2024 #7 „Moin“

Fรผr die Fahrt รผber den Dollard steht nichts im Wege. Die Bedingungen sind gut: In Delfzijl haben wir Hochwasser um 7h33. Von unserer รœberfahrt nach Emden 2022 wissen wir, dass man etwa 2h wartet und dann mit der optimalen Strรถmung losfรคhrt. Das Wetter spielt dieses Mal auch mit. Die Sonne scheint und den Wind spรผrt man mit 2 bft. kaum. Allerdings weht er von Ost-Sรผd-Ost. Selbst bei geringem Wind, stauen sich doch die Wellen am Bug.

Ursprรผnglich wollten wir Emden ansteuern. Bei einem Anruf an der Nesserlander-Schleuse erfahren wir jedoch, dass zur Zeit wegen Wartungsarbeiten keine Bedienung mรถglich ist. Eine Alternative wรคre die Grosse Seeschleuse.

Nach einem Gesprรคch mit zwei niederlรคndischen Yachten im Hafen von Delfzijl entscheiden wir uns, bis nach Leer zu fahren. Fรผr die Strecke sehen wir 4h vor. Die See-Schleuse bei Leer wird drei Mal am Tag bedient: 8h, 14h und 17h30. Eine Schleusung um 14h sollte mรถglich sein.

Wir legen um 9h30 im Konvoi mit den 2 schรถnen Grouwerster Vlets ab.

Nach einer halben Stunde verlassen wir den Zeehavenkanaal. Sofort werden wir von der Strรถmung gepackt. Da das Wetter gut ist, gilt es nun nur die Bewegungen der Seeschiffe und Fรคhren zu รผberwachen.

Um 11h fahren wir mit 12 – 15 km/h an Emden’s Hafeneinfahrt vorbei. Inzwischen haben wir unsere zwei Begleiter aus den Augen verloren, obwohl wir unser Bestes gegeben haben….

Sperrwerk auf der Ems

Als wir gegen 13h20 nach 35km uns Leer nรคhern, finden wir die Zwei und eine deutsche Yacht am Wartesteg auf der Leda. Der Steg bietet Platz fรผr 3 Boote (3 x 12 m). Fรผr uns bleibt der „Doppel-Pack“ mit einem kleinen deutschen Boot. Wegen der starken Strรถmungen hier (Leda, Ems und Tiede), gehen wir das Manรถver vorsichtig an. Wir warten noch fast eine Stunde, bis wir in die Schleuse einfahren kรถnnen. Vorrang haben die ausfahrenden Schiffe, heute sogar ein grosser Schwimmkran, der von einem Schlepper gezogen wird.

Seeschleuse Leer

Im Hafenbecken angekommen, werden wir von der netten Hafenmeisterin empfangen. Heute sind wir mit allem zufrieden: eine gute und problemlose Fahrt, schรถnes Wetter, auch wenn der Wind jetzt mit 4 bft. etwas krรคftiger weht, und natรผrlich der schรถne Platz an der Uferpromenande.

Anleger Leer

Jetzt gilt es, sich an das hier รผbliche „MOIN“ zu gewรถhnen, was uns eher gut gefรคllt. Auf jeden Fall besser als das heute รผbliche und weitverbreitete amerikanische „Hallo„.

In Leer bleiben wir 3 Tage.

Bevor wir weiterfahren, รผberlegen wir uns noch, wo wir unser Schiff fรผr unseren „Break“ Mitte Juni lassen kรถnnen:

  • Papenburg
  • Oldenburg
  • Bremen

Zunรคchst denken wir an Papenburg. Wir fragen zunรคchst bei Hennings-Yachtvertrieb nach. Sehr schnell erhalten wir eine positive Nachricht. Allerdings ist die Schleuse nach Papenburg ab Montag, den 27. Mai fรผr 2 Wochen ausser Betrieb. Somit mรผssten wir unsere Reise sofort abbrechen. Zeitlich gesehen wรคre ein ruhiger Hafen in der Nรคhe von Bremen eine gute Lรถsung. Da wir uns noch nicht im Klaren รผber unsere Weiterreise im Juli sind, ziehen wir es vor, in Oldenburg „Etappe“ zu machen.

2024 #5 Anlegen bei Wind

Heute mal was anderes.

Es weht ein krรคftiger Wind von 5 bft. Ist man auf kleinen Kanรคlen unterwegs, so spielt das keine grosse Rolle, solange keine Schleusen oder Brรผcken zu รผberwinden sind. Anders ist es auf offenem Wasser. Wer das IJsselmeer schon mal bei 4 bft รผberquert hat, weiss was es bedeutet.

ร„hnlich unangenehm wie starke Strรถmung kann Wind beim Anlegen sein.

Grundsรคtzlich gilt beim Bootsfahren das gleiche wie fรผr Flugzeuge beim Starten und Landen: immer gegen den Wind! Daher haben Flughรคfen meistens mindestens zwei Start -und Landebahnen, die in die Hauptwindrichtungen ausgerichtet sind.

Wenn man gegen den Wind (oder die Strรถmung) fรคhrt, bleibt das Gefรคhrt besser unter Kontrolle.

Nach einer lรคngeren Fahrt hat man oft die Tendenz, das Anlegemanรถver schnellstmรถglich zu erledigen. Bei Wind lohnt es sich jedoch, die Situation zunรคchst abzuschรคtzen. Nach dem Motto: Besser einen sicheren als einen schรถnen Platz!
So die Theorie. Jetzt zur Praxis.

