2021 # 16 Ausflug nach Sedan

Wenn schon nicht fahren, dann erfahren!

Mit dem Zug braucht man 20 Minuten von Charleville-Mézières nach Sedan. As wir 2016 zum ersten Mal mit dem Boot in Sedan waren, gingen wir zum Zentrum und waren überrascht eine Stadt vorzufinden, in der sichtlich Armut herrscht. Sedan ist eine der ärmsten Gemeinden Frankreichs. Leider ist das historische Stadtzentrum, zwar hübsch, aber sehr vernachlässigt. Die Neuverfilmung von Victor Hugos Roman „Les Misérables“ wurde 2019 im Zentrum von Sedan gedreht. Anscheinend war es nicht notwenig viel „auszublenden“…

Sedan war früher eine sehr reiche Stadt und lebte vor allem von der Textilindustrie. Im allgemeinen kennt man die Stadt (in Deutschland) wegen der 3 Kriege 1870, 1914 und 1939. Heute versucht die Stadt, den Tourismus in der Region zu beleben. Die befestigte Schlossanlage aus dem XV. Jahrhundert liefert dazu einen grossen Beitrag. Sie ist die grösste ihrer Art in Europa.

Da wir bis auf weiteres festliegen, entschliessen wir uns, zu einem neuen Besuch der Stadt. Die Besichtigung des Schlosses ist das Ziel. Vom Bahnhof bis zum Schloss sind es wiederum 20 Minuten zufuss.

Als wir gegen 11h00 dort ankommen, wird zunächst unser „Passe sanitaire“ kontrolliert. An der Kasse schlägt man uns eine Besichtigung mit Führung vor. Wir nehmen das Angebot gerne an.

Vor Beginn der Führung bleibt uns gerade noch Zeit im Restaurants des Schlosshotels einen Tisch zu reservieren. Das Hotel befindet sich der ehemaligen Garnison.

Bei der Führung haben wir Glück. Unsere Begleiterin hat eine sehr angenehme Art, uns die lange Geschichte dieser Anlage zu vermitteln. Die Führung dauert eine gute Stunde und führt sowohl durch die Aussenanlagen als auch durch die Gewölbe. Am Ende steht ein Besuch des Museums.

Wer genau hinsieht, findet unsere Führerin inmitten einer historischen Szene aus dem Jahre 1574, die sich hier abgespielt hat.

1594 starb Charlotte de La Marck, die letzte Nachfahrin des älteren Zweiges von La Marck in Sedan, in ihrem zwanzigsten Lebensjahr. Hier bei der Unterzeichnung ihres Ehevertrages. Im Hintergrund der König Henri IV.

Auch wenn die Stadt immer noch einen armen Eindruck hinterlässt, lohnt sich der Besuches des Schloßes. Von dort hat man auch eine schöne Übersicht über die Ardennen.

2021 #15 Information zum Hochwasser auf der Meuse und Ardennen

Obwohl wir mit 12 Schiffen in Charleville-Mézières schon seit dem 15. Juli festliegen, erreichten uns verlässliche Informationen von Seiten VNF zunächst nur spärlich.

VNF Charleville-Mézières

So entschliessen wir uns, VNF einen Besuch abzustatten. Bei einem kurzen Gespräch mit einem verantwortlichen und verständigen Beamten, können wir unseren Missmut über die unzureichende Kommunikation zum Ausdruck bringen. Viele der festliegenden Boote kommen aus dem Norden. Für sie ist es besonders schwierig, an verständliche Aussagen ranzukommen.

Auf unser Verlangen, wird uns am Ende des Gesprächs ein Besuch am Steg für den nächsten Tag in Aussicht gestellt. Gerade weil hier auf der französischen Meuse fast nur noch Freizeitschiffer unterwegs sind, ist gute Kommunikation wichtig. Denn nur so, kann Vertrauen gesichert werden….

VNF hält Wort, und kommt zum Steg. Zusätzlich wird am 23. die hier bereitgestellte „Note d’information“ (im vollen Wortlaut) zur Verfügung gestellt.

Hier das Wesentliche: Stand 28.7.2021

1./ Die Meuse bleibt bis mindestens Mittwoch 27. Juli geschlossen zwischen Revin und Troussey. Dann wird erneut die Situation überprüft. Die Zeit ist notwendig, um den Kanal zu reinigen, da das Hochwasser sehr viel Treibgut angeschwämmt hat.

Bestätigung der teilweisen Öffnung ab dem 28.7. Vollständige Öffnung voraussichtlich ab 2. August

2./ Der Canal des Ardennen bleibt bis auf weiteres geschlossen (VNF geht von mindestens 2 – 3 Wochen aus, ohne Garantien geben zu können). Somit fällt für uns auch der Plan B weg!

Bestätigung der teilweisen Öffnung ab dem 29.7. Vollständige Öffnung voraussichtlich ab Mitte August

„La messe est dite“

2021 #14 Nadelöhr n°3

Nun liegen wir seit dem 15. Juli in Charleville-Mézière am Aussensteg des Hafens. Im Gegensatz zu 2020 sind wir dieses Jahr nicht alleine.

Das liegt weniger an einer neu entdeckten Attraktivität der Stadt als am Hochwasser, das uns alle überrascht hat! Inzwischen ähnelt die Situation der von 2018. Damals waren wir hier 4 Wochen blockiert, nachdem das Frühjahrshochwasser den Schleusenkanal in Mézière versandet hatte. Hoffen wir, dass es dieses Mal nicht so lange dauern wird!!! Wie damals empfangen wir nur „häppchenweise“ ein paar Informationen über den Zustand des Flussbettes, der Schleusen und Brücken. So heisst es (aus offiziöser Quelle bei VNF), dass Ende der Woche die Navigation wieder möglich sei. Zur Zeit sind auf jeden Fall der gesamte Canal de la Meuse und der Canal des Ardennen gesperrt „bis auf Weiteres„.

