Wir sind schon wieder am Planen,…. und Umplanen…
In Zwolle sitzen wir zusammen , um mal wieder รผber die Weiterfahrt nachzudenken. Unsere Erfahrung mit der Strรถmung auf dem Niederrhein bringt uns zum Zweifeln, ob das Fahren auf der Weser stromaufwรคrts mit unserem Boot sinnvoll ist. Je nach Jahreszeit soll die Strรถmung auf der Weser auch recht stark sein. 140 km gegen den Strom fahren? Mmmh,…. Wir denken รผber Alternativen nach.
Wenn es jetzt direkt in Richtung Mittelland-Kanal gehen soll, so ist die Route รผber die kleinen Torfkanรคle die naheliegende Wahl. Aber wir wissen auch, dass der Haren-Rutenbrock-Kanal bis Ende Mai wegen Baggerarbeiten gesperrt ist. Bis dahin sind es noch 2 Wochen. Warten wollen wir nicht!
Vier Wege haben wir uns ausgedacht, um es sowohl gemรผtlich als auch schรถn anzugehen.
- รผber die kleinen Kanรคle in Drenthe via Assen (1)
- รผber die kleinen Kanรคle in Drenthe und Friesland via Leeuwarden (2)
- รผber die Seen und friesischen Kanรคle (3)
- รผber das IJsselmeer (4)

Wir entscheiden uns fรผr Friesland (3), obwohl wir die meisten Wege dieser Route schon mehrmals gefahren sind (2017, 2019, 2022). Der direkte Weg (1) wรผrde einen zu langen Aufenthalt in Groningen bedeuten. Die Variante (2) mรผssen wir ausschliessen, da die Wasserkarten nur eine Wassertiefe von 1,10 angeben. Bliebe der Weg รผber das IJsselmeer, aber der ist sehr wetterabhรคngig.
Fรผr die Strecke von Zwolle nach Groningen sehen wir 8 Etappen vor.

Kurz vor 10h, nach 4 schรถnen Tagen, verlassen wir Zwolle im Konvoi mit 8 Schiffen. Sonntags werden die Brรผcken von 10 – 18h gehoben.

Nach nur einstรผndiger Fahrt legen wir an der Kade in Hasselt an. Bei frรผheren Reisen haben wir die Stadt von Zwartsluis aus mit dem Fahrrad besucht. Jetzt liegt VAGABOND zum ersten Mal hier. Es gibt Strom am Steg fรผr 50 Cent das kW. Ob hier kein Liegegeld verlangt wird, wissen wir nicht. Einen Hafenmeister sehen wir auf jeden Fall nicht.
Nachmittags wird es unruhig. Jetskis, schnelle kleine und grรถssere Schiffe wรผhlen das Wasser krรคftig auf.

Am nรคchsten Morgen legen wir vor 9h wir gemeinsam ab, BALU รผbernimmt fรผr den kurzen Weg nach Zwartsluis die Fรผhrung. Obwohl das diesjรคhrige „Schlepperfest“ beendet ist, ist noch Einiges los im Passantenhafen.

Zusรคtzlich sind einige Plรคtze gesperrt oder reserviert. Wir finden Platz an der Kade. Dort gibt es Strom aber kein Wasser.

Die Fahrt von Zwartsluis nach Ossenzijl fรผhrt durch eine schรถne Naturlandschaft. Sie erinnert auch an die Vecht. Die Hรคuser sind hier allerdings „lรคndlicher“. Man spรผrt nicht die Nรคhe zur Metropole Amsterdam.

Nach einem „Lunch-Stop“ in freier Natur beschliessen wir in der Nรคhe des Ortes Ossenzijl am Kanal zu รผbernachten.
Am nรคchsten Tag soll es weitergehen nach Sloten. Unterwegs entscheiden wir uns fรผr einen direkteren Weg in Richtung „Norden“. Es ist sehr windig und wir denken, dass es sinnvoller ist, einen guten Hafen anzusteuern. Nach 6 Stunden erreichen wir Grou. Das Anlegen gestaltet sich schwierig. Siehe Anlegen bei Wind.

Unser nรคchstes Ziel ist Leeuwarden, wo wir ein paar Tage ausruhen wollen. Die Stadt ist uns in sehr guter Erinnerung. Sie hat viel zu bieten: schรถne Liegeplรคtze, gute Museen, Ambiente und gute Einkaufsmรถglichkeiten in der Nรคhe des „Prinsentuin„.












