.

2022 #5 Auf dem Lek und Niederrhein

Der von Deutschland kommende Rhein teilt sich kurz nach der Grenze zunächst in Waal und den Pannerdenschen Kanal. Dieser wiederum teilt sich bei Arnheim in Niederrhein (Nederrijn) und Geldersche IJssel.

Um auf die IJssel zu gelangen (von der Maas kommend), gibt es grundsätzlich 2 Möglichkeiten: Entweder über den Waal (Rhein) oder den Niederrhein (Nederrijn). In beiden Fällen geht es stromaufwärts. Allerdings unterscheiden sich beide Varianten grundsätzlich:

  • Die Strecke über den Waal ist viel kürzer und auch schneller. Von Cuijk an der Maas aus erreicht man die IJssel nach mehreren Stunden. Es gibt kaum Schleusen oder Brücken. Allerdings kann die Gegenströmung auf den rund 20 km recht stark sein. Ausserdem ist erwartungs gemäss auf der kurvenreichen Strecke der Berufsverkehr sehr drückend.
  • 5 Tagesetappen sollte man vorsehen, um von Cuijk über den Niederrhein zur IJssel zu gelangen. Zeitlich gesehen spricht also alles dagegen diesen Weg einzuschlagen. Allerdings ist der Niederrhein wegen der Kanaliserung geradezu strömungsfrei. Zudem ist der Berufsverkehr wesentlich geringer, vergleichbar mit der Maas. Für uns ist es zusätzlich „Neuland“.

Von Vianen kommend, erreicht man zunächst den Lek über die „Grote Sluis“. Nach einer Stunde erreichen wir die erste der drei Schleusen und Staustufen bei Hagestein auf dem Lek. Bei niedrigem Wasserstand wird geschleust. Bei hohem Wasserstand werden die Wehre geöffnet und als direkter Weg benutzt. Ob dann noch Freizeitschifffahrt möglich oder angesagt ist, wissen wir nicht. Von weitem kann man die Ampeln an den Wehren sehen, die mit „Doppelrot“ den Weg zur Schleuse anzeigen.

Einfahrt Unterwasser der Schleuse Hagestein

Die Schleusen sind mit 260m Länge sehr gross. Es gibt aber nur eine Kammer jeweils.

Bis zum Hafen in Culemborg ( Marina Helling) brauchen wir noch etwa 1 Stunde. Der Hafen ist gut ausgestattet. Passanten machen an der linken Hafenmauer (Bug in Richtung Fluss, also Backbord) fest. Es wird darauf geachtet, dass alle Schiffe mit dem Bug in Richtung Fluss liegen. Dies ist wohl gedacht, um die Wendemanöver beim morgendlichen Abfahren zu vermeiden.

Hafen Helling in Culemborg

Auch wenn die Städte am Lek und Niederrhein nichts besonderes bieten, lohnt sich trotzdem ein Spaziergang zum nahen Zentrum, wo man die wesentlichen Geschäfte findet. Um den Kühlschrank aufzufüllen, fehlt es an nichts.

Am nächsten Tag geht es weiter zum Clubhafen Vada bei Wageningen. Bevor wir dort ankommen, kreuzen wir noch den Amsterdam-Rhei-Kanal und nehmen die Schleuse bei Amerongen, die mit 3 Frachtern und zwei Freizeitbooten sprichwörtlich „vollgepackt“ ist.

Beim Nähern des Amsterdam-Rhein-Kanals melden wir uns bei der Verkehrszentrale über VHF Kanal 60 an. Der Lotse bestätigt uns „freie Fahrt“. Somit erreichen wir problemlos den Niederrhein, denn genau hier ändert der Fluss seinen Namen.

Kreuzung Amsterdam-Rhein-Kanal und Lek und Niederrhein

Besondere Vorsicht gilt es ausserdem den Fähren zu widmen. Ähnlich wie die Fähren auf der Maas besitzen diese auf dem Lek und Niederrhein auch „Führungsschiffchen“. Da es insgesamt vier sind, ist die Distanz zwischen der Fähre und dem ersten (oder letzten) Schiffchen recht gross. Dies muss beim Überholen berücksichtigt werden.

