Der Hafen von Verdun liegt im Stadtzentrum. Eigentlich handelt es sich eher um eine Steganlage für 10-15 Boote. Der Liegeplatz ist kostenfrei, Strom und Wasser inklusive.
Direkt an den Stegen sind Bars und Restaurants. Empfehlenswert ist das „Auberge de la tour“. Hier gibt es eine gute, einfache lothringische Küche.
Wir nutzen unseren Aufenthalt, um unsere Geschichtskenntnisse etwas aufzufrischen. Vor genau 100 Jahren starben hier 300 000 Menschen in 300 Tagen…. Im Sommer fährt der Bus „14-18“ zu allen Kriegsschauplätzen. Die Stadt lebt von ihrer traurigen Geschichte. Die Besichtigung der Citadelle erfolgt im 5-Minuten Takt und dauert 20 Minuten. Man sollte sich voranmelden.
Sehr empfehlenswert ist das „Mémorial pour la paix“, in dem man Stunden verweilen kann und das reichlich Information über die Kriegsereignisse liefert.
124 km trennen Pont à Bar von Verdun. Mit dem Boot sind das etwa 20h. Wir kommen nach 5 Tagen in Verdun an. Dort bleiben wir ein paar Tage.
Man kann es natürlich schneller haben, aber wir wollen von der Natur profitieren. Hier fand vor 100 Jahren ein Teil des 1. Weltkrieges statt. Ebenfalls ein Grund sich etwas umzuschauen. Hier an der Maas wurde Geschichte geschrieben. Sowohl die vielen Festungsanlagen als auch die Soldatenfriedhöfe zeugen davon.
Von Pont à Bar fahren wir nach Sedan mit seiner beeindruckenden Festungsanlage.
Wie schon in Givet, öffnet der „Hafen“ erst im Juni. Die Stege sind noch nicht installiert. Es ist Platz für 4 Boote. Die übernachtung kostet (inkusive Strom) 12€. Wir legen uns wie eine englische Peniche und ein kleineres Schweizer Boot an der Kaimauer fest. Der Hafen wird vom Campingplatz betrieben. Wenigstens haben wir Strom…
Sedan
Die Stadt gibt ausser der Festungsanlage weniger her. Wir fahren weiter nach Mouzon. Dort finden wir eine kleine aber gut geführte Steganlage für 4-6 Boote. Kosten: 8€ inkusive (auch eine Waschmaschine steht zur Verfügung).
Mouzon
In Mouzon besuchen wir das „Filz-Museum“. Wenn man sich für diese uralte Technik interessiert, sollte man sich unbedingt etwas Zeit dafür nehmen. Die Erklärungen sind zwar in Französisch, aber am Empfang kann man eine englischsprachige Broschüre erhalten. Ebenfalls lohnt sich ein Rundgang durch den historischen Stadtkern. Beim Verkehrsamt erhält man einen Plan dazu.
Unseren nächsten Halt machen wir in Stenay. Der gutgelegene Hafen bietet Platz für 10-12 Boote (9€ inclusive Wasser und Strom). Die Stadt bietet einen schön gelegenen und korrekt ausgestatteten Hafen. Ein Besuch des „Bier-Museum“lohnt sich auf jeden Fall. Dort kann man noch einiges über Bier lernen: Zusammensetzung, Herstellung, Arbeitsmethoden, etc.
In Dun Sur Meuse soll eine Bootstankstelle existieren. Sie wird von einem Bootsvermieter betrieben. Wie wir aber erfahren, ist diese erst „später im Jahr im Dienst…“ Also immer frühzeitig anrufen und nachfragen.
In Dun sur Meuse gibt es im Ort einen einfachen Steg mit Strom und Wasser für etwa 8 Boote (Kosten 8€ inkusive).
Ab Dun (Schleuse 27-11) werden die Schleusen noch von Hand bedient. Ausserhalb der Hochsaison, wird man von einem VNF Mitarbeiter begleitet. Er führt die Schleusung durch. Man muss sich am Vortage vor 15h anmelden (Telefon: 0033 3 29 83 74 21).
Dabei gibt es auch manchmal Überraschungen…
Schleuse Liny
Schleuse Consenvoye mit „Tiger“
Die Fahrt führt uns vorbei durch eine hügelige Landschaft. Hier wird sehr viel Raps angebaut. „Colza“ wie man auf Französisch sagt. Dieses Öl ist in Frankreich neben Olivenöl sehr geschätzt.
Wie „immer“ haben wir vor, in Givet an der Steganlage festzumachen. An der Schleuse informiert man uns, dass diese erst im Juni installiert wird…. Also gibt es 2 Möglichkeiten: Kaimauer oder Weiterfahren. Nach einer kurzen Kaffeepause an der Kaimauer entscheiden wir uns für die Weiterfahrt. Das bedeutet zunächst einmal, Cabrio abbauen und Scheinwerfer installieren.
Nach der Tunnelausfahrt müssen wir uns recht lange gedulden, da das Wasserniveau gesenkt werden muss, um die Durchfahrt eines nachfolgenden Passagierschiffes zu erlauben. Nachdem das Wasser wieder das „Normalniveau“ erreicht hat, geht es weiter.
