2019 #25 Zu Besuch in Enkhuizen

Enkhuizen zählt für uns zu den Städten in den Niederlanden, denen man einen Besuch abstatten sollte. Und wenn möglich sollte man sich mehrere Tag Zeit nehmen.

Wer mit dem Boot kommt, hat die Auswahl. Mehrere Häfen bieten sich an. Der Stadthafen ist um diese Jahreszeit überfüllt. Wenn keine der wenigen Boxen frei ist, liegt man am Kai im „Pack“. Der Hafen liegt direkt im Zentrum und der Bahnhof ist gerade mal 100m entfernt.

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Wir haben, wie schon erwähnt, im Companieshaven festgemacht. Der Hafen liegt ebenfalls in Nähe des Zentrums, ist sehr gut geführt und bietet absolut jeglich erdenklichen Service inclsive Tankstelle mit umweltfreundlichem GTL Diesel. Am Wochenende ist hier allerdings sehr viel los. Permanent fahren, meistens Segler, rein und raus. Der Hafenmeister hat einiges zu tun, damit jedes Boot einen Platz findet.

2019 Tour2-190.jpgImmer ist Bewegung, manchmal sogar bis spät in die Nacht oder sehr früh am Morgen. Wir liegen am Längssteg M2 direkt am Hafeneingang.

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Oft wird Enkhuizen mit der Stadt Hoorn verglichen. Wir finden die Stadt Enkhuizen interessanter, vielleicht abwechselungsreicher, bevorzugen allerdings den Stadthafen von Hoorn (was nicht im Widerspruch zu den Qualitäten des Compagnieshavens steht!). Der Hafen in Hoorn ist weniger überfüllt als der Gemeindehafen in Enkhuizen. Hier  herrscht eher ein Ambiente wie wir es von den Randmeeren gewohnt sind. Nah ja, Geschmacksache! Beide Städte lohnen den Besuch.

Wozu man sich aber auf jeden Fall Zeit nehmen sollte in Enkhuizen, ist das Zuidersee Museum, sowohl der „Binnen“ als auch das „Buiten“ Teil. Ein absolutes Muß, wenn man sich für die Geschichte und die Menschen dieser Gegend interessiert. Wir haben beides  an zwei verschiedenen Tagen besucht. Am besten geht man zuerst ins Binnenmuseum.

Weiter Informationen finden Sie in unserem Betrag von 2017.

 

 

 

 

 

2019 #24 Auf dem IJsselmeer

Bevor das IJsselmeer so war wie es heute ist, hat des mehrfach in der Geschichte seine Gestalt geändert, entweder durch die Natur oder durch Menschenhand. Es ging zunächst nicht um Landgewinnung sondern wie auch beim Deltaplan in Zeeland um die Sicherung der Landschaft vor Naturkatastophen. Hier eine Karte aus einem Klassenzimmer, dass die Niederlande zeigt, wie sie mal vor Jahrhunderten ausahen.

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Die Wettervorhersage hat weniger Wind für die nächsten 3 Tage angesagt. Wir entschliessen uns also, Stavoren zu verlassen und zur Überfahrt nach Enkhuizen anzusetzen. Der Wind soll sich gegen 11h legen.

Als wir vom geschützten Hafenbecken aufs offene IJsselmeer gegen 9h losfahren, bekommen wir sogleich die Bestätigung, dass das Wasser noch nicht so ruhig ist wie wir uns es vorgestellt haben, auch wenn der Wind nur mässig weht. Zunächst folgen wir der Betonung nach Südwesten bis zur Boje ST1.

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Weiter draussen versuchen wir den Kurs auf 180° zu halten in Richtung Süden bis zur Boje EZ-B. Unterwegs stoßen wir auf die von Fischern benutzen Markierungen ihrer Fanggebiete. Um diese zu umgehen, entscheiden wir uns, unseren Kurs leicht zu ändern und mehr westlich zu fahren (185°) in Richtung der Boje EZ-A.

Nach etwa 2 Stunden sieht man aus der Ferne den Kirchturm von Enkhuizen am Horizon. Heute sind wir nicht alleine unterwegs. Das schöne Wetter hat nicht nur uns ermutigt rauszufahren.

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Wir verlassen unseren Kurs 185° bei der Boje KG9 und biegen in den Hafenkanal ein. Hier begegnen wir einigen Seglern, Plattbodenbooten und der Fähre nach Urk.

Nach 2 h30 erreichen wir den Compagnieshaven in Enkhuizen, wo wir einen sehr schönen Liegeplatz am Eingang zum Hafen zugewiesen bekommen. Die Überfahrt war problemlos.

