2021 #10 Nadelöhr

Wer über die Maas nach Süden will, der kommt an der Schleusenanlage von Lanaye in Belgien nicht vorbei.

Nach 3 Tagen in Maastricht im t’Bassin brechen wir in Richtung Lüttich auf.

Erstes Hindernis, die Grenzschleuse von Lanaye, wo wir kurz nach 10h ankommen.

Hier gibt es 4 Kammern unterschiedlicher Grösse. 2015 wurde die grösste der vier Schleusen in Betrieb genommen. Sie misst 225mx25m.

Nach einem schweren Unfall im Jahre 2018, ist die zweitgrösste Schleuse (136mx16m) ausser Betrieb. Die 2 kleinen 55mx7,50m werden schon länger nicht mehr bedient. Somit bleibt nur die grosse Schleuse, um das hohe Verkehrsaufkommen an diesem Verkehrsdreieck zu regeln. Einerseits handelt est sich um die Route der Maas (Belgien <> Niederlande) und ausserdem endet hier der Verbindungskanal von und nach Antwerpen.

Daher ist hier immer viel Berufsverkehr unterwegs.

Aus der Sicht des „HobbyKapitäns“ heisst das, Geduld haben. Wartezeiten bis 2h sind nicht unüblich.

Wenn man die Schleuse zum ersten Mal nimmt, wird dem Boot eine M.E.T. Nummer zugeteilt. Für jede Benutzung erhält man ausserdem eine „Transit“ Bescheinigung: z.B.: Lanaye (B) > via Hastière > Givet (F).

Als wir dann, nach etwa 1h30 Stunde, an der Reihe sind, fahren wir als letztes Boot in die schon voll gepackte Schleuse ein:

  • 2x 110m auf Backbord,
  • 2x 86m auf Steuerbord
  • und eine kleine Yacht aus Friesland.
Schleuse 225x25m Lanaye (B) zu Berg

Die kleine Yacht macht sich am letzten (direkt vor dem Schleusentor) Schwimmpoller fest. Für uns bleibt zunächst nur die Möglichkeit an der Yacht „festzumachen“ oder zu versuchen, sich zwischen die Yacht und den zweiter Frachter auf Steuerbordseite zu stellen.

Aber wo festmachen?

Beide Möglichkeiten erweisen sich als schwierig (und gefährlich): die kleine Yacht hat eine bauchige Form und ist etwa 3m kürzer als unser Boot. Der nächste (vorletzte) Poller ist vom Frachter belegt…. Auch wenn der Schleusenwärter uns anweist, uns festzumachen, damit er das Tor schliessen kann, zeigt er sich geduldig und verständig.

Wir sind ratlos!

Aber wir haben grosses Glück. Die Crew der kleinen Yacht erweist sich als sehr erfahren (wir sagen dazu „alte Segler“). Sie entscheiden sich spontan und ohne lange Diskussion nach vorne zu bewegen und am vom Frachter belegten Poller vorne festzumachen. Somit ist Platz für uns am letzten Poller vor dem Schleusentor. Aber das Manöver stellt sich als nicht so einfach heraus. Der Abstand zwischen dem vorletzten und letzen Poller beträgt etwa 25m.

Die kleine Yacht kämpft sich nach vorne immer darauf bedacht die hintere Leine an „unserem“ Poller nicht loszulassen. Die Distanz ist bei weitem zu gross für eine Leine. Nach mehreren Versuchen und 4 geschickt zusammengeknoteten Leinen gelingt es.

Wir sind sowohl dankbar als auch begeistert von der Erfahrung der Crew. Was wir wieder lernen ist zweierlei: 1./ Ruhe bewahren 2./ Man kann nicht genug Leinen an Boot haben.

Skizze Situation

Als wir dann „oben“ sind, entscheidet der Kapitän der kleinen Yacht die Festmacher zu wechseln und sich am vorhandenen Geländer zu sichern. Der Frachter vor ihnen ist nur 1m weg. Zunächst fahren die zwei 110m Frachter und der vordere 86m Frachter aus.

Der Kaptän des Frachters vor der kleinen Yacht schlägt uns beiden netterweise vor, die Schleuse vor ihm zu verlassen.

Leider haben wir unsere „Partner“ nicht mehr gesehen, sie hatten es sichtlich eilig. Wir wollten ihnen für ihre tolle Hilfe danken!!

Um 12h30 verlassen wir die Schleuse und setzten unsere Fahrt in Richtung Lüttich fort. Dort laufen wir um 15h in den Hafen ein. Des gibt kaum freie Plätze hier. Eine Hafenmeister gibt es seit 2 Jahren auch nicht mehr.

6 Antworten auf „2021 #10 Nadelöhr

  1. Danke für den informativen Bericht. Wir sind die Strecke auch schon zwei oder drei Mal gefahren und empfanden die Schleuse Lanaye ebenfalls als -na sagen wir- etwas Besonderes.
    Wenn ich mit eure Skizze ansehe, stellt sich mit die Frage, warum ihr nicht versucht habt, an dem 110-m-Schiff festzumachen. Wäre das eine Alternative gewesen?

    1. Hallo
      Danke für den Kommentar.
      Ja, das, stimmt ! Das hatten wir auch angepeilt. Allerdings hatten die es besonders eilig und sind als erste rausgefahren. Dann hätten wir vorher schnell eine neue Festmachmöglichkeit finden müssen… Was nicht so sicher war
      Beste Grüße

  2. Bon voyage, tenez-nous au courant de votre progression. En août nous envisageons de d’aller à Paris par la Meuse, le canal des Ardennes et l’Aisne par Reims et la Marne.
    Bisous
    Guy et Marleen

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