Als wir im Passantenhafen von Grou ankommen, befolgen wir unsere guten Vorsรคtze nicht…!!! Wir รผberlegen nicht lange und steuern die erstbeste Box an. Die Stege dort sind sehr kurz. Ohne Wind wรผrden wir sicherlich mit dem Heck „achtern“ anlegen. Da das Boot einfacher nach vorne zu steuern ist, steuern wir die Box mit dem Bug nach vorne an.

Der Wind weht von Hinten-Steuerbord. Somit drรผckt uns der Wind sowohl nach vorne als auch nach Backbord (1).

Solch eine Situation endet schnell mit ein paar Kratzern am Rumpf (2). Zumal Bug- und Heckstrahler bei Windbรถen รผber 4-5 bft sich als nutzlos erweisen (zumindest bei unserem Schiff).

Jetzt gilt es auf dem Sprung zu sein, die Fender richtig zu platzieren, damit die Berรผhrung des Rumpfes mit dem Steg (Backbord) verhindert wird und gleichzeitig , darauf zu achten, dass der Bug nicht in den Steg knallt. Da hilft nur die Schraube!

Besser und einfacher wรคre es gewesen, sich Zeit zu lassen und einen einfacheren Platz anzufahren. Zum Beispiel am gegenรผberliegenden Steg, gegen den Wind.

Passantenhafen Grou / Steg B Platz 44

2024 #4 Richtung Zwolle

Lek > Niederrhein > IJssel > Zwolle-IJssel-Kanal

Am 3. Mai starten wir zusammen mit BALU. Das Wetter an diesem Morgen lรคdt eher zum Verharren ein. Es ist sehr windig (4-5 Bft.) und es regnet in Strรถmen.

Nachdem wir die „Grote Sluis“ hinter uns haben, spรผren wir sogleich eine recht starke Gegenstrรถmung auf dem Lek. Wir wollen flussaufwรคrts zur IJssel.

Die Schleuse Hagestein erreichen wir nach einer Stunde. Wir haben Glรผck. Ein Frachter รผberholt uns kurz vor der Schleuse und wir kรถnnen mit ihm in die Kammer einfahren.

Die Wehre auf dem Lek und Niederrhein gefallen uns gut. Sie sind schon von weitem als Landmarken sichtbar. Ihre Architektur finden wir einzigartig. Sie erinnert an Riesenspinnen oder an Gestalten, die man aus Science-Fiction Filmen kennt.

Nach 3h30 erreichen wir unser Tagesziel, die Stadt Wijk bij Duurstede. Auf geht’s zu einem Stadtrundgang! Wir sind รผberrascht, รผber die belebten Strassen und รผber die Anzahl der netten Geschรคfte im historischen Zentrum. Amazon scheint hier noch nicht den Einzelhandel aus den Stรคdten gedrรคngt zu haben.

Unser รผblicher Abendspaziergang fรผhrt uns zum „Kastell„, das am Stadtrand liegt und fรผr festliche Anlรคsse wie Hochzeiten odere andere Events genutzt wird.

Fรผr den nรคchsten Tag haben wir uns die Stadt Arnheim als Ziel gesetzt. Bis dorthin, brauchen wir 6h30. Auf dem Weg liegen zwei Schleusen. Im Oberwasser, nahe der Schleusen, kommt man auf den ersten Kilometern etwas zรผgiger voran, da die Strรถmung hier etwas schwรคcher ist.

Wir besuchen die geschichtstrรคchtige Stadt zum ersten Mal. Unser Plan, zwei Tage zu bleiben, wird jedoch schnell zerschlagen, da der Hafen nicht sehr einladend ist.

Uns wird ein Platz fรผr ein Schiff am รคussersten Steg zugewiesen, so dass wir im „Doppelpack“ liegen mรผssen. Aufgrund der direkten Nรคhe zum Niederrhein stellt sich der Platz als sehr unruhig heraus und das Festmachen wegen der starken Strรถmung ist auch nicht so einfach.

Da der Hafen etwas ausserhalb liegt, kramen wir unsere „OV-Chipkaarts“ aus und nehmen den Bus Richtung Stadtzentrum. Die Haltestelle „Haven“ befindet sich, wie der Name sagt, in direkter Nรคhe. Die Einkaufsstrassen im Zentrum sind an diesem Samstag Menschen รผberfรผllt.

Die Abfahrt am nรคchsten Morgen hรคtte uns fast eine „schรถne“ Schramme gekostet!

Vom Vortage ist uns die starke Querstrรถmung bewusst. Wir mรผssen rรผckwรคrts starten (1). Glรผcklicherweise hilft uns die Crew von Balu, unser Boot auf Abstand zu halten (2). Wie sooft erweisen sich unsere Bug- und Heckstrahler als zu schwach: Wind, Strรถmung, etc. und es hilft nur der Motor und das Steuerrad , um schnell loszukommen. In letzter Sekunde rettet uns unserer Kugelfender davor, dass wir uns an Balu’s Anker eine deftige Schramme einholen.

Bis zur IJssel sind es nur knappe 4 Kilometer. Bei 5 km/h Gegenstrรถmung bis zur Mรผndung hin, kommen wir nur sehr langsam voran.

Auf der IJssel, welche Freude, geht es dann mit der Strรถmung zรผgig voran. Schon nach 2 Stunden erreichen wir den Passantenhafen in der Hansestadt Doesburg. Wir mรถgen diese Gegend sehr: die Landschaft, den Fluss und die Hanse-Stรคdte, die noch heute vom Glanz der alten Zeiten zeugen.