Liegegebรผhren werden รผber die App i-Marina abgebucht.
Das Wetter ist sehr wechselhaft. Regenschauer wechseln mit sonnigem Wetter ab.
Bei einem unserer Spaziergรคnge erhalten wir eine schlechte Nachricht vom Skipper der Balu. Yvonne hat sich beim Radfahren verletzt: Diagnose Armbruch! Fรผr Yvonne und Thomas endet unsere gemeinsame Reise vorerst in Leeuwarden. Schweren Herzens entscheiden wir uns, alleine weiterzufahren. Da die รffnung des Kanals Ende des Monats Mai aber ungewiss bleibt, entschliessen wir uns nun, in Richtung Delfzijl zu fahren. Wenn das Wetter es zulรคsst, werden wir den Weg รผber den Dollard wรคhlen.
Die Brรผcken am Prinsentuin werden ab 9h gehoben. So starten wir zeitgleich: BALU fรคhrt Richtung Sneek, VAGABOND bricht nach Dokkum auf.
Wie die Male zuvor geniessen wir die Strecke zwischen zwischen Leeuwarden und Dokkum.
Dokkum haben wir so „voll“ noch nie erlebt: Pfingstwochenende, schรถnes Wetter, schรถner Liegeplatz.
Auf dem Weg nach Zoutcamp erweist sich die App „Watersport“ als sehr praktisch, um das Heben der Brรผcken anzufordern. Sobald man in der Nรคhe der zu hebenden Brรผcke angekommen ist, genรผgt ein einfacher Klick auf der Karte (Bildschirm), und die Anfrage ist gespeichert.
Unseren geplanten Stopp in Zoutcamp kรถnnen wir vergessen, dort ist Hafenfest,…

Zusammen mit drei anderen Booten ziehen wir weiter. Bis Groningen ist es noch ein Stรผck. Der Wetterbericht hat fรผr den spรคten Nachmittag eine Gewitterwarnung ausgegeben. Daher entscheiden wir uns, fรผr eine Nacht in Garnwerd man Zee zu bleiben. Hier gibt es einen ruhigen kleinen Hafen im Reitdiep.

Am nรคchsten Morgen erreichen wir den Osterhaven in Groningen schon um 11h. Christa, die Hafenmeisterin erinnert sich noch an uns. 2022 lag hier unser Boot 10 Tage.

Kaum angekommen, erreichen uns eine neue schlechte Nachricht. Auf dem Dortmund-Ems-Kanal sind zwei Schleusen bis Mitte Juni wegen Wartungsarbeiten gesperrt. Dieses Revier ist Neuland fรผr uns! Der Kanal besitzt Schleusen mit jeweils zwei Kammern. ABER, was man leicht รผbersieht, ist die Tatsache, dass an manchen Schleusen nur noch eine Kammer in Betrieb ist!!! Das ist der Fall der beiden gesperrten Schleusen. Was jetzt???
Weiterfahren oder Abwarten. Hinzukommt, dass wir Ende Juni fรผr zwei Wochen einen Break einlegen, und wir nicht wissen, wann BALU wieder auf Reisen gehen kann. Nichts tun, ist keine Lรถsung.
Am nรคchsten Morgen erleben wir die nรคchste schlechte รberraschung. In der Nacht wurde versucht, unsere Fahrrรคder von der Badeplattform zu stehlen. Zum Glรผck wurde der Dieb von unserem spรคt zurรผckkehrenden Bootsnachbarn daran gehindert. Was passieren kann, wird irgendwann geschehen,…. frei nach Murphy

Wir lassen uns unsere Stimmung nicht vermiesen. Wie sagt man zurecht in Frankreich „il n’y a pas mort d’homme„.
Nach zwei Tagen brechen wir zum Aussenhafen in Delfzijl aus. Die kleine Seeschleuse ist ausser Betrieb. Nach etwas Wartezeit werden wir mit 5 Sportbooten und einem Frachter geschleust.
Beim Anlegen bei krรคftigem Wind passiert das nรคchste kleinere Unglรผck. Christines Sonnenbrille (mit korrigierten Glรคsern) fรคllt ins Wasser. Ein Geschenk fรผr die Muscheln.
Dort warten wir auf ein gรผnstiges Zeitfenster zur รberfahrt nach Deutschland. Es gilt Tiede, Windrichtung und Wetter zu beachten! Hier erfahren wir, dass die Schleusen zu den Yachthafen in Emden und Papenburg … gesperrt sind. Mmmmh. Es bleibt spannend.






ZUSAMMENFASSUNG:
- Zwolle > Hasselt: 8 km, 1,2h
Hasselt > Zwartsluis: 5 km, 1h
Zwartsluis > Ossenzijl: 28 km, 4h
Ossenzijl > Grou: 51km, 6h (Tankstop)
Grou > Leeuwarden: 22km, 3h
Leeuwarden > Dokkum: 23km, 3h
Dokkum > Garnwerd: 50km, 5h30
Garnwerd > Groningen: 14km, 2h,1 Schleuse
Groningen > Delfzijl: 27km, 4h, 1 Schleuse











