2026 #15 Städterundfahrt, Teil 3

Wir verlassen Haarlem am 27. Juli. Zunächst geht es wieder zurück nach Süden bis zum „Haarlemer Ringvaart„. Der Weg von und nach Haarlem ist videoüberwacht. Dies dient im wesentlichen der Optimierung der Brückenhebungen.

Von unserem Liegeplatz an der Mühle hinter der Catherijnebrug (N°4) bis zur Schoewbroekerbrug (n°9) brauchen wir im Konvoi 35 Minuten.

Wir biegen links ab und bleiben auf dem Ringvaart, fahren in Richtung Nord-Osten und nähern uns dem südlichen Stadtrand von Amsterdam vorbei am Flughafen Schiphol.

Der Ringvaart ist ein eher ruhiger Kanal. Das „ruhig“ bezieht sich auf die Aktivität auf dem Wasser. Er führt nah am Flughafen vorbei, über uns, geht es eher laut zu.

Zudem frischt der Wind stark auf und wir entscheiden uns, nicht bis zu der zunächst vorgesehenen Etappe zu fahren. Wir suchen den nächstmöglichen Liegeplatz und finden ihn in Halfweg.

Halfweg

Nach der Halfwegbrug finden wir auf Backbord den kleinen Clubhafen Swanenburgth. Ohne lange zu fackeln, legen wir am letzten freien Platz am Aussensteg kurz vor Mittag an. Der Hafen ist sehr überschaubar, vor allem kleinere Boote finden hier ihren Platz.

Schnell stellen wir fest, dass wir alleine sind. Somit harren wir der Dinge, vor allem dem starken Wind, denn ansonsten herrscht schönstes Sommerwetter und essen erst mal zu Mittag. „Lunchen“, wir man hier üblicherweise sagt.

Nach einer Stunde kommt der Hafenmeister zum Boot. Er hat uns auf einer Überwachungskamera gesehen. Er ist freundlich und hilfsbereit. Er ist von Beruf Polizist, ruhte sich zuhause aus nach einem nächtlichen Einsatz. Er dachte er müsse sich für seine Abwesenheit entschuldigen. Es ist gut zu sehen, dass es noch engagierte Menschen gibt.

Es stellt sich heraus, dass der Hafen gut ausgestattet ist. Die nicht geplante Ruhepause, nutzten wir aus, um unsere anstehende Wäsche zu waschen. Der Club wird von der Firma „Kesbeke“ gesponsert. So erhalten wir als Gastgeschenk ein Glas eingelegter Zwiebeln.

Am nächsten Tag geht es weiter über den Ringvaart, vorbei am Nieuwe Meer, vorbei am Flughafen Schiphol, vorbei am Grote Poel und dem Braasemer Meer nach Alphen aan de Rijn.

Alphen aan den Rijn

Auch wenn es in der Stadt ein paar isolierte Liegeplätze am Kanal gibt, bevorzugen wir den ruhigen, allerdings sehr einfachen Stadthafen.

Die Stadt hat selbst kaum etwas besonderes zu bieten. Zum längeren Verweilen lädt sie eigentlich nicht ein. Trotzdem entscheiden wir uns, zwei Tage dort zu bleiben. Die Nähe des Brassemer Meeres und die umliegende Polderlandschaft lädt zu einer ausgedehnten Fahrradtour ein.

Wir planen unseren Ausflug wie immer mit Hilfe der App 01Fietsknoop. Die Strecke führt uns im Gegenuhrzeigersinn von Alphen man den Rijn aus ums See und dessen Umland. Am Einfluss des Kanals Oude Wetering nehmen wir die Fähre. Kurz danach, müssen wir feststellen, dass Christine’s Rad einen Platten hat,…Glas aa Ufer der Fähre! Da wir kein Werkzeug und Reparaturmaterial dabei haben, heisst es jetzt, ein Fahrradgeschäft zu finden, dass uns den Reifen erneuern kann. Viele Geschäfte sind wegen Sommerferien geschlossen.

Nach einem Marsch von fünf Kilometern bei 38°C im Schatten, finden wir ein Geschäft am nördlichen Stadtrand der Stadt. Die ursprünglichen 28km wurden dann deutlich mehr. Erschöpft aber zufrieden, erlauben wir uns zum Abschluss ein Dinner im Restaurant ’s-Molenaarsbrug direkt am Oude Rijn.

Gouda

Auf dem Weg nach Gouda, wo wir an der Regentengracht festmachen, liegt die Hefburg in Boskoop. Es ist immer wieder ein kleines Schauspiel, wenn die Brücke komplett gehoben wird. Als wir in Gouda ankommen, ist Markttag, den wir uns nicht entgehen lassen, auch wenn wir nicht kaufen und nur von der Ambiente profitieren.

Von früheren Fahrten her kennen wir die Stadt recht gut. Wir bleiben 4 Tage. Zeit genug, zum Flanieren und zum Besuch von sehenswerten Orten, wie dem Museumshafen, der Sint-Jans- Kirche oder auch dem Stadtmuseum. Alles Orte, die wir schon kennen, wo sich aber ein Besuch immer lohnt.

Auch wenn das grosse Thema unserer diesjährigen Törns „niederländische Städte“ in Nord- und Südholland sind, so nehmen wir uns auch die Zeit, mit unseren Rädern die Umgebung zu erkunden. Und da findet man oft sehens- und bemerkenswertes.

So auch im Falle von Gouda.

Die erste Tour führt uns zur weitgehenden Natur belassenen Polarlandschaft im Norden der Stadt. Kleine Kanäle und offene Seen wechseln ständig ab. Ein wahres Labyrinth! Selbst die Knotenpunkte lassen uns manchmal im Stich. Wie wir schnell feststellen, sind wir nicht die Einzigen, die dieses Wasser – Fahrradparadies entdecken oder auch kennen.

Nach dem Norden, der Süden.

Hier führt uns der Weg auf beiden Ufern entlang der Holländischen IJssel. Ursprünglich wollten wir, den Fluss ostwärts flussaufwärts mit dem Boot fahren. 2019 waren wir hier das letzte Mal. Aus Zeitgründen lassen wir diese Idee für dieses Jahr fallen. Am Anfang der Saison, hatten wir Zeit, aber da war der Weg wegen Reparatur-Arbeiten gesperrt.

Wir verlasse Gouda am 3 August.

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