Wie in vielen Passantenhรคfen wird hier Strom, Wasser, Mรผll etc. mit der „Service-Karte“ beglichen. Die รœbernachtung zahlt man an einem Automaten. Der Hafenmeister kommt nachmittags vorbei und schaut nach dem Rechten.

Die Stadt ist immer einen Besuch wert.

Diesmal haben wir besonderes Glรผck bei unseren Besichtigungszielen!

  • ein altes Foto-Geschรคft (unter anderem mit alten Leicas und russischen Kopien),
  • das Lalique Museum,
  • das Spiel auf einer schรถnen elektro-pneumatischen Orgel in der Martinikirche. Wir dรผrfen sogar dem Organisten bei der „Arbeit“ zusehen.
  • zum Abschluss noch eine Foto-Ausstellung.

Leider ist das „Senf-Museum“ an diesem Tag geschlossen .

Bei frischem aber schรถnem Sonnenwetter geht es weiter nach Zutphen.

Die Strรถmung ist weiterhin stark. Daher entschliessen wir uns, nicht im historischen Stadthafen anzulegen, dessen Kaimauer wegen des leichten Hochwassers sogar unter Wasser steht, sondern im neuen Noordhaven, etwas ausserhalb des Zentrums.

Wir waren schon mehrmals in dieser netten und schรถnen Stadt. Trotzdem gibt es immer Neues zu entdecken und Altes zu schรคtzen. Wie z.B. die Bibliothek in einer frรผheren Kirche.

Am nรคchsten Morgen geht es weiter nach Deventer. Der Fluss ist hier kurvenreich, so dass Vorsicht geboten ist. Oft wird die Blaue Tafel gezeigt.

Kurze Zeit nachdem wir den Hafen verlassen, ruft uns Thomas รผber VHF77 an. Ein Polizeiboot nรคhert sich mit hoher Geschwindigkeit. Jetzt gilt es schnell zu reagieren. Wir wenden um 180ยฐ, damit das Polizeiboot uns entgegen kommt. So wollen wir den Einfluss der enormen Wellen verringern. Die Polizei ist nett zu uns. Als sie sich uns nรคhern, drosseln sie bei der Vorbeifahrt die Geschwindigkeit. Der gut ausgestattete Hafen liegt nรถrdlich der Stadt. Zur Stadt kommt man am besten mit dem Rad.

Wir besuchen das sehenswerte Rathaus. 2264 Personen haben ihre Fingerabdrรผcke fรผr die Fassaden gegeben. Die Abdrรผcke wurden in Aluminium gegossen. Sie dekorieren nun alle Wรคnde, innen und aussen. Das Stadtmuseum im Gebรคude der frรผheren Waage gibt einen interessanten Einblick in die Geschichte der Stadt, geprรคgt von Kriegen und Handel.

Zum Abschluss gรถnnen wir uns noch bei schรถnstem Maiwetter einen „Cafรฉ liegois„.

Am nรคchsten Morgen brechen wir nach Zwolle, der Hauptstadt der Provinz OverIJssel, auf.

Wir kennen die Stadt zwar, kommen aber mit dem Boot zum ersten Mal hierher. Man erreicht sie von der IJssel aus รผber den Zwolle-IJssel-Kanal. Mehrere Hebebrรผcken liegen auf dem Weg. Fรผr grosse und „hohe“ Boote gibt es spezielle Plรคtze auf der linken Seite des Hafens und auf Steuerbord hinter der Fussgรคngerbrรผcke Fingerstege fรผr Boote unserer Grรถsse. Achtung, je nach Wasserstand kann es eng werden. Wie auf dem Bild zu sehen ist, sind die Stege leider sehr kurz.

Auch hier, wie in den Hรคfen Doesburg und Zutphen wird die Benutzung mit der App aanUit.net gesteuert (Liegegeld, Strom und Wasser). Der Supermarkt „Albert Hijn“ liegt direkt gegenรผber am anderen Ufer.

Wir bleiben mehrere Tage in Zwolle. Zeit genug, die Stadt genauer zu erkunden: Wochenmรคrkte, Museen, Plรคtze, historische Bauten, Stadtkanรคle. Die aktuelle Ausstellung im Stadtmuseum ist sehr zu empfehlen.


Zusammenfassung:

Vianen > Wijk bij Dursteede : 29km, 3h30, 2 Schleusen
Wijk bij Dursteede > Arnheim : 59km, 6h30, 2 Schleusen
Arneheim > Doesburg : 17km, 2h
Doesburg > Zutphen : 16km, 2h
Zutphen > Deventer : 13km, 1h30
Deventer > Zwolle : 29km, 4h, 1 Schleuse, 3 Brรผcken

2024 #3 Auf los geht’s los

Maasbracht – Vianen

Unser Boot kam am 18. April ins Wasser.

Als wir am 23. ankommen, finden wir es am Kran-Steg. Dort soll es auch bis zur geplanten Abfahrt am Freitag bleiben. Wir werden die 3 Tage zum Bunkern und fรผr eine Testfahrt nutzen. Denn die muss sein, wie uns unsere Erfahrung 2022 gelehrt hat!

Wir fahren Richtung Thorn. In der Saison ist dort am Anleger, kaum Platz zu finden. Jetzt im April, bei frostigen Temperaturen, sieht das schon anders aus. Wir sind alleine hier. Wir profitieren davon und machen einen kleinen Stadtrundgang durch die schรถnen Gassen.

