2023 #7 Von der Sambre zur l’Oise (Teil 2)

Im letzten Beitrag haben wir die „Bergstrecke“ von der belgisch-franzรถsischen Grenze bis zum Ort Etreux beschrieben. Am 20. Mai geht es weiter talwรคrts. Wรคhrend der 5.Etappe erreichen wir nรถrdlich von Compiรจgne die Oise.

Auch wenn hier die meisten Schleusen mit Fernbedienung aktiviert werden, begleiten uns auf diesem Teil die Schleusenwรคrter(innen) von VNF. Es gibt ein paar Hebe- und Drehbrรผcken zu bedienen. Das รผberlรคsst man noch nicht einem Automaten!

Unsere Schleusenwรคrter sind ausgesprochen nett, motiviert und hilfsbereit. Zum Muttertag gibt es sogar Blumen fรผr die Mรผtter an Bord der beiden Schiffe BALU und VAGABOND.

Auf der ersten Etappe zwischen Etreux und Vadencourt liegen 19 Schleusen und 3 zu hebende Brรผcken. Auch wenn die Strecke recht kurz ist, brauchen wir dazu gute 6 Stunden.

Auf der kanalisierten Sambre liegen die Wehre und Schleusen nah beieinander. Da vor einer Woche hier noch Hochwasser war, ist der Wasserstand noch hoch. Wir sind auf Talfahrt, so stรถrt die Strรถmung beim Ausfahren aus den Schleusen wenig.

Die Fahrt verlรคuft entspannt. Die Strecke stellt keine besonderen Anforderungen. Berufsverkehr trifft man kaum. Nur wenige Frachter verkehren hier (noch). Dies รคndert sich aber auf der l’Oise und der Seine.

Erst 2021 wurde die gesamte Strecke von der Meuse in Namur bis zur Oise bei Pont L’Evรจque wieder erรถffnet. Die Hoffnung auf den Bootstourismus ist gross. Ohne den Willen der Regionalverwaltung zu Investitionen, wรคre der Kanal wohl geschlossen geblieben. Neue Kanalbrรผcken waren nรถtig, um die Schiffbarkeit wieder herzustellen.

Auch hier ist die Landflucht gross, manche Orte wirken wie Potemkinsche Dรถrfer. Trotzdem, oder gerade weil es so ist, lohnt sich die Reise รผber die malerische Sambre. Der Weg ist geruhsam, und bildet eine gute Alternative zur Meuse (eventuell Ardennenkanal) und Marne nach Paris.

Es fehlt allerdings noch an gut ausgestatteten Liegeplรคtzen. Hรคfen wie Hautmont oder Chauny sind eine Ausnahme. Oft haben wir an einer Kai-Mauer gelegen.

In la Fรจre gibt es in 10 Minuten Entfernung vom Kai einen Supermarkt Leclerc und einen Lidl.

Die Stadt Chauny wurde im 1. Weltkrieg vรถllig zerstรถrt. Im Anschluss wurde sie wieder vollstรคndig, teils im Art Dรฉco Stil, aufgebaut. Viele Gebรคude, wie etwa das Rathaus oder der Bahnhof, zeugen noch von dieser prachtvollen Zeit. Damals wurden die Kanรคle noch ausschliesslich fรผr den Frachtverkehr gebraucht. Mit dem Niedergang der industriellen Blรผtezeit war auch dies zu Ende.

Wir nutzen die Zeit im kleinen, gemรผtlichen Clubhafen in Chauny zum Waschen und Ausruhen (BALU und VAGABOND crew).

2 Tage bleiben wir in Chauny. Der Hafen liegt am Stadtrand. Zum Besuch der Stadt benutzen wir unsere Fahrrรคder.


Zusammenfassung:

  • Teil 1: Bergstrecke (flussaufwรคrts von Belgien kommend)
    • Erqueliennes > Hautmont : 18 km, 3h, 3 Schleusen
    • Hautmont > Landrecies : 38 km, 5h30, 7 Schleusen
    • Landrecies > Etreux : 20 km, 3h, 3 Schleusen
  • Teil 2: Talstrecke
    • Etreux > Vadcourt: 13km, 6h, 19 Schleusen
    • Vadencourt > Ribemont : 19 km, 4h, 9 Schleusen
    • Ribemont > La Fรจre : 18 km, 3h, 8 Schleusen
    • La Fรจre > Chauny : 11 km, 2h, 4 Schleusen
    • Chauny > Compiรจgne : 40km, 6h, 4 Schleusen