Fähre bei Culemborg

Der Hafen von Wageningen liegt am linken Ufer am Eingang eines Hafenkanals der lokalen Argarindustrie. Es ist ein kleiner Klubhafen. Wir haben vorher angerufen, um uns einen Platz zu sichern. Es gibt wenig freie Plätze. Allerdings ist der Andrang gering, als wir dort übernachten. Nur ein zweites Boot auf der Durchreise hat hier festgemacht.

Da der Hafen direkt am Meldesteiger eine Dieseltanksäule besitzt, nutzen wir die Gelegenheit, um unseren Tank wieder zu füllen. Rund 100 Liter haben wir seit unserer Abreise verbraucht.

Hafen Vada bei Wageningen

Trotz der Nähe zum Industriehafen liegt man sehr ruhig in grüner Umgebung.

Die nächste Etappe soll uns zur IJssel führen.

Unterwegs fahren wir noch an einer Gruppe Kühen vorbei, die unser Interesse wecken ;-).

Zusammenfassung:

  • Culemborg > Wageningen : 8h00 – 12h30
  • Wageningen > Einfahrt zur IJssel : 8h00 – 11h00.

2022 #4 Jetzt gehts endlich los! Oder?

Von der Maas bis zum Lek

Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, sind wir Anfang Mai nur 2 Tage auf dem Boot geblieben. Wir hatten noch eine andere „Baustelle“, die uns dann bis Mitte Mai beschäftigte.

Am 17. sind wir wieder im Hafen. Am nächsten Morgen wollen wir los. Entgegen unseren Prinzipen verzichten wir auf die übliche „Probefahrt“ zum Saisonstart. In und um Maasbracht ist genug Wasser, um das Boot auf seine Fahrtüchtigkeit nach dem Winterschlaf zu überprüfen. Das Problem mit dem Überdruckventil am Warmwasserboiler ist schon vergessen (siehe 2022 #4).

Also wollen wir am 18. um 8h30 bei schönen Wetter starten. Es soll flussabwärts auf der Maas bis nach Heusden gehen.

Allerdings will der Motor nicht so richtig anspringen. Wir müssen zweimal starten, dann läuft die Maschine wie gewohnt. Nach einem kurzen Zögern,… „wir wollen doch endlich los…“, fahren wir in Richtung Schleuse Linne. Auf dem Informationsportal der Rijswaterstaat erfahren wir, dass die Schleuse wegen Wartungsarbeiten geschlossen ist. Über Funk fragen wir nach. Der Schleusenwärter teilt uns mit, dass das Schleusen zum aktuellen Zeitpunkt trotz Arbeiten möglich sei. Also los. So kommen wir gut voran und legen gehen 13h30 im Passantenhafen von Venlo an.

Passantenhafen Venlo

Unsere nächste Etappe führt uns nach Well zum Hafen t’Leuken. Wegen der Probleme bleiben wir 2 Tage. Bei schönem Wetter machen wir einen Ausflug mit unseren Rädern nach Arcem.

Dort wollen wir den Garten des Kastells besuchen. An der Kasse entscheiden wir, wegen des hohen Andrangs auf den Besuch zu verzichten. Auf dem Rückweg machen wir kurz an der Hertog Jan Brauerei halt und kaufen ein paar Flaschen dieses hier gebrauten Bieres.

Der Weg dahin führt durch eine schöne Heidelandschaft.

Trotz erneuter Startschwierigkeiten fahren wir bis Linden, wo unser Mechaniker an Boot kommt. Mehrere Fehlerursachen werden erörtert : Wasser im Diesel, Verunreinigungen nach der langen Winterpause, Luft in der Kraftstoffeinspeisung zwischen Tank und Motor. Nachdem alle diese Punkte überprüft sind und die Dichtungen angezogen sind, scheint alles in Ordnung. Wir sind froh und fahren über Maasbommel nach Heusden. Für viele, die ihr Boot an der Maas liegen haben, ist Heusden ein beliebter Ort. Auch für uns, trotzdem wollen wir weiter…