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Wir freuen uns schon auf die schöne Stadt mit ihren Häfen, Plätzen, Straßen und interessanten Museen. Wir werden hier etwas verweilen,…

 

 

Stavoren-Enkhuizen

2019 # 23 Spaziergang in Stavoren und Umgebung

Wer nach Stavoren mit dem Boot kommt und einen Hafen sucht, der hat die Wahl zwischen 2 Binnenhäfen und 2 Außenhäfen.  Der alte Außenhafen und der in der Stadt liegendene Binnenhafen werden von der Gemeinde verwaltet.

Wie schon erwähnt haben wir dieses Mal den alten Außenhafen gewählt. Eine Wahl, die wir nicht bedauern.

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Es ist Hochsaison auch jetzt noch ende August. Als wir vor 2 JAhren im Juni hier waren, war es regelrecht ruhig hier. Jetzt ist es amüsant zu sehen, wie sich der Hafen am späten Nachmittag täglich hauptsächlich mit Segelbooten füllt. Motoryachten sind hier eher die Seltenheit, was natürlich sehr wetterabhänig ist.

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Ganz in der Nähe des Hafens findet man einen Fischverkaufskiosk wie man ihn in allen Hafenstädten ums IJsselmeer finden kann. Auch hier gibt es das üblichen Angebot: Kibbling, Parling, Zalm,…. Wir können da nicht widerstehen!

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Auch wenn der Hafen heute vor allem von Freitzeitschiffern angefahren wird, sind trotz allem noch einige Fischer hier ansässig.

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Wer kein Handy hat mit den üblichen Wetter- und WindApps, der kann hier direkt im Hafen die Temperatur, die Windstärke und deren Richtung ablesen. Heute sind es 22°C, Wind aus Süd, 3 Bft.

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Da wir zwei bis drei  Tage hier verweilen, nutzen wir die Zeit zu einem Abstecher mit den Fahrrädern nach Hindeloopen. Das Küstengebiet wird oft auch scherzhaft  „Kölner Bucht“ genannt wegen der starken Präsenz deutscher Boote. Wir fahren also hinter dem Damm zum Hafenstädchen Hindeloopen.

 

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Ein Rundgang durch den  malerischen Ort und seinen Hafen lohnt sich. Von Stavoren aus kann man auch mit dem Zug hier her fahren.

2019 #22 Von Urk nach Stavoren

Von Urk kommend, kann man entweder über das IJsselmeer oder über die Kanäle und Seen in Friesland nach Lemmer oder Stavoren fahren.  Wir wählen die entspannte Variante über die Kanäle und planen eine einwöchige Rundreise von Urk nach Urk. Als wir nach 5 Etappen in Lemmer ankommen, entscheiden wir uns, nach Stavoren zu fahren, und nicht zurück nach Urk. Aber darauf kommen wir später zurück.

2017 waren wir schon in Friesland, damals etwas ausgiebiger im Mai bis Anfang Juni. Jetzt im August ist immer noch Ferienzeit hier. Man merkt viel stärker als damals, dass Friesland vor allem ein Urlaubsziel ist. Unzählige Charterboote kreuzen auf den Kanälen und Seen. Wenn das Wetter stimmt, kommen dann noch  sehr viele Segler dazu. Kurz, überall herrscht Ferienstimmung.

Unsere kleine Rundreise führt uns von Urk nach Vollenhove, Giethoorn, Sneek, Akkrum, Lemmer, und Stavoren, unsere Friesland Endstation für diese Saison.

Als wir kurz vor 9 in Urk  bei sehr schlechtem Wetter (schlechte Sicht, Regen und viel Wind) aufbrechen, schauen uns ein paar Skipper entsetzt zu. Als wir aber dann im Vorhafen nach Backbord zur Schleuse abbiegen, entspannen sich ihre Gesichter.

Um die Schleuse und die Brücken in Flevoland zu bedienen, muss man einen automatischen Telefondienst unter der Nummer 0031 3 20 76 76 10 anrufen. Je nach Bedarf (Brücke oder Schleuse) wird man durch die Wahl der jeweiligen Taste (Zahl) durch das Menu geführt:

  • Frage 1 : Brücke > Frage 2 : Name der Brücke > Frage 3 : voraussichtliche Ankunftszeit
  • Frage1 : Schleuse > Frage 2 : Name der Schleuse  > Frage 3 : Seite der Schleuse > Frage 4 : voraussichtliche Ankunftszeit

Der Ablauf der Schleusung und auch der Brückenbedienung verläuft reibungslos.  Der Nordoostpolder liegt etwa 5m tiefer als das IJsselmeer.