Das lokale VNF Gebäude liegt am Kanal, nicht unweit vom Hafen. Um genaueres zu erfahren, gehen wir dort hin. Wir erfahren, dass am nächsten Tag eine Sitzung dort stattfindet und über die nächsten Schritte beraten werden soll.

So wie es aussieht, bleibt der Ardennenkanal noch für 2 – 3 Wochen geschlossen. Der Canal de la Meuse wird wohl in den nächsten Tagen geöffnet werden. Das Entfernen der Algen ist dann die Priorität.

Wie so oft, wenn aus irgendwelchen Gründen das Weiterfahren nicht möglich ist, führt dies zu einer natürlichen Solidarität unter den Bootsfahrern. Die Zeit des Wartens ist auch ein Moment des Kennenlernes!

Zur Zeit liegen hier 6 niederländische, 1 deutsches und 5 französische Boote Alle hoffen, dass die Weiterreise bald wieder möglich ist, in welche Richtung auch immer: Süden, Westen oder Norden. Die Überschwemmungen haben inzwischen auch die Marne, die Seine und die Aisne erreicht. Was das für uns bedeutet, ist noch unklar.

Niederländisches Schiff mit Blick auf das historische Stadtzentrum.

Selbst wenn der Wasserstand wieder auf ein normales Niveau zurückgegangen ist, ist die Flussgeschwindigkeit noch hoch (am 21. Juli 3 x normale Geschwindigkeit).

Es ist schwierig genauere Informationen von VNF zu erhalten. Es heisst, dass zur Zeit die Schleusen und Brücken gereinigt und überprüft werden. Dies „soll noch bis zum Wochenende dauern“. Wir hatten vor einem Tag Besuch von 2 VNF Angestellten. Ihre Aufgabe war es, die Anzahl der existierenden Stromanschlüsse zu ermitteln. An Wasser und Strom mangelt es hier nicht, stehen doch pro Schiff mindestens 2 Anschlüsse zur Verfügung….

Um die Wartezeit zu überbrücken, beschäftigt sich jeder auf seine Art mit Arbeiten am Boot, Lesen, Ausflügen in die Stadt, in die Umgebung oder mit dem Rad auf der „Voie verte“ entlang der Meuse.

Kanal zur Schleuse „Mézière“ in Charleville-Mézière
Schleuse von Joigny (n° 44)
Musée d’Ardenne
Charleville-Mézière
Meuse bei Moncy s/ Meuse

2021 #13 Zunächst nach Charleville-Mézière

Von Givet aus geht es über Fumay zunächst nach Revin, wo wir ein paar Tage bleiben. Wie schon oft gesagt, ist diese Anlegestelle besonders zu empfehlen. Der Empfang ist sehr nett und hilfsbereit. Die gesamte Anlage ist gepflegt und sehr sauber. Es ist vielleicht der angenehmste „Hafen“ an der französischen Maas. Nur hier findet man noch ein paar ausländische Schiffe, die den Service und die Anlage zu schätzen wissen.

Fumay // Revin

Der Nordosten von Frankreich war früher eine durch die stahlverarbeitende Industrie reiche Region. Das Kanalsystem zeugt noch heute von dieser glorreichen Vergangenheit im Norden und Osten Frankreichs. Allerdings ist dies nun Geschichte. Die Region ist verarmt, die Jugend zieht weg und die Städte machen einen traurigen Eindruck. Was bleibt ist die wunderschöne Landschaft.

Auch wenn heute Anstrengungen gemacht werden, um den „grünen“ Tourismus zu verstärken, der Eindruck einer alleingelassenen Gegend wird leider jedes Jahr deutlicher.

Fumay

Vor unserer Weiterfahrt erkundigen wir uns im Hafen von Revin über die Situation auf der Meuse und deren Kanal sowie dem Ardennenkanal.

Die von VNF zur Verfügung gestellten Informationen sind recht vage. An einigen Stellen im Canal de la Meuse wird auf die Präsenz von Wasserpflanzen hingewiesen. Bezüglich des Ardennenkanals gibt es keinen diesbezüglichen Hinweis.

Einige Bootsbesitzer sind bis Mouzon in Richtung Toul gekommen, haben es dann aber aufgegeben und fahren jetzt wieder in Richtung Norden. Andere waren im Ardennenkanal blockiert. Schleusentore öffnen oder schliessen nicht wegen der „Algen“.

Wir entschliessen uns in Richtung Charleville aufzubrechen. An eine direkte Umkehr wollen wir (noch) nicht denken,…

Wir übernachten in Monthermé. Auch hier herrscht gähnende Leere. Selbst 2020 war hier mehr los! Seit ein paar Tagen regnet es ohne Unterbrechung.

Monthermé

Bei Starkregen brechen wir früh am nächsten Morgen nach Süden auf. Ziel soll Lumes sein. Die Strömung nimmt sehr schnell zu. Viele Äste und ganze Baumstämme kommen uns entgegen.

Unterwegs erfahren wir, dass der Wasserstand schnell steigt. Hochwasser ist angesagt. Die Navigation wird unterbrochen auf der gesamten französischen Maas.