Am 26. geht es dann los, zunรคchst รผber den Zuid-Willemsvaart in Richtung Nord-Westen. Unsere erste Etappe soll Verghel sein. Es wird eine lange Tagesetappe. Wir kommen dort 9 Stunden spรคter an.

Wir haben bisher noch nicht in dieser Stadt gehalten. Schon mehrmals hat man uns empfohlen, dort eine Etappe einzulegen. Der Halt lohnt sich! Der kleine Club-Hafen ist gut ausgestattet und liegt ganz in der Nรคhe der „NordKade“. In alten Industrieanlagen ist dort ein sehenswertes Einkaufs- und Kulturzentrum entstanden.

Der nรคchste Tag fรผhrt uns nach s’Hertogenbosch. Fรผr Sonntag ist Wind angesagt. Daher entschliessen wir uns, in dieser schรถnen Stadt eine kleine Pause einzulegen. 2019 waren wir zum letzten Mal dort.

Als wir ankommen, finden wir zunรคchst keinen freien Liegeplatz. Der Hafenmeister weist uns an, im „Doppelpack“ anzulegen. Der grosse Andrang erklรคrt sich sogleich.

Dieses Mal fรคllt unser Besuch auf den „Koniginendag“ (oh Entschuldigung, man muss ja jetzt „Konigsdag“ sagen.) Scheinbar haben sich die Niederlรคnder, mit denen wir ins Gesprรคch kommen, immer noch nicht an die Verรคnderung im Kรถnigshaus gewรถhnt. Es ist Samstag. Die Geschรคfte sind geschlossen. Der Tag gilt dem Feiern. รœberall begegnen uns „orangefarbene“ T-Sirts, Hรผte, Brillen und sonstig verkleidete Gestalten. Musik ist an jeder Strassenecke zu hรถren.

Nach 2 Nรคchten verlassen wir die Stadt und fahren weiter in Richtung Waal. Als wir in Woudrichem ankommen, entscheiden wir uns dort zu รผbernachten und die รœberfahrt am nรคchsten Morgen anzugehen.

Wir hoffen im historischen Hafen festmachen zu kรถnnen und haben Glรผck. Hier ist es noch ruhig.

Natรผrlich fรผhrt uns ein Spaziergang zum Waal. Es ist erstaunlich wenig Verkehr an diesem Nachmittag. Als wir dann kurz vor Sonnenuntergang wieder ans Ufer gehen, erleben wir eine lustige Szene. Man hat den Eindruck, dass ein kleines Ruderboot mit einem Frachter um die Wette gegen die Strรถmung ankรคmpft.

Auch fรผr unsere รœberfahrt am nรคchsten Morgen haben wir Glรผck. Nur zwei Frachter und eine Fรคhre begegnen uns, wรคhrend der 20 minรผtigen Fahrt. Wir legen im Aussenhafen am Merwede-Kanal an.

Unser Plan ist es am nรคchsten Morgen, zunรคchst die Stadt Gorinchem zu umfahren, und dann von der Linge her in den Lingehafen zu fahren. Die Durchfahrthรถhe der ersten Brรผcke wird mit 3,60m angegeben. Wenn das stimmt, wรผrde es fรผr uns bei gelegtem Mast gerade reichen.

Somit versuchen wir es. Zunรคchst bringen wir am Bug unsere Messlatte an. Diese erweist sich bei Frankreich-Reisen nicht nur als hilfreich sondern absolut notwenig (die allgemeinen Durchfahrthรถhen liegen dort bei 3,70m, oft aber auch weniger, z.B. im Ardennen-Kanal).

Wir fahren langsam ran, aber der Wasserstand ist einfach zu hoch! Unsere Latte berรผhrt die Brรผcke. Also „Marche arriรจre“ heisst es!!!

Und jetzt ? Entweder einen Abstecher zur Linge oder direkt nach Vianen? Dort sind wir fรผr die nรคchsten Tage verabredet mit „BALU“ und seiner Besatzung. Bis nach Vianen sind es noch 3 – 4 Stunden. Auf dem Merwede-Kanal gibt es einige bewegliche Brรผcken und eine Eisenbahnbrรผcke. Je nach Verkehr kann es schon lรคnger dauern.

Wir haben Glรผck und kommen kurz vor ร–ffnung der Eisenbahnbrรผcke dort an und haben nur 10 Minuten Wartezeit.

So erreichen wir den Passantenhafen in Vianen zur Mittagszeit. Der Hafen ist fast leer. Neue zusรคtzliche Stege wurden installiert. Als Etappe liegt der Hafen sehr gรผnstig. In nur 100 m Entfernung findet man die รผblichen Supermรคrkte „Albert Hijn“ und „Jumbo“.


Zusammenfassung:

Anfahrt: 26. April

Maas, Zuidwillemvaart, Afgedamde Maas, Waal, Merwede-Kanal

Maasbracht > Veghel : 9h, 62km
Veghel > s’Hertogenbosch : 6h, 33km
s’Hertogenbosch > Woudrichem: 4,5h, 30km
Woudrichel > Gorinchem : 3 km, 20′
Gorinchem > Vianen : 3,5h, 23km

2024 #2 Jetzt steht der Plan

In unserem letzten Beitrag, dem ersten fรผr dieses Jahr 2024, hatten wir die mรถglichen Optionen fรผr unsere Reise in Richtung Berlin beschrieben.

Ausdrรผcklich mรถchten wir uns noch bei unseren treuen Lesern fรผr die vielen guten Ratschlรคge und Empfehlungen bedanken.