Aber nun will der Motor wirklich nicht mehr starten. Beim Anlassen bekommt der Motor scheinbar keinen oder zu wenig Kraftstoff. Nach einer kurzen Absprache mit unserem Mechaniker, entscheiden wir, dass alle in frage kommenden Teile auszutauschen . Die Ersatzteile werden noch am Freitagnachmittag bestellt und am Samstagmorgen gegen 8h erhalten wir die Nachricht, dass sie geliefert sind (unglaublich!). Gegen 9h30 ist unser Mechaniker auf dem Boot und nimmt den Austausch des Dieselfilters (inklusive Handpumpe) und der Förderpumpe vor.

Das nennt man Service!

Mehrere Startversuchen erweisen sich als erfolgreich. Wir sind wieder zuversichtlich(er) !!!

Am nächsten Morgen starten wir in Richtung Waal, den wir bei geringem Verkehr vor 11h überqueren. Es sei noch vermerkt, dass die Wilhelmina-Schleuse sonntags erst ab 10h bedient wird.

Bei etwa 4km/h Strömung dauert die Überfahrt gerade mal 10 Minuten. Zu Berg muss man das Doppelte rechnen.

Kurz nach 11h machen wir im WSV Merwerde fest. Wenn wir länger geblieben wären, hätten wir sicherlich den historischen Linne-Hafen gewählt, den man vom Waal aus über eine Schleuse erreicht.

Am nächsten Tag fahren wir bis Culemborg am Lek.

Wir verlassen den Hafen um 8h20. Schon nach wenigen Minuten passieren wir die Schleuse „Grote Merwerde“. Auf der Strecke bis zum Lek gibt es viele bewegliche Brücken und eine zweite Schleuse. Die Fahrzeit hängt stark davon ab, wie „fliessend“ die Brücken-Bedienung abläuft. Dieses Mal kommen wir sehr gut voran. Auf der Strecke befindet sich auch eine Eisenbahnbrücke. Sie wird alle 30′ für genau 8′ geöffnet, und zwar um xxh34 und xxh04. Je nach Andrang kann es zu etwas „Gedränge“ kommen. So geschah es, als wir das letzte Mal diesen Weg benutzt hatten. Wegen Wartungsarbeiten wurde die Brücke nur 2x am Tag bedient… um 14h04 und 18h04. Dieses Mal gibt es keine Schwierigkeiten, da nur 4 Schiffe warten.

Schon um 10h30 fahren wir auf den Lek ein.

Zusammenfassung: 2

Maasbracht > Culemborg : 220 km / 29 Motorstunden / 80 ltr Diesel.

Maasbracht > Venlo: 8h30 – 13h30
Venlo > Well : 8h40 – 11h40
Well > Linden : 8h40 – 12h15
Linden > Maasbommel : 11h30 – 15h30
Maasbommel > Heusden : 8h00 – 12h20
Heusden > Gornichem : 8h15 – 11h00
Gorinchem > Culemborg : 8h20 – 14h00

2022 #3 Die Vorbereitungen laufen

Die letzten Monate vor dem jeweiligen Saisonstart gleichen sich jedes Jahr, seit wir unser Boot besitzen .

Sehr früh, manchmal auch schon am Ende der abgelaufenen Saison, stellen wir uns zumindest zwei Fragen:

  • Was wollen wir nächstes Jahr unternehmen und wohin soll die Reise gehen?
  • Was wollen wir verändern oder besser machen? Was hat uns gut gefallen?

Dann, spätestens im März, muss entschieden werden, wann das Boot ins Wasser soll, also „Sommer fertig“ gemacht wird, wie unser Mechaniker sagt. Bisher war unser frühester Saisonstart an Ostern. Mittlerweile liegt das Datum eher gegen Ende April, dieses Jahr sogar Anfang Mai. Die letzten zwei Jahre war es wegen der Pandemie noch später. 2021 sind wir erst im Juni aufs Boot gekommen und haben wegen der sanitären Lage die Saison frühzeitig Anfang September beendet.