Die letzten noch fahrenden Boote versuchen, den Schwimmsteg in Charleville-Mézière zu erreichen. Als wir dort ankommen bleibt nur noch eine Lücke. Allerdings behindern tiefhängende Äste den freien Blick auf den Steg. Die Strömung beträgt jetzt schon 6 – 7 km/h (am folgenden Tag steigt sie auf etwa 10km/h). Es bleibt uns keine Wahl (der Zugang zum Hafenbecken ist auf 3m (!) begrenzt. Zur Zeit sind es nur noch 2,30m….

Nur mit grossen Schwierigkeiten gelingt es uns, das Boot festzumachen. Dabei reissen wir einen grösseren Ast ab. Dieser versperrt uns die Sicht. Unter grossem Krachen kommt das Boot zum Stehen.

Am nächsten Tag erfahren wir, dass die Sperrungen mindestens 4 – 5 Tage dauern werden. Schon 2018 standen wir hier 4 Wochen nach Hochwasserschäden. Hoffen wir, dass es diesmal nicht solange dauern wird.

Aber das gibt uns jetzt Zeit nachzudenken, wie es weitergehen soll:

  • Weiter auf der kanalisierten Maas (Meuse) nach Toul > eher nicht
  • Über den Ardennenkanal durch die Champagne nach Paris
  • Über den Ardennenkanal zur Sambre
  • Umkehren wie 2020 ? Eher nicht.

Zum Schluss noch ein Wort zum „Hafen“ in Charleville-Mézière. Grundsätzlich ist es ein schöner Hafen in guter Lage. Die Höhenbegrenzung führt dazu, dass Durchreisende das Hafenbecken meiden und am Aussensteg festmachen. Die Installationen vergammeln seit ein paar Jahren. Es ist nicht ganz klar, wer die Verantwortung hat. Die Gebühren werden am naheliegenden Campingplatz bezahlt oder auch nicht…. Als wir beim Bezahlen daruf hinweisen, dass der Steg in sehr schlechtem Zustand ist, und das seit mindestens 2 Jahren, erhalten wir als Antwort ein: „Da gehe ich nie hin,… ich werde das dann mal melden… „

Anscheinend besteht nur noch wenig Interesse am Bootstourismus.

2021 #12 Nadelöhr n°2

Aus den Niederlanden über die Maas kommend, überwindet ma das erste Nadelöhr in Lanaye an der Schleuse. Längere Wartezeiten sind die Regel!!

Ein zweites Nadelöhr, anderer Form, erwartet den nach Frankreich reisenden Bootsfahrer kurz nach der Grenze. Der Tunnel von Ham. Hier geht es um die Vorbereitung des Bootes für die Tunneldurchfahrt.

Letzte Station vor der Grenze ist der ruhige Hafen von Waulsort.

Von Waulsaort aus brechen wir nach Givet in Frankreich auf. Wir nähern uns der Grenzschleuse „4 Chéminées“ und kündigen uns über UKW Kanal 10 an.

Nach Beendigung der Schleusung, kaufen wir im Büro der VNF die Vignette für 2021 für 490€. Da wir diese nicht auf dem Internet vor Ende März gekauft haben, müssen wir den vollen Betrag, ohne die übliche 17% Ermässigung, zahlen.

An der Schleuse erhält man ebenfalls die „Télécommande„, die zur Benutzung der Schleusen benötigt wird.

Nachdem dies erledigt ist, fahren wir ohne Eile weiter nach Givet, wo wir gegen Mittag ankommen. Dort machen wir an der Kaimauer am linken Ufer fest. Hier gibt es weder Strom noch Wasser, aber für eine Nacht ist das kein Problem (Preis 5,50€). Die Stege am anderen Ufer sind sehr kurz und wackelig. Sich dort hinzulegen ist nur interessant, wenn man vor hat, mehrere Tage hier zu verweilen. In der Capitainerie gibt es Duschen, Toiletten und eine Waschmachine.

Wer länger bleibt, sollte auf jeden Fall der Citadelle einen Besuch abstatten.

Am nächsten Tag steht die Tunnelfahrt auf dem Programm.

Wir frühstücken etwas früher als gewohnt, da wir als erster an der Schleuse „3 Fontaines“ sein wollen, in der Hoffnung alleine geschleust zu werden und den Tunnel in aller Ruhe zu durchfahren.

Aber zunächst gilt es das Boot vorzubereiten: 3 Sachen sind wichtig für Schiffe wie unseren Vagabond.

  • Scheinwerfer installieren
  • Cabrio niederlegen
  • Mast legen

Der Tunnel ist zwar nicht sehr lang (564m) aber unbeleuchtet und recht niedrig. In der „Fahrrinne“ stehen 3,10m Durchfahrthöhe zur Verfügung.

Nachdem wir somit unsere 2 Scheinwerfer installiert haben und das Cabrio niedergelegt haben, sind wir startklar. Wer sein Boot noch zusätzlich sichern möchte, kann noch ein paar Fender mehr vorsehen.

Die Schleusen werden in Frankreich ab 9h bedient. Wir fahren um 8h40 gemütlich los. Um Punkt 9 Uhr sind wir an der Schleuse „3 Fontaines“. Vor und nach dem Tunnel befindet sich jeweils eine Schleuse, beide werden (aus Sicherheitsgründen) vom selben Schleusenwärter bedient. Es sind übrigens (vorläufig)die letzten Schleusen, die noch von Schleusenwärtern bedient werden.