Wir werden aller Wahrscheinlichkeit die „Nordroute“ [C] รผber den Dollart nehmen. Dann wollen wir zunรคchst im Norden bleiben und nach Bremen fahren. AnschlieรŸend ist die Weser aufwรคrts und der Mittellandkanal geplant.

Da die Schleuse Grave auf der Maas zur Zeit wegen Bauarbeiten gesperrt ist, mรผssen wir noch entscheiden, wie wie zum Niederrhein kommen. Der beschriebene Weg (1), (5) und (7) fรคllt somit aus.

Als Alternative hatten wir im ersten Bericht zunรคchst die Strecke (6) und (7) (also รผber den Zuid-Willemsvaart) oder (1), (2), (4) und (8) (also รผber den Maas-Waal-Kanal und den Waal zur IJssel angedacht.

Groningen – Oosthaven

Ein aufmerksamer Leser hatte uns anschlieรŸend darauf aufmerksam gemacht, dass es auch mรถglich ist, รผber die Maas (1) (2) zum Waal zu fahren. Von dort aus geht es dann den Waal allerdings zunรคchst flussabwรคrts bis zum Amsterdam-Rhein-Kanal und von dort zum Niederrhein (11).

Gemรผtlicher, aber auch langweiliger ist die Strecke (6)… die Variante (11) ist halt schneller, dafรผr aber etwas anstrengender wegen des drรผckenden Berufsverkehr.

Dollart

Am 18. April kommt das Boot ins Wasser. Es bleiben noch ein paar Tage zur Vorbereitung. Der Zeitplan steht. Mitte Mai wollen wir auf der IJssel sein. Dann geht es weiter durch Friesland. Aber dazu mehr, wenn wir wieder auf unserem Schiff sind. Bis dahin sind es ja jetzt nur noch ein paar Tage.

2024 #1 Die ersten รœberlegungen

Wie schon Ende 2023 berichtet, steht das grobe Ziel fest. Dieses Jahr, zum 10 jรคhrigen Boots-Jubilรคum soll es auch dabei bleiben. Es wird nach Deutschland gehen, nach Nord- und Mitteldeutschland. Genauer gesagt, wollen wir zur Region Berlin-Brandenburg. Inzwischen haben wir die Gewohnheit, im Sommer eine Unterbrechung zu machen. Dann geht es fรผr zwei bis drei Wochen nach Hause. Dort warten andere „Beschรคftigungen„…

Wie genau wir die erste Tour, von Mitte April bis Mitte Juni, gestalten, haben wir noch nicht entschieden.


Wie jedes Jahr starten wir von Maasbracht in Limburg, unserem Winterlager.

Soll es direkt und auf dem schnellsten Weg nach Berlin gehen? Oder sollen wir erst die Norddeutsche Kรผstenlandschaft erkunden?โ€‚Oldenburg, Bremen, der Kรผstenkanal, die Hunte ,… „On verra bien„, sagt man bei uns.

Zunรคchst heisst es, die verschiedenen Wege anzuschauen. Drei mรถgliche „Grenzรผbergรคnge“ ziehen wir in Betracht:

  • den Rhein bei Emmerich [A] , die „Sรผdroute
  • den Dortmund-Ems-Kanal via den Haren-Rรผenbrock-Kanal [B] , die „mittlere Route
  • den Dollard zur Ems bei Groningen [C] , die „Nordroute

VAGABOND 2024 Tour 1 Anreise Niederlande

Inzwischen ist es ja รผblich geworden, bei solchen „Wegfragen“ ein Navigationsprogramm zu verwenden. „Boatrouting“ oder „Waterkaarten“ sind da gute Beispiele. Diese Anwendungsprogramme auf Handy, iPad oder PC nehmen einem zwar die Arbeit grossteils ab, rauben einem aber auch ein wenig den Spass bei der Planung . Oder?

Wir bleiben bei der Planung noch bei der „alten“ Methode, setzen aufs Gehirn und lassen den Prozessor und seine Algorithmen mal bei Seite. Wichtiger als das „Tool“ sind wohl die Kriterien nach denen man seinen Weg auswรคhlt:

Soll es schnell gehen und mรถchte man schnell am Ziel sein? Oder will man sich Zeit lassen, um von der Landschaft und / oder schรถnen Liegeplรคtzen zu profitieren ? Will man einfach eine neue Umgebung entdecken, oder sucht man einfach nur die Abwechslung ? „Die Maas kennen wir jetzt …„.
Das Wetter oder die Wassersituation kann auch eine wichtigen Rolle bei der Suche nach der richtigen Entscheidung spielen. Natรผrlich gehen auch Wegsperrungen oder Behinderungen in die Planung ein. Es gibt sicherlich noch viele andere Parameter, die man in die Entscheidung einbeziehen kann. Oder ganz anders,… man fรคhrt einfach los. Auch das soll es geben ;-). ร„nderungen muss man immer in Kauf nehmen. Das gehรถrt nun mal dazu.


