2024 #6 Von Zwolle aus Richtung Deutschland

Wir sind schon wieder am Planen,…. und Umplanen…

In Zwolle sitzen wir zusammen , um mal wieder über die Weiterfahrt nachzudenken. Unsere Erfahrung mit der Strömung auf dem Niederrhein bringt uns zum Zweifeln, ob das Fahren auf der Weser stromaufwärts mit unserem Boot sinnvoll ist. Je nach Jahreszeit soll die Strömung auf der Weser auch recht stark sein. 140 km gegen den Strom fahren? Mmmh,…. Wir denken über Alternativen nach.

Wenn es jetzt direkt in Richtung Mittelland-Kanal gehen soll, so ist die Route über die kleinen Torfkanäle die naheliegende Wahl. Aber wir wissen auch, dass der Haren-Rutenbrock-Kanal bis Ende Mai wegen Baggerarbeiten gesperrt ist. Bis dahin sind es noch 2 Wochen. Warten wollen wir nicht!

Vier Wege haben wir uns ausgedacht, um es sowohl gemütlich als auch schön anzugehen.

  • über die kleinen Kanäle in Drenthe via Assen (1)
  • über die kleinen Kanäle in Drenthe und Friesland via Leeuwarden (2)
  • über die Seen und friesischen Kanäle (3)
  • über das IJsselmeer (4)

Wir entscheiden uns für Friesland (3), obwohl wir die meisten Wege dieser Route schon mehrmals gefahren sind (2017, 2019, 2022). Der direkte Weg (1) würde einen zu langen Aufenthalt in Groningen bedeuten. Die Variante (2) müssen wir ausschliessen, da die Wasserkarten nur eine Wassertiefe von 1,10 angeben. Bliebe der Weg über das IJsselmeer, aber der ist sehr wetterabhängig.

Für die Strecke von Zwolle nach Groningen sehen wir 8 Etappen vor.

Kurz vor 10h, nach 4 schönen Tagen, verlassen wir Zwolle im Konvoi mit 8 Schiffen. Sonntags werden die Brücken von 10 – 18h gehoben.

Nach nur einstündiger Fahrt legen wir an der Kade in Hasselt an. Bei früheren Reisen haben wir die Stadt von Zwartsluis aus mit dem Fahrrad besucht. Jetzt liegt VAGABOND zum ersten Mal hier. Es gibt Strom am Steg für 50 Cent das kW. Ob hier kein Liegegeld verlangt wird, wissen wir nicht. Einen Hafenmeister sehen wir auf jeden Fall nicht.

Nachmittags wird es unruhig. Jetskis, schnelle kleine und grössere Schiffe wühlen das Wasser kräftig auf.

Hasselt

Am nächsten Morgen legen wir vor 9h wir gemeinsam ab, BALU übernimmt für den kurzen Weg nach Zwartsluis die Führung. Obwohl das diesjährige „Schlepperfest“ beendet ist, ist noch Einiges los im Passantenhafen.

Zusätzlich sind einige Plätze gesperrt oder reserviert. Wir finden Platz an der Kade. Dort gibt es Strom aber kein Wasser.

Die Fahrt von Zwartsluis nach Ossenzijl führt durch eine schöne Naturlandschaft. Sie erinnert auch an die Vecht. Die Häuser sind hier allerdings „ländlicher“. Man spürt nicht die Nähe zur Metropole Amsterdam.

Nach einem „Lunch-Stop“ in freier Natur beschliessen wir in der Nähe des Ortes Ossenzijl am Kanal zu übernachten.

Am nächsten Tag soll es weitergehen nach Sloten. Unterwegs entscheiden wir uns für einen direkteren Weg in Richtung „Norden“. Es ist sehr windig und wir denken, dass es sinnvoller ist, einen guten Hafen anzusteuern. Nach 6 Stunden erreichen wir Grou. Das Anlegen gestaltet sich schwierig. Siehe Anlegen bei Wind.

Unser nächstes Ziel ist Leeuwarden, wo wir ein paar Tage ausruhen wollen. Die Stadt ist uns in sehr guter Erinnerung. Sie hat viel zu bieten: schöne Liegeplätze, gute Museen, Ambiente und gute Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe des „Prinsentuin„.

Liegegebühren werden über die App i-Marina abgebucht.

Das Wetter ist sehr wechselhaft. Regenschauer wechseln mit sonnigem Wetter ab.