Nach der Ausfahrt aus der Schleuse schalten wir unsere Scheinwerfer an und achten darauf, dass unser Boot in die Achse zum Tunnel kommt. Bei „halber Kraft voraus“ fahren wir ein. Um die Sicht zu verbessern, decken wir alle Instrumente ab. Am Anfang und Ende des Tunnels sind die Wände mit grossen Granitsteinen gemauert. Nach 50m ist es dann offener Fels. Spätestens ab hier soll man darauf achtgeben so gut wie möglich in der Mitte zu bleiben.

Unser Boot ist nur 3,50m breit und etwa 2,80m hoch. Da der Tunnel eine Breite von 6,50m hat, bleiben theoretisch 1,50m auf beiden Seiten. Jedoch hat man durch das Gewölbe, das nach oben hin enger wird, schnell den Eindruck, weniger Platz zu haben. Was je nach Bootshöhe auch richtig ist!

Hat man die entsprechenden Vorbereitungen ergriffen und fährt ruhig und zügig , so ist die Durchfahrt halb so schlimm und zugleich ein gutes Training für die folgenden Tunnel, die in Frankreich auf einen warten.

2021 #11 Sommerspass

Seit ein paar Jahren werden in Wallonien grosse Anstrengungen gemacht, um den Tourismus auf und an der Meuse zu fördern.

Namur :

  • Zusammenfluss der Sambre und der Meuse
  • Zitadelle
  • Seilbahn

Dinant:

  • Zitadelle
  • Brauerei Leffe Museum
  • Schloss Freyr
  • Rundfahrten auf der Meuse

Das Maastal, ab Namur flussaufwärts, hat einiges zu bieten: Wandern, Radfahren, Wassersport, Geschichte, belgisches Bier

Seit kurzem ist auch wieder eine Seilbahn in Namur in Betrieb. Sie führt vom Sambre-Ufer in 3 Minuten zur Zitadelle. Während der kurzen Fahrt hat man einen schönen Blick auf das Maastal und den Zusammenfluss mit der Sambre.

Besonders am Wochenende ist im und um den Hafen einiges los.

Wer dann seine Ruhe haben will, legt besser an der Kaimauer am linken Ufer an. Allerdings ist es dort nachts, wegen der nahgelegen Strasse, etwas lauter.

Das Anlegen an den Stegen am rechten Ufer, dort wo auch die Hafengebäude sich befinden, kann sich unter Umständen schwierig gestalten. Wenn es an den Vortagen viel geregnet hat, und dann noch etwas Wind vorherrscht, ist Vorsicht geboten. Übrigens sind die Stege recht kurz, Boote mit mehr als 12m Länge, legen besser an der gegenüberliegenden Kaimauer an.

Da wir es nicht eilig haben, bleiben wir übers Wochenende. Wegen des warmen Wetters sind viele Jugendliche vom kühlen Wasser der Meuse angezogen, auch wenn eigentlich das Schwimmen hier nicht gestattet ist. Als wir anlegen wollen, müssen wir zunächst mehrmals von unserer Hupe Gebrauch machen, um die Jugendlichen zu verscheuchen und gefahrlos den Steg ansteuern zu können.

Dinant

In Dinant gibt es zur Begrüssung 2 Dosen Leffe vom Hafenmeister.

Beim Befahren der Meuse gilt es dort übrigens aufzupassen. Die Brücke in Dinant ist auf der ganzen belgischen Maas die mit der geringsten Durchfahrthöhe mit nur 5,30m.

Auch wenn unser Mast „nur“ 5m hoch ist, legen wir ihn kurz um: sicher ist sicher!!

Für Frachter, die nicht stark beladen sind, wird es hier eng. Auch in der Hinsicht ist hier Vorsicht geboten. Die Frachter verlangsamen ihre Fahrt (ob zu Tal oder zu Berg) hier sehr, um im besten Winkel unter der Brücke durchzugleiten. Man sollte ihnen die Vorfahrt lassen.

2021 #10 Nadelöhr

Wer über die Maas nach Süden will, der kommt an der Schleusenanlage von Lanaye in Belgien nicht vorbei.

Nach 3 Tagen in Maastricht im t’Bassin brechen wir in Richtung Lüttich auf.

Erstes Hindernis, die Grenzschleuse von Lanaye, wo wir kurz nach 10h ankommen.

Hier gibt es 4 Kammern unterschiedlicher Grösse. 2015 wurde die grösste der vier Schleusen in Betrieb genommen. Sie misst 225mx25m.

Nach einem schweren Unfall im Jahre 2018, ist die zweitgrösste Schleuse (136mx16m) ausser Betrieb. Die 2 kleinen 55mx7,50m werden schon länger nicht mehr bedient. Somit bleibt nur die grosse Schleuse, um das hohe Verkehrsaufkommen an diesem Verkehrsdreieck zu regeln. Einerseits handelt est sich um die Route der Maas (Belgien <> Niederlande) und ausserdem endet hier der Verbindungskanal von und nach Antwerpen.

Daher ist hier immer viel Berufsverkehr unterwegs.

Aus der Sicht des „HobbyKapitäns“ heisst das, Geduld haben. Wartezeiten bis 2h sind nicht unüblich.

Wenn man die Schleuse zum ersten Mal nimmt, wird dem Boot eine M.E.T. Nummer zugeteilt. Für jede Benutzung erhält man ausserdem eine „Transit“ Bescheinigung: z.B.: Lanaye (B) > via Hastière > Givet (F).

