2018 #3 Schleusen

Wenn man mit dem Boot in Europa auf Binnengewässern unterwegs ist, sind Schleusen unumgänglich. Wir haben bisher in den Niederlanden, Belgien und Deutschland Erfahrungen mit Schleusen gesammelt. Die erste Schleuse in Europa entstand übrigens in den Niederlanden im 13. Jahrhundert.

Wenn es um die Anzahl der „Schleusenerlebnisse“ geht, steht Frankreich mit seinen alten Freycinet Schleusen auf dem 1. Platz. 2018 werden wir rund 500 Schleusen befahren.

Da der Berufsverkehr  (See und Binnen) in  den Niederlanden, Belgien und Deutschland noch sehr stark ist, findet man dort die grössten Schleusen . Die größte Schleuse findet man bei Antwerpen. Sie ist 500m lang und 60m breit! Beeindrucket ist auch die Volkerak-Schleusenanlage mit ihren 4 Kammern, 3 für die Berufsschiffer (jede Kammer ungefähr 330x24m) und eine für Yachten (128x16m).

Die grösste Schleuse in Deutschland ist die Seeschleuse zum Hafen von Wilhelmshafen. Die verschiedenen Größen der Schleusen sind heute nach einer europäischen Richtlinie in verschiedene Klassen eingeteilt: Für die Berufschifffahrt geht die Klassifizierung von I („Peniche“ = 38,5×5,05m) bis VII („3×3 convoy“ = 285x33m). Spezielle Schleusen für Sportboote besitzen eine Rx – Klassifizierung; x=A,B,C oder D). z.b. RC  = „Motoryacht“ 15x4m). Dies sind allerdings nur Richtwerte. An der Mosel z.B. findet man Sportbootschleusen von 18 m Länge, 3,50 m Breite und 1,50 m Tiefe.  Unser VAGABOND ist zwar nur 11,10m lang aber 3,45m breit,… also nimmt man eher die normale Schleuse…

Auch wenn man schon viele Schleusen befahren hat, ist jede immer wieder eine neue Erfahrung (!).

Sieht man mal von den großen Flüssen in Frankreich ab (Seine, Rhône, Oise, Moselle), findet man dort vor allem die schon erwähnten „Freycinet“-Schleusen. In Ihnen kann eine „Peniche“ geschleust werden: 38,5m x 5,05m. Die freie Durchfahrthöhe ist meist auf 3,50m begrenzt. Wenn große Höhenunterschiede überbrückt werden mußten, bediente man sich früher sogenannten „Schleusentreppen“. Diese findet man auch heute noch, z.B. auf dem Ardennen-Kanal, wo man 27 Schleusen auf 9km überwinden muss. Dafür braucht man einen ganzen Tag.

Schneller geht es da in Réchicourt-le-Château auf dem Canal de la Marne au Rhin oder in Arzviller. Die Schleuse in Réchicourt ersetzt 6 Schleusen und überwindet 15,40m in weniger als 30 Minuten. Sie ist die höchste Freycinet-Schleuse überhaupt. In Arzviller sind die Schleusen durch einen Schrägaufzug ersetzt worden. Aufzüge findet man vor allem in Belgien.

Auf den französischen Kanälen ist der Berufsverkehr seit Jahren stark zurückgegangen (leider!). Gleichzeitig hat sich der Charterbetrieb für Freizeitschiffer sehr entwickelt. So kommt es gar nicht selten vor , daß man mit 2 anderen Sportbooten in den kleinen Freycinet-Schleusen geschleust wird. Diese sind heute meist automatisch gesteuert. Das Ziel der VNF ist es, mitttelfristig alle diese kleinen Schleusen zu automatisieren.  Allerdings gibt es mehrere verschiedene Systeme, um den Schleusenvorgang auszulösen: Von Hand, über eine Fernbedienung, über ein Stange, die man drehen muss,…

 

Modernere Schleusen sind immer rechteckig. Ältere Konstruktion  haben manchmal eine bauchige Form.

Die grossen Schleusen mit Berufsverkehr werden entweder lokal oder über eine Steuerzentrale gesteuert. In diesem Falle ruft man die jeweilige Schleuse über einen speziellen VHF Kanal an (oft 18, 20 oder 22). Wenn man zusammen mit Frachtschiffen in der Schleuse ist, ist höchste Aufmerksamkeit geboten. Im Zweifel sollte man sich mit dem Schleusenwärter oder dem Frachtschiff absprechen über Kanal 10. Auf jeden Fall sollte man dem Frachtschiff den Vorrang lassen,   abwarten bis sich das Wasser beruhigt hat und in guter Distanz festmachen. Die Berufsfahrer haben es meistens eilig, trotzdem sollte man sich nicht stressen lassen. Allerdings zügiges Handeln mit klarem eindeutigen Verhalten ist angebracht.

Ein weiteres Unterscheidungsmittel sind die Festmacher in den Schleusen.

Je nach Alter, Grösse und Konstruktion findet man die unterschiedlichen Polder: feststehende oder schwimmende, ein fache Ringe, Leinen,… Wie auch immer. Festmachen ist das oberste Gebot.

Bei der Ausfahrt ist Warten die wichtigste Regel. Erst Losfahren wenn der Frachter aus der Schleuse ausgefahren ist (an der grünen Ampel vorbei).

Egal ob alt oder neu, gross oder klein, sauber oder dreckig, automatisch oder manuel, schleusen ist immer ein Ereignis.

 

 

 

 

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