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Die Schleuse bietet kaum Platz für 2 Boote unserer Größe. Außerdem gilt es wachsam zu sein, da eine feststehende Brücke die Schleuse überspannt!! Daher kann man beim Einfahren nur bis zur Mitte vorfahren. Selbst mit gelegtem Mast, bleibt kein Platz,…

Die Fahrt über den Kanal bietet wenig Abwechslung. Am Kreuzungspunkt Richtung Lemmer oder Vollenhave in Emmelloord gibt es ein paar nette Liegeplätze für einen Zwischenstopp.

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Nach etwa 3 Stunden Fahrt geht es wieder 5m hoch und wir befinden uns  wieder auf IJssel Niveau. Jetzt versteht man besser, dass der Nordoostpolder 1942 im Wesentlichen durch Niveauabsenkung des Wasserspiegels entstanden ist.

Etwa 1 km nach der Schleuse erreichen wir den Hafen in Vollenhove.  Der Stadtbummel führt uns zum  alten Hafen, zum Park mit der Schlossruine.

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Wir fahren weiter über Blockzijl nach Giethoorn. Blockzijl ist wieder sehr besucht. Im Hafenbecken gibt es kaum freie Plätze.

In Giethoorn tanken wir und übernachten im nahe gelegenen Passantenhafen. Giethoorn ist belagert von Touristen aus aller Welt. Hier liegt das niederländische Disneyland!

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Am nächsten Tag fahren wir durch  schöne Landschaften, über Seen und Kanäle und durch nette kleine  Städte Sloten, Woudend, Ijsdre nach Echtenerbrug. Obwohl es noch früh ist, sind dort die Liegeplätze schon gezählt. Wir legen bei einem Yachtcharter an, dessen Boote am folgenden Tag zurückkommen. Aber bis dahin sind wir wieder unterwegs.

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Unser nächstes Ziel ist Sneek. Aber wie vor 2 Jahren können wir uns mit dieser Stadt nicht so sehr anfreunden. Liegt es am Wetter? Liegt es am Tag? (Sonntag?),…

Nach dem Mittagessen entscheiden wir weiterzufahren, obwohl wir einen schönen Platz direkt an der „Waterpoort“ haben, den man über die AanUit.net App bezahlen kann. Trotzdem bevorzugen wir einen Liegeplatz „Marrekrite“ in der freien Natur zu suchen und dort zu übernachten.  So fahren wir in Richtung Sneekermeer los. Da der Wind wieder stärker wird und für den folgenden Tag sogar Windstärken von 5 bis 7 bft angesagt sind, erscheint es uns weiser einen ruhigen Liegeplatz im Hafen von Akkrum anzusteuern. Wir finden für 2 Tage Platz in einer freien Box . Das Ambiente im Hafen ist äusserst angenehm. Vor 2 Jahren waren wir im Stadthafen, der etwas versteckt liegt. Er bietet wenig Platz und sollte mit einem grösseren Boot nicht angefahren werden.

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Akkrum, ein angenehmes Städtchen, hat auch einen anderen Vorteil. Die Stadt liegt auf der Bahnstrecke von Leeuwarden nach Amsterdam.

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Nach 2 Tagen geht es über die Seen und Kanäle recht „geradlinig“ nach Lemmer. Während der Fahrt dorthin bestätigt sich wieder,  dass Friesland vor allem ein Ferienland ist, das  sich in erster Linie für Natururlaub eignet. Die unzähligen Liegeplätze in der freien Natur, geben dazu genügend Möglichkeiten. Auch wenn man die absolute Ruhe im Hochsommer vergebens sucht… Wer  mit seinem Boot eher auf „Entdeckungsreise“ geht, also Abwechslung sucht, ist hier in dieser einförmigen Landschaft an der falschen Adresse. Um den Kurzvergleich zu wagen: Frankreich bietet abwechselnde Landschaft aber minimalistische oder überalterte Infrastrukturen, Friesland bietet Top Service in der freien flachen Natur.

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Auf der Hauptverbindungsachse, dem Prinzess Margrete Kanal, der in Friesland Antwerpen mit Bremerhafen verbindet, wird die Idylle dann doch manchmal unterbrochen. Aber halb so schlimm, die Fahrrinne ist recht breit, der Berufsverkehr ist nicht vergleichbar mit dem Rhein und außerdem sind die Gewässer hier strömungsfrei.

Lemmer ist wohl „the place to be“.  Sieht man mal von der Schleuse zum IJsselmeer ab, ist der Kanal zur Stadt eine Sackgasse. Es gibt einige gute Häfen vor den Brücken. Wenn man natürlich im Touristentrubel am alten Hafenbecken liegen will,  sollte man früh ankommen und das Wochenende vermeiden. Wer nicht im Doppel- oder Dreifachpack liegen will, bleibt besser dem Zentrum fern. Vom Hafen „Binnen“ aus, ist man in 10′ im Zentrum.2019 Tour2-139

 

Wie schon erwähnt, hatten wir ursprünglich vor von Lemmer wieder nach Urk zurückzukehren, und zwar über die Kanalstrecke, um anschliessend von Urk aus nach Enkhuizen überzusetzen.