VAGABOND Tour 1 Niederlande Weg-Optionen:
  • [A] Sรผdliche Route: Der schnellste Weg (bis zur Grenze) nach Nord-Deutschland fรผhrt รผber den Rhein/Waal (Strecke [A]). Wenn Berufsverkehr, eventuel schlechtes Wetter und mitunter starke Strรถmung keine Schwierigkeiten darstellen, ist dieser Weg eine gute Lรถsung. Von Maasbracht ausgehend, kann man den Mittelland-Kanal in 3 – 4 Tagen erreichen. Somit heisst der Weg (1) > (2) > (3): Maas > Maas-Rhein-Kanal > Rhein etc.
  • [B] oder [C] Mittlere oder nรถrdliche Route: Diese Strecken fรผhren รผber Friesland. Zunรคchst gilt es hier zwischen der Maas (1) und dem Zuid-Willemsvaart-Kanal (6) wรคhlen.
    • Der Weg รผber Maas (1), Rhein (2) und Pannerden-Kanal (4) ist auch in diesem Fall sicherlich der kรผrzeste, stellt aber wie im vorher beschriebenen Fall, die gleichen Anforderungen, bevor man die Ijssel erreicht.
    • Wer es etwas „gemรผtlicher“ angehen kann oder will, die Maas zusรคtzlich gut kennt und zunรคchst zรผgig voran kommen mรถchte, wird sich fรผr den Zuid-Willemsvaart (6) entscheiden. In unserem Falle sind es wohl die kรผrzere Dauer, die wir auf dieser ersten Etappe suchen.
    • Spรคtestens in ’s Herzogenbosch ist man dann wieder auf der Maas. Von dort gehts dann weiter in Richung Niederrhein (7) zur Ijssel.
    • Weiter geht es รผber die Ijssel (8) flussabwรคrts nach Friesland.
    • Jetzt gilt es zu entscheiden, ob man รผber die Nord-Route [C] oder รผber die mittlere Strecke [B] will. Die Entscheidung hรคngt jetzt im Wesentlichen von dem weiteren Plan der Fahrt in Deustchland ab.
      • [B] Mittlere Route :Will man jetzt auf kรผrzestem Weg zum Mittelland-Kanal รผber den Dortmund-Ems-Kanal, dann sind die kleinen Torf-Kanรคle in Friesland (9) die erste Wahl.
      • [C] Nรถrdliche Route : Oder mรถchte man zunรคchst etwa den Stรคdten Bremen und Oldenburg einen Besuch abstatten. Dann bittet sich der Kรผstenkanal und die Hunte an ? Somit heisst es, den Dollard zu รผberqueren. Von dort aus geht es weiter รผber die Ems (10).
Dollart // Delfzijl > Emden

Und jetzt ? Was steht jetzt, Ende Januar schon fest ?

  • Die Strecke [A] wird es nach heutigem Stand wohl nicht
  • Ob es der „Grenzรผbergang[B] oder [C] wird, ist noch offen.
  • Fest steht allerdings, dass wir (6), (7) und (8) wรคhlen werden, um nach Friesland im Frรผhjahr zu kommen. Dafรผr rechnen wir 12 Tage. Nach 2022 wird es unsere zweite Reise รผber den Niederrhein sein. Gern sind wir auch auf der Ijssel unterwegs.

An dieser Stelle mรถchten wir uns bei unseren treuen Lesern und Bootsfreunden fรผr die vielen netten und guten Vorschlรคge und Informationen bedanken, die uns bei der Vorbereitung eine grosse Hilfe sind.

Der Plan wird noch ein paar Wochen reifen. Aus Erfahrung wissen wir, dass es besser ist, die „Wunschziele“ am Anfang der Reise anzufahren. Auf der Rรผckreise bleibt meistens wenig Zeit fรผr einen „Schlenker“. Entscheidend wird auch sein, wo wir die „Sommerpause“ einlegen wollen/kรถnnen. Dort brauchen wir einen Liegeplatz, wo unser Boot 3 – 4 Wochen ruhig und sicher liegen kann.


UPDATE 03.02.2024:

Ein fleissiger und netter Leser unseres Blogs hat uns auf eine Alternative aufmerksam gemacht, die wir einfach „รผbersehen“ hatten. Sicherlich weil der Waal nicht unseren bevorzugten Hobby-Skipper Revieren gehรถrt,… zumindest noch nicht. Aber nach 10 Jahren Bootserfahrung ist es Zeit, mal Neues zu erkunden!

Daher ist der Vorschlag absolut erwรคhnenswert. Er lรคd zu erneutem Nachdenken ein. Der weiter oben geschriebene Satz „Fest steht allerdings, dass wir (6), (7) und (8) wรคhlen werden, um nach Friesland im Frรผhjahr zu kommen.“ kommt somit etwas ins Wanken ;-).

VAGABOND 2024 Tour 1 NL Alternative 11

Um von Maasbracht aus zum Niederrhein (7) zu kommen, gibt es zu den beiden erรถrterten Routen (6) oder (1)+(5) noch die Alternative (1)+(11).โ€‚

In diesem Fall bleibt man flussabwรคrts auf der Maas, nimmt dann bei Mook den Maas-Waal-Kanal, fรคhrt den Waal ebenfalls flussabwรคrts und nimmt den Amsterdam-Rhein-Kanal bei km913 Richtung Niederrhein.

2017 Tour 1-10
unterwegs auf dem Waal, allerdings „zu Berg“

Diese Strecke ist zwar etwas anstrengender als der oben erwรคhnte Weg รผber den Zuid-Willemsvaart, aber wohl schรถner und schneller. Diese Variante hat fรผr uns auch den Vorteil, dass zumindest die Waal Strecke „Neuland“ ist.

2023 #20 2024, was nun ?

Wie jedes Jahr denken wir zum Jahresende schon mal an die nรคchste Boots-Saison, auch wenn von genauer Planung nicht die Rede sein kann.

Wie so oft, sagen wir uns, dass „die nรคchste Saison dort oder dorthin gehen soll…“ . Am Ende kommt es dann oft anders!

