2026 #17 Auf dem Weg zum Winterlager

Zur Erinnerung: Die Karte zeigt, die 3 Törns, die wir uns am Anfang diese Saison vorgenommen hatten.

Der I. Teil musste verändert werden.

Aus dem II.Teil ist eine Variante des I. Teils geworden

Der III. und letzte Teil sollte anders werden als noch Mitte August gedacht.

Als wir Anfang August Dordtrecht verlassen, überlegten wir uns, wie wir das Ende der Saison (Teil III) gestalten können. Aus dem Startpunkt Rotterdam wurde wohlweisslich Dordrecht, nur das Ziel Maasbracht sollte auf jeden Fall beibehalten werden (können).

Nach unserer Unterbrechung, zurück aufs Boot, verlassen wir Dordtrecht am 25. August. Wir müssen spätestens am 11. September in Maasbracht angekommen sein. Somit stehen uns 18 Tage zur Verfügung. Wir überlegen uns wie wir diese Zeit am sinnvollsten nutzen können.

Drei Optionen

haben wir uns überlegt.

  • Option 1: Südliche Strecke
    • Dordrecht > Volkerak > Antwerpen > Belgische Kanäle durch Brabant > Maastricht > Maasbracht
  • Option 2: Mittlere Strecke
    • Dordrecht > Volkerak > Nord-Brabant Kanäle (NL) > Maasbracht
  • Option 3: Nördliche Strecke
    • Dordrecht > Maas > Maasbracht

Wir müssen schnell feststellen, dass:

  • uns die 1. Option wegen Wassermangel in Belgien erscheint riskant ,
  • die 2. Option wegen Schleusen – Sperrungen nur teilweise möglich wäre (in Verbindung mit der letzten Option).

Somit bleibt uns mal wieder nur die Maas!

Option 3: die Nördliche Strecke über die Maas

Um etwas zu variieren, entschliessen wir eine Etappe in Geertruidenberg einzulegen.

Auf dem Dordtsche Kil spüren wir eine Gegenströmung von 3km/h. Da wir es aber nicht besonders eilig habe und schönes Wetter herrscht, stört uns das wenig.

Auf der Maas finden wir mehr Frachtverkehr als üblich. Das mag am Niedrigwasser auf dem Waal liegen. Aber auch einige Freizeitschiffer sind unterwegs. Ein kräftiger Wind aus Osten weht uns entgegen.

Zum Mittagessen erreichen wir den Hafen WSV Gertruidenberg.

Der Hafenmeister weisst uns einen Platz am Aussensteg an. Nachdem wir das Boot festgemacht haben und zum Hafenbüro gehen verstehen wir, warum wir draussen Bleien und nicht in das Hafenbecken einfahren. Es ist eher für kleine Boote gemacht.

Auch Gertruidenberg ist eine ehemalige Festungsstadt, wie Willemstad und Heusden. Von den Festungsanlagen ist allerdings weniger erhalten, auch wenn die alte Struktur teilweise noch sichtbar (und begehbar) ist.

Wir nutzen den Nachmittag zu einem Spaziergang in die Stadt, die in etwa 10 Minuten Zufluss zu erreichen ist.

Das Zentrum der Stadt ist der grosse längliche Marktplatz mit Blick auf den Kühlturm des nahen Kraftwerkes.

Die Stadt und Hafen eignen sich für eine kurze Etappe. Am nächsten Morgen geht es weiter nach Heusden.

Da wir Heusden in-und auswendig kennen, entscheiden wir uns, nur einen Nacht dort zu bleiben. Auch das Wetter spielt bei unserer Entscheidung mit. Es ist sehr windig und wir wollen beim Vorwärtskommen keine Zeit verlieren. Für die nächsten Tage sind Gewitter und Regen angesagt.

Wie üblich wird unsere nächster Halt Maasbommel sein. Wir werden dort mit Starkregen empfangen. Für die Nacht ist ein Gewitter angesagt.

Aber bevor wir ins Bett gehen, müssen wir noch in der Abenddämmerung zwei Jetskis ertragen, die in unserer Nähe ihre Runden drehen.

Gegen 1h Morgens werden wir durch einen extremen Wellenschlag geweckt. Wir liegen am Passantensteg. Unser Boot wird extrem durchgeschüttelt. Es reisst an allen Leinen. Wir springen aus dem Bett,… Was ist da los??? Es dauert eine Weile bis sich das Wasser endlich beruhigt.

Am nächsten Tag erfahren wir, was der Grund dieses Erlebnisses sein kann.

In der Nacht ist ein Frachtschiff vor der Schleuse Prinses Maxima (Lith) verunglückt. Polizei und RWS Schiffe sind ihm mit hoher Geschwindigkeit entgegen geeilt. Das hat mit hoher Wahrscheinlichkeit die starken Wasserbewegungen hervorgerufen.

Wir liegen eigentlich gerne hier. Der Platz ist offen, man hat eine schöne Aussicht und die Leute im Hafen sind sehr nett. Ein guter Platz also, aber dieser Abend und Nacht wird uns in Erinnerung bleiben.

Am nächsten Morgen starten wir etwas übermüdet bei herbstlichem Wetter. Wir wollen sicher sein, dass wir die Schleuse Grave früh problemlos hinter uns bekommen.

Wir haben Glück. Schon um 10h verlassen wir die Schleuse und erreichen Plasemolen noch am Vormittag.

Wir bleiben zwei Tage im Hafen Eldorado.

Von dort aus machen wir einen Ausflug nach Nijmegen. Unweit des Hafens, auf dem Rijksweg, gibt es eine Bushaltestelle. Der Bus 383 fährt alle 30 Minuten von dort zum Hauptbahnhof in Nijmegen.

Aber dazu später mehr.

Die nächsten Etappen sollen Venlo und Roermond sein. Auch davon werden wir bald berichten.

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