Wie schon an anderer Stelle berichtet, sind die Anlegemรถglichkeiten auf der Seine und Oise begrenzt.
Wir beschrรคnken uns hier auf die Strecke zwischen Cergy (Mรผndung der Oise in die Seine) und Arsenal (Stadthafen Paris).
In Paris ist ausserhalb des Stadthafens Arsenal und der am Canal St. Martin liegenden Steganlage „La Villette“ das Festmachen und รbernachten grundsรคtzlich nicht erlaubt. Auf der Marne im Osten von Paris sieht es da schon besser aus. Dort gibt es einige gute Hรคfen und einfachere Anlegestellen.
Jeder der im Westen von Paris auf der Oise und der Seine unterwegs ist, stellt sich zwangslรคufig immer wieder die gleiche Frage: Wo kann man รผbernachten?
Jetzt kรถnnte man einwenden, dass in den bekannten Bootsfรผhrern auf verschiedene Hรคfen und Anlegemรถglichkeiten aufmerksam gemacht wird, aber diese sind meistens nicht zugรคnglich, unbrauchbar fรผr Schiffe รผber 8m Lรคnge und bieten oft gerade mal Platz fรผr ein Schiff.
Es sei erwรคhnt, dass auf der Oise der recht neu angelegte Hafen von Isle d’Adam eine gute Alternative zu Cergy bietet. Er liegt rund 20km flussaufwรคrts Richtung Compiรจgne.
Zwischen dem Hafen in Cergy und Arsenal liegen rund 80km und 4 Schleusen (wie schon berichtet, bietet der kรผrzere Weg รผber die Kanรคle im Nord-Westen der Stadt keine echte Alternative). Je nach Strรถmung und Wartezeiten an den Schleusen ist das durchaus auf Talfahrt „machbar“.
Zu Vollstรคndigkeit sei noch erwรคhnt, dass es noch eine nette Haltestelle beim Restaurant Portobello in Herblay, ein Paar Kilometer von Conflans entfern gibt. Dort ist Platz fรผr ein bis zwei Boote. Allerdings ist dieser Anleger nur fรผr einen kurzen Aufenthalt zum Essen oder รผbernachten gedacht. ย

Wir ziehen es vor, fรผr diesen Weg zwei Etappen vorzusehen.
Auf etwa halber Strecke liegt die beliebte „Halte fluviale de Rueil-Malmaison„. Flussabwรคrts liegt sie 5km vor der Schleuse von Bougival, im Seine-Arm „Bras de Marly“. Am rechten Ufer, gegenรผber der Anlegestelle liegt die Isle des impressionnistes. Sie hat einige bekannte Maler inspiriert, wie Monet ou Renoir.
Dort gibt es Platz fรผr 3 Boote. Strom und Wasser sucht man allerdings vergebens. Es ist nicht รผberraschend, dass dieser Anleger trotz seiner spรคrlichen Ausstattung von Juni bis September stark gefragt ist. Einerseits ist er kostenlos und zudem liegt er sehr gรผnstig.
Von hier aus, ist man mit der S-Bahn (RER A) in 15 Minuten im Zentrum von Paris. In der Nรคhe gibt es Restaurants und einige Geschรคfte fรผr den tรคglichen Bedarf.
Das Problem bleibt aber seine geringe Lรคnge und Seltenheit. Seit neuem, hat sich hier auch noch ein Bootsfรผhrerschein-Unternehmen etabliert und belegt einen Teil des Stegs (auch wenn es offiziell heisst, dass man dort max. 48h bleiben darf,…) fรผr seine Unterrichtsstunden!

Als wir Anfang Juni dort recht frรผh ankamen, hatten wir Glรผck, es gab genรผgend Platz. Jetzt Ende Juni sieht es hier aus wie in Lemmer (Friesland) an einem sonnigen Wochenende. 7 Schiffe haben sich heute hier eingefunden. Wie es scheint, schreckt einige der hohe Preis im Sommer von Arsenal ab.

Wenn man sich die anhaltende Beliebtheit der Bootsreise nach Paris ansieht, ist es nicht nachvollziehbar, wie wenig dafรผr getan wird!
Ein weiteres Beispiel bietet dazu der Bootsausrรผster in Billancourt. Ein gutes Geschรคft fรผr jeglichen Bootsbedarf, nur anlegen kann man dort nicht,…
Paris ist zwar wie Berlin oder Amsterdam am Wasser gebaut, aber der Tourismus fรผr Privatboote bleibt ein Waisenkind.
Besserung ist vorlรคufig nicht in Sicht. Gerechterweise muss allerdings gesagt werden, dass ein neuer Hafen im Westen von Paris an der Seine in Planung ist. Die geplante Anlage รคhnelt dem Konzept des Hafens von Cergy. 2028 soll der Hafen fertig sein. Ob es dort viel Platz fรผr grรถssere Schiffe geben wird, muss man dann sehen.

