Unser Friesland Trip wäre somit sehr kurz und vielleicht zu schnell zu Ende gegangen. Außerdem hat uns bei unserem ersten Besuch Stavoren besser gefallen als Urk. Zudem haben wir von dort nach Enkhuizen übergesetzt. All dies hat uns dazu bewogen unseren Plan zu ändern und noch einen Tag durch die schöne Landschaft zwischen Sloten und Stavoren zu fahren. Dieser Weg ist auf jeden Fall reizvoller als der Weg nach Urk über den Kanal im Nordoostpolder.

Nach 5 Stunden erreichen wir Stavoren.

Wir beabsichtigen im alten Außenhafen festzumachen und  dort zu bleiben, bis sich der Wind gelegt hat und die  Überfahrt für uns einfacher, also gemütlich wird.

Zunächst gilt es die Schleuse zu passieren, die das Festland vom IJsselmeer schützt. Wenn man wie wir, vom Festland kommt, ist es besser die Steuerbordschleuse zu bekommen. Die Backbordschleuse besitzt eine atypische Geometrie. Zusätzlich ist das Tor zum IJsselmeer schräg angesetzt. Die Ausfahrt wird bei schon mäßigem Wind durch eine unangenehme Seitenströmung erschwert.

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2019 #21 Hafengeld bezahlen

Inzwischen gibt es in den Niederlanden mindestens 5 verschiedene Möglichkeiten, die Übernachtung und den jeweiligen Service im Hafen zu bezahlen:

  • bar bezahlen beim Hafenmeister
  • mit einem speziellen Batch
  • mit der „Facility Card“
  • via eine Handy BuchungsApp im vorraus
  • via eine Handy BezahlApp vor Ort

Wie so oft, ist das Ergebnis das gleiche. Man hat bezahlt. Der eigentliche Zweck, Plannung und/oder Ausführung für den Benutzer, und Buchhaltung für den Anbieters ist allerdings sehr unterschiedlich:

Bar oder mit EC Karte (VISA oder andere KreditKarten werden meistens nicht akzeptiert) bezahlen bleibt wohl kurzfristig die gängigste Art. Vielleicht auch die angenehmste, da der direkte menschliche Kontakt auf jeden Fall erhalten bleibt.

Ähnlich wie der „Batch“, erlaubt die Facility-Card  (außer der Übernachtung) auch andere Service Leistungen in Anspruch zu nehmen, ohne daß Bargeld notwendig ist. Die Karte kann man in den damit ausgestatteten Häfen kaufen und aufladen. Karte oder Batch bieten im Prinzip den gleichen Service. Allerdings ist die Karte billiger und kann einfach an einem Automaten geladen werden. Es wird auch kein Pfand erhoben. Wenn man längere Zeit in einem Hafen bleibt, ist die Benutzung recht praktisch, um Strom und Wasser zu kaufen. Ausserdem werden die Karten oft auch als Schlüssel benutzt und ersetzen so die Zugangskodes.

Die Liegeplatz-Buchungs-App funktioniert wie ein Buchungssystem, ähnlich wie wir es aus dem Transportsektor kennen. Man kann im vorraus einen Platz in einem Hafen reservieren und bezahlen. Sie funktionniert nur bei Häfen, die an das System angeschlossen sind. Die Application ist recht neu und noch störanfällig. Außerdem sehen es die Hafenmeister nicht immer positiv, da sie befürchten langfristig überflüssig zu werden. Kurz gesagt: die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch. Falls sich dieser Ansatz durchsetzt wird es sicher bald mehrere Anbieter geben. Die beste wird dann ûbrigbleiben. Die Erfahrung im Internet zeigt, dass eine Anwendung nur Bestand hat, wenn sie schnell nach der Markteinführung überzeugt. Wenn nicht verschwindet sie eben so schnell. Also, wer gerne im vorraus einen Platz bucht, der sollte diese Anwendung versuchen.