Als wir dann, nach etwa 1h30 Stunde, an der Reihe sind, fahren wir als letztes Boot in die schon voll gepackte Schleuse ein:

  • 2x 110m auf Backbord,
  • 2x 86m auf Steuerbord
  • und eine kleine Yacht aus Friesland.
Schleuse 225x25m Lanaye (B) zu Berg

Die kleine Yacht macht sich am letzten (direkt vor dem Schleusentor) Schwimmpoller fest. Für uns bleibt zunächst nur die Möglichkeit an der Yacht „festzumachen“ oder zu versuchen, sich zwischen die Yacht und den zweiter Frachter auf Steuerbordseite zu stellen.

Aber wo festmachen?

Beide Möglichkeiten erweisen sich als schwierig (und gefährlich): die kleine Yacht hat eine bauchige Form und ist etwa 3m kürzer als unser Boot. Der nächste (vorletzte) Poller ist vom Frachter belegt…. Auch wenn der Schleusenwärter uns anweist, uns festzumachen, damit er das Tor schliessen kann, zeigt er sich geduldig und verständig.

Wir sind ratlos!

Aber wir haben grosses Glück. Die Crew der kleinen Yacht erweist sich als sehr erfahren (wir sagen dazu „alte Segler“). Sie entscheiden sich spontan und ohne lange Diskussion nach vorne zu bewegen und am vom Frachter belegten Poller vorne festzumachen. Somit ist Platz für uns am letzten Poller vor dem Schleusentor. Aber das Manöver stellt sich als nicht so einfach heraus. Der Abstand zwischen dem vorletzten und letzen Poller beträgt etwa 25m.

Die kleine Yacht kämpft sich nach vorne immer darauf bedacht die hintere Leine an „unserem“ Poller nicht loszulassen. Die Distanz ist bei weitem zu gross für eine Leine. Nach mehreren Versuchen und 4 geschickt zusammengeknoteten Leinen gelingt es.

Wir sind sowohl dankbar als auch begeistert von der Erfahrung der Crew. Was wir wieder lernen ist zweierlei: 1./ Ruhe bewahren 2./ Man kann nicht genug Leinen an Boot haben.

Skizze Situation

Als wir dann „oben“ sind, entscheidet der Kapitän der kleinen Yacht die Festmacher zu wechseln und sich am vorhandenen Geländer zu sichern. Der Frachter vor ihnen ist nur 1m weg. Zunächst fahren die zwei 110m Frachter und der vordere 86m Frachter aus.

Der Kaptän des Frachters vor der kleinen Yacht schlägt uns beiden netterweise vor, die Schleuse vor ihm zu verlassen.

Leider haben wir unsere „Partner“ nicht mehr gesehen, sie hatten es sichtlich eilig. Wir wollten ihnen für ihre tolle Hilfe danken!!

Um 12h30 verlassen wir die Schleuse und setzten unsere Fahrt in Richtung Lüttich fort. Dort laufen wir um 15h in den Hafen ein. Des gibt kaum freie Plätze hier. Eine Hafenmeister gibt es seit 2 Jahren auch nicht mehr.

2021 #9 Es ist soweit!

Nach 8 Monaten sind wir wieder im Hafen angekommen und finden unser Boot „sommerfertig“ am Steg.

Hafen Van der Laan (Maasbracht)

Wie so oft hat sich unsere Planung etwas geändert, zumindest was den Zeitplan anbelangt. Da wir unsere Reise Anfang Juli für zwei Wochen unterbrechen werden, ist es wichtig, dass wir unterwegs einen ruhigen und sicheren Liegeplatz haben.

Vor unserem eigentlichen Starttermin brechen wir noch am Vortag zu einem kleinen „Testtörn“ auf der „Alten Maas“ auf. Bei bestem Wetter ist hier schon recht viel los. Die Lockerungen der Corona-Massnahmen sind wohl auch ein Grund.

Oude Maas (bei Stevensweert)

Am 13. Juni gehts dann los! Die erste Etappe führt uns von Maasbracht nach Maastricht, Routine inzwischen. Dazu brauchen wir gewöhnlich etwa 5h.

In Maastricht gibt es viele Möglichkeiten zum Anlegen: An der Kaimauer direkt auf der Maas, in einem der Häfen flussaufwärts. Dort, fahren wir oft die Maasbracht-Marina an, oder t’Bassin, das historische Hafenbecken in der Stadt.

Diesmal entscheiden wir uns für t’Bassin, also die Stadtnähe. Wir bleiben dort 3 Tage.

Zum Hafen geht es über die „Schleuse 20„.

Am besten ruft man die Hafenmeisterin 10 – 20min vor Ankunft an (+31 653 960 349). Da sie nicht permanent an der Schleuse ist, erspart man sich so unnötige Wartezeiten auf der offenen Maas, während die Hafenmeisterin die Schleuse vorbereitet. Es handelt sich um eine alte Schleuse mit heute recht ungewöhnlichen Abmassen: 60×7,50m.

Die Durchfahrthöhe zum Hafenbecken liegt bei 3,65m. Sie ist durche eine Brücke beschränkt. Wer nach Frankreich will, kann hier schon mal üben ;-). Wir legen also Mast und Cabrio nieder. Somit ist unser Boot 2,80m hoch.

t’Bassin (Maastricht)

Zu dieser Jahreszeit ist der Hafen recht belebt. Als wir ankommen liegen schon 6 Schiffe an den Schwimmstegen.

