Auf Sambre, Canal Charleroi-Bruxelles und Zeekanaal Brussel-Schelde
Unsere erste Etappe fรผhrt uns von Namur nach Charleroi. Gegen 8h legen wir vom Kai in Namur ab. Da Sonntag ist, gehen wir davon aus, dass wir auf geringen Berufsverkehr stoรen werden.

Als wir guten Mutes an der Schleuse „Salzinnes“ ankommen, mรผssen wir zunรคchst feststellen, dass sonntags die Schleusen auf der Sambre nur zwischen 9h und 18h bedient werden. Unser Anruf auf UKW 20 bleibt ohne Antwort. Da wir auf Bergfahrt sind und 7 Schleusen vor uns haben, zรคhlt jede Stunde.
Um Punkt 9 รถffnet „Salzinnes“ ihre Tore und wir verlassen die letzte Schleuse „Marcinelle“ kurz vor 16h. Heute begegnen wir keinem Berufsschiffer. Ein Zwischenstopp irgendwo unterwegs ist somit am heutigen Sonntag nicht nรถtig. Keine der sieben Schleusen ist mit Schwimmpollern ausgestattet.

Dieser Teil der Sambre geniesst bei Freizeitschiffern nicht den besten Ruf. Dafรผr gibt es sicherlich einige Grรผnde: nur wenige Anlegemรถglichkeiten bieten sich an; nรคhert man sich Charleroi, wird die liebliche Landschaft von weitreichenden Industrieanlagen abgelรถst; die Durchfahrt durch Charleroi, ist nicht sehr einladend und bei Berufsverkehr kann es hier eng werden.

Nach der letzten Schleuse fahren wir die Sambre noch ein paar Kilometer weiter flussaufwรคrts. In Marchienne au Pont finden wir einen Passantensteg fรผr die รbernachtung. Diesen Platz haben wir uns bei unserer Fahrt 2023 Richtung Paris gemerkt.


Den Tag beenden wir mit einem Spaziergang durch den Ort. Ein Platz zum Verweilen ist es nicht. Die wirtschaftliche Neuausrichtung der Region ist hier noch nicht angekommen. Viele Hรคuser und Geschรคfte stehen leer.
Der nรคchste Tag fรผhrt uns zum Hafen von Seneffe. Bis dahin gibt es noch drei Schleusen zu รผberwinden. Die ersten Zwei, „Marchienne au Pont“ und „Gosseliers“ sind mit Schwimmpollern ausgestattet. Der Hub betrรคgt bei allen drei Schleusen etwas 7m. Auch hier sind wir alleine unterwegs.

Bei schรถnstem Wetter erreichen wir den Hafen nach 4 Stunden, wo wir auch zwei Yachten wiederfinden, die uns seit Maasbracht begleiten.

Fรผr unseren jetzigen, dritten Aufenthalt nahe Seneffe haben wir uns fest vorgenommen, das Sรคender Schloss zu besuchen. Allerdings ist Gewitter fรผr den spรคten Nachmittag angesagt. So fahren wir direkt nach dem Mittagessen mit unseren Fahrrรคdern los. Das Schloss ist zwar zu besichtigen, aber wir beschrรคnken uns auf die Aussenanlagen.

Wir profitieren von unserem Ausflug und machen noch ein paar Einkรคufe im nahegelegenen Supermarkt „Intermarchรฉ„. Als wir wieder aufs Rad steigen, wird der Wind stรคrker und die ersten Tropfen begleiten uns auf der Rรผckfahrt zum Hafen.
Vor unserer Weiterfahrt erkundigen wir uns noch ein letztes Mal beim Hafenmeister, ob nicht doch der „Canal du Centre“ wieder fรผr die Schifffahrt freigegeben ist. Er meint, „da wรคre vor September nicht damit zu rechnen und selbst das wรคre nicht garantiert„
Die nรคchste Etappe bis Ittre ist recht kurz, nur 16km trennen uns vom Ziel. Allerdings liegt auf dem Weg der „Plan inclinรฉ de Ronquiรจres„. Da dort schon seit lรคngerem renoviert wird (eine Wanne wird nicht bedient), kann es dort zu erheblichen Wartezeiten kommen. Solange die Bauarbeiten anhalten, besorgt der „Steuerbordtrog“ sowohl den Tal- als auch den Bergbetrieb.



Diesmal haben wir Glรผck, die Ampel steht auf grรผn als wir ankommen. Beim Anmelden werden wir vom Schleusenwรคrter angewiesen, noch einen รคlteren Kahn abzuwarten, bevor wir in den Trog einfahren. Dies tun wir natรผrlich gerne. Die Talfahrt auf der 1,5 km langen Strecke dauert alles in allem etwa 40 Minuten.
Wir verlassen die Schleuse kurz nach 11h. Eine halbe Stunde spรคter machen wir an einem der „Visitor„-Stege des Hafens in Ittre fest. Er liegt direkt vor der letzten wallonischen Schleuse Ittre. Die Capitainerie mit Kneipe ist ein beliebter Biker-Treff.