Manche Städte, vor allem Gemeindehäfen und Passantenhäfen, haben ein Bezahlsystem via Handy App eingeführt. Diese Applikation ist im Gegensatz zu Blue Water kein Reservierungsystem, sondern ein Zahlsystem. Die Häfen, die diese Applikation benutzen“, haben jeden Liegeplatz mit einer eindeutigen Nummer versehen. Im algemeinen findet man die Nummer am Kai. Wenn man einen freien Platz gefunden hat, aktiviert man die App und bestätigt, dass man am angegebenen Platz liegt. Dies funktioniert über Geolokalisation.  Eventuell vorhandene Serviceleistungen am Liegeplatz (meistens Strom) können ebenfalls direkt bezahlt werden. Nach Bestätigung der Buchung erhält sowohl der Hafen als auch der Benuzter eine Bestätigungsnachricht. Gerade in Passantenhäfen, wo es keine festen Liegeplätze gibt, ist dieses Konzept von Interesse. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase bezüglich der Benutzung erweisst sich das System sowohl als praktisch und zuverlässlich.  Für den Betreiber bietet dieses System im Vergleich zur „Facility Card“ interessante zusätliche Analysemöglichkeiten.

 

 

 

2019 #20 Abstecher nach Urk

Um es vorweg zu nehmen. Wir fahren vom Ketelmeer nach Urk, also keine IJsselmeerüberquerung dieses Mal. Unsere erste IJsselmeer Erfahrung haben wir vor 2 Jahren bei der Überfahrt von Stavoren nach Enkhuizen gesammelt. Damals hatten wir 3 Tage in Stavoren gewartet bis sich der Wind beruhigte für ein paar Tage legte.

Das Wetter ist sehr wechselhaft in diesem Sommer.

Laut Wettervorhersage soll sich auch heute der Wind morgens zwischen 8 und 11h etwas beruhigen (3 bft mit Böen von 4 bft). Also entscheiden wir kurz nach 8 vom Hafen Ketelmeer zu starten und fahren auf Kurs 290°C nach Westen in Richtung IJsselmeer. Im Kettelmeer ist das Wasser zunächst noch ruhig, aber als wir uns der Ketelbrug nähern, werden die Wellen stärker.

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Unter der Brücke zögern wir einen kurzen Moment: umdrehen oder weiterfahren?

Eigentlich ist es ja nur noch ein kurzes Stück von hier bis Urk. Aber bei Westwind bauen sich die Wellen an der Ostküste schnell stark auf, was wir jetzt zu spüren bekommen. Die Stadt ist in Sichtweite.

Wir ziehen die Schwimmwesten an und nehmen Kurs auf Urk, also 320°. Eine Stunde lang werden wir kräftig durchgeschüttelt. Vorsorglich haben wir alle Türen und Schubladen verriegelt. Trotzdem wirbeln einige Gegenstände durch die Luft. Eine kleine Delle im Holz der Treppe wir uns noch lange an diese Fahrt erinnern.

Wie sagte noch im Frühjahr ein Linssen Yachts Mitarbeiter, „Sie sind eher grün, als dass ihr Boot umkippt„.

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Als wir sicher und trotz Wind und Wellen problemlos nach knapp 2 Stunden im Hafen ankommen, sagt uns der Hafenmeister, es war wohl etwas windig, heute Morgen, wir hatten da 5-6 bft draußen,….

Noch am Morgen unternehmen wir einen ersten Stadtrundgang. Wir sind etwas enttäucht. Man hat uns diesen Ort so gelobt,…

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Was die Stadt trotzdem attraktiv macht ist ihre Lage und sicherlich die historische Situation, einst Insel jetzt Festland!

Rund 25 km von Enkhuizen, ist sie wie auch Stavoren ein idealer Anlaufpunkt für IJsselmeer Überquerungen. Ansonsten hat die Stadt nicht den Charme von Städten wie Elburg, Enkhuizen oder Hoorn. Zu ihrer Verteidigung muß man sagen, dass die Stadt ist kein offenes Museum ist und auch keine reine Touristenattraktion. Hier findet man noch Fischereibetriebe, eine größere Schiffswerft und einige Zulieferbetriebe.

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Erwähnenswert ist auch, daß hier die Yachten und Fischerboote im gleiche Hafen nebeneinander liegen.

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Auch wenn die Anzahl der Fischerboote sicherlich stark zurückgegangen ist, und die vielen Sportboote das Bild des Hafens prägen, bleibt die Fischerei eine wichtige Aktivität hier. Vielleicht ist es das, außer dem Anblick der Stadt vom Wasser aus mit dem weit sichbaren Leuchtturm, der ihr eine spezielle Anziehungskraft gibt.

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Wir besichtigen den Leuchtturm, ein Wahrzeichen der Stadt. Man hat nicht nur eine gute Aussicht über die Stadt und die Umgebung, sondern man erfährt auch etwas über das Funktionnieren eines Leuchtturms und die Arbeit der nieerländischen Seenotretter (in Urk gibt es eine Rettungstation).

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Wir bleiben 2 Tage in Urk, genießen die frische Luft, Kibbling und Parling, dann geht es weiter über die Kanäle…. in Richtung Lemmer oder Vollenhove. Orte die wir auch 2017 besucht haben.