Bei einem unserer Spaziergänge erhalten wir eine schlechte Nachricht vom Skipper der Balu. Yvonne hat sich beim Radfahren verletzt: Diagnose Armbruch! Für Yvonne und Thomas endet unsere gemeinsame Reise vorerst in Leeuwarden. Schweren Herzens entscheiden wir uns, alleine weiterzufahren. Da die Öffnung des Kanals Ende des Monats Mai aber ungewiss bleibt, entschliessen wir uns nun, in Richtung Delfzijl zu fahren. Wenn das Wetter es zulässt, werden wir den Weg über den Dollard wählen.

Die Brücken am Prinsentuin werden ab 9h gehoben. So starten wir zeitgleich: BALU fährt Richtung Sneek, VAGABOND bricht nach Dokkum auf.

Wie die Male zuvor geniessen wir die Strecke zwischen zwischen Leeuwarden und Dokkum.

Dokkum haben wir so „voll“ noch nie erlebt: Pfingstwochenende, schönes Wetter, schöner Liegeplatz.

Auf dem Weg nach Zoutcamp erweist sich die App „Watersport“ als sehr praktisch, um das Heben der Brücken anzufordern. Sobald man in der Nähe der zu hebenden Brücke angekommen ist, genügt ein einfacher Klick auf der Karte (Bildschirm), und die Anfrage ist gespeichert.

Unseren geplanten Stopp in Zoutcamp können wir vergessen, dort ist Hafenfest,…

Zoutcamp

Zusammen mit drei anderen Booten ziehen wir weiter. Bis Groningen ist es noch ein Stück. Der Wetterbericht hat für den späten Nachmittag eine Gewitterwarnung ausgegeben. Daher entscheiden wir uns, für eine Nacht in Garnwerd man Zee zu bleiben. Hier gibt es einen ruhigen kleinen Hafen im Reitdiep.

Am nächsten Morgen erreichen wir den Osterhaven in Groningen schon um 11h. Christa, die Hafenmeisterin erinnert sich noch an uns. 2022 lag hier unser Boot 10 Tage.

Kaum angekommen, erreichen uns eine neue schlechte Nachricht. Auf dem Dortmund-Ems-Kanal sind zwei Schleusen bis Mitte Juni wegen Wartungsarbeiten gesperrt. Dieses Revier ist Neuland für uns! Der Kanal besitzt Schleusen mit jeweils zwei Kammern. ABER, was man leicht übersieht, ist die Tatsache, dass an manchen Schleusen nur noch eine Kammer in Betrieb ist!!! Das ist der Fall der beiden gesperrten Schleusen. Was jetzt???

Weiterfahren oder Abwarten. Hinzukommt, dass wir Ende Juni für zwei Wochen einen Break einlegen, und wir nicht wissen, wann BALU wieder auf Reisen gehen kann. Nichts tun, ist keine Lösung.

Am nächsten Morgen erleben wir die nächste schlechte Überraschung. In der Nacht wurde versucht, unsere Fahrräder von der Badeplattform zu stehlen. Zum Glück wurde der Dieb von unserem spät zurückkehrenden Bootsnachbarn daran gehindert. Was passieren kann, wird irgendwann geschehen,…. frei nach Murphy

Wir lassen uns unsere Stimmung nicht vermiesen. Wie sagt man zurecht in Frankreich „il n’y a pas mort d’homme„.

Nach zwei Tagen brechen wir zum Aussenhafen in Delfzijl aus. Die kleine Seeschleuse ist ausser Betrieb. Nach etwas Wartezeit werden wir mit 5 Sportbooten und einem Frachter geschleust.

Beim Anlegen bei kräftigem Wind passiert das nächste kleinere Unglück. Christines Sonnenbrille (mit korrigierten Gläsern) fällt ins Wasser. Ein Geschenk für die Muscheln.

Dort warten wir auf ein günstiges Zeitfenster zur Überfahrt nach Deutschland. Es gilt Tiede, Windrichtung und Wetter zu beachten! Hier erfahren wir, dass die Schleusen zu den Yachthafen in Emden und Papenburg … gesperrt sind. Mmmmh. Es bleibt spannend.


ZUSAMMENFASSUNG:

  • Zwolle > Hasselt: 8 km, 1,2h
    Hasselt > Zwartsluis: 5 km, 1h
    Zwartsluis > Ossenzijl: 28 km, 4h
    Ossenzijl > Grou: 51km, 6h (Tankstop)
    Grou > Leeuwarden: 22km, 3h
    Leeuwarden > Dokkum: 23km, 3h
    Dokkum > Garnwerd: 50km, 5h30
    Garnwerd > Groningen: 14km, 2h,1 Schleuse
    Groningen > Delfzijl: 27km, 4h, 1 Schleuse

2022 #8 In Richtung Friesland

An der IJssel liegen sieben ehemalige Hansestädte: Doesburg, Zutphen, Deventer, Hattem, Zwolle, Hasselt und Kampen.