So haben wir in den letzten Jahren mehrmals an dieser Stelle unseren Wunsch geรคussert, Richtung Berlin zu fahren.โ€‚

Fรผr 2024 haben wir es uns diesmal fest vorgenommen!

Vor genau 10 Jahren begann unsere BootserFAHRung im April 2014 mit der von Linssen-Yachts organisierten „Ostertour“ . Die erste grosse Reise fรผhrte uns damals „nach Hause„. Wรคre da nicht die Sache mit der Mehrwertsteuer gewesen, hรคtten wir uns sicherlich nicht zu einer so weiten Reise gewagt… Wir hatten keinerlei Fachkenntnisse!! Wir wussten nichts. Jeder gute Rat, den wir damals von netten „Mitstreitern“ bekamen, war willkommen. Das war auch der Anfang dieses Blogs! Er wird inzwischen jeden Monat von fast 1000 Bootsfreunden besucht. Es besteht also weiterhin Bedarf am Erfahrungsaustausch. Das ist sein Hauptzweck. Damals wie heute sind wir รผber jede nรผtzliche und hilfreiche Information froh!

Nun zur Saison 2024.

QUELLE: Google maps 2023

Wir wollen also nach Berlin, vielleicht auch etwas weiter. Viele unserer Leser sind sicherlich dort schon mal mit dem Schiff hingefahren.

Es wรคre sehr nett, wenn Ihr eure Erfahrungen hier teilen kรถnntet. Vielleicht habt Ihr auch ein paar Tipps fรผr uns.

Wie immer starten wir auf der Maas. Da wir keine grosse Lust haben den Rhein zu Berg zu befahren, denken wir an die Alternative รผber die kleinen Kanรคle in Friesland nach Deutschland zu kommen. Ab dann ist der Weg รผber den Mittellandkanal recht klar.

Aber wo halten ? Was ist sehenswert ? Auf was muss man achten Welche Hรคfen sind besonders empfehlenswert ? …

Wir haben schon oft gelesen, dass der Hafen von Potsdam sich gut als „Basislager“ eignet. Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden wir im Hochsommer 2 – 3 Wochen unser Boot verlassen. VAGABOND ist zwar wichtig aber nicht das einzige, was uns auf Trab hรคlt ;-).

Paris – Canal Saint Martin

Zum Schluss mรถchten wir allen unseren treuen Lesern ein paar ruhige Festtage zum Jahresende wรผnschen.

2023 #19 2023 in Bildern

Heutzutage ist man ja daran gewรถhnt sich seine Fotos, und vor allem die Reiseerinnerungen, am Bildschirm anzuschauen. Hรคufig sind die Bilder auf dem Handy gespeichert, manchmal werden sie auch auf den รผblichen sozialen Netzwerken publiziert. So auch wir! mit vagabond4you auf Instragram z.B.

Vor allem aber berichten wir ausfรผhrlich auf unserem Reiseblog von unseren Fahrten : https://vagabond4you.com/fotogalerie/ . Dort haben wir auch eine Fotogalerie eingerichtet. Hier findet man fรผr jede Saison seit 2014 eine kleine Auswahl an Bildern, die ein paar Eindrรผcke von der Reise vermitteln (sollen). Hier die Galerie von diesem Jahr https://vagabond4you.com/saison-2023/.

Die Plattformen, Instagram und Facebook, haben wir auch dieses Jahr wieder benutzt. Mรถglicherweise, zum letzten Mal. Gerade versucht META fรผr Facebook und Instagram, uns davon zu รผberzeugen, die neuen kostenpflichtigen Abonnements zu nehmen. Es ist gut mรถglich, dass unsere Prรคsenz dort schnell verkรผmmert.

Auch wenn das Teilen von Bildern heute meistens „digital“ ablรคuft, halten wir weiterhin am Papier fest!

Nichts geht รผber das Blรคttern in einem schรถnen Buch,….

Ausserdem, wer kann schon sicher sein, ob die digitalen Medien in ein paar Jahren noch lesbar oder zugรคnglich sind. Datenformate wie JPG oder auch PDF kรถnnen irgendwann von anderen abgelรถst werden, Speichermedien veralten (auf jeden Fall schneller als Papier).

Also bleiben wir beim Papier.

Ja, Ja,… es ist richtig, dass auch Papier nicht gratis ist! Aber es hat den Vorteil der grรถsseren Bestรคndigkeit. Von der Haptik ganz zu schweigen.

2023 #18 Clap de fin de saison

Wir bleiben eine Woche im Grevelingen Meer. Unsere Kinder und Enkel sind auf Besuch. Ferienzeit!

Den Plan lรคnger in Zeeland zu bleiben, geben wir aus Zeitgrรผnden auf. Wir entscheiden uns, die Rรผckreise frรผher anzugehen. Es gibt einiges zu tun, zuhause und sonstwo. Bootsfahren ist wichtig, aber nicht alles. Zeeland lรคuft uns nicht weg. Eigentlich schade, denn jetzt wo die Schulferien zu Ende gehen, wird es auch hier ruhiger und entspannter. Vielleicht steht dann Zeeland 2025 wieder auf dem Programm….

Wir fahren weiter in Richtung Maasbracht. Die Stationen sind wie sooft dieselben: Willemstad, Heusden, Maasbommel, Leukermeer,…

Wegen des starken Regens bleiben wir 2 Tage in T’Leuken. Dass wir nicht wie รผblich in Linden (Cuijk) oder Mook gehalten haben, ist fรผr uns ein Glรผck! Denn morgens erfahren wir, dass das Wehr der Schleuse Grave beschรคdigt wurde und somit die Regulierung des Wasserstandes nicht mehr gewรคhrleistet werden kann. RWS hat entschieden, die Maas zwischen der Schleuse Sambeek und Grave ab dem 1. September zu schliessen (zunรคchst auf unbestimmte Zeit…).