2019 #19 Über die Randmeeren

Wir verlassen Amsterdam am Morgen gegen 9h00 in Richtung Osten. Bis zur Grachteneinfahrt, die zur Amstel führt, begleitet uns noch TIGER 1, Freunde aus Australien. Auch sie verlassen heute Amsterdam und brechen in Richtung Gouda auf. Wir bleiben auf der IJ und fahren weiter östlich in Richtung Schleuse.

Um von Amsterdam kommend, nach Friesland zu gelangen,  stehen einem vier Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Über das Markermeer und IJseelmeer, an der Ostküste Nordhollands nördlich fahrend bis Enkhuizen und dann nach Stavoren übersetzen (diesen Weg haben wir 2017 in der entgegengesetzten Richtung genommen; bei geringem Wind (2 – 3 bft) eine schöne Erfahrung. Die Strecke ist etwas mehr als 20km lang.)
  2. Über das Markermeer und das Ijsselmeer,  nordöstlich an Flevoland vorbei in Richtung Urk
  3. Über die Randmeeren (an den alten Fischer- und HanseStädten vorbei)
  4. Über die Vecht oder den Amsterdam-Rijn-Kanal, den Niederrijn stromaufwärts und die IJssel stromabwärts (die IJssel sind wir vom Waal kommend 2017 stromabwärts gefahren; eine schöne Erfahrung)

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Schon vor der Abfahrt, haben wir uns für die Randmeeren entschieden, da wir diese Strecke noch nicht kennen und weil sie auch windgeschützter ist.

Hier findet man  auch noch ein paar niederländische „Hanse-Städte„, aus der Zeit als das IJseelmeer noch die Zuiderzee war: Harderwijk und Elburg. Schon im 12. Jahrhundert wußte man, daß Handel und Offenheit in die richtige Richtung weisst… Weiss und Rot findet man noch heute in vielen Stadtwappen (Flaggen) der früheren Hansestädte.

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Gegen 10h erreichen wir die Oranje-(Schutz)Schleuse. Ein Pfeil weist die „Sportboote“ zur Nordseite. Es ist erheblicher Andrang. Erst als die Schleuse mit Sportbooten „vollgepackt“ ist, beginnt der Schleusenvorgang. Nach der Ausfahrt orientieren wir uns zunächst in Richtung Hauptfahrrinne nach Nord-Osten, bevor wir in die Fahrrinne in Richtung Randmeeren an der Boije P8 nach Südosten abbiegen. Wir fahren an der Abzweigung nach Muiden an der Vecht vorbei. Die grosse Hollandse Brug wird schon sichtbar. Nach 3 Stunden machen wir im großen Yachthafen von Naarden fest. Der Hafen bietet ausser den üblichen Serviceleistungen einen Kran, ein Wassersportgeschäft und ein Restaruant, in dem wir abends essen. Für Passanten ist ein langer Steg an der Westseite des Hafens vorgesehen.

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Naarden ist eine alte Festungsstadt. Die Festungsanlagen sind noch alle erhalten. Mit dem Fahrrad ist die etwa 1,5km weit entfernte Stadt problemlos zu erreichen. Ein kurzer Ausflug lohnt sich.

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Beim Besuch des alten Rathauses erfahren wir, dass viele Niederländer hierher kommen, um zu heiraten. Angeblich werden in dem alten „Hochzeitssaal“ mehrere hundert Trauungen jährlich vorgenommen.

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Am nächsten Tag fahren wir wieder früh los. Es ist Ferienzeit und die Liegeplätze sind heiß begehrt.

Schon früh verlassen wir den Hafen, an der Boje GM58 orientieren wir uns Richtung Osten.

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Bei sehr diesiger Sicht fahren wir nach Spakenburg, wo wir gegen 11h eintreffen. Als wir noch im Hafenkanal sind, ruft uns schon der Hafenmeister zu, „wir sollen bis zum Museumshafen vorfahren. Dort wären gerade Plätze frei geworden…“ 

Im ehemaligen Fischerhafen machen wir am Kai zwischen schönen alten „Botter-Booten“ fest.

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Das Stadtmuseum bietet einen interessanten Einblick in die Geschichte der Stadt, als diese noch von der Fischerei lebte. Die Stadt lebt heute vor allem vom Tourismus.

Von Spakenburg führt uns der Weg nach Harderwijk. Es regnet und ist recht windig (4bft). Trotzdem sind viele Sportboote schon früh in beide Richtungen unterwegs.  Als wir an der Schutzschleuse „Nijkerker Sluis“ gegen 9h ankommen, müssen wir etwas warten, bis genug Boote auf beiden Seiten zum Schleusen bereit sind.