Dieses Jahr haben wir wieder zu unserem alten „Rhythmus“ zurückgefunden. Anfang April wurde somit mit dem Hafen und unserem Bootsmechaniker der Termin vereinbart, zu dem unser Vagabond ins Wasser kommt. Der 2. Mai soll es sein. Zu diesem Zeitpunkt ist im Hafen schon Hochbetrieb. Den Winter verbringt „er“ in der Halle (da wir in Frankreich leben, ist unser Schiff männlich: le bateau, le yacht,… Aber weiter wollen wir das „Gendern“ hier nicht treiben).

Da wir im Allgemeinen mehrere Monate unterwegs sind, gilt die Vorbereitung nicht nur der Reise selbst, sondern auch dem, was zu Hause noch geregelt werden muss. Im Laufe der Zeit hat sich eine „Checkliste“ entwickelt, die wir jetzt gerade wieder „abarbeiten“.

Am Anfang stehen z.B. das Umleiten der Post, das Abbestellen der Zeitungsabonnements,…. ganz am Ende das Säubern des Kaffee-Automaten. Inzwischen ist die Liste recht lang geworden, auch wenn manche Dinge einem einleuchtend erscheinen (wie zum Beispiel die Bootsschlüssel… oder die Fotoausrüstung :-)), gehen wir so auf Nummer Sicher!. Die Frage „haben wir eigentlich das Haus abgesperrt…“ ist seltener geworden.

Zwischenzeitlich ist es uns auch gelungen, einiges zu vereinfachen. Am Anfang haben wir am Ende jeder Saison das Schiff ganz leer gemacht, um dann am Anfang der Saison alles wieder mitzunehmen. Das hat sich inzwischen geändert: wir lassen einen Teil der Ausrüstung über Winter auf dem Schiff. Die anfängliche Befürchtung wegen zu hoher Feuchtigkeit, hat sich als unbegründet herausgestellt (sicherlich weil das Schiff in einer beheizten Halle überwintert). Ebenso bringen wir nicht mehr alles Erdenkbare aus der „Heimat“ mit. Dies gilt vor allem für Getränke und Lebensmittel. Als ob es in den Niederlanden oder sonst wo in Europa nicht die üblichen Dinge zu kaufen gäbe? So hat sich die Liste bezüglich des „Wohlergehens“ sehr vereinfacht! Nur Spezifisches wird noch gebunkert.

Hier ein Auszug aus der aktuellen Checkliste:

  • Informieren
    • Hafen und Mechaniker informieren,
    • Post umleiten, Abonnements aussetzen
  • Einpacken
    • Karten, Reiseführer, Bootsdokumente, Ausweise,…
    • Fotoausrüstung
    • Computer, CD player, DVDs
    • Ladegeräte, Kabel
    • Arbeitstasche und Dokumente
    • Lektüre: Bücher, Zeitschriften
    • Schlüssel: Haus, Auto, Boot
    • Medikamente
    • Körperpflege
    • Lebensmittel, Getränke
    • Kleider
  • Erledigen
    • Müll, Kompost
    • Garten, Rasen, Regensammler, Tor,…
    • Administratives : Steuererklärung,…
    • Haus
      • Wasser, Gas, Heizung, Licht,
      • Internet,
      • Kaffeeautomat
      • Türen

Am Ende der Vorbereitung steht das Packen. Da gilt eine einfache Regelung: wenn das Auto vollgestopft ist, ist Schluß! Was übrig ist, bleibt zu Hause. Es muß noch gesagt werden, dass unser Audi A1 die Sache sehr vereinfacht.

Am 2. Mai kommen wir im Hafen an. Unser Vagabond liegt an seinem gewohnten Platz. Es kann also in den nächsten Tagen losgehen.

Aber bevor die eigentliche Reise losgeht, gilt es noch ein paar Einkäufe zu machen und die wesentlichen Funktionen zu überprüfen.