Das Hafengeld (17,40€/ Nacht für 2 Personen) und den Strom bezahlt man mit der „Bezahlkarte“ (die in mehreren niederländischen Häfen üblich ist. Falls man sie nicht schon hat, ist sie auch am Bezahlautomat erhältlich). Der Ausdruck „Bezahlautomat“ ist etwas irreführend. Zunächst lädt man die „Bezahlkarte“ am Automaten auf (Nächte, Personen, Strom,…) und bezahlt dann am Automaten mit der eigenen Kreditkarte. Wenn die „Bezahlkarte“ dann geladen ist, kann man am Steg den Strom aktivieren. Oft ist noch Strom aktiv, wenn man ankommt. Somit braucht man die Karte zum Stromladen nicht unbedingt. Die Karte ermöglicht auch den Zutritt zu den Santitärräume.

Der Hafen besitzt leider nur eine Wasserstelle mit 2 Hähnen in der Nähe des Bezahlautomaten, somit recht weit von den Schwimmstegen entfernt.

t’Bassin (Maastricht)

Unweit vom Hafen entfernt, an der Maas, liegt, das Bunkerschiff „Jansen“. Ausser Treibstoff findet man dort auch eine reichliche Auswahl an Bootsartikeln.

Die Umgebung des Hafens wird zur Zeit grosszügig renoviert. In den ehemaligen Lagerhäusern entstehen Wohnungen, Geschäfte, Restaurants und Kinos.

Vom Hafen aus ist man in 10 Minuten zufuss im Stadtzentrum. Maastricht ist am Wochenende als Einkaufsstadt sehr besucht….

Nach 3 Tagen brechen wir nach Lüttich auf. Dort werden wir sicherlich nur eine Nacht bleiben. Der dortige Hafen ist seit 3 Jahren ohne richtige Führung und wird immer mehr zum Abstellplatz alter und ungepflegter Schiffe….

2021 #8 Noch etwas Geduld

In 4 Wochen ist es auch für uns wieder soweit. Sieht man auf den sozialen Medien einige Bekannte schon munter unterwegs, so gibt das schon Lust auch gleich loszulegen. Aber es ist noch nicht so weit. Noch etwas Geduld, bitte! Bis dahin bleibt noch etwas Zeit zum Träumen…. z.B. vom letzten Jahr in den Ardennen.

Die Maas heisst la Meuse in Belgien (Wallonie) und in Frankreich. Die Landschaft ist hier meist traumhaft und abwechslungsreich. Wer gerne wandert und sich für die europäische Geschichte interessiert, sollte diese Region nicht unbeachtet durchfahren.

Wenn wir auf der Maas in Richtung Süden unterwegs sind, haben wir es meist etwas eilig, da die Reise häufig weiter bis zur Seine nach Paris oder sogar bis zur Rhône, warum nicht zum Canal du Midi gehen soll.

2020, kamen wir, wie schon in früheren Berichten erwähnt, nicht viel weiter als in die Ardennen. Wie der erfahrene Bootsbesitzer wohlwissend sagt:

Man weiss, wann man losfährt, aber nicht, wann man ankommt.

So gilt es also, aus Ungeplantem, eine Chance zu ergreifen. Wie sagt der Werbespruch unseres Bootsbauers ganz richtig:

Slow down… , and start living“ Für uns hiess das letztes Jahr : die Ardennen in voller Schönheit geniessen.

Der Weg ist unser Ziel

Aus den Niederlanden kommend, muss man zunächst die industrielle Umgebung um Lüttich hinter sich lassen, um in das zusehend engere und interessantere Maastal zu gelangen.

Ab Huy wird es dann richtig schön! und immer grandioser bis Monthermé. Anschliessend öffnet sich das Tal und wird langsam zur Agrarlandschaft.

Beim Wandern geht es häufig steil den Berg hinauf. Leider fehlen oft noch genauere Wegangaben. Bei unserer Wanderung zu den „Dames de Meuse“ von Laifour aus, haben wir uns so richtig verlaufen und sind sogar Wildschweinherden begegnet. Nach 17 km unter praller Sonne schmeckte das frische Bier bei Ankunft auf dem Boot besonders gut!

1 – Namur (G)
2 – Dinant (G)
3 – Anseremme (N)
4 – Schloss von Freyr (N), (G)
5 – Givet (G)
6 – Hierges (G)
7 – Dames de Meuse (N)
8 – Laifour (N)
9 – Dames de Meuse (N)
10 – Monthermé (N)
11 – Boucle de Monthermé (N)
12 – Roche à 7 heures (N)

Natur (N) und Geschichte (G)


Hier ein paar Bildbeispiel mit Ausblick auf die Meuse (ausser (6)). Alle Orte sind zufuss oder mit dem Fahrrad zu erreichen.

2021 #7 Ca y est!.. presque

Man kann sich immer beschweren, kritisieren und fragen: warum so, wieso das, wann endlich, wo…..? Man kann sich aber auch darüber freuen, dass die Impfkampagne langsam Fahrt aufnimmt und somit das Ende dieses Tunnels in Sicht kommt, auch wenn noch vieles im Ungewissen bleibt. Die Gesundheit aller hängt mehr denn je von der Vernunft des Einzelnen ab.

Was uns anbelangt, unsere Impftermine stehen fest!

2020 war die Lage zur gleichen Zeit noch nicht so klar. Erst am 30. Juni haben wir das Boot wieder ins Wasser gelassen. Mitte Juli ging es dann los, auch wenn wir wegen den Wegsperrungen nur bis in die Ardennen kamen. Trotzdem haben wir es voll genossen, unterwegs auf dem Wasser, zu Fuss oder mit dem Fahrrad.