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Die Stadt Harderwijk ist seit ein paar Jahren im Umbruch. Der gesamte Hafenbereich wird umstrukturiert, um dem zunehmenden Touristenansturm gewachsen zu sein. Das hier befindliche „Delfinarium“ zieht außer den Bootsfahrern viele Familien an.

Wir liegen am Ende des Hafenkanals gegenüber vom Stadthaus, wo auch der Hafenkantor untergebracht ist. Auf dieser Seite gibt es weder Strom noch Wasser. Die Duschen befinden sich im Stadthaus.

Am nächsten Morgen legen wir uns um, auf die gegenüberliegende Seite. Dort bekommen wir Strom und Wasser. Die Stadt bietet mehrere Hafenbecken. Es ist Hochsaison und obwohl wir noch vormittags ankommen, liegen schon einige Boote im „Doppelpack“.

 

Wir nutzen den Aufenthalt, nicht nur um unseren Kühlschrank wieder aufzufüllen sondern auch um etwas „Kultur“ zu machen,… Somit besuchen wir das Stadtmuseum und  das Museum des noch lebenden niederländischen Malers Marius van Dokkum.

Im Gegensatz zu Spakenburg bietet nur noch ein kleiner Teil des Hafens einen Einblick in die Geschichte der Fischerei und des Fischhandels. Oder sollte man eher sagen, es sind die Fischverkaufskioske, die die Nähe zum Wasser und den Fischfang noch lebhaft halten.

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Die Hafenbrücke wird ab 8h morgens bis abends um 20h bedient. Kurz nach 8 brechen wir  in Richtung Elburg auf, wo wir das Wochenende verbringen wollen, weil viel Wind angesagt ist.

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Wir kommen nach knapp 2 Stunden Fahrt dort gegen 10h30 an.

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Wir finden noch einen Platz am Kai. Wir bleiben aber nicht lange allein. Schon am frühen Nachmittag liegen alle Boote im Doppel- oder Dreifach-Pack,….

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Die Stadt ist sehr sehenswert -„klein aber fein“- was die Touristen natürlich ansieht. Das Stadtbild ist authentischer geblieben als Harderwijk. Dies liegt zum einen am Hafen mit seinem Museum, an der komplett erhaltenen Festungsstruktur, und zum anderen  an den vielen Geschäften, die nicht nur Souvenirs verkaufen.

Zur Besichtigung laden ein:  das nationale Orgelmuseum, der kleine Kräutergarten, die Botterwerft und die jüdische Synagoge. Erwähnenswert ist auch der älteste noch funktionierende Seilmacher der Niederlande. Während der Woche kann man seiner Arbeit zuschauen.

 

Nach 3 Tagen verlassen wir Elburg und brechen nach Ketelhaven auf. Unsere letzte Station auf dieser Etappe über die „Randmeeren“.

Wir verlassen Elburg gegen 8h30 bei mässigem Wind und guter Sicht. Zur Zeit wird eine neue Schleuse etwa 8km weiter östlich gebaut. Der Verkehr wird steuerbords an der im bau befindlichen neuen Schleuse vorbeigeführt. Obwohl hier die Geschwindigkeit auf 6km/h beschränkt ist, müssen 2 Sportyachten zeigen, dass sie auch mit 12 oder mehr die Engstelle passieren können. Nach 1 km erreichen wir die Schleuse gehen 9h30, wo wir die Raser wieder einholen.

Der weitere Weg führt vorbei an schön und ruhig gelegenen Naturliegeplätze.

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Gegen 10h30 machen wir im gutgeführten Yachthafen Ketelmeer fest. Die Nähe zur offenen See spürt man hier sofort. Motorboote sind Seltenheit.

 

Das Wetter bleibt wohl instabil die nächsten Tage. Wir werden also unsere Weiterfahrt darauf einstellen. Ziel ist es zunächst über das IJsselmeer nach Urk zu fahren.

 

2019 #18 Die weltoffene Stadt

Toleranz und Offenheit gehören zur Hafenstadt Amsterdam  wie die Grachten, die das Bild der Stadt prägen. So ist es kein Wunder, daß die Anfang August stattfindende  Gay Pride ein enormes Echo in der Bevölkerung findet. Die Kanäle der Stadt bieten eine ausgezeichnete Kulisse für dieses Ereignis. Es ist auch ein Fest der guten Laune. Überall wehen die Regenbogenfahnen, ob Kneipe, Museum, Kirche oder Boot im Hafen.

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Tage zuvor beginnen die Vorbereitungen, vor allem das Schmücken der Boote. In der Amsterdam Marina haben die Ärzte und die Polizei Quartier bezogen, um ihr Boot vorzubereiten.

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Die Parade über die Prinzengracht beginnt um 13h. Die teilnehmenden Boote versammeln sich vor dem Start im Osten auf der IJ an der Einfahrt zum Marinehaven, der zur Prinzengracht führt.