Auch Venlo lassen wir dieses Jahr aus. Wir รผbernachten im kleinen Hafen von Hanssum. Bis nach Maasbracht ist es nun nicht mehr weit.

Wir werden zum Saisonende noch ein paar Tage in Maasbracht bleiben. Die Meteorologen verkรผnden fรผr die nรคchste Zeit noch sommerliche Tage. Also nichts รผberstรผrzen, auch wenn die Heimat ruft. Jetzt heisst es das Boot fรผr die Winterpause vorzubereiten. Grosse Arbeiten sehen wir nicht vor. Reparaturen fallen dieses Jahr nicht an.

Zusammenfassung:

Bruinisse > Brouwershaven: 16km, 2h
Brouwershaven > Bruinisse : 16km, 2h
Bruinisse > Willemstad: 26km, 5h, 3 Schleusen
Willemstad > Heusden: 53km, 5h30
Heusden > Maasbommel: 37km, 5h30, 1 Schleuse
Maasbommel > Leukermeer: 59km, 6h30, 1 Schleuse
Leukermeer > Hansum: 50km, 6h, 1 Schleuse
Hansum > Maasbracht:

2023 # 17 Von Antwerpen Richtung Grevelingen

Von Antwerpen aus kommt man nach Zeeland รผber die Westerschelde oder รผber den Rhein-Schelde-Kanal. Wir wรคhlen den Weg รผber den Kanal. Bei der Fahrt durch den Hafen gilt es einige Regeln zu beachten. Die Strecke zwischen der Siberiabrug und dem Rhein-Schelde-Kanal ist in 3 Sektoren eingeteilt:

  • 1/ Sektor WELL (Kai 100 – 415): Ansage auf VHF 20 / Kanal 62: Hรถren
    • Name des Bootes: VAGABOND
    • FD-Nummer des Bootes „11 22 33
    • Anzahl der Personen an Bord : 2
  • 2/ Sektor DONK (Kai 415 – Lillobrug) : Ansage auf VHF 22
  • 3/ Sektor POLDER (Kai 415 – Rhein-Schelde-Kanal): Ansage auf VHF 2

Wir starten um 8h20. Die Londonbrug wird um 8h30 gehoben, die Siberiabrug um 9h00. Im Konvoi fahren wir mit 6 Freizeitschiffen in Richtung Rhein-Schelde-Kanal. Unter ihnen eine niederlรคndische Yacht mit Namen Vagebond, was anfangs etwas zur Verwirrung fรผhrt. Da wir aber kein Niederlรคndisch sprechen, sondern in Franzรถsisch mit der Hafenรผberwachung reden, ist das Problem schnell gelรถst. Ausserdem hilft natรผrlich die AIS-Erkennung und die FD-Nummer.

Nach 2 Stunden Fahrt erreichen wir den Kanal. Der Kanal ist sehr breit. Trotz des hohen Verkehrsaufkommens verlรคuft die Fahrt bis zur Schleuse Kreekracksluis recht ruhig.

Geschleust werden wir mit 4 Frachtern in der 320m langen Schleusenkammer. Wir stehen direkt hinter einem Frachter, der wรคhrend des gesamten Vorgangs seine Schraube laufen lรคsst.

Eine Stunde spรคter, finden wir im netten Club-Hafen WSV Kogge in Tholen am Passantensteg „Sandettie“ wieder, eine Linssen-Yacht, die wir von Charleville-Meziรจre her kennen. Der Hafen von Tholes bietet viel Platz. Wir waren aber nur zu zweit am Passantensteg. Ein Rundgang durch das Stรคdten lohnt sich. Direkt am Hafen liegen ein paar Cafรฉs und Restaurants.

Tholen

Gegen 8h30 legen wir am nรคchsten Morgen los. Es ist noch sehr diesig. Wir mรผssen wachsam sein. Sobald wir auf dem Kanal sind, spรผren wir den starken Berufsverkehr. Vor allem Tankschiffe sind unterwegs. Der blaue Kegel signalisiert entflammbare Ladung.

Trotzdem kommen wir bis zur Kramer-Schleuse gut voran. Wir sind nicht die einzigen, die in Richtung Oosterschelde unterwegs sind. Alle wartenden Schiffe kรถnnen ohne Verzug geschleust werden.

Anders sieht es dann aus an der Grevelingen-Schleuse. Hier mรผssen wir รผber eine Stunde warten. Da der Wartesteg vor der Schleuse schon vollgepackt ist, als wir ankommen, drehen wir ein paar Runden.

Zumindest ein Kapitรคn in der Warteschlange wacht peinlich darauf, dass ihn keiner รผberholt. Als wir auf gleicher Hรถhe im Wind treiben, bekommen wir „die gelbe Karte“ gezeigt.

Als die Wartezeit dann endlich vorรผber ist, lassen wir ihnen hรถflich den Vortritt.

Um kurz vor 13h legen wir im Club-Hafen WSV BRU am Aussensteg an, wo wir zwei Tage lang das Hafen- und Schleusenkino geniessen.

WSV BRU // Bruinisse

Zusammenfassung:

  • Antwerpen > Tholen: 39km, 5h, 1 Schleusen
  • Tholen > Bruinisse: 29km, 3h30, 2 Schleusen.