Die Aussicht auf die baldige Impfung vereinfacht die Planung! Bis zum Saisonende bleiben somit noch etwa 4 – 5 Monate bis Oktober. Auch wenn die Infektionszahlen noch hoch sind, fangen einige Länder an, über „Öffnungen und Lockerungen“ nachzudenken. Somit kann man auch wieder ans Reisen denken. Das ist zur Zeit der Fall in den Niederlanden, Belgien und Frankreich. In Frankreich wird die 10 km Beschränkung am 2. Mai aufgehoben und die „Terrassen“ öffnen Mitte Mai.

Wie schon vormals erwähnt, wird es für die grosse Deutschlandtour wohl trotzdem nicht mehr reichen. Wir wollen uns einfach Zeit nehmen für diese Reise: beim Fahren, beim Besichtigen,… beim Verweilen.

Auch in Belgien , Frankreich und den Niederlanden bleiben uns noch ein paar „weisse Flecken“ und viel zu sehen:

  • Die Sambre und einige Kanäle in Belgien mit ihren tollen Hebewerken z.B.
  • Die Kanäle und Flüsse südlich von Paris bis zum Mittelmeer
  • Der Niederrhein in den Niederlanden östlich des Amsterdam-Rhein-Kanals
  • usw.

Im Sommer soll der Sambre-Oise-Kanal nach 15 Jahren wieder voll befahrbar sein. Soweit wir informiert sind, steht das genaue Datum noch nicht fest. Es handelt sich übrigens um ein Projekt, dass von verschiedenen Organisationen gefördert wird, um den lokalen Tourismus (wieder) anzukurbeln. Man kann es nur wünschen und hoffen, dass es wie auf der belgischen Maas, zwischen Namur und der französischen Grenze, viele Besucher und Boote anlockt.

Der Ardennen-Kanal soll voraussichtlich im Mai wieder nach 2 Jahren Sperrung geöffnet werden (AVIS A LA BATELLERIE N° FR/2020/03473). Die Schleusentreppe im Ardennenkanal mit ihren 26 Stufen auf 6 km sollte man schon mal bei schönem und schlechten Wetter befahren haben. 8 Stunden werden benötigt. Bei gutem Wetter sind die 8 Stunden aber kein Problem, da man genügend Zeit findet, um die schöne Landschaft zu erleben. Anhalten ist übrigens nur auf halber Strecke nach Absprache mit VNF möglich.

!!! Noch ein Rat aus eigener (schlechter) Erfahrung: die übliche Durchfahrthöhe von 3,50m ist auf dem Ardennen-Kanal nicht garantiert. Es sind eher 3,45m… Wir haben es einmal ohne vorsorglich gelegten Cabrio versucht….. Gleich in der ersten Schleuse nach Le Chesne blieben wir beim Ausfahren unter der Brücke hängen. Nach dem ersten Ärger und dem üblichen „Es hätte auch schlimmer kommen können…, hat „Powertap“ dann für den Rest der Reise sehr gute Dienste geleistet (siehe Bild).

Beschädigtes Cabrio (Halte Attigny)

Beide wieder zur Verfügung stehenden Alternativen, Sambre (sowie der Sambre-Oise-Kanal) und Ardennen-Kanal, geben wieder mehr Freiheit und Sicherheit. Das öffnet wieder neue interessante Wege durch die Natur in Nordfrankreich. Auch wenn die Sambre in Belgien zum Teil durch eine, wenig attraktive Industrielandschaft führt.

Somit zeichnet sich auch unser Plan langsam ab:

Wie jede Saison lassen wir ein paar Tage verstreichen, nachdem wir unser Boot wieder in Besitz genommen haben, bevor wir „in See stechen„.

Zunächst gibt uns die Maas zwei Richtungen vor: nach Norden flussabwärts, also Niederlande und Deutschland, nach Süden nach Belgien und Frankreich.

Wenn die Corona-Beschränkungen auch über den Sommer in den Niederlanden in Kraft bleiben sollten, kann man davon ausgehen, dass die Fahrsituation 2021 der von 2020 ähnelt. Damals war wenig Bewegung, die Eigner blieben grossteils in ihren Heimathäfen. Somit gab es wenig Platz für Passanten. In diesem Falle werden wir uns aller Wahrscheinlichkeit nach flussaufwärts auf der Maas bewegen.

Zunächst mal Richtung Süden! also und aus Gewohnheit im Uhrzeigersinn 🙂 🙂

Paris (auf der Seine)

Die Sache mit dem Uhrzeigersinn ist nicht nur ein Spleen des Kapitäns sondern hat auch einen praktischen Grund. Sieht man mal von Hochwasser ab, sind die Wasserstände im Mai noch korrekt auf der Maas und recht problemlos zu befahren. Im Herbst führt im Osten Frankreichs der Wassermangel oft zu Beschränkungen oder gar zur Schliessung der Kanäle. Das Risiko dann irgendwo festzusitzen, ist dem entsprechend höher.

Mit anderen Worten: Im Frühjahr nach Süden über die Kanäle im Osten. Die Rückreise im Herbst über die Wasserwege im Westen (Seine, Oise, Canal du Nord, Sambre…).

Zunächst auf der Maas von Maasbracht bis nach Namur.

Namur

In Namur angekommen, stellt sich spätestens die 1. Frage: Wie weit ist die Maas / Maas-Kanal befahrbar?

Vorläufiger Törnplan 2021 // Stand April 2021 // Vagabond
  • Bis zur französischen Grenze oder weniger > je nach Lage, Abzweigung zur Sambre in Namur,
  • Bis Charleville-Mézière > Abzweigung Ardennen-Kanal oder weiter
  • Bis Toul?