Nachdem wir es uns gemütlich gemacht haben, gilt der nächste Blick dem Motorraum. Zunächst scheint alles in Ordnung. Allerdings werden wir am nächsten Morgen durch ein bekanntes Geräusch beim Frühstücken gestört. Die Wasserpumpe pumpt Luft!? Ein Blick auf die Wasserstandsanzeige bestätigt das Problem. Über Nacht hat sich der am Vortag gefüllte Frischwassertank völlig geleert…. Was ist da los?

Also, 1. / Wasserpumpe ausschalten 2./ im Motorraum nachschauen. Sofort sieht man Wasser in der Bilge. Schnell ist die Ursache gefunden.

„Sommerfertig“ heisst auch, dass der Mechaniker den Wasserboiler anschaltet. Durch das Erhitzen erhöht sich der Druck im Boiler. Zur Sicherheit dient ein Überdruckventil. Solange es funktionstüchtig ist, wird etwas Wasser nach aussen geführt. Durch Verkalkung werden diese Ventile nach einiger Zeit undicht. Dadurch gelangt Wasser in die Bilge.

Dies ist uns passiert…. Das meiste Wasser wurde nach aussen entleert, ein Teil lief in die Bilge.

Es sei noch vermerkt, dass selbst ein normal funktionierendes Ventil immer etwas Wasser verlieren kann. Deshalb haben wir einen kleinen Eimer unter dem Ventil angebracht.

So können wir den Zustand des Ventils im Auge behalten. Auch wenn wir dieses Mal zu spät kamen… Nach 8 Jahren sind solche Pannen halt nicht unüblich.

2022 #2 Es ist (bald) soweit!

Das Boot kommt am 2. Mai ins Wasser. Es wurde also langsam Zeit, sich über die diesjährige Reiseplanung Gedanken zu machen. Wann wir dann genau den Anker heben, steht noch nicht fest.

Wie jedes Jahr bei Saisonbeginn gilt es, das Boot vorzubereiten: Probefahrt, Karten, Papiere, Gasflasche, Schwimmwesten … Lebensmittel etc. Die Zeit im Hafen gibt auch Gelegenheit, Freunde und Bekannte wieder zu treffen. Vielleicht reicht es auch zu einem Besuch in der Werft bei Linssen Yachts.

Norddeutschland soll es diesmal werden!

VAGABOND 2022 Plan 1 (Maasbracht > Minden)
Vianen

Zunächst haben wir vor, über die Maas den Lek zu erreichen. Diesen Fluss kennen wir bisher nur vom Unterlauf zwischen Vianen und Krimpen aan de Lek.

Kinderdijk

Dann soll es flussaufwärts zur IJssel gehen. Die IJssel kennen wir von unserem Törn nach Friesland 2017: ein kurvenreicher und recht schnell fliessender Fluss.

Ijssel

Da wir Friesland teilweise schon zweimal bereist haben (2017 und 2019), werden wir versuchen, auf für uns neuen Wegen Richtung Deutschland zu gelangen. Genauer gesagt zum Dortmund-Ems-Kanal und weiter zum Mittelland-Kanal.

Es geht natürlich auch anders und schneller über den Waal und Rhein. Von der Maas über den Maas-Waal-Kanal bei Nijmegen auf Bergfahrt über den Waal in Richtung Deutschland. Diesen Weg hatten wir 2017 gewählt. Natürlich machbar, aber im Frühjahr ist die Strömung noch sehr stark. Für die rund 20 km bis zur Einmündung der IJssel braucht man dann schon 4 – 5 Stunden.

Dieses Jahr wollen wir es eher gemütlich angehen und neue Reviere entdecken. Vielleicht entscheiden wir uns für die Rückreise zur Rheinstrecke. Mal sehen!

Unser erstes Ziel wird es sein, auf dem Mittellandkanal bis nach Minden zu kommen. Je nach Zeitplan können wir uns dann für mehrere Varianten für die Weiterreise entscheiden:

  • zur Weser nach Bremen
  • weiter über den Mittellandkanal
    • anschliessend zum Elbe Seite-Kanal nach Lübeck oder zur Mecklenburger Seenplatte.
    • oder direkt Richtung Berlin

Bis dahin wird es aber noch einiges zu berichten geben. Jetzt erst mal aufs Boot.