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Schon früh sind alle Brücken und Kais besetzt. Die ganze Stadt ist auf den Beinen. Mehr als 20 Boote nehmen an der Parade teil. Musik und gute Laune begleiten die Boote durch die Stadt.

 

 

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2019 #17 Um die ehemalige NDSM-Werft

Über den Nordzeekanaal gelangen wir nach Amsterdam.

Wir haben vor, eine Woche in Amsterdam zu bleiben. Im Juli ist der Sixhaven sehr gefragt. Von Westen kommend findet man auf der Steuerbordseite die „Amsterdam Marina„. Sie wird wie die Rotterdam City Marina von der Yachthaven Group verwaltet. Es ist ein großer und komfortabler Hafen mit allen Serviceeinrichtungen (außer Tankstelle).  Auch das Restaurant des Hafens kann sich sehen lassen. Da wir länger bleiben werden, bekommen wir einen ruhigeren Paltz im hinteren Teil zugewiesen.

Der Hafen liegt nicht so nahe am Stadtzentrum wie der Sixhaven.  Zur Stadt verkehrt eine Fähre alle 30 Minuten in beide Richtungen. ( NDSM > Centraal xxh00 und xxh30 / Centraal > NDSM xxh15 und xxh45).

Der Hafen befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Werft NDSM. In direkter Nähe werden immer noch große Frachtschiffe und Bohrplattformen gewartet und erneuert.

Das ganze Viertel ist im Umbruch. Das ehemalige Industriegebiet wandelt sich zu einem modernen Wohnviertel.  Man findet hier nebeneinander Studentenwohnungen in Containern, moderne Wohnanlagen und die meist von Künstlern oder alternativen Aktivitäten benutzten ehemaligen Werfthallen.

 

2019 #16 Auf dem Weg nach Amsterdam

Schon 2017 sind wir von Rotterdam über Leiden nach Amsterdam gefahren. Schon damals hat uns diese einfach zu befahrende Etappe sehr gefallen. Auf dem Weg liegen außerdem die Städte Delft, Den Haag (Abstecher) und Harleem.  Nur sonntags ist die Fahrt nicht möglich, da eine niedrige Brücke nicht bedient wird (Hogebrug n°643).

Wenn man in Rotterdam die Nieuwe Maas verläßt und in Richting Delft abbiegt, begegnet man wenig Berufsverkehr bis zur Schleuse zum Nordseekanal. Die wenigen Frachter fahren noch bis Leiden und biegen dann meist in Richtung Alphen am Rijn ab.

Erwähnenswert ist die Tatsache, daß es zwischen Rotterdam und Amsterdam in den Städten keine größeren Häfen gibt. In Delft und Haarlem liegt man am Kai. In Leiden gibt es teilweise recht enge Boxen. Wer es ruhiger mag, sollte zu den Kaager Plassen fahren. Dort liegt man entweder in der Natur oder in diversen Klubhäfen.

Mitte Juli 2019 ist es sehr heiß . Die Temperaturen steigen auf über 30°C. An manchen Tagen sogar auf 38°C im Schatten. Diese hohen Temperaturen machen auch den beweglichen Brücken zu schaffen.  Zwischen Delft und Leiden müssen wir mehrmals warten, bis die Probleme gelöst werden. Das Servicepersonal ist sehr schnell vor Ort, somit kommen wir doch recht zügig voran. Eine Brücke vor Haarlem kann aber nicht gehoben werden (Schouwbroekerbrug n°592). Für die Segler bedeutet dies umkehren oder warten,… bis die Temperaturen wieder fallen.

Wir haben Glück, selbst ungehoben bleibt eine Durchfahrtshöhe von 4,30m. Nur der Mast wird gelegt. Dann sind wir mitten in der Stadt. Wie 2017,  finden wir einen Platz vor Brücke n°3.

Kunst und Handel spielen hier eine besondere Rolle seit langer Zeit.  In jeder Stadt gibt es Museen, die die reiche Geschichte vom „Goldenen Zeitalter“ bis heute dokumentieren. Auch dieses Mal Gelegenheit also, sich ein wenig Zeit zu lassen.


Fahrinformationen:

Rotterdam > Delft >> Passantenhaven: 18km – 2,9h (Achtung: sonntags wird eine Brücke nicht bedient)
Delft > Leiden >> Passantenhaven : 23km – 4,3h (Wartezeit wegen defekter Brücken, große Hitze 38°C)
Leiden > Kaager Plassen >> Natur : 8km – 1,6h
Kaager Plassen > Haarlem >> Passantenhaven : 24km – 3,5h
Haarlem > Amsterdam City Marina : 20km – 2,3h