Wenn alles offen ist, werden wir zunächst weiter auf der Maas bleiben und nicht zur Sambre ausweichen.

Charleville-Mézière

In Charleville-Mézière, falls sich nichts geändert hat, muss dann die Enscheidung fallen (2. Frage) weiter nach Toul via Verdun oder zum dann hoffentlich geöffneten Ardennen-Kanal?

!!! Da auf der Strecke bis Toul kaum Möglichkeiten bestehen Diesel zu bunkern, nutzen wir die Tankstelle von „Ardenne Nautisme“ in Pont à Bar. Dazu muss man etwa 1 km in den Ardennen-Kanal reinfahren.

Ardennen-Kanal

Die Ardennenstrecke bietet zwei Optionen in Richtung Paris. Entweder bis zur l’Oise, d.h. Seine aufwärts von Westen kommend oder durch die Champagne via den L’Aisne-Marne-Kanal von Osten kommend zur Marne.

Sillery (Kanal L’Aisne-Marne)

Lagny (Marne)

Beide Wege sind interessant aber sehr unterschiedlich. Da der „Rückweg“ aus oben genannten Gründen oft über die l’Oise und den Canal du Nord führt, ist wohl die Marne Strecke die 1. Wahl. Ausserdem ist der Ardennen-Kanal bis zur Abzweigung in Richtung Marne sehr ruhig und idyllisch. Die Champagne hat ihren Champagner,… Frachtverkehr ist hier auch geringer als auf der Seine und l’Oise im Westen.

Der Weg nach Toul lohnt sich auch, landschaftlich und geschichtlich. Er ist die erste Wahl, wenn man weiter in den Süden will.

Verdun (Liegeplatz am Kanal)

Man sollte auf jeden Fall in Verdun einen Stop einplanen. Der Liegeplatz ist zentral gelegen und alles Sehenswerte, ist zu Fuss oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Im Sommer sind die Plätze hier gefragt und gezählt. „3er Päckchen sind dann keine Seltenheit.

Ab Verdun sind die Schleusen nicht mehr automatisiert. Sie werden noch von einem Schleusenwärter oder Wärterin bedient. Diese fahren dann von Schleuse zu Schleuse und erwarten das Schiff an der nächsten. Die Anzahl der manuel bedienten Schleusen nimmt von Jahr zu Jahr ab, da die Automatisierung schrittweise weiter ausgebaut wird.

Canal de la Meuse (Ex-Canal de l’Est)

Der Hafen von Toul ist sehr gut gelegen und gut geführt. Hier findet man auch in der Nähe eine Tankstelle. Kanister nicht vergessen! Das gilt übrigens für ganz Frankreich. Die Zahl der Bootstankstellen hat sich in den letzten Jahren sehr stark verringert!

Falls man die Reise für ein paar Tage unterbrechen will, liegt der Bahnhof in Sichtweite. Es lohnt sich auch mit Zug oder Bus in die naheliegende Stadt Nancy zu fahren. Wie so oft, sind Häfen auch wunderbare Kulissen für romantische Hochzeitsfotos.

Hafen in Toul

In Toul (3. Frage) hat man jetzt die Qual der Wahl: nach Osten in Richtung zum Rhein durchs Elsass,

Hebewerk „Plan incliné“ in Azwiller

nach Süd-Osten in die Vogesen, nach Westen nach Paris oder weiter in den Süden durch die Bourgogne, warum nicht bis zum Mittelmeer!

Die Enscheidung hängt dann wie so oft von der verfügbaren Zeit und dem Zustand der jeweilen Wasserwege ab,… 2016 waren wir das letzte Mal in Toul.

Falls man sich entschieden hat bis nach St. Jean de Losne zu fahren, muss man dort (4. Frage) den Weg nach Paris wählen: entweder durch die Bourgogne oder an der Loire entlang. In beiden Fällen erreicht man so etwa 80 – 100 km südlich von Paris die Seine.

Hafen Arsenal (Paris)

Zur Planung ein paar Vergleiche (basierend auf unserer persönlichen Erfahrung und Fahrweise):

  • Maasbracht> Paris (via l’Oise) : 3 – 4 Wochen
  • Maasbracht > Toul : 3 Wochen
  • Toul > Strasbourg : 2 Wochen
  • Toul > St. Jean-de-Losne : 2 Wochen
  • Toul > Paris (via Marne) 3 Wochen
  • Toul > Paris (via St. Jean-de-Losne) : 6 Wochen

Als Beispiel könnte man dann folgenden Törn machen:

Maasbracht > Toul > St. Jean-de-Losne > Paris : 9 Wochen.

Noch haben wir die Qual der Wahl, die nahe Zukunft wird uns zeigen, was, wann, wie und wo passieren wird…

Falls wir dann nach Süden im Uhrzeigersinn fahren werden, wäre es für die Rückreise sicherlich schön, wenn dann die Sambre offen wäre und wir uns für diesen Weg entscheiden könnten.

Hafen Cergy (L’Oise)
L’Oise > Canal du Nord

Also …. die 5. Frage > Paris > Compiègne > zur Sambre statt über den Canal du Nord. Ab dann entweder weiter über die Sambre nach Namur und über die „klassische Variante“ (Maas) zurück nach Maasbracht oder über die belgischen Kanäle nach Brüssel und Maastricht auf Entdeckungstour.

Aber, manchmal stellen sich die Fragen einfach nicht, weil die aktuelle Lage einfach den Weg vorschreibt.