Wir unternehmen eine kleine Tour mit den Rรคdern zum Ort. Wie auch in den Niederlanden findet man hier das praktische „Knooppunt“-Netzwerk.
Das dortige, in privater Hand befindliche Schloss kann man leider nicht besichtigen.

Als wir von unserem Ausflug zurรผckkommen, macht gerade neben uns, zu unserer รberraschung ein alter Bekannter, die Yacht „Sandettie“ fest. Das niederlรคndische Boot „Sandettie“, eine Linssen Yacht 41SL, haben wir zum ersten Mal 2022 in Charleville-Meziรจres getroffen.
Der Kapitรคn erzรคhlt uns von seiner aktuellen Irrfahrt. Sie waren von den Niederlanden kommend รผber die Schelde nach Namur unterwegs. Die Information der Sperrung des Canal du Centre in Belgien hatten sie nicht. So sind sie zurรผck nach Gent gefahren, um dann via Brรผssel zur Maas zu gelangen. (Zusatz: 3 Tage spรคter finden wir sie wieder in Willebroek,… sie sind nur bis zur Schleuse Viesville gekommen, jetzt ist auch der Canal Charleroi-Bruxelles gesperrt.) Da zur Zeit einige Wege nicht befahrbar sind, schmerzen unvorhergesehene Sperrungen doppelt! Jetzt versuchen sie, รผber die Rupel zum Albertkanaal zu gelangen, um so nach Maastricht zu kommen. Wir drรผcken ihnen die Daumen.
Zum Abschluss des Tages trinken wir noch ein kรผhles Bier am Hafen.
Der nรคchste Tag beginnt mit der 13m tiefen Schleuse Ittre, die letzte in Wallonien. Nur auf Backbord sind die Schwimmpoller funktionstรผchtig.
Von Brรผssel trennen uns jetzt noch 7 Schleusen auf Talfahrt.
Schon 2023 haben wir diesen Weg gewรคhlt und die schรถnen, mรคrchenhaften „Graffitis“ (oder soll man sagen Streetart-Gemรคlde) des Kรผnstler Bozik beim Vorbeifahren bewundert. https://vagabond4you.com/2023/08/20/2023-16-von-der-sambre-nach-antwerpen/

Obwohl es recht zรผgig vorangeht, kommen wir erst gegen 16h im Brรผsseler Hafen an, da es in Anderlecht an der Schleuse noch zu Verzรถgerungen kommt. Da es keine Wartestege gibt, machen wir an einem „Party-Kahn“ fest, was einer Person sichtlich nicht gefรคllt. Ob es sich um den Besitzer handelt, haben wir nicht feststellen kรถnnen.

Alle Schleusen werden von der gleichen Schaltzentrale gesteuert.
Der neue Hafenmeister weist uns einen Platz am Passantensteg zu. Dort gibt es Strom und Wasser, beides im Preis des Liegeplatzes inbegriffen.

Nur die Tankstelle gibt es nicht mehr. Sie war nicht mehr normgerecht und die Kosten ihrer Erneuerung waren dem Hafen zu viel. Sichtlich fehlt es nicht nur an der Tankstelle an genรผgend Mitteln. Dem Hafen wรผrde eine Renovierung gut tun.
Dafรผr ist das Restaurant immer noch ein angenehmer und gemรผtlicher Ort.
Die letzte Etappe bis zur Schelde bringt uns nach Klein-Willebroek. Wie schon die sรผdliche Umgebung von Brรผssel, ist auch der Norden von Flusshandel und Industrie geprรคgt. Man merkt, dass man sich langsam Antwerpen nรคhert, die Grรถsse der Containerschiffe nimmt stetig zu. Die grosse und einzige Schleuse Zemst an diesem Tag nehmen wir mit einem niederlรคndischen Frachter, der es sichtlich eilig hat, zur Schelde zu kommen. Glรผcklicherweise finden wir an zwei Schwimmpollern einen sicheren Platz und Halt.
Wir legen kurz vor der Rupelschleuse am linken Ufer in einer kleinen Lรผcke an.

Jetzt gilt es die Gezeitentabelle zu studieren, aber dazu mehr im nรคchsten Beitrag.
ZUSAMMENFASSUNG:
5/ Namur > Marchienne au Pont: 51km, 7 Schleusen (zu Berg), 6.9Mh, 8h
6/ Marchienne au Pont > Seneffe: 25km, 3 Schleusen (zu Berg), 3.9Mh, 4h
7/ Seneffe >Ittre: 16km, Plan inclinรฉ, 2Mh, 2h40
8/ Ittre > Brรผssel: 29km, 7 Schleusen (zu Tal), 1 Hebebrรผcke, 5,5Mh, 7h
9/ Brรผssel > Klein Willebroek: 21km, 1 Schleuse, 7 Hebebrรผcken, 3Mh, 3h30



























































