Zu den Städten Zupthen und Zwolle sind wir von Deventer aus mit dem Zug gefahren. Hasselt haben wir mit dem Fahrrad von Zwartsluis aus erreicht. Auffallend ist immer wieder das „Unberührte“ und Entspannte dieser niederländischen Städte. Die Hanse spielt natürlich keine Bedeutung mehr, dagegen floriert heute der Tourismus. Die Zeiten des intensiven Seehandels der Hanse sind lange vergessen. Geblieben sind animierte Gassen, wunderschöne Fassaden mit schmucken Giebeln und lebhafte Plätze. Eine Reise hierhin lohnt immer. Es ist schwierig zu sagen, welche Stadt besonders hervorzuheben ist. Uns gefallen am besten: Zwolle, Zutphen und Hattem, jede auf ihre Art. In Zwolle hat sich auch unser Besuch im Fundatie-Museum gelohnt, weil wir die Ausstellung von Rob Scholte sehen konnten, einem Künstler, den wir nicht kannten und dessen Werk wir sehr eigen und beeindruckend fanden.

Zwolle

Von der IJssel nach Friesland // Hanse-Städte *)

Am 10. Juni um 8h15 verlassen wir nach einer Woche Deventer mit der Hoffnung, dass unser Diesel-Problem behoben ist. Natürlich sind wir etwas aufgeregt, als wir den Motor wieder starten. Wird er „stottern“? oder schnell die gewohne Leerlaufdrehzahl annehmen?

Deventer Yachthafen

Bevor wir den Hafen verlassen, drehen wir zur Sicherheit noch 3 Runden im Hafen. Alles scheint „normal“. Also los!

Nach einer Stunde Fahrt sind wir zuversichtlich. Der Motor läuft wieder sehr ruhig, die Drehzahl bleibt stabil,…. wir atmen auf. Wie vereinbart halten wir unseren Mechaniker an den nächsten 4 Tagen auf dem Laufenden.

Um 11h machen wir in der IJsseldelta-Marina von Hattem fest.

Auch wenn wir die kleine Stadt schon von unserer letzten Reise kennen, freuen wir uns schon auf einen erneuten Rundgang. Die Stadt liegt direkt beim Hafen, ein Supermarkt ist zu Fuss leicht zu erreichen, sowie die Bushaltestelle , praktisch gelegen für eine Fahrt nach Zwolle.

Auf dem Schiff zurück, spricht uns unser Bootsnachbar „Eisvogel“ an. Der Kapitän entpuppt sich sowohl als Leser unseres VAGABOND-Blogs als auch als eifriger Reisetagebuch Autor. Sein Blog bietet interessante Informationen über Liegeplätze und weist auf Besonderheiten hin, denen die Eisvogel-Crew auf ihren Reisen begegnet ist. Bei einem interessanten Gespräch tauschen wir unsere Reiseerlebnisse aus.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Zwartsluis zum Passantenhafen, wo wir nach 2h30 ankommen. Der Hafen ist schon recht voll. Oder sollte man besser sagen „noch voll“. Denn nachdem wir einen Platz gefunden haben, leert sich zunächst der Steg etwas, um sich gegen 16h wieder zu füllen.

Zwartsluis

Ganz in der Nähe des Hafens liegt ein sehr gutes Wassersportgeschäft. Aber bevor wir dahin gehen, machen wir noch mit dem Rad einen kleinen Abstecher nach Hasselt, zur letzten auf dem Programm stehenden Hansestadt an der IJssel. (Nach Kampen werden wir nicht fahren.) Für Interessierte, sei noch auf die schönen Hansestädte Elburg und Harderwijk an den Randmeeren hingewiesen. Diese haben wir 2019 besucht.

Hasselt

Für uns ist es nicht nur die „letzte“ Hansestadt an der IJssel. Wir finden sie auch am wenigsten interessant. Sicherlich bietet die Stadt schöne Grachten und auch einige gut erhaltene Häuser. Irgendetwas fehlt,… vielleicht das lebhafte Ambiente.

Die IJssel und die Provinz „OberIJssel“ haben wir jetzt hinter uns. Morgen geht es in Richtung Friesland, auch Flevoland werden wir für ein paar Stunden streifen.

Zusammenfassung:

  • Deventer > Hattem : 8h15 – 11h00 / 24km / 3,7Mh
  • Hattem > Zwartsluis : 8h30 – 11h00 / 22km / 2,7Mh
  • Zwartsluis > Vollenhove : 10h00 – 11h30 / 15km / 1,8Mh