Ausfahrt Tunnel von Ham (Flussaufwärts)
Nach dem Tunnel von Ham machen wir wie vor 2 Jahren am Kai in Virieux-Wallerand fest. Die Friterie neben der „Capitainerie“ läuft auf Hochtouren und auch wir können nicht widerstehen, die Spezialität des Nordens ,“Frites et fricandelles“, zu bestellen.
Weiter geht es an Haybes vorbei bis Fumay. Dort legen wir an und gehen zunächst mal zum Metzger, um lokale Wurstwaren zu kaufen.
Zwischen Monthermé und Charleville-Mézière begegnet uns ein Berufsschiffer im klassischen „Peniche“-Format. Dieser Anblick ist auf der französischen Maas eher selten geworden.
Als wir vor 2 Jahren in Charleville-Mézière ankamen, hatten wir uns noch die Mühe gemacht in den Hafen zu fahren. Dieser ist eigentlich sehr schön und gut ausgestattet. Allerdings zwingt die Höhenbegrenzung von nur 3m an der Einfahrt zum Abbau des Cabrios, was bei Regenwetter eher lästig ist!
Deshalb ziehen wir es diesmal vor aussen an den Stegen festzumachen. Dort liegt man gut und ist noch schneller in der besichtigungswerten Stadt. Allerdings ist dort oft wenig Platz, da die grossen Boote nur hier anlegen können. Insgesamt 3 „kleinere“ Boote finden dieses Mal Platz.
Charleville – Steganlage
Wir bleiben ein paar Tage in der Stadt. Der Stadtkern mit Ihrem grossen Platz lohnt einen Rundgang. Wenn man es mag, kann man sich zum Kosten einiger nordfranzösischen oder belgischen Biersorten verleiten lassen.
Unser Weg führt uns anschliessend für einige Kilometer in den Ardennen-Kanal zum Tanken bei „Pont à Bar Services„. Dort findet man nicht nur einen sehr freundlichen und hilfsbereiten Empfang sondern auch einige Ersatzzeile.
Anschliessend muss man drehen, wenn man wie wir, wieder zur Maas will. Für Boote bis 15m ist das recht problemlos auch wenn wegen der Bootsvermietung die Kais oft belegt sind.
Von Maasbracht nach Vireux-Wallerand sind es 212 km. Wir brauchen dafür 25h oder 6 Tage (2 Tage in Lüttich) und überwinden 20 Schleusen in Bergfahrt.
Startschuss der Saison am 2. Mai! Wir fahren von Maasbracht los. Erste Etappe in Maastricht und dann geht es weiter über den Albertkanaal nach Lüttich. Dieses Mal „biegen“ wir in Visé vom Albertkanaal ab, um über die Maas in Richtung Lüttich zu fahren. An der letzten Schleuse weist man uns darauf hin, dass dieser Weg in unserem „Permis de circulation“ (nach Givet) eigentlich nicht vorgesehen ist. Wir werden trotzdem geschleust und können weiterfahren. Vor 2 Jahren wurden wir von der Polizei auf dem Albertkanaal angehalten zur Überprüfung unserer Dokumente,….
Wie üblich halten wir in Lüttich und Huy. In Lüttich bleiben wir diesmal 2 Tage. Das Restaurant im Hafen von Lüttich ist wieder eröffnet. Es ist schön feststellen zu können, dass es sehr gut besucht wird. Der Empfang ist angenehm und die Küche gut.
In Namur nehmen wir uns vor, mitten in der Stadt im „Port d’Amée“anzulegen.
Gar nicht so einfach!!
Wind und Strömung, 3-4km/h im Mai erschweren das Anlegemanöver. Das nächste Mal werden wir uns einfach an die gegenüberliegende Kaimauer legen.
Namur – Port d’Amée
Die Besichtignung der Stadt lohnt sich auf jeden Fall.
Ab Namur nimmt der Berufsverkehr sehr stark ab. Die Fahrt geht durch eine sehr reizvolle Landschaft.
Leider können wir in Dinant wegen aufwendiger Bauarbeiten nicht am Kai halten. Also geht es weiter bis zum Steg von Anseremme. Dieses Mal fahren wir nicht in den kleinen schönen Hafen. Am Steg liegt man aber ebenfalls ruhig und für die Durchreise ist der Platz bestens. Grundsätlich sind die Liegeplätze in Belgien in gutem Zustand und gut ausgerüstet. Die 3 Komfortstufen erleichtern die Auswahl und vermeiden unangenehme Überraschungen: Halte (Steg minimum), Relais (Steg+Strom+Wasser minimu), Port (Steg+Strom+Wasser+Toiletten, Waschgelegenheiten etc.)
Anseremme – Steganlage
Die nächste Überraschung erwartet uns in Givet. Die Pontons werden erst im Juni installiert. Man hat also die Wahl zwischen der Kaimauer und Weiterfahren. Wir entscheiden uns für die Weiterfahrt nach Vireux-Wallerand….